Willkommen in der multipolaren Welt

Haben Sie es mitbekommen? Die Welt ist jetzt eine andere. Sie haben ein Stück bedeutender Zeitgeschichte erlebt. Dabei haben Sie als einfacher Bürger mit einiger Wahrscheinlichkeit nichts davon mitbekommen. Sie gehen wie gewohnt zur Arbeit, fahren wie gewohnt einkaufen, schauen wie gewohnt die Abendnachrichten. Alles ist beim Alten. Dabei leben Sie bereits in einer anderen Welt. Gleich erleben Sie die Geburtsstunde der multipolaren Welt. Eine Geburt ist lang und antrengend, also decken Sie sich mit Geduld ein.

Dieser Artikel knüpft nahtlos an „Syrien: Die Masken sind gefallen“ an. Kürzestzusammenfassung: Die USA haben sich als Unterstützer und Väter des Terrorismus derart offenbart, dass Russland dazu übergegangen ist, die USA offen der Terroristenunterstützung zu beschuldigen.

Wir sind an dem Moment angelangt, wo der Ruf „Der König ist nackt!“ erschallt. Alle haben es vorher schon gesehen, aber niemand wagte es auszusprechen und weil es niemand auszusprechen wagte, mussten alle so tun, als ob alles anders wäre.

Das muss man etwas präzisieren. Im Märchen reicht es aus, dass ein Junge die Wahrheit ausruft, damit die heile Welt wieder einkehrt. In der Realität gibt es längst viele Jungs, die die Wahrheit ausgerufen haben. Journalisten, ehemalige Agenten, Blogger. Aber der König qualifiziert sie als Verschwörungstheoretiker ab und die Herzöge und Grafen und Gesandten preisen weiter die tollen Kleider des Königs. Diejenigen, die die Kleider nicht preisen, sagen, dass das Kleid ein wenig schief sitzt, aber niemand spricht offen aus, dass der König nackt ist. Das politische Theater geht weiter. Wozu diese virtuelle Realität? Weil der König ein Schwert hat. Jeder Herzog und Graf, der die Nacktheit des Königs offen zum Ausdruck bringt, riskiert es, den Kopf zu verlieren. Politik ist ein Machtspiel. Niemand aus der oberen Riege ist bereit, sich enthaupten zu lassen, nur um die Wahrheit auszusprechen. Wer eine solche Bereitschaft hat, wird schon auf den ersten Stufen der politischen Karriereleiter geköpft. Wer es nach oben geschafft hat, hat dabei zwangsläufig gelernt, das Theater mitzuspielen. Das Ziel besteht darin, irgendwann selbst das Stück zu schreiben, das gespielt wird.

Was kleine Jungs im Volk sprechen, ist im Versammlungssaal des Königs irrelevant. Hier zählt nur, was die Herzöge und Grafen sagen – sie bestimmen hier mit dem König die politische Realität.

An diesem Punkt steigen wir mit der Analyse ein und schauen uns an, was im Versammlungssaal des Königs – in der Weltpolitik – passiert ist.

18. September, Sprecherin des russischen Außenministeriums Zacharowa:

Nach den heutigen Schlägen gegen die syrische Armee kommen wir zu einem, für die gesamte Welt erschreckenden, Schluss: Das Weiße Haus verteidigt den IS.

Das ist eine politische Atombombe. Warum wurde sie eingesetzt? Zur Erinnerung, am 9. September wurde zwischen USA und Russland ein Deal ausgehandelt, um Al Nusra zu eliminieren. Das Pentagon hat offen dagegen rebelliert. Die Zusammenarbeit hätte am 12. September beginnen müssen, die gemeinsamen Luftschläge gegen Nusra am 20. September. Am 18. September kam der erste Sabotageakt der USA, als eine Stellung der syrischen Armee massiv von den USA gebombt wurde und der IS dabei in eine Großoffensive an diesem Frontabschnitt übergingt. Bei diesem Angriff kamen möglicherweise auch russische Soldaten ums Leben. Das würde die Meldungen erklären, dass Russland am 20. September ein Stabquartier westlicher Agenten in Syrien mit einer Lenkrakete auslöschte und dabei 30 Agenten der USA, Israels, Großbritaniens und anderer IS-Helfer getötet wurden. Dass man diese Meldungen weit von der russischen und westlichen Presse platziert, so dass sie nur in Form von Gerüchten bei uns ankommt, ist normal. Keine Seite gibt ihre Verluste freiwillig in der Öffentlichkeit zu. Wenn wir von Verlusten der USA oder Israels oder Russlands erfahren, dann nur, weil die Geheimdienste der Gegenseite einen entsprechenden Leak organisiert haben und die Beweise so lange in die Öffentlichkeit reindrücken, bis sich die Weiterverbreitung verselbstständigt hat. Nicht mal der Abschuss der russischen SU 24 durch die Türkei wäre öffentlich geworden, wenn der Westen es nicht aktiv öffentlich gemacht hätte. Aber das nur als Randnotiz, um zu verstehen, warum uns hier ein Puzzlestück dessen fehlt, was in Syrien passiert. Russland und die USA fügen sich mit großer Wahrscheinlichkeit schon direkt Verluste im Syrienkrieg zu, aber beide Seiten halten das geheim. Im Versammlungssaal des Königs, in der virtuellen politischen Realität, dürfen die direkten Kriegszusammenstöße von Russland und USA auf keinen Fall zum Thema werden, weil das nach den Spielregeln der Politik eine nicht kontrollierbare Eskalationsspirale auslöst. Also unterdrückt man auf beiden Seiten die Information über diese Zusammenstöße. Für die virtuelle politische Realität im Versammlungssaal sind diese Zusammenstöße gleichwohl von äußerst entscheidender Bedeutung, weil sie Anzeichen von Stärke, Schwäche, Entschlossenheit, Risikobereitschaft usw. beinhalten.

Wir halten fest, dass Russland am 18. September die Eskalationsleiter hochklettert, indem es den USA offiziell Terrorunterstützung vorwirft. „Der König ist nackt!“ wird jetzt nicht von irgendeinem Jungen gerufen, den man als geistig behindert abstempeln kann. Der Ruf kommt von einem Herzog und die Anwesenden im Saal können das nicht mehr ignorieren.

Die ersten Herzöge reihen sich vorsichtig hinter Russland ein. Ausgerechnet Deutschland veröffentlicht am 26. September ein Interview, in dem ein Al Nusra Kommandeur offen über die Unterstützung der USA schwadroniert. Im Artikel wird dann auch die Frage gestellt: „Unterstützen die USA Al Qaida?“ Hoho! Das ist natürlich keine offizielle Stellungnahme der deutschen Regierung, sondern nur die „freie“ Presse. Und man hat diesen Knaller in einem unbedeutenden Pressemedium versenkt, damit er nicht zu viel Staub aufwirbelt. Aber das ist schon eine Ansage. Deutschland testet damit die USA. Je aggressiver die Reaktion des Herren, desto vorsichtiger muss Deutschland seine Fesseln lösen. Je lahmer die Reaktion, desto entschlossener kann Deutschland sich befreien. Das herauszufinden, ist der große Zweck des Artikels.

Am 20. September kommt ein UN-Hilfskonvoi unter sonderbaren Umständen zu Schaden. Die USA entfachten unter diesem Vorwand eine riesige Medienkampagne gegen Russland und heizten die Stimmung an, um den Deal vom 9. September anzugreifen.

Ende September schlagen die USA zu. Am 27. September warnt US-Verteidigungsminister Carter vor der drohenden Gefahr eines Atomkrieges und verkündet, dass die nukleare Erstschlagdoktrin der USA in Kraft bleibt. Eine Drohung mit dem Atomkrieg. Und Kirby, der Sprecher des US-Außenministeriums, kündigt am 28. September an, dass die Terroristen in Syrien Russland angreifen werden, russische Flugzeuge, russische Soldaten, russische Städte. Nachdem also Russland die USA offiziell der Terrorunterstützung beschuldigt hat, drohen die USA mit Atomkrieg und erteilen ihren Terroristen in der Öffentlichkeit den Befehl, Russland anzugreifen. Damit klettern die USA auf eine neue Stufe der Eskalationsleiter.

Das ist ein Spiel. Beide Seiten erhöhen die Einsätze, bis einer nicht mehr weiter erhöhen kann oder sich nicht mehr traut, weiter zu erhöhen. Das ist die Eskalationsspirale. Wer aussteigt, hat verloren, gibt sich geschlagen. Je höher man die Eskalationsleiter hochklettert, desto anstrengender wird es für beide Konfliktparteien. Bevor man hochklettert, überlegt man sich daher, ob man selbst die neue Anstrengung aushalten kann, wie der Gegner wohl mit der neuen Stufe umgehen kann, ob und wie der Gegner noch eine Stufe höher klettern kann und wie gut man selbst und der Gegner die neue Stufe verkraften können. Man muss mehrere Schritte voraus denken. Wenn man denkt, dass es der Gegner es auf der nächsten oder übernächsten Stufe besser haben wird, als man selbst, sollte man nicht eskalieren. Aber man kann in diesem Spiel auch bluffen…

Was in diesem Spiel passiert, muss man sich bildlich veranschaulichen, damit man spürt und begreift, was eigentlich vor sich geht. Herzog Russland sagt also im Versammlungssaal, dass König USA die Terroristen unterstützt. Ein Raunen geht durch die Menge. In der Tasche von Herzögin Deutschland quackt ein Frosch, dass er Beweise dafür hat, dass die USA tatsächlich Terroristen unterstützen. (Das ist das Raunen in Deutschland, in jedem Land wird natürlich etwas eigenes geraunt.) König USA zeigt derweil auf einen brennenden Laster und schreit: „Du hast das angezündet!“ Herzog Russland sagt: „Nö. Wir haben hier Videoaufnahmen von deinen Terroristen am Laster und von deinen Kampfdrohnen über dem Laster.“ Der König schreit: „Du bist schuld an allem! Die Terroristen werden dich fressen! Und ein Atomkrieg kann dich auch ereilen!“ Und ein paar Tage später, am 3. Oktober, sagt der König: „Unser Deal zur Bekämpfung dieser Terroristen ist übrigens nichtig“. Und als Antwort gibt es eine schallende Ohrfeige von Herzog Russland. So schallend, dass alle im Saal erstarren.

Auf die Eskalation der USA, die am 3. Oktober ihren Schlusspunkt findet, kommt blitzschnell die Antwort von Russland. In Form einer neuen Eskalationsstufe. Schauen wir uns das, und die Reaktion der USA, im Detail an.

3. Oktober. Russland zieht sich aus dem Plutonium-Vertrag zurück. Es geht um die Vernichtung von jeweils 34 Tonnen hoch angereichertem, waffenfähigem Plutonium. Aber das ist gar nicht der Punkt. Der Punkt ist, dass Russland dazu sagt: Wir können den Vertrag gerne wieder reaktivieren, nachdem die USA drei Bedingungen erfüllen:

  1. Die NATO aus Osteuropa abziehen.
  2. Alle Sanktionen gegen Russland aufheben und Reparationszahlungen für alle Sanktionen und alle Gegensanktionen zahlen.
  3. Aufzeigen, wie die USA selbst den Vertrag erfüllen können.

In dieser Reihenfolge.

Veranschaulichen wir uns das bildlich. Herzog Russland sagt zum König: „Dieses waffenfähige Zeug, das wir beide abbauen wollten, weil wir angeblich Freunde geworden sind, dieses Zeug lassen wir mal schön liegen, wo es gerade ist. Und wenn du willst, dass wir uns das wieder anschauen, musst du dich vor uns auf die Knie stellen, deine Sünden gestehen, deine Armeen aus unserer Nachbarschaft abziehen und uns einen Lastwagen voll Gold herüberkarren. Und wenn du dann noch zeigst, dass du in der Lage bist, deinen Teil des Plutoniums zu zerstören, können wir wieder darüber reden, dass wir gemeinsm Plutonium zerstören“.

Genau das sagt Russland den USA am 3. Oktober, eingepackt in bürokratisch-diplomatischen Jargon. Das sagt Herzog Russland zum König USA, während alle anderen Herzöge und Grafen und Barone aus aller Welt drum herum stehen und ohnehin schon gebannt schauen, was zwischen Russland und USA passiert. Das ist kein Trolling mehr, das ist eine Ohrfeige.

Um die Bedeutung dieses Tages symbolisch zu unterstreichen, entlässt Wladimir Putin noch an diesem 3. Oktober eine Herde Prschewalski-Pferde in die Freiheit. Was soll die Sache mit den Pferden? Die CIA-Berichterstatter kommen sich wie immer geil vor mit ihren süffisanten Kommentaren.

Das Prschewalski-Pferd, ein asiatisches Wildpferd, war in freier Wildbahn bereits ausgestorben. Mit den Exemplaren, die in den Zoos überlebt haben, hat man ein Auswilderungsprogramm gestartet, um diese Tiere, die der Mensch der Natur nahm, der Natur wieder zurück zu geben. Putin hat an diesem Prozess teilgenommen, indem er die Tore geöffnet hat und die Pferde aus dem Gehege in Richtung Freiheit lockte. Warum hat sich Putin beeilt, noch am 3. Oktober, bei Sonnenuntergang, diesen Termin wahrzunehmen? Man muss die Symbole lesen: Freiheitsliebendes, ungezähmtes Wesen, fast verschwunden von der Erde, ist dank großer Bemühungen wieder da. Und es wird in die Freiheit entlassen. Raus aus der Gefangenschaft und in die Freiheit. Das ist nur vordergründig eine Geschichte von Pferden, in Wirklichkeit erzählt uns Putin eine Geschichte von Russland.

Wir schreiben noch immer den 3. Oktober. Der Hofberichterstatter New York Times berichtet über das russische Ultimatum. Die Form der Berichterstattung ist bemerkenswert. Aussetzung des Plutonium-Vertrags wird schon in der Schlagzeile angekündigt. Im langen Text folgt die übrige Grütze über böse Russen und ganz am Ende, ganz kurz, wird das Ultimatum erwähnt. Bildlich: Der Berichterstatter des Königs macht nach dem russischen Ultimatum bekannt, dass Russland sich aus dem Plutonium-Vertrag zurückzieht. Der Berichterstatter erwähnt lang und breit, dass Russland böse ist und fügt am Ende, mit Seitenblick auf den König, hüstelnd und flüsternd hinzu, dass eine Reaktivierung des Vertrages wohl nicht zu erwarten sei, weil Russland noch diese drei dreisten Bedingungen gestellt hat.

Das ist wichtig. Wenn sein Berichterstatter es ihm auf englisch vorgelesen hat, kann der König später nicht behaupten, er hätte das Ultimatum nicht mitbekommen oder hätte es eh nicht verstehen können, weil es auf russisch vorgetragen wurde. Nein nein, die Bedingungen wurden für alle sichtbar dem König verlesen. Und einen Tag später legt Bloomberg nach und befasst sich eingehend mit den drei Forderungen, die nun schon in der Überschrift offen als Ultimatum betitelt werden. Damit kann ein fadenscheiniger Rückzieher nun wirklich ausgeschlossen werden. Die Botschaft ist angekommen, in ihrer ganzen Tragweite, alle Anwesenden im Saal haben das bezeugt. Der König kann nicht mehr sagen: „Ohrfeige? Welche Ohrfeige? Huch, habe ich etwas verpasst?“ Das ist wichtig. Das zwingt den König zu einer sofortigen Reaktion. Alles, was er jetzt tut, ist eine Reaktion, auch wenn er nichts tut.

Noch am 3. Oktober gibt das russische Außenministerium eine Stellungnahme über Venezuela ab. Hier das Entscheidende daraus:

Die Dynamik der Entwicklung der innenpolitischen Situation in Venezuela zeigt, dass unversöhnliche Kräfte innerhalb des Landes, die sich auf äußere Unterstützung stützen, die Eskalation der Spannung fördern. Das Ziel – um jeden Preis die Entmachtung der Regierung dieses Landes zu erreichen.

(…)

In diesem Zusammenhang erklären wir erneut, dass die einzige Grundlage der Lösung der innenpolitischen Probleme Venezuelas, wie jedes anderen Landes, das Respektieren der Verfassung und nationaler Gesetze ist. (…)

Was die internationale Gemeinschaft betrifft, darunter einige Nachbarn Venezuelas, würden wir solchen Kurs ihrerseits begrüßen, der die Normalisierung der innenpolitischen Lage in Venezuela fördern würde.

Übersetzt aus dem Diplomatischen: „Die USA spalten Venezuela von innen heraus, um die Regierung zu stürzen. Nach diesem Muster vollzogene farbige Revolutionen sind böse. Wir verhandeln mit der venezolanischen Regierung über unsere Einmischung in diesen Prozess und laden Venezuelas Nachbarn ein, sich uns im Kampf gegen die US-Farbrevolution anzuschließen.“

Nicht schlecht, so als Begleitprogramm zum Ultimatum. Der Hintergrund ist folgender. Die USA reißen Südamerika gerade in Stücke, um dort kontrollierbares Chaos mit US-Marionetten zu implementieren. Russland und China haben sich aus diesem Krieg auf dem südamerikanischen Kontinent heraus gehalten, obwohl der BRICS-Partner Brasilien gerade offen von den USA malträtiert wird. Warum diese Zurückhaltung? Geopolitik ist brutal. Der von Russland angebotene große Deal lautete: Lasst Eurasien in Ruhe, zieht euch hier langsam und gesichtswahrend zurück. Wir lassen im Gegenzug die amerikanischen Kontinente in Ruhe. Wir herrschen über Eurasien, ihr herrscht über Amerika, wir mischen uns nicht beim jeweils anderen ein.

Dieser Deal ist geplatzt. Die gemeinsame Zerstörung von Al Nusra sollte nur ein kleiner Baustein in diesem großen Deal sein. Das hätte echte Ruhe in den Nahen Osten gebracht und die USA hätten dabei echt als Ruhestifter auftreten können, hätten ihr Gesicht wahren und darauf aufbauend ihre Rückzugsstrategie entwickeln können. Das wäre der sanfte Übergang zur multipolaren Welt.

Obama und die hinter ihm stehenden Kräfte waren zu diesem Deal bereit. Den Rückzug wollten die USA sich mit TTIP und TTP versüßen, indem sie die „zurückgelassenen“ europäischen und asiatischen Territorien über „Freihandelsverträge“ versklavt hätten. Das ist die „moderate“ US-Strategie. Dem radikalen US-Lager ist diese elegante Lösung aber nicht gut genug. Das radikale Lager geht davon aus, dass die USA in der Lage sind, so viel von der Welt in kontrolliertes Chaos zu stürzen, dass die USA sich als Hegemon und Ordnungshüter dieses Chaos behaupten können. Das moderate Lager hat nichts gegen Chaos in der Welt, es befürchtet nur, dass die USA damit scheitern werden und dann viel weniger haben werden als mit TTIP und TTP „auf friedlichem Wege“ zu erreichen ist.

Nachdem Obama die Umsetzung des wichtigen syrischen Bausteins nicht gewährleisten konnte, ist der Deal nun geplatzt. Und Russlands kleine Ansage zu Venezuela, die noch am 3. Oktober abgegeben wird, ist die erste kleine Botschaft an die Welt, dass nicht nur der Syrien-Deal geplatzt ist, sondern etwas viel größeres.

Gut, Russland ist am 3. Oktober die Eskalationsleiter hochgeklettert, und zwar nicht zu wenig. Wir warten auf die Reaktion des Königs!

Am 4. Oktober äußert sich Kerrys Stellvertreterin gegenüber einer russischen Zeitung zum Plutonium-Deal. Die US-Medien greifen das nicht auf. Das ist aus der Kategorie „hat der König gesagt, aber irgendwie auch nicht, weil es nur in Übersee berichtet wurde“. Gottemoeller ist sehr diplomatisch, sehr freundlich, ohne die Spur von aggressivem Auftreten. Sie ist „sehr erleichtert“, dass Russland sich verpflichtet hat, die 34 Tonnen Plutonium, um die es geht, nicht für Forschungs- oder Militärzwecke zu verwenden.

Zur Erinnerung und Veranschaulichung: König USA hat gerade eine schallende Ohrfeige von Herzog Russland erhalten. Eine kleine Stimme des Königs antwortet: „Oh, wir sollten zusammenarbeiten. Wir sind sehr froh, dass es nur eine Ohrfeige und kein Faustschlag war.“ Aber das ist nur eine Stimme in Übersee, die von den königlichen Berichterstattern verschwiegen wird, deswegen zählt diese Stimme nur halb.

Die große Stimme der USA, Außenminister Kerry, spricht am 4. Oktober bei einer Rede in Brüssel zur EU. Thema von Kerrys Rede: Transatlantische Beziehungen. Die Rede ist schwach, Kerry erinnert an die guten alten Zeiten und verspricht, dass alles weiter toll sein wird. Er schmiert der EU Honig ums Maul und fleht sie an, nicht von den USA wegzulaufen. So sieht einer seiner Mutmacher aus:

In the United States, we will never forget that Article 5 of the North Atlantic Treaty was triggered for the first time after 9/11. And I can assure you – that whatever you may have read in recent times – the United States of America will never fail to meet its own Article 5 obligations should any NATO member come under attack.

Ja, ein einziges mal wurde der Bündnisfall ausgerufen, vom König selbst, und die Vasallen sind artig beigesprungen. Und gewiss, wer würde daran zweifeln, dass der König für seine Vasallen auch einspringen würde? Etwa nachdem der König die Türkei zum Abschuss eines russischen Flugzeugs angestachelt hat und dann, als die Türkei sofort den NATO-Rat einberufen hat, der König unmissverständlich kundgetan hat, dass man Artikel 5 nicht bemühen sollte in diesem Fall. Die Türkei hat verstanden und hat inzwischen die Seiten gewechselt. Und damit die Europäer vollends überzeugt sind davon, dass der König sie nie und nimmer fallen lässt, legt Kerry nach:

Now, nonetheless, I emphasize – and I want to emphasize this particularly in the wake of the news of the last few days – NATO is a defensive alliance. The Russian people, in particular, should know that despite what their leaders sometimes tell them, our alliance does not seek to weaken, to contain, or to divide their nation or any other nation. We want to work with Russia. We want to work with a Russia that is just as committed to solving common challenges. In fact, I have probably spent as much time with the Russian foreign minister as I have with any other foreign diplomat.

Übersetzung:

Dennoch, ich möchte betonen – und das möchte ich gerade im Licht der Nachrichten der letzten Tage betonen – die NATO ist ein Defensivbündnis. Die Menschen in Russland, gerade sie, sollten wissen, dass unsere Organisation, ungeachtet dessen, was ihre Führer ihnen manchmal darüber erzählen, nicht vorhat, ihre Nation einzudämmen oder ihre oder irgendeine andere Nation zu teilen. Wir wollen mit Russland zusammenarbeiten. Wir wollen mit einem Russland zusammenarbeiten, das genauso engagiert ist beim Lösen von Herausforderungen. Mit dem russischen Außenminister habe ich tatsächlich wohl mehr Zeit verbracht als mit irgendeinem anderen Diplomaten.

Das ist pure Deeskalation. König USA zeigt Schwäche, versichert Herzog Russland, dass keine feindlichen Absichten bestehen. „Hey Bruder! Wir sind doch Brüder, oder? Ich bin doch sogar per du mit Lawrow!“

Und dann schleichen sich noch solche symbolischen Sätze in seine Rede: „Today, the world is less hierarchical and power is more broadly shared.“ Ja, wie die Welthierarchie gerade flöten geht, erleben die Eliten live mit.

In der Fragerunde nach der Rede fragt niemand nach dem Plutonium-Deal und dem Ultimatum. Auf der täglichen Pressekonferenz des US-Außenministeriums fragt am 4. Oktober auch niemand nach dem Plutonium-Deal und dem Ultimatum. Es wird gefragt, welche Optionen die USA in Erwägung ziehen, nachdem sie den Deal mit Russland aufgekündigt haben. Der Sprecher will keine Details nennen und betont gebetsmühlenartig, dass die USA eine multilaterale Lösung suchen – also kein Alleingang in Syrien. Und die Lösung soll am besten politisch sein – also keine Entschlossenheit zum militärischen Durchgreifen. Nichts konkretes, keine Entschlossenheit – das sind Zeichen von Schwäche.

Am 5. Oktober steigt Russland aus dem Abkommen über Zusammenarbeit in Forschung und Entwicklung in den Bereichen Atom und Energie aus. Grund: die USA sind 2014 ausgestiegen (im Rahmen der Sanktionen). Am gleichen Tag setzt Russland das Exekutivabkommen zwischen Rosatom und dem Energieministerium der USA über Kooperation bei der Erforschung der Möglichkeit der Konversion der russischen Forschungsreaktoren zur Nutzung von niedrig angereichertem Uranbrennstoff aus. Grund sind ebenfalls Sanktionen der USA von 2014, unter anderem im Bereich der zivilen Atomnutzung. Die im Rahmen des Abkommens abgeschlossenen Verträge werden noch erfüllt. Im übrigen wird Russland selbst entscheiden, ob und wann es russische Forschungsreaktoren auf niedrig angereicherten Uran-Brennstoff umstellen wird.

Zwei weitere Verträge im Nuklear-Bereich ausgesetzt. Vermeldet unter anderem auf der Seite des russischen Außenministeriums, damit es alle Welt sicher mitbekommt. Das russische Außenministerium vermeldet auch, dass Lawrow und Kerry miteinander telefoniert haben, auf Kerrys Wunsch. Es wird häufig mitgeteilt, auf wessen Wunsch ein Kontakt stattgefunden hat. Das ist wichtig. Kerry ist der Bittsteller für diesen Dialog, Lawrow derjenige, der sich bitten lässt. Die kleine Information darüber, wer den Kontakt initiiert hat, kann in bestimmten Situationen schmerzhaftes Trolling sein. Nicht immer. Aber wenn der König den Kontakt zum angeblich unterlegenen Feind suchen muss, kaum dass er den Kontakt abgebrochen hat, ist es unangenehm. Und wenn der Feind dieses Detail in alle Welt hinaus posaunt, ist es schmerzhaftes diplomatisches Trolling.

Auf der täglichen Pressekonferenz des US-Außenministeriums am 5. Oktober wird nach dem Telefonat gefragt und warum das denn stattfinden musste. Betreiben die USA jetzt also doch wieder bilaterales Engagement mit Russland? Der Sprecher windet sich, um zu erklären, dass das Telefonat kein Engagement der USA ist, sondern nur so ein Gespräch, irgendwie… es wäre ja unverantwortlich, nicht mit den Russen zu sprechen, bei der heißen Lage in Aleppo. Dann sagt der Sprecher etwas wichtiges, als Erklärung für den hartnäckigen Journalisten, der darauf beharren will, dass das Telefonat echtes Engament darstellt. Der Sprecher sagt:

MR TONER: — it doesn’t change the facts on the ground, as you note. We don’t have a cessation of hostilities. We don’t have humanitarian access. We don’t have any of the elements, the core elements of that September 10th agreement in the process of being implemented or implemented. There’s no – going to be no Joint Implementation Center. None of the, if you will, carrots either for Russia – or at least what Russia proclaimed to want, that Joint Implementation Center – is moving forward as well. But I think – and I tried to stress this yesterday – while that particular bilateral channel is now suspended, we’re not going to just walk away from what’s happening in Syria. We’re going to try to – on the multilateral front, try to coordinate with likeminded partners and allies and stakeholders, and that includes Russia and Iran. Unfortunately, that does include them.

Übersetzung:

TONER: An den Tatsachen am Boden hat sich nichts geändert. Wir haben keinen Waffenstillstand. Wir haben keinen Hilfskorridor. Wir haben kein Element, kein Kernelement des Abkommens vom 10. September ist implementiert worden oder wird gerade implementiert. Es gibt nicht – es wird die gemeinsame Operationszentrale nicht geben. Keine der, wenn Sie so wollen, Möhren für Russland, oder das, was Russland behauptete zu wollen, die gemeinsame Operationszentrale – nichts davon macht Fortschritte. Aber ich denke, und das habe ich gestern zu erklären versucht, nur weil dieser konkreter bilateraler Kanal geschlossen ist, werden wir uns nicht einfach zurückziehen aus Syrien. Wir werden versuchen, auf multilateraler Ebene, werden versuchen, unsere Bemühungen mit gleichgesinnten Partnern und Verbündeten zu koordinieren, und das schließt Russland und Iran mit ein. Bedauerlicherweise schließt sie das mit ein.

Man muss den Kontext dieser Aussage beachten. Die Aussage wird als Erklärung gereicht, warum Kerrys Telefonat nicht von Bedeutung ist. Wir erfahren, was wirklich von Bedeutung ist für die USA. Wirklich von Bedeutung ist, den Deal vom 9. September nicht umzusetzen. Und das gemeinsame Operationszentrum, das eine Schlüsselrolle bei der Vernichtung von Al Nusra spielen sollte, das ist nur eine Möhre für Russland. So wie andere Details des Deals auch nur Möhren für Russland waren. Das US-Außenministerium verheimlicht nicht, spricht offen aus, dass der Deal seitens der USA nur Show war, um die Russen bei Laune zu halten. Dass die Umsetzung der Pläne nicht erfolgt ist und nicht erfolgen wird, verbucht das US-Außenministerium als Verdienst und Erfolg.

Wichtig ist der erneute Verweis auf multilaterale Lösungen. Das ist ein starkes Signal an die Welt. Multilateral schließt einen Atomkrieg schon mal aus, denn es ist jedem klar, dass die USA keine Partner für einen Atomkrieg gewinnen können, nicht mal im Lager ihrer Freunde und Vasallen. Dass man es bedauert, mit Russland zusammenarbeiten zu müssen, es aber dennoch tun muss und tun wird, sagt der Welt einiges über das Potential der USA aus. Der König sagt: „Wir hassen sie, aber wir müssen mit ihnen zusammenarbeiten“.

Sofort im Anschluss kommt eine Frage und… ein Fehler des Sprechers:

QUESTION: And how do you assess the current state of U.S.-Russian relations?

MR TONER: How do we assess it? I think our assessment is while we have failed to cooperate meaningfully in this recent effort on Syria, we continue to disagree where we disagree with Russia, and that’s on Ukraine, certainly with what’s happening in Syria right now, and in other areas. But where we can cooperate constructively, such as nuclear agreements – and in fact, the other day they suspended this Plutonium Management and Disposition Agreement – that’s a real tragedy, because these are areas that we had successfully cooperated in the past. And again, it’s in the interest of our both our countries to continue those efforts.

Wie sehen denn die aktuellen Beziehungen zwischen USA und Russland aus? Übersetzung der Antwort:

TONER: Wie schätzen wir sie ein? Während es uns nicht gelungen ist, bei diesem Bestreben in Syrien nennenswert zu kooperieren, behalten wir unsere Differenzen mit Russland bei, über die Ukraine, über das, was gerade in Syrien passiert, und in anderen Bereichen. Aber wo wir konstruktiv kooperieren können, so etwa im nuklearen Bereich – und in der Tat, dass sie kürzlich den Plutonium Management and Disposition Agreement ausgesetzt haben – das ist eine Tragödie, weil wir in diesen Bereichen in der Vergangenheit erfolgreich kooperiert haben. Noch mal, es ist im Interesse unserer beider Länder, diese Bemühungen fortzusetzen.

Das tut weh. Der Sprecher gibt zu, dass der von Putin ausgesetzte Vertrag eine Tragödie ist. Der König sagt damit: „Ja, die Ohrfeige hat weh getan“. Der Sprcher spricht sich dann für die Fortsetzung der Zusammenarbeit im nuklearen Bereich aus – am Tag, an dem Russland zwei weitere Verträge in eben diesem Bereich aussetzt. Der König sagt: „Lasst uns aber sonst zusammenarbeiten, ja?“, während Herzog Russland sagt: „Scher dich zum Teufel“. Das tut weh und da hat sich Mark Toner offensichtlich verplappert. Dafür wird man ihn kräftig ausgepeitscht haben im Anschluss an die Pressekonferenz.

Warum verplappert? Weil die Presse an diesem Tag erneut keine einzige Frage zum Plutonium-Vertrag oder dem Ultimatum gestellt hat. Der Sprecher hat das Thema selbst eröffnet. Und selbst dann hat kein einziger Journalist das Thema aufgegriffen und weitere Fragen dazu gestellt. Es wurde sofort das Thema gewechselt. Die Journalisten haben einen Maulkorb. Plutonium-Vertrag und Putins Ultimatum sind ein Tabu-Thema. Es läuft Tag zwei nach dem Ultimatum an den König und kein Journalist interessiert sich dafür? Nein, sie interessieren sich alle brennend. Aber man hat ihnen ein so deftiges Verbot auf dieses Thema erteilt, dass sie selbst dann schweigen, als das US-Außenministerium versehentlich selbst das Thema eröffnet. So ist sie, die freie Presse. Dieses unnatürliche Schweigen, das sich auch in den Tagen nach dem 5. Oktober fortsetzen wird, ist natürlich auch ein Signal. Es ist ein Zeichen großer Schwäche, aber offenbar haben die PR-Experten der US-Regierung auch nach zwei Tagen keine Formulierung gefunden, die auf Putins Ultimatum eingeht und besser als betretenes Schweigen wäre. Das ist hart. Und die ganze Welt schaut zu. Nicht die Welt der einfachen Bürger, die verpassen dieses grandiose Schauspiel dank ihrer Qualitätsmedien. Aber die Welt der Elite schaut gebannt zu.

Wir steigen direkt nach Toners Aussetzer wieder in die Pressekonferenz ein:

QUESTION: — on Syria. Regarding the options that U.S. Government is discussing, are you getting close to the decision? Any meetings that you can talk about?

MR TONER: I don’t want to necessarily preview some of our internal U.S. Government meetings. I’ll just say that we continue our efforts to look at different options in the range of what I talked about yesterday.

QUESTION: The pro-Kurdish party in Syria, the PYD, now controls significant areas of northern Syria, and they’re going to hold a conference, they’ve said, this weekend to announce the establishment of a federal system in the three cantons that they’re now administering. What’s your position on this?

MR TONER: Well, our persistent – position rather, excuse me – has been that the future of Syria should be decided by Syrians consistent with the political transition and election process that was outlined in the UN Security Council Resolution 2254, and that resolution states that the Syrian people will decide the future of Syria and that the Geneva Communique should be the basis of a Syrian-led and Syrian-owned political transition. Put more simply, we support the territorial integrity of Syria and we also support a unified, democratic Syria in which the rights of all groups are protected.

So in direct response to your question, we’d urge Syrian parties – all Syrian parties to work together in a manner consistent with UN Security Council Resolution 2254 in order to advance that political process. So what we don’t want are groups working on the margin creating their own systems or their own de facto states. This all needs to be worked out to a political transition that’s enshrined in UN Security Council Resolution 2254.

Was ist denn nun mit den US-Optionen nach dem abgesagten Deal? Na, nichts neues, die Regierung überlegt fleißig. Der Reporter gibt sich damit nicht zufrieden, will mehr als das herauskitzeln, fragt konkret nach den Kurden, die angeblich eine eigene Förderation verkünden wollen, schon am Wochenende. Was hält der König davon? Halten Sie sich fest: Toner beruft sich gleich drei mal auf die UN-Resolution 2254 und sagt, dass die USA die territoriale Integrität Syriens unterstützen!

Als direkte Antwort auf Ihre Frage, wir mahnen alle Parteien in Syrien an, im Einklang mit der UN-Resolution 2254 zusammenzuarbeiten, um den politischen Prozess voranzutreiben. Was wir nicht wollen, sind Gruppen, die davon abweichen und eigene Systeme oder eigene defacto Staaten kreieren. Das muss alles im Rahmen einer politischen Transition geschehen, wie sie in der Resolution 2254 verankert ist.

Ein klarer, unmissverständlicher Befehl an die Kurden, ihre Pläne für das Ausrufen einer wie auch immer gearteten Autonomie sofort einzustellen. Das ist zu 100% das, was Russland die ganze Zeit predigt. Und es ist genau entgegengesetzt zu den US-Plänen über die Gründung eines Kurdenstaates. Das heißt nicht, dass die USA ihre Pläne vom Kurdenstaat begraben haben. Aber es ist eine weitere Geste der Deeskalation. König USA sagt zu Herzog Russland: „Ok ok, wir sind schon artig.“

Gleichzeitig droht der Generalstabs-Chef der US-Armee, Mark Milley, dass es einen Krieg zwischen USA und ihren Kontrahenten Russland und China geben wird. Die USA würden ihre Feinde prügeln, wie sie noch nie geprügelt wurden. Er sagt aber auch Dinge wie „ungeachtet all unserer Herausforderungen“, womit er auf die gewaltigen strukturellen und strategischen Probleme der US-Armee eingeht. Milley warnt davor, dass der nächste Großkrieg extrem blutig sein wird. Nun, daran zweifelt niemand. Das ist auch der größte Schutz davor, dass die USA einen solchen Krieg anzetteln werden. Wir konstatieren dennoch, dass das US-Militär im Gegensatz zur Regierung harte Rhetorik demonstriert. Der General erklärt sich bereit, in den Krieg zu stürzen und alle Feinde zu zerstören, wenn der König es befiehlt.

Am 6. Oktober warnt das russische Außenministerium die USA eindringlich vor einem Militäreinsatz der USA gegen die syrische Armee. Die US-Presse hat Hinweise auf entsprechende Pläne der USA diskutiert. Russland dazu: Der Himmel über Syrien wird überwacht und Russland ist bereit, all seine Luftverteidigungssysteme gegen jegliche unbekannten Flugobjekte einzusetzen. Man wird nicht erst herausfinden, wem die entsprechenden Flugzeuge und Raketen angehören. Diese Warnung ertreckt sich auf sämtliche Luftangriffe auf das von Damaskus kontrollierte Territorium.

Was haben die USA am 6. Oktober mitzuteilen? Wir wenden uns wieder an das US-Außenministerium und seine Pressekonferenz.

MR KIRBY: (…) But speaking for Secretary Kerry, I can tell you that he fully intends to use multilateral efforts available to him, whether it’s the ISSG or the UN or something separate and distinct. Tom Shannon was in Berlin at the invitation of the German Government just yesterday to – a smaller but still multilateral discussion about Syria. The Secretary has every intent to continue to use those vehicles as best he can.

Noch mal die Bestätigung, dass die USA keinen Alleingang vorhaben. Sie suchen nach einer Koalition, um jetzt irgendwas neues in Syrien auszuprobieren. Der König dreht sich zu seinen Vasallen um und flüstert: „Was sollen wir jetzt machen? Was sollen wir jetzt machen?!“ Es ist bezeichnend, dass die USA keinen Plan B in der Tasche haben. Was machen deren Diplomaten eigentlich die ganze Zeit? Russland hat einen Plan B vorbereitet für den Fall, dass die USA den Syrien-Deal platzen lassen. Russland ist nach dem Scheitern von Plan A sofort zu Plan B übergegangen. Die Ohrfeige für die USA in Form eines Ultimatums, gleich drei ausgesetzte Nuklearverträge, symbolische Gesten, das Eröffnen der Südamerika-Front. Und noch viele andere Dinge, die wir noch sehen werden. Das haben sie sich nicht am 3. Oktober ausgedacht, nachdem die USA den Deal platzen ließen. Das war alles schon vorbereitet und musste in der Stunde X nur aus der Schublade geholt werden. Und die USA haben nichts. Tag um Tag fragt die Pressemeute, welche Pläne es denn nun gebe und die Sprecher können keine Pläne präsentieren. Die Sprecher wissen nicht einmal, in welchem Format die USA nun weitermachen wollen. Mittels der UN? Mittels der ISSG? Irgendwie anders? Die haben keine Ahnung und keinen Plan. Der Plan war, den Syrien-Deal platzen zu lassen, weiter haben sie nicht gedacht.

QUESTION: Yeah, okay. And is there anything that you are doing to try to stop Aleppo from falling to the government, the Russian-backed government offensive, or have you kind of written it off?

MR KIRBY: Nobody is writing off Aleppo. I think everybody’s deeply troubled and concerned about what appears to be a very continued, concerted, and if – and increased effort by the regime to conduct a siege and to take Aleppo. But —

QUESTION: Yeah. Are you doing anything to stop it?

MR KIRBY: Well, we obviously are continuing – another reason why, as I said, they – Foreign Minister Lavrov and the Secretary spoke yesterday was the Secretary was expressing our concerns about what’s going on in Aleppo. We’re not turning a blind eye to that. And we still want – the short answer to your question is we’re still interested in pursuing a cessation of hostilities that can endure nationwide, and certainly in Aleppo. It’s just that now we’re going to have to pursue that goal through a multilateral effort and not any longer solely through a bilateral effort with Russia

Der Journalist fragt, ob die USA Aleppo aufgegeben hätten und wie sie verhindern wollen, dass die syrische Armee es unter Kontrolle bekommt. Kirby ist tief besorgt über die Belagerung von Aleppo und über die gestiegenen Bemühungen der syrischen Armee, diese Stadt einzunehmen. Der Journalist fragt, wie die USA dagegen vorgehen. Kirby antwortet, dass Kerry genau deshalb mit Lawrow telefoniert habe, um seine Sorgen über die Lage in Aleppo zu übermitteln. Die USA sind weiterhin an einem Waffenstillstand interessiert, gerade in Aleppo. Das werden die USA weiter anstreben, aber jetzt nicht mehr im bilateralen Format mit Russland, sondern im multilateralen Format.

Merken Sie es? Das große Ziel ist die Waffenruhe in Aleppo. Und all die „Möhren für Russland“ (O-Ton der US-Regierung) waren nur dazu gedacht, die Waffenruhe durchzusetzen. Was zum Teufel ist so wichtig an Aleppo? In Aleppo sind 6 bis 8 Tausend „Rebellen“, von denen die Hälfte zu Al Nusra gehören. Die USA und die UN haben Al Nusra als Terrororganisation anerkannt. Aleppo ist voll von Terroristen. Aleppo ist eine strategisch wichtige Stadt im Syrien-Krieg. Strategisch gelegen, sehr groß, gut zu verteidigen, sehr schwer einzunehmen. Und voll von westlichen Agenten und moderaten Terroristen. Wenn Aleppo fällt, ist der Syrien-Krieg endgültig entschieden. Die Terroristen können sich im übrigen Territorium nirgends mehr festkrallen. Überall sonst kann man sie leicht ausräuchern und zubomben. Aleppo ist eine Bastion. Eine Bastion der Terroristen.

Zurück zur Pressekonferenz:

QUESTION: So I’m trying to get to my – the second part of my question, which was the famous menu of options that the Administration is now considering. Just briefly on two potential ones – one is the military option, an option that presumably would involve some kind of actual – kinetic military activity, as you like to call it. You will have seen that the Russians warned you guys today not to do that. And I’m just wondering, is there any – do they have good reason to issue such a warning? Do you take such a warning seriously? Do you think that if that option is taken, that it could lead to an overt U.S.-Russia military confrontation?

MR KIRBY: Well, nobody wants to see an escalation in violence or tensions between the United States and Russia on this issue. And as we’ve said many times, we still don’t believe a military solution is the right approach, that —

Der Journalist geht auf die oben zitierten Warnungen des russischen Verteidigungsministeriums ein. Nehmen die USA solche Warnungen etwa ernst? Wie wirkt sich das auf etwaige militärische Pläne der USA in Syrien aus? Könnte es dabei zu einer offenen Konfrontation mit Russland kommen?

Sehen Sie, es ist noch längst nicht bei allen angekommen, dass die Welt sich gerade sehr schnell ändert. Der forsche Journalist ist immer noch im Glauben gefangen, dass niemand es wagen wird, sich den USA entgegen zu stellen. Aber der König, vertreten durch Sprecher Kirby, ruft zu Mäßigung auf. Niemand wolle eine Eskalation zwischen USA und Russland. Und wie er schon oft gesagt habe, die USA glauben nicht an eine militärische Lösung.

Später wird Kirby noch mal wegen der russischen Warnung gefragt. Wird diese die USA etwa in ihren militärischen Plänen einschränken? Ja, nein, man diskutiere intern natürlich alle Optionen, aber man habe eine große Verantwortung und man glaube fest, dass eine diplomatische Lösung die bessere ist.

Das kann doch nicht wahr sein, denken sich die Journalisten, und fragen noch mal:

QUESTION: In the event that a strike is decided upon and you take out certain, let’s say, runways or military facilities and so on, it would be just a punishment or would it be a la Desert Fox back in 1998 in Iraq? Or would it be something that is sustained to basically – like Libya, to overthrow the regime?

MR KIRBY: Said, you’re well ahead of any decisions, at least that have been made to date here, on the U.S. side. I can’t even begin to entertain that question. We still believe a diplomatic approach is the best one. Yes, inside the government, we continue to have conversations about options. Not all of those options, as I’ve said, revolve around diplomacy. It would be irresponsible for us not to think about other tools available to us to change the situation on the ground in Syria.

Also wenn die USA sich für einen Militärschlag entscheiden, wird das nur so eine kleine Strafe sein oder eine große Operation? Oder wird man wie in Libyen das Regime stürzen? Kirby: Wir glauben an die diplomatische Lösung, das ist das Beste.

Die kleinen Pressebarone, die sich bisher im Glanz ihres Königs gesonnt haben und sich für unangreifbare Superhelden gehalten haben, bekommen Tage nach der Ohrfeige des russischen Herzogs leichte Zweifel. „König, willst du den Russen nicht mal kneifen?“ – „Nee, wir wollen lieber darüber reden.“ – „König, willst du dem Russen Sanktionen um die Ohren hauen?“ – „Nee, wir wollen lieber reden.“ – „König, aber wenn du ihn doch verprügelst, dann so ein bisschen oder so richtig?“ – „Nee, wir glauben an Diplomatie.“ König… die Zweifel wachsen.

Zum Plutonium-Deal und zum Ultimatum von Putin kommt erneut keine einzige Frage. Stellen Sie sich vor, wie tief der Schock sitzt, dass das Thema mit einem totalen Redeverbot belegt wurde. Das, was nicht gesagt wird, ist oft entscheidender als das, was gesagt wird. Das ist so ein Fall. Eine öffentliche Ohrfeige für den König und niemand im Lager des Königs spricht ein Wort darüber. Das ist entscheidend. Alle fragen den König, ob dem Russen eine Ohrfeige oder einen Faustschlag versetzen wird, und der König antwortet, dass er nur reden will.

UN-Sonderbeauftragter für Syrien, Staffan de Mistura, bietet am 6. Oktober an, die Nusra-Terroristen persönlich aus Aleppo zu geleiten. Gut so, ab nach Idlib mit ihnen. Das widerspricht allerdings den US-Interessen.

Am 6. Oktober beschwert sich die Washington Post, der zweite wichtige Hofberichterstatter des Königs, dass Obama eine Kongressinitiative für neue Sanktionen gegen Russland torpediert. Josh Earnest, der Sprecher des Weißen Hauses, sagt:

The concern we have with the current congressional proposal that’s being debated is that it would deploy those sanctions essentially unilaterally.

Das Weiße Haus ist besorgt, dass sich niemand den Sanktionen anschließen wird. Damit ist das Sanktionen-Gerede in Deutschland, das zeitgleich in die Presse gestreut wurde, auch abgehandelt.

Auch noch am 6. Oktober wird in Russland die baldige Fertigstellung der zweiten Luftwaffendivision im Fernen Osten Russlands verkündet. Es handelt sich um strategische Langstreckenbomber. Das soll den Staaten der Pazifikregion den Ernst der russischen Ziele in der Region demonstrieren. Achten Sie auf den Zeitpunkt der Veröffentlichung. Der Aufbau der Division begann schon vor etlichen Wochen oder Monaten, der Prozess ist noch nicht beendet. Aber jetzt und nicht erst später will Russland darauf aufmerksam machen. Russland fordert die USA heraus und will keinen Zweifel am Ernst dieses Vorhabens lassen.

Vom 4. bis 7. Oktober wird in Russland eine riesige landesweite „Übung für zivile Verteidigung in großmaßstabigen Notsituationen natürlichen oder technischen Charakters“ durchgeführt. 40 Millionen Bürger (!) und 200 Tausend Rettungskräfte nehmen teil. Eine große Notsituation technischen Charakters ist ein Atomkrieg. Russlands Signal: Wir sind bereit, selbst für den Atomkrieg. Und zwar sind wir nicht mit Gelaber bereit, sondern mit Taten. Nicht nur unsere Armee, auch unsere Zivilisten sind auf das Schlimmste vorbereitet. Und ihr?

Am 6. Oktober reagiert das Pentagon auf die Stationierung russischer S 300 Luftabwehrsysteme in Syrien:

“Our operations will continue,” said Pentagon Press Secretary Peter Cook when asked by The Daily Caller News Foundation if Russian actions have impeded U.S. air strikes in the war-torn country.

The U.S. continues to take “precautions with regard to the safety of our air crews” and despite recent “differences” with the Russians, the safety line of communication established to prevent any accidents in Syria is effective, Cook said. America continues to use the safety line and “would encourage the Russians to do the same,” Cook concluded.

Das Pentagon gibt sich verbal härter als das Weiße Haus oder das Außenministerium. Aber es steckt nicht viel dahinter. Das Pentagon will seine Operationen fortsetzen. Also keine neuen Operationen, keine Änderung. Und der militärische Kommunikationskanal zu Russland wird ja nicht geschlossen, er hilft Zwischenfälle zu verhindern. Also keine Zwischenfälle geplant. Kampfrhetorik sieht anders aus. Die kann man derzeit bei Russland beobachten: „Wenn ihr eine Bombe am falschen Ort abwerft, werdet ihr garantiert abgeschossen.“

Aber! Die US-Armee macht am 6. Oktober Testflüge, bei denen die Attrappe einer Atomrakete abgeworfen wird. Na immerhin. Eine zarte Drohung mit dem Atomkrieg.

Die Vasallen springen dagegen schon ab. Bei den deutschen Kampfflugzeugen, die in Syrien im Einsatz sind, ist ein technischer Defekt eingetreten. Bei allen Flugzeugen. Gleichzeitig. Deswegen können die Deutschen bis auf weiteres nicht mehr über Syrien fliegen.

„Jedwede Gefährdung für Personen und Material“ solle ausgeschlossen werden, heißt es.

Man darf es offiziell natürlich nicht sagen, aber jedem ist klar, dass dieses Kommando zuerst kam, und die technischen Defekte danach. Um jedwede Gefährdung für Personal und Material auszuschließen.

Springen wir zum nächsten Tag, dem 7. Oktober. Manche Vasallen distanzieren sich weiter vom König. Merkel:

„Ich sage es mal ganz vorsichtig: Die Tatsache, dass ein Freihandelsabkommen, das wir mit Russland verhandeln würden, wahrscheinlich nur die Hälfte aller Diskussionen mit sich bringen würde, das muss uns doch zu denken geben“, sagte Merkel auf dem Tag der deutschen Industrie in Berlin mit Blick auf die Kritik an TTIP.

Lassen Sie sich das auf der Zunge zergehen. Merkel stellt einen direkten Vergleich zwischen USA und Russland her und Russland gewinnt in diesem Vergleich. Herzögin Merkel sagt: „Hmja, mit Herzog Russland hätten wir echt weniger Probleme, als mit unserem König. Darüber müssen wir mal nachdenken.“ Das sagt sie nicht irgendwann, sie sagt es jetzt, in der hochsensiblen Phase, nachdem der König eine schallende Ohrfeige kassiert hat und bisher als Reaktion deeskaliert, während Russland täglich mehrfach provoziert. Ja, das gibt den Vasallen zu denken.

Am gleichen Tag sagt Juncker:

Europa wird vor den USA nicht in die Knie gehen, wir werden die Prinzipien, die Europa zum Erfolg geführt haben, nicht in den Wind schlagen.

Derweil kündigt Russland am 7. Oktober an, ehemalige Militärbasen in Kuba und Vietman wieder in Betrieb zu nehmen.

In Venezuela wird ein Chavez-Denkmal eingeweiht. Gesponsort von Rosneft, dem russischen Öl-Giganten. Rosneft-Chef Swetschin ist auf der Feier dabei. Chavez ist eine Symbolfigur im Kampf Südamerikas gegen den destruktiven US-Einfluss. Eine symbolträchtige Geste, ihm ein Denkmal zu setzen. Damit keine Zweifel bleiben, welche Entwicklung Russland in Südamerika unterstützen wird.

Und der neu geschaffene Hugo-Chavez Friedenspreis geht an… Putin! Das ist natürlich auch ein Symbol. Denn gleichzeitig wird der Friedensnobelpreis verliehen. Der Friedensnobelpreis ist eine Auszeichnung der „internationalen Gemeinschaft“. Die internationale Nichtgemeinschaft hat auch einen Friedenspreis vergeben. Die Ansage: Wir werden bei Bedarf eigene Strukturen schaffen, parallel zu den Strukturen der „internationalen Gemeinschaft“.

Und wir erinnern uns natürlich an die kleine Meldung des russischen Außenministeriums vom 3. Oktober. Nach nur vier Tagen hat sich Russland symbolisch breitgemacht in Venezuela. Den Worten folgen ganz schnell Taten. Im Gefolge von Swetschin ist selbstverständlich eine Delegation von russischen Agenten eingereist, die in Venezuela den Kampf gegen die US-Agenten aufnehmen wird.

Steinmeier hat mit Lawrow telefoniert. Russlands Ansage bleibt klar: Die Terroristen werden eliminiert. De Mistura darf sie aber vorher gern persönlich aus Aleppo rausführen.

Wir wenden uns der Pressekonferenz des US-Außenministeriums vom 7. Oktober zu. Hier wird die offizielle Außenpolitik verkündet. Hier ist der beste Ort, um die Aktionen und Reaktionen des Königs im großen Versammlungssaal der Weltgemeinschaft zu beobachten. Kerry hat Russland beschuldigt, ein Krankenhaus in Aleppo zerbombt zu haben. Die Journalisten wittern Blut – jetzt ist die Zeit der Rache gekommen!

QUESTION: Okay. On to Syria and the Secretary’s comments earlier this morning, one is: Do you know what strike he was talking about in his comments overnight on a hospital in Aleppo?

MR KIRBY: I think the Secretary’s referring actually to a strike that we saw happen yesterday on a field hospital in the Rif Dimashq Governorate. I’m not exactly positive that that’s what he was referring to, but I think he was referring to actually one that was —

QUESTION: Not one in Aleppo?

MR KIRBY: I believe it was – I think it was – I think he – my guess is – I’m guessing here that he was a bit mistaken on location and referring to one —

QUESTION: Which location? Sorry.

MR KIRBY: A field hospital in Rif Dimashq Governorate.

QUESTION: Was it —

MR KIRBY: So I think he was referring to one yesterday.

QUESTION: Definitely yesterday, though? It wasn’t one from Wednesday?

MR KIRBY: I think he was referring to one yesterday, and I know of another one on a hospital Monday, but I think that’s what he was referring to.

QUESTION: Is there a way you guys can check?

MR KIRBY: We did. I mean, believe me, I knew I was going to get asked this question.

QUESTION: Yeah, yeah, yeah.

MR KIRBY: We looked at it and —

QUESTION: But you don’t have certainty, though?

MR KIRBY: I don’t. Best I got, best information I got, is that he was most likely referring to one yesterday in this governorate, but it could just be an honest mistake.

Kirby windet sich wie ein Aal. Ja nee, nicht Aleppo, und auch kein Krankenhaus, sondern ein Feldlazarett. Aber genau wissen wir es auch nicht. Wir wissen nichts genaues, aber das mit dem Krankenhaus in Aleppo, das ist ein Missverständnis.

An diesem Punkt ist klar, dass es an diesem Tag keine Rache geben wird.

QUESTION: The precise death totals were 20 and 100 —

MR KIRBY: I recognize that. I can’t corroborate that. But look, let’s take 10 steps back here. I mean, over the last two weeks, we think almost 400 people now have been killed in Aleppo alone. So whether or not there was a strike last night in a hospital or Aleppo is kind of beside the point. The point he was – the broader point that he was trying to make is that the Russians and the Syrian regime continue this onslaught on Aleppo. And just over the last two weeks alone, as I said, almost 400 people, best we can tell, have been killed. And that doesn’t even count the wounded.

„Let’s take 10 steps back here.“ – Lasst uns hier zehn Schritte zurück gehen. Dem König geht die ganze Sache schon zehn Schritte zu weit. Wo genau wie viele Zivilisten getötet wurden, will der König nicht sagen. Aber Russland hat insgesamt 400 Zivilisten getötet in den letzten Tagen, das ist sicher.

Dann folgt ein langes Herumgeeiere über Kerrys Forderung nach einem Kriegsverbrecherprozess gegen Russland. Gleicher Stil, Kirby windet sich ausweichend, wir ersparen uns das, obwohl es prächtiges, erniedrigendes Schauspiel ist. Wir schauen uns das Ende an:

QUESTION: Simply stated, does the U.S. Government believe, based on all the information that it has gathered, that Russia has committed war crimes in Syria?

MR KIRBY: I would again point you back to what he said at the UN and what he said today, that – he said that these strikes are clear violations of international law.

QUESTION: That’s not what he said today.

MR KIRBY: No, but he said that at the UN.
(…)
QUESTION: Okay. So you’re not ready to say that you believe that Russia has committed war crimes in Syria.

MR KIRBY: No, and the Secretary didn’t allude to that today either.

Übersetzung:

FRAGE: Einfach gesagt, glaubt die US-Regierung, basierend auf all den Informationen, die sie gesammelt hat, dass Russland Kriegsverbrechen in Syrien begangen hat?

KIRBY: Ich möchte Sie erneut auf das verweisen, was er [Kerry] in der UN gesagt hat und was er heute gesagt hat, dass – er sagte, dass diese Luftschläge eine klare Verletzung des internationalen Rechts sind.

FRAGE: Das ist nicht das, was er heute gesagt hat.

KIRBY: Nein, aber er sagte das in der UN.

FRAGE: Okay. Also sind Sie nicht bereit zu sagen, dass Sie glauben, dass Russland Kriegsverbrechen in Syrien begangen hat.

KIRBY: Nein, und der Minister hat heute nicht darauf angespielt.

Das ist eine echte Komödie. Die Pressekonferenz vom 7. Oktober müssen Sie sich unbedingt in Gänze durchlesen. Sie fragen sich vielleicht, was das alles soll – Kerry sagt der Presse, dass Russland Kriegsverbrechen begeht und dafür vor ein Tribunal gestellt werden sollte, und sein Ministerium widerspricht ihm am gleichen Tag – nein nein, man habe ihn falsch verstanden. Keine Kriegsverbrechen.

Es gibt zwei Realitäten. Die eine Realität im Versammlungssaal des Königs. Da tobt der Machtkampf der Eliten. Und dann gibt es die Zombie-Realität, die sorgfältig abgeschirmt ist von der Versammlungssaal-Realität. Sehen Sie, der offizielle Sprecher des US-Außenministeriums hat auf Nachfrage ganz klar gesagt, dass die USA keine Beweise für russische Kriegsverbrechen in Syrien haben. Die Presse war da und hat es aufgezeichnet. Hat die Presse nach dem 7. Oktober irgendwo getitelt, dass die USA keine Beweise haben und nicht behaupten, dass Russland Kriegsverbrechen begeht? Nein. Es ist ja die „freie Presse“, sie ist dafür da, ein Zerrbild für die Zombies zu erstellen. Das macht sie auch. Im Zerrbild fuchtelt der König mit den Armen und fordert ein Kriegsverbrechertribunal für Herzog Russland. Das ist Zombie-Scheiße. Schauen Sie rein in den Versammlungssaal des Königs und Sie sehen ein ganz anderes Bild. Der König steht geduckt und stammelt seit Tagen davon, dass Reden ganz toll sei. Die Zombies sollen dieses traurige Schauspiel nicht sehen. Die virtuelle Zombierealität wird später angepasst werden – in der Richtung, die den Eliten nützlich ist. Aber zuerst müssen die Eliten unter sich klären, wie die neue Welt aussehen wird.

Übrigens, was Kriegsverbrechen angeht, schauen wir doch mal kurz in die Wikipedia rein, was das überhaupt ist:

Die umfassendste Rechtsquelle hinsichtlich der heute völkerrechtlich als Kriegsverbrechen zu ahndenden Straftatbestände ist das Römische Statut des Internationalen Strafgerichtshofs. Nach Art. 8 Abs. 2 b) des Römischen Statuts sind u. a. Kriegsverbrechen

„(…) schwere Verstöße gegen die (…) im internationalen bewaffneten Konflikt anwendbaren Gesetze und Gebräuche, nämlich jede der folgenden Handlungen: i) vorsätzliche Angriffe auf die Zivilbevölkerung als solche (…); ii) vorsätzliche Angriffe auf zivile Objekte (…); iv) vorsätzliches Führen eines Angriffs in der Kenntnis, dass dieser auch Verluste an Menschenleben, die Verwundung von Zivilpersonen, die Beschädigung ziviler Objekte (…) verursachen wird, die eindeutig in keinem Verhältnis zu dem insgesamt erwarteten konkreten und unmittelbaren militärischen Vorteil stehen; v) der Angriff auf unverteidigte Städte, Dörfer, Wohnstätten oder Gebäude, die nichtmilitärische Ziele sind (….); vi) die Tötung oder Verwundung eines die Waffen streckenden oder wehrlosen Kombattanten (…); xvi) die Plünderung einer Stadt oder Ansiedlung (…); xvii) die Verwendung von Gift oder vergifteten Waffen; xviii) die Verwendung erstickender, giftiger oder gleichartiger Gase (…); xx) die Verwendung von Waffen, Geschossen, Stoffen und Methoden der Kriegführung, die geeignet sind, überflüssige Verletzungen oder unnötige Leiden zu verursachen (…); xxii) Vergewaltigung, sexuelle Sklaverei, Nötigung zur Prostitution (…); xxiii) die Benutzung der Anwesenheit einer Zivilperson oder einer anderen geschützten Person, um Kampfhandlungen von gewissen Punkten, Gebieten oder Streitkräften fernzuhalten; xxv) das vorsätzliche Aushungern von Zivilpersonen (…).“[8]

Vorsätzliche Angriffe auf Zivilpersonen oder Zivilobjekte sind Kriegsverbrechen. Nun behaupten die USA die ganze Zeit, dass Russland vorsätzlich Zivilisten und Krankenhäuser bombt – also Kriegsverbrechen begeht. Aber Beweise für Kriegsverbrechen haben die USA nicht, wie Kirby hier auf Nachfrage mitgeteilt hat. Die Zombierealität, die von der Westpresse verbreitet wird, ist reine Lüge. Die Information darüber ist öffentlich – in den Primärquellen. Die Zombies konsumieren aber keine Primärquellen, sie konsumieren „Qualitätsmedien“. Wagen Sie ab und zu einen Blick in die Primärquellen.

Zurück in den Versammlungssaal, wo die Elitenrealität stattfindet:

QUESTION: John, just to clarify: Would he like to see whom do the investigation?

MR KIRBY: He didn’t – again, the Secretary is not getting ahead of a process here, but he does think that this is a conversation worth having inside the international community.

Übersetzung:

FRAGE: John, nur zur Klärung: Wen möchte er [Kerry] in der Leitungs der Untersuchung [des Tribunals] sehen?

KIRBY: Er will nicht – noch mal, der Minister will nicht vorgreifen, aber er denkt, dass es ein lohnenswertes Thema für die internationale Gemeinschaft ist.

Sehen Sie? Offiziell will der König nichts unternehmen. Aber so als Diskussion in der „internationalen Gemeinschaft“… Sie verstehen schon, Kerry hat den Einwurf gemacht, damit die Qualitätspresse die virtuelle Zombierealität aufrecht erhalten kann. Und hier müht sich der König ab, seinen Pressebaronen klar zu machen, dass es einen Unterschied gibt zwischen dem, was der König tut und dem, was die Barone den Zombies sagen müssen, was der König tut. Die Pressebarone waren so lange mit der Zombifizierung beschäftigt, dass sie sich selbst angesteckt haben und an die Zombierealität glauben. Jetzt muss der König sie wieder auf den Unterschied zwischen Realität und Zombierealität hinweisen. Und diese Komödie findet öffentlich statt! Aber jenseits der Eliten schaut sich das kaum jemand an! Eine Tragödie ist das. Nun, wir sind hier, um das für einen Moment zu ändern. In diesem Beitrag vergessen wir kurz die Zombierealität und schauen in den Versammlungssaal des Königs, wo die echte politische Realität stattfindet.

Hier, ein Leckerbissen von einem verwirrten Pressebaron:

QUESTION: I think some of the confusion today is that Kerry’s remarks were seen as a change in stance, that it was seen as a stronger statement that he had issued before explicitly calling for a war crimes investigation.

Übersetzung:

FRAGE: Ich denke, die Konfusion ist entstanden, weil Kerrys Äußerungen als Signal verstanden wurden, dass die Einsätze erhöht wurden, dass es ein Signal war, dass die USA bald ein Kriegsverbrechertribunal ausrufen werden.

Sie erinnern sich, dass die Konfrontationspolitik ein Spiel ist, bei dem abwechselnd die Einsätze erhöht wurden, bis eine Seite nicht mehr erhöhen kann. Russland hat erhöht, Russland hat täglich kräftig nachgelegt, wie oben schon dargelegt ist. Die Pressebarone warten darauf, dass die USA ihrerseits erhöhen. Einen Tag nach dem anderen sitzen sie auf der Audienz des Königs und hören überdeutliche Deeskalationssignale, aber sie kapieren es nicht und glauben schon selbst an die Zombierealität, die sie berufsmäßig verbreiten und so warten sie sehnlich darauf, dass der König die Einsätze erhöht. Er muss sie doch erhöhen, nicht wahr?

Das geht die ganze Zeit so weiter. Hier:

QUESTION: But this one where he said 20 dead, 100 wounded – you guys don’t know —

MR KIRBY: I don’t have specific information on that particular event. I told you before, I tried to research that before coming out here. I don’t have any specifics. But that doesn’t eliminate the fact that in this week alone, since Monday, we know of at least two attacks on hospitals and that over the last two weeks almost 400 people have been killed.

Aber die 20 Toten und die 100 Verletzten? – Nein, wir haben dazu keine Angaben. Nichts Konkretes. Aber zwei Krankenhäuser haben die Russen zerbombt und 400 Zivilisten getötet.

Verrückt. Kirby behauptet abwechselnd mehrmals, dass Russland Kriegsverbrechen begeht und dass Russland keine Kriegsverbrechen begeht. Das heißt, er sagt ständig, dass Russland Kriegsverbrechen begeht, aber immer wenn er eine winzig-kleine konkrete Bestätigung davon geben soll, sagt er, dass Russland keine Kriegsverbrechen begeht. Und die Pressemeute kapiert es einfach nicht… Es gibt offiziell keine Kriegsverbrechen, aber die Pressebarone sollen die Zombierealität vorerst nicht verändern, in der soll weiter von russischen Kriegsverbrechen gefasselt werden.

Wir bleiben bei dieser Pressekonferenz, sie ist einfach zu köstlich:

QUESTION: — the de Mistura proposal? He suggested that the al-Nusrah and the militants pull out of Aleppo. Would you support something like this, or would you have a mechanism or would you suggest a mechanism to do that?

MR KIRBY: Well, we’ve seen the special envoy’s proposal. We understand the frustration behind it. And what I would say is we’re going to continue to have a healthy conversation with Staffan de Mistura about the way ahead, about trying to get to a ceasefire, to a cessation of hostilities. And what needs to happen, Said, more critically, is that the siege of Aleppo needs to stop.

Übersetzung:

FRAGE: Der Vorschlag von de Mistura? Er hat vorgeschlagen, die Al Nusra Rebellen aus Aleppo raus zu ziehen. Würden Sie etwas in dieser Art unterstützen oder haben Sie einen Mechanismus oder würden Sie einen Mechanismus vorschlagen, um das umzusetzen?

KIRBY: Nun, wir haben den Vorschlag des Sonderbeauftragten vernommen. Wir verstehen die dahinterstehende Frustration. Was ich sagen möchte ist, dass wir weiter einen regen Kontakt zu Staffan de Mistura bezüglich dieser Sache pflegen werden, über den Versuch, eine Waffenruhe zu bewirken. Was jetzt passieren muss, Said, was besonders wichtig ist, ist dass die Belagerung von Aleppo endet.

Spüren Sie die Frustration darüber, dass Terroristen Aleppo verlassen? Unglaublich, es geht darum, Terroristen aus Aleppo rauszukriegen und Kirby redet von Frustration. Den Vorschlag von de Mistura findet der König schlecht. Kirby hat den Vorschlag nicht unterstützt. Er hat gesagt, dass dieser Vorschlag genutzt werden soll, um eine Waffenruhe zu erwirken und die Belagerung von Aleppo zu beenden. Darum geht es. Wie schon oben gesagt wurde, in Aleppo entscheidet sich der Syrien-Krieg. Die USA krallen sich in diese Stadt fest, so fest, dass es ihnen egal ist, dass sie sich dabei offen als Terroristen-Unterstützer entblößen. Sie hoffen einfach darauf, dass ihre Pressebarone das Volk weiter zombifizieren werden und die Menschen die Offenbarungen des Königs im Versammlungssaal nicht mitbekommen.

Wenn man dieses entlarvende Herumgeeiere über Nusra liest, erkennt man erst, wofür Russlands diplomatische Bemühungen zur Anerkennung von Nusra als Terrororganisation nützlich waren. Man überlege sich das mal, Russland musste die USA hartnäckig dazu zwingen, die syrische Al Quadia, die sich Al Nusra nennt, als Terrororganisation anzuerkennen… Die USA haben Nusra als Terrororganisation anerkannt, und jetzt kann jeder, der will, beobachten, wie die USA Terroristen beschützen. Das sind die Schraubzwingen der Lawrow-Diplomatie.

Und jetzt ein letztes Zitat aus dieser Pressekonferenz, der krönende Abschluss:

QUESTION: Taking the temperature again of U.S.-Russian relations, something harkening back to the Cold War era, now the Russians are saying that they’re considering plans to restore military bases in Vietnam and Cuba in light of the improved relations between Vietnam and Cuba with the United States. How do you perceive these potential developments?

MR KIRBY: I would say a couple of things on that. I mean, these – obviously, overseas basing is – those are sovereign decisions that two states need to work out. We have overseas bases. Other – and there are obviously other nations around the world that also possess and hold overseas bases. That’s not uncommon.

I can’t speak for the motivation that might be driving. If, in fact, they are – I’ve seen the press reporting, but if in fact they are pursuing that, that’s – those are decisions, motivations that they need to speak to, not me. There’s – we have obviously good relations with Vietnam, and we’re trying to now get into a position where we can have better relations with Cuba. I mean, the normalization process is only just getting started. There’s a long way to go.

But these are obviously decisions that states need to work out amongst themselves, and there’s no – I mean, depending on the purpose behind it, there’s no great sense of angst here by one nation looking to explore the notion of overseas basing. It really goes to – it really goes to intent, and only they can speak to intent.

Übersetzung:

FRAGE: Kommen wir zurück auf das Fieberthermometer der US-Russischen Beziehungen, was uns an die Ära des Kalten Krieges denken lässt, die Russen sagen, dass sie Pläne haben, Militärbasen in Vietnam und Kuba wieder herzustellen, während sich die Beziehungen der USA zu Vietnam und Kuba verbessert haben. Wie beurteilen Sie diese Entwicklungen?

KIRBY: Ich möchte ein paar Anmerkungen dazu machen. Ich meine, diese – offensichtlich, Stationierung von Militärbasen in Übersee – das sind souveräne Entscheidungen, die zwei Staaten treffen müssen. Wir haben Basen in Übersee. Andere – und es gibt offensichtlich andere Staaten in der Welt, die auch Basen in Übersee haben. Das ist nicht ungewöhnlich.

Ich kann nichts über die Motivation hinter diesen Entscheidungen sagen. Wenn sie – ich habe die Presseberichte gesehen, aber wenn sie das wirklich verfolgen, das  – das sind Entscheidungen, Motivationen, über die sie sprechen müssen, nicht ich. Wir haben offensichtlich gute Beziehungen zu Vietnam und wir versuchen gerade in eine Position zu kommen, in der wir bessere Beziehungen zu Kuba haben können. Ich meine, der Normalisierungsprozes hat gerade erst begonnen. Es ist noch ein langer Weg zu gehen.

Aber das sind offensichtlich Entscheidungen, die die Staaten unter sich aushandeln müssen, und es gibt keine – ich meine, in Abhängigkeit von den dahinterstehenden Absichten, es gibt hier kein Gefühl der Angst bei einer Nation, nur weil sie sieht, wie Überseebasen errichtet werden. Es geht wirklich um Absichten, und nur sie können über die Absichten sprechen.

Die Pressebarone warten immer noch auf eine Reaktion des Königs. „König, stimmt es, dass du den Russen vor ein Tribunal zerren willst?“ – „Nein.“ – „Was?! Aber du hast gestern gesagt, dass..“ – „Nein, ihr habt es falsch verstanden.“ – „Äh, wie jetzt?“ – „Es gibt kein Tribunal, aber sagt dem Volk, dass es eins geben könnte.“ – „König?“ – „Ihr habt richtig gehört.“ – „König, der Russe will Militärbasen in unserer Nähe errichten, in Staaten, die uns wohl gesonnen sind. Was sagst du dazu, König?“ – „Alle Staaten sind frei. Sie können Militärbasen errichten, wo sie wollen. Wir haben nichts dagegen, nein.“

Russland hat auf Kerrys Zombie-Ansprache schnell reagiert und von „ernsten juristischen Konsequenzen“ gesprochen. Wenn es um Kriegsverbrechen gehe, sollten die USA mit Irak, Libyen und dem Jemen beginnen. Im Klartext: „Wir werden noch sehen, wer vor einem Kriegsverbrechertribunal stehen wird.“

Was die Militärbasen angeht, hat der Kreml es sich nicht nehmen lassen, den König öffentlich zu trollen:

„Die internationale Lage – sie ist nicht statisch, sie ist recht beweglich. Sie sehen, was die letzten beiden Jahre alles an erheblichen Korrekturen in die internationalen Angelegenheiten und in das System der internationalen Sicherheit eingebracht haben. Deswegen, natürlich, werten alle Länder diese Änderungen aus, in Übereinstimmung mit ihren nationalen Interessen, und unternehmen dann entsprechende Schritte in der Richtung, die sie für nötig halten“, sagte [Kremlsprecher] Peskow den Journalisten.

Übersetzung von mir. Herzog Russland demütigt den König. Der Kreml spricht offen darüber, wie die Welt sich umorientiert angesichts der königlichen Schwäche, wie sich die Vasallen des Königs und andere, die es hätten werden können, nach neuen Herren und Freunden umschauen.

Hören wir uns an, was am gleichen Tag der Pressesprecher des Weißen Hauses über Russlands neue Militärbasen zu sagen hat:

Q A senior military official in Russia said that the country is considering reestablishing its presence in Cuba and Vietnam, and going back to some of the bases from the Cold War era. Do you have any reaction to that?

MR. SCHULTZ: Toluse, I haven’t seen those comments. Obviously, our relationship with Russia right now is one that remains complicated. Obviously, there are areas where we disagree, and there’s areas where we’ve still been able to put those disagreements aside and work together. Generally speaking, we believe that we can work together when we have joint goals. And unfortunately, in recent times, Russia has not been able to live up to the commitments that they’ve made — whether that’s in Syria, whether that’s in Ukraine, or elsewhere around the world.

So we’ve been disappointed and concerned by Russia not living up to their word, but that something they’re going to have to answer for.

Von den Militärbasen will er noch nichts gehört haben. Mit Russland habe man seine Differenzen, könne anderswo aber auch zusammenarbeiten. Man ist „enttäuscht“ von Russland. Der König ist enttäuscht. Nicht wütend, nicht verärgert, nicht kampfeslustig, nein, der König ist enttäuscht. Der König ist müde.

Am 7. Oktober wird bereits angekündigt, was am 8. Oktober in einer UN-Versammlung passieren wird. Frankreich hat die Initiative übernommen und eine Syrien-Resolution vorbereitet. Inhalt: totale Flugverbotszone über Aleppo, Waffenstillstand, Strafen für diejenigen, die die Resolution verletzen. Frankreichs Außenminister Ayrault ist am 6. Oktober extra nach Moskau gereist, um bei Lawrow vorstellig zu werden, ist dann in die USA gehetzt, um Lawrows Botschaft an die USA zu überbringen. Kerrys markige Worte, die nur für Zombies gedacht waren, wurden übrigens während Ayraults Besuch bei Kerry abgegeben. Direkt neben dem Vasallen stehend wollte der König ein wenig Stärke für die Zombies demonstrieren, aber was von dieser Stärke im Versammlungssaal des Königs übrig geblieben war, haben wir oben schon durchgekaut.

In Moskau hat Lawrow dem Franzosen gesagt, dass seine Bedingungen nicht akzeptabel sind und dass Russland eine eigene Resolution einbringen wird, wenn Frankreich nicht ein paar Korrekturen vornimmt. Die russische Resolution beinhaltet de Misturas Vorschlag, die Nusra-Terroristen aus Aleppo raus zu lassen und den Aufruf, den US-russischen Syrien-Deal vom 9. September einzuhalten. Frankreich hat nicht nachgebessert und erwartungsgemäß wurden beide Resolutionen mit Veto-Stimmen geblockt. Wozu das französische Theater gut war, zeigte sich am 9. Oktober (wir durchbrechen an dieser Stelle die Chronologie und greifen vor), als der französische Außenminister forderte, das Veto-Recht einzuschränken. „Wir waren uns bewusst, was Russland vorhatte, dass es vom Veto-Recht Gebrauch machen wird“, sagte er der Presse. Eine Provokation also. Mit dem Ziel, den US-Wunsch nach einem eingeschränkten Veto-Recht der ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrates noch mal vorzutragen. Es ist bemerkenswert, dass ausgerechnet Frankreich so energisch den USA beispringt. Der tiefere Grund für das frnzösische Theater ist vermutlich eine situative Arbeitsteilung der EU 2.0 – Deutschland schmiegt sich an Russland an und Frankreich an die USA. Man muss schließlich beide Seiten besänftigen, damit nicht schlimmeres passiert.

Der tschechische Präsident sagt am 8. Oktober, dass er in Syrien keine gemäßigte Opposition erkennen kann, sondern nur Islamisten-Gruppen. Außerdem sei nur Russland in Syrien legal im Einsatz, auf Einladung der syrischen Regierung. Die USA habe dort niemand eingeladen. Noch ein Vasall rückt vom König ab.

Am 8. Oktober wird vermeldet, dass ein US-Senator neue Sanktionen gegen Russland durchsetzen will. Naja. Mit dieser Initiative läuft der Senator spätestens seit dem 10. Juli herum. Das ist also nichts Neues, da wittert nur jemand seine Chance, die eigene Idee, die schon seit Monaten nicht gutgeheißen wird, doch noch aufleben zu lassen in der derzeit heißen geopolitischen Phase. Was das offizielle Weiße Haus von Sanktionen hält, hatten wir oben schon. Warum reden wir also noch mal über diese Belanglosigkeit? Weil es noch mal zeigt, dass die reale politische Lage im Versammlungssaal des Königs und das Zerrbild, das auf die Bildschirme der Zombies projiziert wird, nichts miteinander zu tun haben. Während der König aktiv gegen antirussische Sanktionen arbeitet, lässt man die Zombies glauben, dass die USA bald – ganz gewiss! – neue Sanktionen gegen Russland verhängen werden.

Russland bestätigt am 8. Oktober die Verlegung von Iskander-Raketen nach Kaliningrad. Das seien mobile Einheiten, die im Rahmen von Übungen ständig in ganz Russland verlegt werden. Kaliningrad sei da keine Ausnahme. Iskander-Raketen haben eine Reichweite von 500 km und sind auf die Zerstötung der feindlichen Luftverteidigung spezialisiert. In Kaliningrad werden sie natürlich auf die neue US-Raketenabwehr gerichtet sein, die in Polen stationiert ist. In Polen ist man besorgt darüber. Russland reagiert damit auch auf die oben erwähnten Militärübungen der USA. Der US-Raketenschild in Osteuropa wird im Fall eines Krieges eine wichtige Rolle spielen. Russland zeigt sich für alles bereit.

Am 10. Oktober unterschreiben Russland und Türkei den Vertrag zum Bau von Türkisch Stream. Geplant sind zwei Leitungen mit jeweils 15 Milliarden Kubikmeter Leitungskapazität. Eine Leitung ist für die Türkei, die andere für den Weitertransport in die EU, mit Anschluss in Griechenland. Fertigstellung: Ende 2019. Nur zur Erinnerung: Ende 2019 laufen die russischen Gastransitverträge mit der Ukraine aus. Es ist noch kein Jahr her, da schien Türkisch Stream für immer tot. So schnell kann es gehen. So schnell verändert sich gerade die Welt.

Am 10. Oktober fährt das Flaggschiff der 6. US-Flotte ins Schwarze Meer ein. Sowas machen die USA seit 2014 mehrmals jährlich, das ist jetzt also keine besondere Provokation. Aber immerhin ein Lebenszeichen.

Am 10. Oktober wird in Russland die Information geleakt, dass Russland mit Ägypten über die Wiedererrichtung einer sowjetischen Militärbasis verhandelt. Als Grund wird die Stabilisierung der nordafrikanischen Region genannt, speziell Libyen. Russland bereitet sich vor, das von den USA hinterlassene Chaos aufzuräumen.

Am 11. Oktober sagt Putin seine anstehende Visite bei Frankreichs Präsident Hollande ab. Das ist eine lustige Geschichte. Der Besuch wird schon länger vorbereitet, auf dem Programm standen viele Programmpunkte, darunter einiges an Kulturprogramm. Nachdem Frankreich seine Provokation in der UN mit der Syrien-Resolution abgewickelt hat, hat Hollande eine Duftmarke setzen wollen und sämtliches Kulturprogramm von der Tagesordnung gestrichen und nur die Syriengespräche drin gelassen. Russland hat daraufhin das Treffen schulterzuckend abgesagt. Die Duftmarke ist ins Leere gegangen und verpufft jetzt in der Luft. Russland lässt nicht mehr mit sich spielen. Alle Provokationen werden umgehend beantwortet. Hollandes pseudo-Duftmarke war reines Schauspiel, vermutlich sogar mit dem Kreml abgesprochen. Nur als Schauspiel macht dieses Spielchen Sinn. Den Zombies zeigen, dass der König nicht allein ist, das war der Zweck der Übung. Im Verammlungssaal des Königs herrscht eine andere Realität, eine absolut unzweideutige Realität.

Am 11. Oktober gibt es nach der Wochenendpause endlich wieder eine Pressekonferenz des US-Außenministeriums. Gleich am Anfang wird es witzig:

MR KIRBY: Afternoon. I have nothing at the top.

QUESTION: Really?

MR KIRBY: Really. Happy Tuesday.

QUESTION: No big announcements, huh?

MR KIRBY: No big announcements.

Kirby hat nach dem Wochenende keine Ansagen zu machen. „Wirklich?“, fragt ein Journalist ungläubig. Die Pressebarone des Königs haben erwartet, dass der König das Wochenende genutzt hat, um zum großen Schlag auszuholen und Russland endlich die Fresse zu polieren. Aber… „Keine großen Ankündigungen“, wie Kirby sagt.

Mehr möchte ich aus dieser Pressekonferenz nicht zitieren. Die USA krallen sich weiter an Aleppo fest und Kirby bringt die Welt mit der Anwendung von US-Logik zum lachen. Wir hatten das alles schon zur Genüge in diesem Beitrag.

Am 12. Oktober testet Russland im Rahmen von Militärübungen drei Interkontinentalraketen. Eine wird vom Land abgefeuert, zwei von U-Booten aus. Das US-Militär hat die Antwort auf den Abwurf ihrer Raketenattrappen bekommen.

Am 12. Oktober gibt der König wieder eine Audienz für seine Pressebarone (Pressekonferenz des US-Außenministeriums). An diesem Tag ist die Hoffnung aus den Fragen der Pressebarone verschwunden. Sie beißen den König mit den Worten: „Bist du schwach? Du bist schwach, König!“ An diesem Tag beobachten wir den Bruch im Lager des Königs. Die Pressebarone erwarten nicht mehr, dass der König noch mal Stärke zeigt. Und der König zeigt auch keine Stärke. Kirby bietet ein jämmerliches Schauspiel. Er ist nicht darum zu beneiden, den gefallenen König als noch stehend mimen zu müssen. Es gelingt nicht. Lesen Sie selbst, wenn Sie mögen. Der König ist gefallen.

Abschließen möchte ich diese sehr umfassend gewordene Rundschau mit dem, was Lawrow am 9. Oktober gesagt hat (offizielle Übersetzung des russischen Außenministeriums):

Frage: Sie erwähnten, die Amerikaner fühlen sich gekränkt. Aber wie ist die Natur dieser Gekränktheit? Denn Amerika ist nach Auffassung vieler Menschen zwar ein scheidender Hegemon, aber immerhin Hegemon. Sie sind wirtschaftlich und militärisch unheimlich stark. Warum fühlen sie sich denn gekränkt?

Sergej Lawrow: Da könnte es etwas Persönliches geben. Irgendein Politiker kann ein inneres Gefühl haben, dass Amerika etwas falsch macht oder versucht, alles richtig zu machen, schafft das aber nicht. Dann entsteht das Gefühl, dass die eigene Allmächtigkeit allmählich verschwindet. Das kann ich verstehen – das ist ein schmerzhafter Prozess. Der Westen hatte immerhin jahrhundertelang die Welt beherrscht. Zwar gab es die Sowjetunion, aber das war aus historischer Sicht eine relativ kurzfristige Episode. Zwar geografisch ziemlich verbreitet auf dem europäischen Kontinent und in einigen anderen Teilen Asiens, Afrikas und Lateinamerikas, aber das war eine geschlossene Welt, die vom globalen Prozess isoliert blieb. Dann war diese Anomalie (dass wir eine geschlossene Gesellschaft waren, war immerhin anomal) vorbei, und alle dachten, jetzt wäre Russland kleiner geworden und würde jetzt seine „natürliche“ Größe haben, und alles würde wieder „normal“ sein. Der Westen würde seine Regeln bestimmen, wie das seit dem 16. bzw. 17. Jahrhundert typisch war, und die ganze Welt würde ihm gehorchen. Doch der Westen lag damit falsch. Möglicherweise glaubte man einfach, Russland würde nach dem Jahr 1992 quasi ihm gehören, doch das war nicht so. Wir wollten, dass unser Land selbstständig wird und ein würdiges Leben führt, so dass wir darauf stolz sein können. Wie Präsident Putin vor einigen Tagen in der Staatsduma sagte, ist unser Land berechtigt, stark zu sein ohne aber das Recht anderer Länder abzuerkennen, stark zu sein, und ohne anderen zu sagen, wie sie sich zu benehmen haben.

Eine interessante Darlegung. Und ein klares Signal. Ein sehr klares Signal. Lawrow ist ein Spitzendiplomat, der in der Wahl seiner Worte nichts dem Zufall überlässt. Die unipolare Welt mit dem Westen an der Spitze ist Geschichte. Und zwar so richtig Geschichte. Nicht so wie mit der Sowjetunion, als diese unabhängig vom Westen, aber abgekapselt von der Welt war. Jetzt hat sich Russland unabhängig gemacht und hat sich dabei nicht isolieren lassen. Damit ist ein zweiter Pol entstanden, den der Westen nicht verrücken kann. Und Lawrow kündigt gleich an, dass Russland nicht vor hat, den Platz des gefallenen Königs einzunehmen. Russland bittet die Welt an einen runden Tisch, an dem mehrere starke Partner sitzen, die einander keine Befehle erteilen. Das ist die multipolare Welt. Herzog Russland hat sie offiziell verkündet.

Wir haben uns die Geburtsstunde der multipolaren Welt angeschaut, indem wir uns der Zombiepropaganda entzogen und direkt in den Versammlungssaal des Königs geschaut haben. Wir haben den Sturz des Königs und die Geburt der multipolaren Welt gesehen. Die Geburtsstunde ist nicht der Anfang. Wenn ein Kind geboren wird, hat es bereits eine Entwicklung im Leib der Mutter durchlaufen. Es ist dort gewachsen, es hat sich schon bewegt und diese Bewegungen waren von außen mit bloßem Auge sichtbar. So auch in der Weltpolitik. Russlands Rückkehr auf die politische Bühne und der Übergang von der US-Hegemonie zur moltipolaren Welt kündigten sich seit Jahren an. Mit der Geburt ist auch nichts beendet. Ganz im Gegenteil, jetzt beginnt eine lange Entwicklung, in der das Neugeborene wächst und seine Persönlichkeit entfaltet. Diese Entwicklung steht uns bevor und sie kann unterschiedlich verlaufen. Wir werden Schreie, blaue Flecken, abgeschürfte Knie und ab und zu auch gebrochene Knochen erleben. Und wir können nicht wissen, wie die Welt in 50 Jahren aussehen wird, welche Persönlichkeit sie haben wird. Es hängt stark davon ab, wie wir das Kind erziehen. Auf uns wartet tägliche, mühsame Arbeit, von der abhängen wird, was aus unserer neugeborenen multipolaren Welt wird.

Herzlich willkommen in der multipolaren Welt.

___________

Nachtrag, 13.10.2016:

Damit kein falscher Eindruck entsteht: Der König hat sich nicht in Luft aufgelöst. Er ist noch immer da und er hat noch immer sein Schwert. Er ist nicht mehr stark genug, um König zu sein, aber er ist stark genug, um ein großes Blutbad anzurichten. Die Weltgemeinschaft muss zusehen, dass sie den König ganz schnell an den runden Tisch setzt. Auf keinen Fall darf man den König jetzt allein lassen mit seiner Depression. Deswegen schätze ich Hollandes Manöver als sehr wichtig ein. So muss das auch weitergehen, bis der König mit allen am Tisch sitzt und in die neue Weltordnung einwilligt, die auch erst ausverhandelt werden will. Russland hat die heißen Themen bereits auf den Verhandlungstisch gelegt.

Wir sind nicht in einer Phase der Stabilität angelangt, noch gar nicht. Im Gegensatz, die Welt ist jetzt besonders instabil, nachdem die alte Ordnung eingestürzt ist und die neue noch nicht da ist. Das ist die gefährlichste Zeit.

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206 Kommentare zu “Willkommen in der multipolaren Welt
  1. Thomas Roth sagt:

    38 min gelesen. Donnerwetter! Ein sehr schöner und kompletter Text. Tolles Thema, tolle Bearbeitung. Ich folge Ihnen bis ins Detail. Dank und Anerkennung!

    • Marcus Müller sagt:

      Schließe mich an! Chapeau für diese exzellente Darstellung! Danke für die Mühe! Bitte noch viel, viel mehr!

  2. Reef Rider sagt:

    Komplex. Hochinteressant. Nach erstem Lesen erscheint mit vieles dieser Interpretation schlüssig. Danke für die Verweise auf die Pressekonferenzen des US-Außenministeriums. Das ist immerhin ’ne Primärquelle – so etwas ist der deutsche Medienkonsument gar nicht mehr gewöhnt … 🙂

  3. Martin sagt:

    Eine Sternstunde der alternativen Medien.
    Mein Dank an Analitik.

    Bezüglich der allgemeinen Kriegsgefahr, WK3, stellt sich mir immer noch die Frage, wie der angeschossene Tiger, USA, weiter reagieren wird, insbesondere vor dem Hintergrund, daß es mehrere Lager zu geben scheint.
    Da kann noch allerhand passieren.

    BuKa Merkel kommt im Artikel vergleichsweise zu gut weg, so als gäbe es kein „TISA – there is no alternative“.

    Der angeschobene Drive Rußlands holt Einen aber erst einmal aus dem Gefühl der Aussichtslosigkeit.

    Spitzenseite
    Spitenartikel

    Danke

    • Analitik sagt:

      „Bezüglich der allgemeinen Kriegsgefahr, WK3, stellt sich mir immer noch die Frage, wie der angeschossene Tiger, USA, weiter reagieren wird, insbesondere vor dem Hintergrund, daß es mehrere Lager zu geben scheint.
      Da kann noch allerhand passieren.“

      Oh ja. Der König hat sich nicht in Luft aufgelöst. Er ist noch immer da und er hat noch immer sein Schwert. Er ist nicht mehr stark genug, um König zu sein, aber er ist stark genug, um ein großes Blutbad anzurichten. Die Weltgemeinschaft muss zusehen, dass sie den König ganz schnell an den runden Tisch setzt. Auf keinen Fall darf man den König jetzt allein lassen mit seiner Depression. Deswegen schätze ich Hollandes Manöver als sehr wichtig ein. So muss das auch weitergehen, bis der König mit allen am Tisch sitzt und in die neue Weltordnung einwilligt, die auch erst ausverhandelt werden will.

      Wir sind nicht in einer Phase der Stabilität angelangt, noch gar nicht. Im Gegensatz, die Welt ist jetzt besonders instabil, nachdem die alte Ordnung eingestürzt ist und die neue noch nicht da ist. Das ist die gefährlichste Zeit.

      • Ein Sheeple sagt:

        Naja der König ist mom aber auch insich gespalten. Es gibt da eben dne Teil des Königs der Reden will und den anderen der einfach nur noch mit dem Schwert rumfuchtelt. und es sieht ganz danach aus das der Fuchtel Teil (die Chaosvögel) mom das Rennen machen. Wenn Trump (den ich für den US Jelzin halte) in Weiße Haus kommt werden die Chaosvögel hoffentlich ihre Posten verlustigt werden in denen sie mom so wahnsinnig viel Schaden anrichten.

        Wir werden sehen.

        Ansonsten ein sehr schöner lustiger und sehr gut ausgearbeiteter Text.

      • Thomas Roth sagt:

        Sollte der Hegemon doch noch einen Krieg vom Zaun brechen wollen – was ich nicht glaube – dann wird er kurz und für längere Zeit der letzte sein. Die Armee der USA ist weit weg, veraltet und verrottet. Die russische Armee kommt aus dem gleichen Zustand, wird 2020 zu 70% modernisiert sein, hat heute schon Weltklassewaffen – aber nicht flächendeckend. Beispiel Kaliber: Die Vorräte reichten gerade für die Salven, die Erprobung (Probleme mit den Flügeln) ist schließlich auch noch nicht beendet.
        Im folgenden eine Information zur nuklearen Triade der USA:

        „Sie unterrichten Ausrüstung, Strategie und russisch, Herr Oberstleutnant.“ Was die russische Frau dem Analytiker aus dem Verteidigungsministerium der USA antwortet.
        Er heißt David Jewberg, ist 46 Jahre alt und Oberstleutnant im Verteidigungsministerium der USA. 1993 trat er ein in das 75. Ranger-Elite-Regiment für Spezialoperationen. Er nahm teil an den Konflikten in Somalia, Jemen, Kosovo, Afghanistan und im Irak. Von 2008-2013 war er Gehilfe des Militärattachè der USA in Moskau. Danach wurde er Analytiker – Spezialstrecke Russland – im Verteidigungsministerium. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder. Ich habe ganz speziell etwas ausgeholt, als es um seine Biographie ging. Nur so kann man den Mann einordnen, erkennen wes Geistes Kind er ist und wer in der Armee der USA die Experten sind, die im Prozess der Entschlußfassung Daten über Russland liefern.
        Ein Foto:

        http://static.gazeta.ua/img/cache/gallery/726/726802_1_w_590.jpg

        „Die NATO wird mit Russland in 10-20 Tagen Schluß machen“ – so hat Oberstleutnant David Jewberg, der Hauptanalytiker des Verteidigungsministeriums der USA für das Gebiet Russland, im Interview mit der ukrainischen GAZETA.UA erklärt.
        Nach Meinung Jewbergs, wird Russland die nuklearen Raketen starten. Jedoch wird sich von ihnen nur die Hälfte als arbeitsfähig erweisen. Die amerikanischen unsichtbaren Bomber Stealth werden alle Betriebe und militärischen Objekte der Russischen Föderation zerstören, und nach dem elektromagnetischen Impuls der Drohnen wird die Elektronik der großen Städte Russlands ausgeschaltet.
        «Die Kapitulation der Russischen Föderation wird nach 10-20 Tagen des Konfliktes erfolgen. Danach wird das Land von der NATO geführt“, – hat Jewberg gesagt.
        Diese „Nachricht“ wurde durch diese Quelle verbreitet:
        https://news.rambler.ru/politi

        Die Antwort:
        Hallo David, Dir aus dem Land Deiner Urgroßväter einen Gruß. Ich weiß, dass Du der Nachkomme russischer Emigranten bist, die Russland 1917 verließen.
        Nimm es mir bitte nicht übel, aber Du bist dieser Vorfahren unwürdig. Nicht, weil du uns hasst und im Begriff gewesen bist, mit Russland zu kämpfen – da gibt es noch eine zweite Sache.
        Wie schaffst Du das, der sprechende Kopf des Imperiums des „Guten“ zu sein?! Du ersetzt sie, die russischen Adligen, die gebildeten Menschen ihrer Zeit, Du ersetzt sie durch Unwissenheit, durch Talentlosigkeit und durch die Demonstration der Abwesenheit jeglichen Wissens über die reale Sachlage in der nuklearen Triade der USA, der Unwissenheit von der Strategie des globalen nuklearen Krieges und der vollständigen Nichtachtung aller Verwandtschaft, die auch in der Ukraine lebt.
        Du hast der ganzen Welt gezeigt, dass Deine Karriere, obwohl sie vom Soldaten bei den Rangern bis zum älteren Analytiker reicht, doch nicht dahin geführt hat, dass Du – wenn Du beim Krieg gegen Russland ankommst – verstehst, dass der wahrscheinliche nukleare Krieg gegen Russland ein globaler sein wird und damit als Katastrophe für die ganze Menschheit zu Ende gehen wird. Und keine „Unsichtbaren“ (super-trooper „Geister“, von denen übrigens nur zwanzig Stück fliegen werden), werden den Rest erledigen, nachdem sowieso nur „die Hälfte der nuklearen Raketen Russlands“ bis zu den USA in die Luft steigen wird.
        Und keine Betriebe in Russland werden sie – überhaupt nichts auf unserem Territorium – jemals zerstören, und das alles weil – – ich werde dir jetzt ein furchtbares Geheimnis eröffnen, das sogar in deinem Pentagon keiner kennt – – weil bei ihrer Entwickung eine sehr ernste technologische Fehlkalkulation zugelassen wurde. Sie sind nicht in der Lage, die Flügelraketen in große Weite zu tragen und fingen dann an, dafür zu sein, die Zone der Handlungen der russischen Raketenabwehr als Angriffsziel zu wählen, wobei sie sich von einem Automaten in einen Haufen Altmetall zum Preis von zwei Milliarden Dollar verwandeln. Zwei Milliarden, David.
        Man muss für sie nicht einmal die S-400 verschwenden, es wird auch die
        S-300 ausreichen.
        Im Unterschied zu Dir, können die Wirte dieser Spielzeuge – die Unsichtbaren Stealth – mit Geld aber umgehen und die Entfernung ist immerhin um ungefähr 1000 km geringer. Von unserer Grenze herbeizufliegen wird ihnen streng verboten. Und im Falle des Krieges – ganz besonders. Für sie ist es besser, im Falle eines Krieges gegen uns, diesen Glauben zu bewahren und den Staub von den Raketen bis zur Ankunft der Aufnahmekommission aus dem Verteidigungsministerium Russlands wegzuwedeln, damit sie sie später besser verkaufen können. Übrigens, in welchem Kino hast Du denn eine Drohne gesehen, die fähig ist, die ganze Elektronik in unseren Städten auszuknipsen? Ist es zufällig, dass der „Tag der Unabhängigkeit, Teil 2“ gerade jetzt am Ende des Jahres 2016 Premiere mit den ganzen Phantastereien hat? Diese Phantastik mag ich nicht, und ich werde es Dir erklären, Du bist schließlich unser Intellektueller, dass ähnliche Technik, die heute zur Ausrüstung der USA gehört und von der NATO fernbedient werden kann, wenigstens die Zündanlage eines Personenkraftwagen ausschalten sollte, das bei unseren Armee-Autos aber nicht schafft, ganz zu schweigen von der Panzertechnik.
        Also gut. Es gibt noch В-1B, hunderte Stücke bei der Luftwaffe der USA, nicht die Unsichtbareren und auch nicht fähig, die Flügelraketen großer Reichweite zu tragen. Mit ihnen ist das derselbe Quatsch, David, wie auch mit den „Geistern“. Die Wirte werden sie auch für den Kauf aufsparen.
        Und was haben denn nun eigentlich die USA tatsächlich in der nuklearen Triade?
        Lass uns darüber sprechen. Ich werde dich ein wenig in die militärischen Geheimnisse Deines Amtes einweihen, gut? Später wirst Du mich für die Konsultation aus Deinem Gehalt bezahlen. Nur nehme ich dafür Gold und nicht Dollar.
        Von 62 W-52, die es offiziell im Bestande der Luftwaffe der USA gibt, fliegen nur 20 tatsächlich. Aber du denkst, dass alle 62 auch in den USA bereit stehen und, natürlich, du meinst dass die Hälfte von ihnen nach einem entsprechenden Signal bei erreichter Stufe der Besorgnis auffliegen werden und dann nach Europa, auf die britischen Inseln auf die Basen Obere Heyford, Bentwaters, Brize Norton, Vezersfield, Woodbridge, Lakenheath, Milden, Alkonberry, auf die Basis Ramstein in Deutschland wechseln. (Incirlik in der Türkei kannst Du schon vergessen). Eben dort werden sie – wie auch die Kräfte in den USA – auf das Kommando warten, nach dem die unbesiegbare Armada in die Luft hinauf steigen und zu den Grenzen des Starts der Flügelraketen verlegen wird. Aber vorsichtig, so denkst Du und auch Deine Vorgesetzten.
        So David, wenn sich bei Dir noch nicht so ein Verfall zeigt, dann merke: niemals… Niemals rauche diesen Dreck!
        Ergötze Dich lieber an diesem Foto. Es ist Davis – Monthan, der Friedhof für W-52, dort steht Deine ganze gepriesene „Macht“.

        http://cont.ws/uploads/pic/2016/10/wallpapers_9080.jpg

        Für die W-52 wurde schon am Ende des vorigen Jahrtausends der letzte Ersatzmotor produziert. Neue gibt es gar keine mehr. Die letzten wurden 1978 gebaut.
        Alle Fristen wurden seit langem versäumt und die Mehrheit der Piloten schreibt in die Flugbücher den Überfall auf das Trainingsgerät oder auf sportliche Kleinflugzeuge, um die Fertigkeiten nicht zu verlieren. Es gab auch den Versuch, in sie die Motoren von den Boeings einzubauen, aber auch das ist mit Erfolg durchgefallen.

        In der Luftwaffe der USA gibt es noch Raketen. Also, das Grauen, das sind die furchtbaren „Minutman-3“, sogar 350 Stück, jede mit 6 – 10 Köpfen. Und Du weißt, welche die Neusten sind? Sie haben aufgehört, noch bei Jimmy Carter, in 1977, neue auszugeben. 40 Jahre für die strategischen Raketen im Kampfdienst – das ist sehr viel, besonders für die ganz Uralten. Der Versuch ihrer Modernisierung ist gewöhnlich für Sie mit Zerlegen und einem Misserfolg zu Ende gegangen.
        Wie sie fliegen, weißt du doch? Schaue die Statistik ihrer Starts in den letzten sechs Jahren an: 50 : 50. Entweder sie fliegt oder nicht.
        Und wie ist es mit der Bereitschaft Ihrer Belegschaft im Kampfdienst?
        Erinnere Dich an die 17 Offiziere der Luftwaffe der USA, die vor kurzem entlassen wurden, weil sie nicht wußten auf welche Knöpfe sie drücken müssen, damit die Rakete startet? Soviel zur Belegschaft im Kampfdienst, David.
        Also, wenn die W-52 und die „Minuteman-3“ zu uns, in Richtung Russland abheben, dann erwarten sie bei uns noch Überraschungen. Welche es sind werde ich nicht sagen. Aber das es da noch Geheimnisse gibt …. Für ihre Vernichtung muss man noch nicht mal die Raketenabwehr einsetzen, dafür wird die Luftabwehr Russlands ausreichen. Für jedes Stück der o.g. Technik. Keine Flügelrakete mit W-52 und kein Kopf der „Minuteman“ wird das Ziel erreichen.
        Eine reale Bedrohung für Russland stellen die Raketen „Trident-2“ auf Ihren Atom-U-Booten dar. 240-336 Stück mit 10 Gefechtsköpfen jede. Jedoch läuft im folgenden Jahr die Ressource bei den frischesten von ihnen – 25 Jahre – ab und es gibt keinen Ersatz dafür und auch die Ressource wird der Produzent nicht verlängern, aber bitte. Sei schlau und sage es niemandem dort im Pentagon, sonst wird man eine Stunde später Deine Leiche am Ende Washingtons finden und später wird man alles auf einen Neger – einen Rauschgiftsüchtigen – schieben.
        Ja, „Trident-2“, ist ungeachtet der ablaufenden Nutzungszeit, eine ernstzunehmende Kraft, nicht wie die Greisin „Minuteman“, und es würden meine Knie anfangen zu schlottern bei dem Gedanken an sie, aber dass ist nichts gegen ihre „Ohio“, David. Vor Dir, dem älteren Analytiker, haben sie auch hier die furchtbare Wahrheit verborgen. Zutritt dazu hattest Du wieder nicht.
        Das Atom-U-Boot „Ohio“ erzeugte fast immer Salvenstarts, d. h. den konsequenten Start aller 24 Raketen auf einmal. Und du weißt warum? Obwohl die Boote nicht für Salven vorbestimmt sind? Sie riskieren nach dem Versuch eines zweiten Starts auf Grund zu gehen, weil der Zustand des Bootskörpers dem nicht widersteht. Haben sie Dir denn nicht nach jedem einzelnen Lehrstart berichtet, dass das Boot auf dem Kap treibt?
        Und die Reparatur?
        Schaue Dir die Berichte von ihren Beschädigungen an. Der Körper kracht nach jedem Start aus allen Nähten. Von den 14 Atom-U-Booten vom Typ „Ohio“ ist die Hälfte ständig in Reparatur.
        Und nur Russland ist das einzige Land, das wenn es vom Atom-U-Boot (aus voller Fahrt in der Unterwasserlage) eine Lehrsalve aus 16 Raketen abfeuern will, dann auch alle 16 wie eine in zweieinhalb Minuten abfliegen. Schaue Dir das Video auf youtube „die Operation das Nilpferd-2“ an. Die Abschiedssalve der Sowjetunion.
        Welche Überraschungen es bei uns für die USA gibt werden wir Dir nicht sagen. Ich weiß selber nichts davon und wenn ich es wüßte, so würde ich Dir nichts davon sagen.
        Aber der nukleare Krieg wird nicht mit dem Start der Raketen auf die Städte anfangen, wie Du es vielleicht im Kino gesehen hast. Seinen Anfang erkennst Du an der Abwesenheit bei dir dieser oder jener Verbindung. Du wirst nicht dazukommen, Deine Frau anzurufen, damit sie Dein Söhnchen greift und sie sich in den Bunker machen.
        Das soll es gewesen sein. Unserer Geheimnisse sind für Dich nicht zu erkennen, bei Dir im Pentagon können sie nur lügen, die Lüge wurde seit langem bei Ihnen ein obligatorischer Teil des Lebens. Und im Pentagon ist das so etwas Ähnliches wie ein Etikette.

        Ich lebe in dem in der Welt am meisten geschützten Bunker vom Umfang des achten Teils des Erdfestlands. Es gibt ein solches Land, aus dem stammten seinerzeit Deine Vorfahren.
        Aus Russland – mit aller Liebe.
        Margaret, die russische Frau
        https://cont.ws/post/397877, 12.10.2016

        • Analitik sagt:

          Das Internet ist voll von Scheiße.

          Dieser David Jewberg ist ein ukrainischer Bot, der seit über einem Jahr als solcher enttarnt ist, von einfachen Facebook-Nutzern. Weil Sie auf ihn reingefallen sind und seine Scheiße hier im Blog weiterverbreiten, dürfen Sie zur Strafe diesen Artikel hier übersetzen: http://www.atraining.ru/trainers/karmanov/david-jewberg/

          • Alexander G. sagt:

            Einfach nur köstlich. ;)))
            Dieser Jewberg ist mir auch vor Kurzem über den Weg gelaufen, die Geschichte war so plump und offensichtlich, dass es schlichtweg nicht zu glauben war, dass er eine reale Person ist. Hat sich nach kurzem Recherchieren auch bestätigt.

            Will mich einfach unter diesem Kommentar für den unglaublich fundierten Artikel bedanken, der zudem noch richtig flüssig zu lesen ist. Insebesondere der Vergleich der „freien Presse“ mit einer Zombie-Realität finde ich genial, da mir in letzter Zeit schon die Worte fehlen um diese zu umschreiben ohne in Fäkalsprache auszuarten.

            Bitte weiter so.

          • Thomas Roth sagt:

            ЛУЧШЕЕ ЗА ТРИ ДНЯ

             Маргарита Ргеина  302
            Учите матчасть, стратегию и русский, подполковник. Ответ русской женщины аналитику из МО США.
            https://cont.ws/best/3/karma

            Ihre Meinung ist offensichtlich nicht die einzige auf der Welt. Andere denken auch – möglicherweise anders. Und bevor sie einen fast 70jährigen durchaus gebildeten Mitstreiter (das haben Sie bis heute nicht erkannt, stimmt`s?)so blöde kommen und ihn zum Gespött im Netz machen …..
            Gehen Sie mal in sich. Fragen Sie sich was Sie auf dem Konto haben und dann rücken Sie das gefälligst wieder gerade. Haben sie den Artikel eigentlich gelesen? Wenn ein Text mit Hitler anfängt lesen Sie dann auch nicht weiter? Da merkt man schon wie jung Sie sind. Und zum Kotzen überheblich. Kein Grund, Alexander, kein Grund.

            • Analitik sagt:

              Rücken Sie ihre unkontrollierten Wutausbrüche selbst gerade. Den Text der „russischen Frau“ habe ich gelesen. Und? Alles schon bekannt. Ein ukrainischer Bot ergießt seine Scheiße über ein ukranisches Onlinemedium ins Internet und das halbe Internet steht Kopf. Als ob es gerade nichts wichtigeres gibt, als die Scheiße eines drittklassigen US-Agenten mit der Aufmerksamkeit der ganzen Welt zu übergießen. Der Bot wurde längst als solcher enttarnt, aber mit diesem Einwurf, der sogar von rusischen Nachrichtenagenturen verbreitet wurde, hat der Bot wieder Vertrauen gewonnen und wird in Zukunft zehntausende neue Facebook-Zombies täglich mit Scheiße füttern.

              Herzlichen Glückwunsch an alle, die bei diesem Stück mitgemacht haben.

              • Thomas Roth sagt:

                Und das geschieht genau deshalb, weil Sie das so sagen? Halten Sie die mehr als eine Million Leser dieses Textes unisono für Scheißefresser?
                Und warum gleich? Weil Sie festgelegt haben wer hier der Dummkopf ist und wer die Welt versteht? Und dann nehmen Sie sich das Recht, mir ans Bein zu pinkeln? Sie sind nichts anderes als ein respektloser Flegel.

              • Analitik sagt:

                Von wenigen Ausnahmen abgesehen (es gibt noch ein paar Menschen auf der Erde ohne TV, Zeitung und Internet) ist die gesamte Menschheit den Scheißefressern zuzurechnen. Das ist die traurige Realität. Sie sind keine Ausnahme. Ich bin keine Ausnahme.

                Die Million Leser des „russische Frau“-Artikels glauben eine Antwort auf die Analyse eines Pentagon-Majors zu lesen. Eine Million Scheißefresser, ja. Eine Million Menschen, denen man aktiv aufzeigen muss, dass sie mal wieder geleimt wurden. So ein verfickter drittklassiger ukrainischer Bot erreicht ein Millionenpublikum, weil übereifrige Blogger oder bezahlte Agenten ihm die Bühne dafür bereiten. Scheiße ist das und Millionen Menschen fressen das. Und irgendwo in der Ukraine säuft sich ein kleiner, untalentierter Agent vor Freude ins Koma, weil er, nachdem er längst im Abseits gelandet war, jetzt auf einer so großen Bühne ist, wie er sie noch nie vorher hatte.

                Während Sie versuchen, mit mir über diesen einen Fall zu streiten, sind inzwischen weltweit hunderte und tausende neuer analoger Fälle passiert. In so einer Welt leben wir.

              • Alex Illi sagt:

                Meine Guete, Herr Roth, Sie fahren aber gelegentlich noch leicht aus der Haut.
                In Analitiks urspruenglicher Antwort hatte ich eigentlich einen salopp angedeuteteten Respekt und viel Sympathie fuer Sie herausgelesen.
                Das mit dem „Gespoett“ haben Sie aufgebracht.
                Nach der Lektuere Ihres Eingangs-Postings hatte ich Sie nie mit solcherlei Assoziation wie Gespoett in Verbindung gebracht, wenn Ihnen das auch in Verbindung mit Analitiks sehr freimuetiger, m.Mn.n. kolloquial-kollegenhaft gemeinter Antwort so erschienen sein mag.

              • Hans Ludwig sagt:

                Sehr geehrter Herr Roth,
                es gibt im Netz eine sehr gute Analyse dieses angeblichen „Jewbergs“ in russischer Sprache – da haben sich viele Leute an ihn gewandt und um Beweise gebeten – was da als Antwort kam, hat Lachsalven ausgelöst.
                Auch die Inhalte der „Jewberg“schen „Analysen“ sollten Ihnen zu denken geben – solch von allen Realitäten losgelöster antirussischer Schwachsinn ist eine Beleidigung für jeden ernsthaften US-Analytiker.

        • helmutn sagt:

          Großartig dieser Brief .Danke dafür.

  4. kein Plan sagt:

    Sag ich doch,der Mann/Frau scheut keine Arbeit und hat Sachverstand.
    Kirby ist echt die ärmste Wurst in einem Reigen armer Würste.
    Ganz toller Artikel,Danke!

    Für mich am besten:
    Steinmeier hat mit Lawrow telefoniert. Russlands Ansage bleibt klar: Die Terroristen werden eliminiert. De Mistura darf sie aber vorher gern persönlich aus Aleppo rausführen

    Da bin ich mal gespannt wo der die hinführen will?

    • Analitik sagt:

      „Da bin ich mal gespannt wo der die hinführen will?“

      Nach Idlib, die Nusra-Hochburg. Lawrow hat in einer der verlinkten Quellen noch mal offen dafür geworben.

  5. kein Plan sagt:

    „So many Pussies“ im US-Wahlkampf – Lawrow
    Deutsche Untertitel
    https://www.youtube.com/watch?v=2y_vKcxVt0U

    Man beachte ihn nachdem er den Satz ausgesprochen hat!Der musste echt an sich halten um nicht loszulachen.

  6. Gallier sagt:

    Danke für diese schöne Zusammenfassung, und Einordnung der Geschehnisse der vergangen Wochen.

  7. Uschi Peter sagt:

    „Die USA haben sich als Unterstützer und Väter des Terrorismus derart offenbart, dass Russland dazu übergegangen ist, die USA offen der Terroristenunterstützung zu beschuldigen.“
    Das würde das schwache Gorbatschow / Jelzin-Russland nie gewagt haben. Erst das unter Putin wieder erstarkte Russland kann den USA offen die Stirn bieten.

  8. Johanniskraut sagt:

    W-A-H-N-S-I-N-N-S
    A-R-T-I-K-E-L!!!!

    Vielen herzlichen Dank für diese phänomenale Rundumsicht! Auch Ihren obigen Kommentar finde ich sehr zutreffend; Er rundet den Artikel wundervoll ab 🙂

    Hochachtungsvolle Grüße
    Johanniskraut

  9. Johanniskraut sagt:

    Dieser Artikel ist es wert, in alle Sprachen übersetzt zu werden!

  10. Beat Mario Kurt sagt:

    Danke Analitik …

    … für die Lektüre der essentiellen Quellen! Die letzten Bemerkungen Russlands haben davon schon ein Gefühl vermittelt. Ihr wie immer klare Kommentar bringt dann die präzise Diagnose.

    (-:

  11. Herausragend ANALITIK; erinnert mich an „Tja Rudi, halt das üblich längere Gedicht“, „Ihre Geschichten hinterlassen fragende Leser“/DDR-Kinderbuchverlag, wo rüber man halt auf eine 8-seitige Theorie der Paradigmen-TdP kommt und sich nun wieder E. JÜNGER „Wer sich selbst erklärt, geht unter sein Niveau“ zu einem akt. ca. 250 Seiten Glossar durch gerungen hat!
    Ihr
    Rudolf-Robert Davideit

    • Hanno sagt:

      „Tja“, sagte der narzistische Selbststeller, seht her, ich bin – doch auch – genial! Nachzulesen in den Annalen der Geschichte.“

      Respektloses Eigenlob wird wunderbar zum Eigentor.

      Wie ist doch gleich die ISBN?

  12. Tom Meier sagt:

    Analitik, herzlichen Dank für den super Artikel, das beste was ich je gelesen habe! Bitte weiter so,

  13. Tja ANALITIK, so die Scheiße absehbar am kacken ist, kommt der berühmte Talmudist mit: “ Ein Schornsteinfeger fällt in den Schnee, bla, bla, bla etc.'“ um daraus ‚Gerechtigkeit zu schlußfolgern! Noch Fragen?

  14. SK KS sagt:

    Grandios! Vielen Dank für diesen (auch für Laien wie mich) bildlich vorstellbaren Artikel! Klasse das mit dem König und den Herzogen. Für 1 Std. und 20 Minuten fühlte ich mich wie bei Game of Thrones. Das macht es um Welten verständlicher als mit komplexen Begriffen um sich zu werfen 🙂

  15. Penryn sagt:

    Das ist ein großartiger Artikel! Vielen Dank für Ihre aufschlußreiche Arbeit. Das politische Geschehen mit Hilfe eines Märchens zu erklären, ist ein großartiger Ansatz, mit dem Sie sicherlich auch wenig politisch, gebildete Menschen erreichen werden.

  16. Roland K. sagt:

    Meinen überaus herzlichen Dank für den Artikel!
    Da wird auch dem politischen Laien klar, was sich gerade abspielt.

    Warum, verflixt noch mal, erscheinen solche Artikel nicht bei denen, die sich „Qualitätsmedien“ schimpfen?
    (Rein rhetorische Frage, die der Artikel ebenfalls beantwortet).
    DAS verstehe ich unter „Journalismus und Analyse“!
    Da wird einem so richtig klar, wie verkommen unsere „Wertegemeinschaft“ ist.

  17. Andreas Johannes Berchtold sagt:

    „Das ist die gefährlichste Zeit.“

    … aus der besseres entsteht.

    Alleroberste Spitzenklase dieser nachhaltende Artikel.

    Allerbesten Dank dafür!

  18. Axels Meinung sagt:

    Hallo Analitik,
    vielen herzlichen Dank für Ihre arbeitsaufwendigen, Augen öffnenden und schlüssigen Betrachtungen der realen Konfrontation zwischen dem im Rückzug befindlichen Hegemon und dem besonnenen Herausforderer Russland. Mit Ihrer Bemerkung „Auf keinen Fall darf man den König jetzt allein lassen mit seiner Depression. Deswegen schätze ich Hollandes Manöver als sehr wichtig ein.“ zeigen Sie einen Blickwinkel auf, den ich in Bezug auf das hollande nicht erwartet hätte. Gleiches gilt für „Der tiefere Grund für das frnzösische Theater ist vermutlich eine situative Arbeitsteilung der EU 2.0 – Deutschland schmiegt sich an Russland an und Frankreich an die USA. Man muss schließlich beide Seiten besänftigen, damit nicht schlimmeres passiert.“ Gerne hätte ich weitere Belege für eine (neue) Annäherung der brd an Russland, denn bisher hatte ich den Eindruck dass das märkel gegenüber Russland auf Krawall gebürstet ist. Allerdings habe ich bei Ihnen bereits gelesen (hoffentlich habe ich es richtig verstanden), dass das märkel ausschließlich die Interessen der „deutschen?“ Großindustrie umsetzt, wobei das natürlich auch wieder gegen die Interessen der arbeitende Bevölkerung gerichtet ist.

  19. zeitzeuge sagt:

    Vielen herzlichen Dank, bleiben Sie behütet!

  20. ped43z sagt:

    @Analitik, was für eine Qualität! Qualität die sich sichtbar von Quantität unterscheidet, als dass sie einzigartig ist. Ihre Art, die Welt zu sehen, sagt auch viel über Sie selbst und ich kann nur danke sagen, dass es Blogger wie Sie gibt.

    Die Zeit tiefer auf Ihre Analyse einzugehen, werde ich mir ganz sicher nehmen, auch in Bezug auf Punkte, die ich ein wenig anders sehe. Aber es wird Sie sicher nicht groß wundern, dass ich insgesamt sehr nah bei Ihnen bin. Derzeit arbeite ich mich an der Rolle der Türkei ab

    https://peds-ansichten.de/2016/09/tuerkische-gratwanderungen-1/

    und fühle mich in Vielem bestätigt (was natürlich auch Gefahren birgt).

    Dieser Artikel ist jedenfalls ein absoluter Augenöffner und verdient, weiter verbreitet zu werden. Ich würde mich sehr freuen, ihn auf meinem eigenen Blog veröffentlichen zu dürfen.

    Seien Sie herzlich gegrüßt, ped43z

    • Analitik sagt:

      „Ich würde mich sehr freuen, ihn auf meinem eigenen Blog veröffentlichen zu dürfen.“

      Mit Link zur Originalquelle dürfen Sie das.

      • ped43z sagt:

        „Mit Link zur Originalquelle dürfen Sie das.“

        Natürlich, so und nicht anders gehört sich das.
        Sie bekommen sogar noch ein Vorwort von mir 😉
        Danke!

        VG, ped43z

  21. Rio sagt:

    „Auch Angela, die Cäsar wie eine Tochter geliebt hatte, gehörte zum Kreis der Attentäter. Noch im Sterben rief Cäsar den berühmt gewordenen Satz: Auch du, Angela? und brach blutüberströmt zusammen. „

  22. Rio sagt:

    „Auch Angela, die Cäsar wie eine Tochter geliebt hatte, gehörte zum Kreis der Attentäter. Noch im Sterben rief Cäsar den berühmt gewordenen Satz Auch du, Angela? und brach anschließend blutüberströmt zusammen. „

  23. Politicus sagt:

    Ich wußte gar nicht das Bären so gerne Möhren essen.
    Denn am Samstag soll es ja wieder ein Möhrenmenü geben.

    Man kann die Dinge so oder so sehen. Der Blickwinkel und der Standort macht es aus.

    Der König ist nackt? Das denke ich nicht, denn das Volk wird ihm neue Kleider geben.
    Ausserdem, ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich gänzlich Ungeniert.

    Es ist eben wie immer, eine Betrachtung von einem Standpunkt aus, wie könnte es anderst sein.

  24. venice12 sagt:

    Danke!
    Das Warten hat sich gelohnt (es war klar, daß da ein längerer Artikel in Arbeit war).
    Vergleichbares habe ich bisher nur bei Ищенко gelesen (z.B.in Известия vom 8.10.)

  25. Bezahler sagt:

    Umfassend und chronologisch absolut übersichtlich aufgestellt.Ja, gewiss gäbe es noch zig Details wie z. B. die Jemensauerei oder der Quantenradar zur Einarbeitung.Aber dann ginge letztlich der Überblick flöten.Dann beschlich mich ein beklemmendes Gefühl. Mutete mich diese Chronologie doch an wie die Hergangsbeschreibung in „Die Schlafwandler“. Letztlich weiß auch keiner hier ob sich für die grauen Eminenzen ein Krieg rechnet oder nicht.Davon,und nur davon hängt alles ab.

    • sw sagt:

      Der Titel von Clark´s Buch ist falsch denn natürlich waren die Hauptakteure keine Schlafwandler sondern haben das Gemetzel beabsichtigt und freuten sich darüber das es ihnen gelungen ist. Einer von diesen war Winston Churchill.

  26. kein Plan sagt:

    Die US Regierung tritt Heute(14.10.2016) zusammen um ihr zukünftiges vorgehen in Syrien zu konkretisieren.
    Es geht:
    1.um direkte Angriffe auf syrische Stellungen (ahh,kann zu Problemen mit Russlands Truppen führen)
    2.vermehrte Waffenlieferungen an die Halsabschneiderbrut (die könnten damit auch Koalitions Flugzeuge abschießen)
    3.verdeckte Operationen für welche die CIA plädiert

    Quelle dazu ist Reuters.
    Reuters meint es könnte auch gar keine Entscheidung fallen und man hätte noch die Option der Verhandlungen mit Russland.

    Das Hickhack dort bestätigt Analitiks Artikel,der König ist wirklich Nackt,völlig gelähmt.
    Gut so!

  27. Freigeist sagt:

    HiHi Atlantik,da besuche ich diesen Block seit einigen Monaten,ja der hat was,etwas anderes von all dem Schmock der existiert.Respekt
    Hoffentlich erhalten Sie sich diese Arbeit,ist nicht unbedingt selbstverständlich in der heutigen Zeit!

  28. helmutn sagt:

    Danke für diesen qualitativ hochwertigen Beitrag.Er läßt wieder etwas hoffen nach den vielen schlechten Nachrichten in der letzten Zeit.Einer der besten Analysen und macht dem Nicknamen alle Ehre.

  29. GHW sagt:

    Stimme dem Kommentar weitestgehend zu und freue mich sehr ueber die detaillierte Darstellung, vermisse allerdings eine sachliche Komponente. Denke das ist dem „märchenhaften“ oder besser polemischen Stil geschuldet.
    So wirkt es als ob die „guten“ Russen gerade die „bösen“ Amerikaner „besiegt“haben, was hier auch von Vielen hämisch gefeiert wird (was in Summe etwas naiv ist).

    Keine Frage – erst die offensichtlichen russischen (militärgedeckten!!) Und verhandlungsklugen Schachzüge ermöglichen eine herbeigesehnte Befriedung der derzeitig zugespitzt wordenen chaotischen Welt.
    Da kann man Russland, das da auch ganz im Eigeninteresse handeln muss, danken, danken und danken.

    ABER:

    Ohne die Unterstützung der klugen (‚etwas‘ multipolaren) Eliten aus Europa, besonders von Merkel, Hollande, Juncker (das hören hier einige nicht so gern) die aus einer integrierten Position kommen, wäre das auch so nicht möglich gewesen. Und auch ohne den aktiven Twist der Eliten in Amerika nicht. Trumps (Investitions)-Programm lautet nicht umsonst: „Make Amerika great again.

    Great … und Again …

    Und ohne Obamas „Zögern“ hätten wir einen weit blutigeren Konflikt. Auch laesst sich Kirbys Argumentation (der noch für beide Parteien spricht) so lesen: „Ja“ (Partei A) „wir werden verhandeln“ und „Nein wir werden zeigen das Russland seine gerechte Strafe bekommt“ (B).

    Sie haben das Analitik an anderer Stelle mehrmals deutlich gesagt. Sie hätten darauf viell. in einem Halbsatz oder eigenem Link eingehen können.

    Falls Sie da oder diebez. ein paar Infos haben, die auch die genannten Pressekonferenzen betreffen, und die Sie aus verständlichen Komplexitaetsgruenden (38min las allein Hr. Roth, ich weiß nicht wie lange Sie daran geschrieben haben) würde ich mich darüber sehr freuen.

    3 mal Dank auch Ihnen!
    GHW

    • GHW sagt:

      … China, (die fast wichtigsten!) hab ich vergessen als stille Unterstützer zu erwähnen. Ich setzte es voraus. Man verzeihe es mir.

    • MerkelAbsetzen sagt:

      @GHW: „Ohne die Unterstützung der klugen (‚etwas‘ multipolaren) Eliten aus Europa, besonders von Merkel, Hollande, Juncker (das hören hier einige nicht so gern) die aus einer integrierten Position kommen, wäre das auch so nicht möglich gewesen.“

      Was Merkel betrifft, ist das eine absurde Verdrehung der Tatsachen.

      Gerade Geheimdienst-Merkel war die entscheidende Weichenstellerin für die ganze geopolitische Entwicklung seit sie 2006 Gerhard Schröder ersetzt hat. Ich würde sie sogar als geopolitische Jahrhunderkatastrophe bezeichnen. Die USA wären ohne Europa nämlich zu schwach gewesen für Lybien, Syrien und v.a. Ukraine. Europa folgt i.W. Deutschland, und Deutschland folgt Merkel, und Merkel folgt immer den Mächtigsten. Ohne Merkel hätten die USA das alles nicht umsetzen können (Lybien, Syrien, Ukraine, Sanktionen).

      Mir ist unverständlich warum diese Merkel-Apologetik noch immer so populär ist.

      • GHW sagt:

        @MerkelAbsetzen

        „Ohne Merkel hätten die USA das alles nicht umsetzen können“

        Sie sind in der Tat größenwahnsinnig …

      • Ira sagt:

        Da geht es mir wie Ihnen, MerkelAbsetzen!
        Es ist sinnlos, sich mit solchen Ansichten wie die GHWs auseinanderzusetzen.

  30. Hannes Baumler sagt:

    Bin gerade au diesen Blog/Artikel gestoßen und muss sagen: Großartig! Danke für die gute Arbeit!

    Gruß – Hannes!!!

  31. Demeter sagt:

    Was für eine grossartige Analyse!

    Das hat Lehrbuchcharakter und sollte im Studienfach Journalismus als Beispiel für Analylse politischer Ereignisse angeboten werden.

    Ich bin wirklich begeistert und kann nur sagen, dass das einer der besten Texte ist, die ich in den letzten Jahren, seit Kriegsbeginn gegen Syrien, gelesen habe. Sicher ein Text den man nicht vergisst, schon wegen des aussergewöhnlichen Bildes, „Versammlungssaal des Königs und Zombie Realität“. Der Text erfasst die Psychologie ganzer Nationen.

    Sehr interessant für mich, die Arbeitsteilung in Europa. Frankreich „kümmert sich“ um USA, Deutschland um Russland. Jetzt bloss keine Fehler machen und gaaanz besonnen bleiben. Danke Analitik für den Hinweis, von welch grosser Bedeutung die Erzwingung der Einstufung der Nusra Front als Terrororganisation war. Man könnte meinen, sieht doch jeder, dass das alles Terroristen sind. Jetzt ist klar, wie wichtig es war, die USA zu zwingen, das festzuschreiben.

    Ein grosses Kompliment an Sie Analitik. Ich kann mich irren, aber der Text scheint sogar schnell geschrieben, so wie von jemandem, dem die Gedanken vorauseilen. Um so mehr Anerkennung. Hier zeigt sich, wer wirklich Dinge deuten kann und aus dem Nicht Gesagten die richtige Interpretation zieht. Das ist ein Lernprozess, den wir hier alle durchmachen und jeder hier wird sicher feststellen, dass man inzwischen Nachrichtenmeldungen differenzierter hört als früher.
    Ich bedanke mich, denn ich lerne hier und auch auf anderen blogs jeden Tag sehr viel.

    Jedenfalls ein Psychogramm vom Feinsten, das alle Puzzlesteine zu einem grossen Ganzen zusammenfügt. Jetzt entfaltet sich das Resultat der Bemühungen der letzten Jahre, deren Ziele und Nutzen für viele von uns manchmal nicht ersichtlich waren. Alles macht plötzlich Sinn.

  32. luise sagt:

    Absoluter Hammer, Analitik. Selten so etwas gelesen. Herzlichen Dank, dass man so etwas wertvolles lesen kann.

  33. kranich05 sagt:

    Großartiger Beitrag. Einschließlich des Nachtrags!
    Danke.

  34. Michael Gerhard sagt:

    Der König ist gar nicht Obama, es ist der Greenback! Rohstoffe werden mit ihm gehandelt. Was sind schon Schulden, wenn man immer neue aus dem Nichts hervorzaubern kann? Eine multipolare Welt würde auch das Ende des Dollars als Leitwährung bedeuten. Die USA sind dann Griechenland hoch drei. Dummerweise sind die Chinesen die grössten Gläubiger und direkt an den Dollar gebunden.
    Ja, die momentan brandgefährliche Situation ist mit 1962 zu vergleichen. Die Iskander in Kaliningrad können nur als Erstschlagswaffe genutzt werden, und zwar möglichst schnell, sollte es zu einem Konflikt mit der NATO kommen. Die Enklave würde sehr schnell von allen Seiten überrannt. Zu weit weg von dem schützenden Mutterland. Sozusagen als Vorposten zum wegwerfen für eine Raketensalve auf das US-Raketenabwehrsystem in PL. Die Reaktionszeit ist verdammt kurz, viel Zeit für Intepretationen bleiben nicht. Die Entscheidung zum Abschuss muss schnell gefällt werden.

    • Analitik sagt:

      „Die Reaktionszeit ist verdammt kurz, viel Zeit für Intepretationen bleiben nicht. Die Entscheidung zum Abschuss muss schnell gefällt werden.“

      Umgekehrt, man kann keinen überraschenden Atomkrieg beginnen. Um die für einen Atomkrieg notwendige Anzahl von Atomsprengköpfe in Gefechtsbereitschaft zu bringen, ist so viel tagelanger Vorbereitungsaufwand nötig, dass es vor der Gegenseite unmöglich verborgen werden kann. Ein paar Details gibt es hier: https://fapnews.ru/296867-voina-na-poroge-rossiya-gotova-otvetit-na-ugrozy-so-storony-ssha

      Kurzum, weder Russland noch USA können einen Überraschungsatomkrieg starten. Ohne Überraschungsmoment ist der Krieg für beide Seiten aber tödlich und daher absolut nicht lohnenswert.

      • Ludwig sagt:

        Wie schätzen Sie diesbezüglich die deutschen Tornados auf dem US-Atomwaffenstützpunkt Incirlik als potentielle Atomwaffenträger mit besonderen Tiefflugeigenschaften (unterfliegen Radar) ein, die lediglich weniger als eine Flugstunde von russischen Marinestützpunkten auf der Krim und in Syrien entfernt sind? Im Rahmen der sogenannten nuklearen Teilhabe wären diese der NATO und damit den USA direkt unterstellt. Würde z.B. ein US-Flugzeugträger angegriffen – etwa als false flag -, läge gegebenenfalls ein (Schein-)Grund vor, diese loszuschicken und damit die komplette Welt ins Chaos zu stürzen – oder ist dies jetzt zu versponnen? Besten Dank schon mal für Ihre hoffentlich beruhigenden Gedanken dazu.

        • Analitik sagt:

          Deutschland ist kein potentieller Kriegsteilnehmer gegen Russland. Sie sehen doch, was passiert. Kaum hat Russland eine offene militärische Drohung ausgesprochen, sind innerhalb eines Tages alle deutschen Tornados wegen eines technischen Defektes nicht einsatzbereit. Selbstverständlich gibt es keine technischen Defekte. Deutschland will einfach den kleinsten Hauch von Gefahr einer direkten militärischen Konfrontation um jeden Preis vermeiden. Selbst um den Preis solcher dämlicher Ausreden.

          Wenn man auf die Presseberichte über die Bundeswehr in den letzten zwei Jahren zurückschaut, gewinnt man den Eindruck, dass die Bundeswehr im Mittelalter angekommen ist. Die Gewehre schießen nicht, die Panzer fahren nicht, die Flugzeuge fliegen nicht. Ein armseliges Dutzend einsatzbereiter Tornados hat man deutschlandweit für den Syrien-Einsatz zusammengekratzt, auf internationalen Druck hin, und – hoppla! – auch die sind jetzt alle kaputt. Wenn man der Presse glaubt, muss Deutschland im Falle eines Krieges mit Küchenmesser und Mistgabel losziehen. Diesen Eindruck erweckt die „freie“ Presse natürlich nicht aus Zufall. Deutschland macht allen klar, dass es für den Krieg so gaaar nicht gerüstet ist – also im Falle des Falles nicht mitmachen kann. Die Ausrede ist da, und wie man bei den „kaputtgegangenen“ Tornados in Incirlik gesehen hat, wird die Ausrede auch fleißig benutzt.

          Die USA werden auch sonst keine Partner für einen Krieg gegen Russland auftreiben können. Ganz abgesehen davon, dass die USA einen Krieg gegen Russland nicht vorhaben. Sie schaffen es ja nicht mal mehr, Partner für neue antirussische Sanktionen aufzutreiben.

          • Ludwig sagt:

            Danke! Macht Sinn – und trifft hoffentlich so zu, wobei ich es dennoch deutlich bevorzugen würde, wenn die Bundeswehr-Tornados nicht auf einem Atomwaffenstützpunkt der US-Army stationiert wären bzw. überhaupt im Ausland. Zum Aufklären braucht die niemand. Alle anderen Beteiligten haben Drohnen.

            Auch frage ich mich, was es bedeuten soll/kann, dass die Bundeswehr in Incirlik einen mobilen Gefechtsstand aufbauen will, und damit deutlich näher an Russland, Syrien und Iran?

            Und was passiert, wenn eine wirklich größere False flag-Aktion initiiert wird, und England und Frankreich sowie unsere direkten Nachbarn im Osten mit den USA mitziehen bzw. wenn es denen gar nicht um einen längeren Krieg geht, sondern lediglich um maximales Chaos in Europa, Russland und dem Nahen Osten zum Erhalt der eigenen Machtstellung. Wäre dann Deutschland nicht zwangsläufig mit drin, schon aufgrund der Lage in der Mitte Europas, als Hauptstandort der US-Army in Europa, als Eigner von Atomwaffen-fähigen Kampfflugzeugen, die von der NATO bzw. der US-Army befehligt werden, als Teil übernationaler NATO-Spezialeinheiten? (Wir haben leider in letzten Jahren schon mehrfach erfahren müssen, wie schnell die Bundeswehr und damit wir im Krieg waren, wie etwa völkerrechtswidrig im Kosovo und dann in Afghanistan – und jetzt auch noch u.a. in Somalia, Mali, Türkei, Irak/Syrien.)

            Was mir auch nicht gefällt, sind offenbar voll aufmunitionierte Eurofighter der Bundeswehr, die in Litauen und damit an der russischen Grenze aktiv sind.
            Und ich frage mich: Wenn wir nicht in einen Krieg gegen Russland gebracht werden sollen, warum dreht dann die anti-russische Propaganda in unserem Lande so extem hoch?

            Was mich auch noch skeptisch macht: Den Kreisen, die 9/11 im eigenen Land veranstaltet haben, traue ich jede Schweinerei zu. Ich kann mir kaum vorstellen, dass diejenigen, die sich in den letzten 15 Jahren über die in die USA enorm gesteigerten u.a. Militärausgaben nahezu unbegrenzt bereichert haben, diese Möglichkeiten freiwillig aufgeben werden,zumal das Gesamtsystem, das deren Macht bisher garantiert, bei dahingehenden Änderungen erst recht in einen kritischen Zustand kommen wird. Können wir also wirklich davon ausgehen, dass da nicht jemand das komplette Arsenal der US-Army im Ausland hochgehen lässt? Der Tod von vielleicht auch Millionen Schwarzen, Lations und wenig bemittelten Weißen, die als Soldaten bei der US-Army sind, dürfte für derartige Psychopathen keine besondere Bedeutung haben bzw. wenn dann nur im „positiven“ Sinne.

            Ist das jetzt alle nur wirr?

            • Analitik sagt:

              „Und ich frage mich: Wenn wir nicht in einen Krieg gegen Russland gebracht werden sollen, warum dreht dann die anti-russische Propaganda in unserem Lande so extem hoch?“

              Weil die Deutschen von Geburt an gehirngewaschen sind und Russland als Feindbild tief im Unbewussten verankert ist. Und weil die Presse noch immer stark aus dem Ausland kontrolliert und gesteuert wird.

              Zwischen Russland hassen und gegen Russland kämpfen wollen ist dann aber doch ein großer Unterschied. Nicht nur in Deutschland. 🙂

              • indamixx sagt:

                zunächst erst einmal Hochachtung vor dem Artikel, der genauen Analyse und den Übersetzungen. Das hat das Lesen leichter gemacht. Ich las zunächst den Nachfolgeartikel(Der König ist gefallen). Und so habe ich das mir fehlende Puzzlestück gefunden.
                Zur eben geschriebenen Antwort: „Weil die Deutschen von Geburt an gehirngewaschen sind und Russland als Feindbild tief im Unbewussten verankert ist. Und weil die Presse noch immer stark aus dem Ausland kontrolliert und gesteuert wird.“
                Das trifft meiner Meinung nach nur auf einen Teil Deutschlands zu. Ein großer Teil, wie auch ich aus der DDR denkt sicher anders. In der NVA habe ich die russische Technik kennen und schätzen gelernt und auch die Einstellung vieler Ostdeutschen ist prorussischer als sie denken.

              • Analitik sagt:

                Das ist sehr erfreulich. Nun haben die Ostdeutschen nicht gerade die am besten wahrgenommene Stimme in Deutschland. Wöchentlich ausgestrahlte Filme oder Dokus über die ach so böse DDR trichtern der Bevölkerung unablässig ein, wer von wem zu lernen hat und aus wessen Geschichte man bestimmt nichts gutes lernt. Die Ostdeutschen, die noch in der DDR aufgewachsen sind, sollten sich davon nicht mundtot machen lassen.

            • Alex Illi sagt:

              Hallo Ludwig,

              Analitiks Interpretation, wie im obigen Artikel dargelegt, folgend, vermute ich, die militaerischen Drohgebaerden koennten eine Kombination aus Militaerisch-Erfahrung-Sammeln-Wollen, halbherziger geopolitischer Aggression in zweifelnder Hoffnung auf eine wundersame Erholung des Koenigs, Bluff und vorgetaueschter Demonstration von Vasallentreue sein.

          • sw sagt:

            ist zwar etwas OT aber
            „Die Gewehre schießen nicht“
            hat wohl andere Ursachen. Kein Sturmgewehr der Welt war und ist für Dauerfeuer ausgelegt. HK hat die Forderungen der BW sehr wohl erfüllt.
            Ich denke eher das dies wirtschaftliche Gründe hat. zb. HK „kaputt machen“ das US-Konzerne billiger einkaufen können.

          • Kaspar sagt:

            Hallo Analitik,

            sind Sie sich da wirklich sicher, hätten Sie dafür auch noch andere Belege welche Ihre These untermauern. Ich muss sagen meine erste Reaktion (nachdem ich von dem Komplettausfall der sechs Tornados gehört habe) war genau die selbe wie Ihre. Heute glaub ich das nicht mehr so ganz. Was spricht dagegen:
            Also ich glaube nicht das die USA auf die Aussagen der „freien deutschen Presse“ angewiesen sind um zu beurteilen in welchem Zustand sich die Bundeswehr befindet. Diese Zeitungen lesen Menschen die sich ihre Meinung erkaufen müssen. Die Eu- Länder werden schon seit Jahren genötigt Ihre „Verteidigungsausgaben“ zu erhöhen. Würde die „freie Presse nun aber schreiben: „Die Bundeswehr ist die am besten ausgestattete Armee der Welt, sie hat alles was sie braucht und davon zwei Stück!“ Dann hätte Frau Merkel die Erhöhung der „Verteilungsausgaben“ nie durch bekommen.
            Das selbe gilt für die Bundeswehr. Würde ich ständig meine Ausrüstung loben dann… .

            Desweiteren ist es doch so. Russland droht dem König und seinen Ihm ergebenen Herzogen welche im Gefolgschaft geschworen haben und just in diesem Moment muss Herzog Deutschland heim denn „wir essen heute zeitig.“
            Offene Meuterei!!! Das kann der König nicht durchgehen lassen, wenn das nun jeder macht?? Das ist wesentlich schlimmer als alles andere was sich Herzog Russland bis jetzt erlaubt hat weil es den anderen Verbündeten ein schlechtes Beispiel gibt.
            Deshalb sehe ich nur die zwei Möglichkeiten. Entweder kann sich Herzog Deutschland alles erlauben oder es geschah mit ausdrücklicher Billigung des Königs.
            Weiter bin ich damit auch noch nicht gekommen, weil ich nicht weiß was die eigentliche Funktion der Tornado´s ist. Vielleicht haben sie Technik an Bord welche den Russen nicht in die Hände fallen soll. Vielleicht haben Sie oder jemand anders noch ein paar Ideen.

            • Analitik sagt:

              „Weiter bin ich damit auch noch nicht gekommen, weil ich nicht weiß was die eigentliche Funktion der Tornado´s ist.“

              So zu tun, als ob der Vasall dem Herren treu ergeben ist. „Ja, mein Herr!“ Steht alles schon im Merkel-Artikel.

              • Kaspar sagt:

                Und der Ammi schnallt das nicht weil er ja der blöde Ammi ist. Er muss sich also von Herzog Deutschland, ob seiner Dummheit, an der Nase herumführen lassen währenddessen alle Andern belustigt zuschauen. Das wäre schon möglich, mich überzeugt es nicht.
                Mit Sicherheit hätten die Ammi´s nicht um die Hilfe von deutschen Soldaten gebeten wenn sie dafür auch Geld für den Sold der eigen Leute haben könnten. Möglich wäre, das sie Hilfe bei der Aufklärung der russischen Systeme zur elektronischen Kriegsführung brauchen. Das würde auch die Ausstattung der deutschen Ausrüstung erklären. Für alles andere hätte man seine Soldaten auch frei kaufen können.

              • Analitik sagt:

                Der Ami schnallt alles. Aber er hat nicht mehr die Kraft, um etwas dagegen zu tun. Und nur weil er die Kraft nicht mehr hat, erdreisten sich die Vasallen zum Ungehorsam. Deutschland ist nicht etwa besonders mutig.

          • Michael Schlinker sagt:

            Habe vor drei oder vier Jahren im direkten Gespräch mit einem Piloten der BW erfahren, daß die Versorgungslage soooooooo gut wäre, daß die Sie teilweise mit löchrigen !!!!!!! Handschuhen
            fliegen müßten, da kein Ersatz da wäre ???????

            Sind die nicht einfach nur noch krank?
            Nichtfliegen ist auf jeden Fall die beste Option.
            Antropos

  35. Heinz Göd sagt:

    @Analitik
    Scharf beobachtet, schlüssig gefolgert und ansprechend dargestellt.
    Großmeisterlich.

    „Wir sind nicht in einer Phase der Stabilität angelangt, noch gar nicht. Im Gegensatz, die Welt ist jetzt besonders instabil, nachdem die alte Ordnung eingestürzt ist und die neue noch nicht da ist. Das ist die gefährlichste Zeit.“
    Ja.
    Und dummerweise klemmt auch noch die Welt-Wirtschaft. Das macht das Ganze noch instabiler.

    • zeitzeuge sagt:

      Die Weltwirtschaft klemmt immer wenn der Potus ausgewechselt wird.

    • Analitik sagt:

      „Und dummerweise klemmt auch noch die Welt-Wirtschaft. Das macht das Ganze noch instabiler.“

      Ich bin der Meinung, dass es die Gefahr offener Konflikte reduziert. Die Welt hat sich ausgewachsen und es winken keine Reichtümer mehr als Kriegsbeute. In dieser Hinsicht ist die Situation genau umgekehrt zum Anfang letzten Jahrhunderts, als zwei Weltkriege entbrannten. Damals wuchs die Wirtschaft explosionsartig, es gab viel zu erobern, lukrative Zukunftsmärkte. Damals lohnte es sich, in einen Welkrieg zu investieren. Heute nicht mehr, eben weil die Wirtschaft lahmt und sich auch nicht mehr wesentlich erholen wird.

      • Heinz Göd sagt:

        @Analitik
        „Ich bin der Meinung, dass es die Gefahr offener Konflikte reduziert. Die Welt hat sich ausgewachsen und es winken keine Reichtümer mehr als Kriegsbeute. In dieser Hinsicht ist die Situation genau umgekehrt zum Anfang letzten Jahrhunderts, als zwei Weltkriege entbrannten.“
        Ja, da sind wir uns einig.
        Die Reichen&Mächtigen haben an einem großen Krieg, der in einen Atomkrieg ausartet, kein Interesse, weil
        a.) das Leben in einem luxuriösen Atombunker schlechter ist als auf einer Yacht unter freiem Himmel
        b.) die VersorgungsEinrichtungen des Bunkers möglicherweise von der empörten übriggeblieben Bevölkerung sabotiert werden könnten
        c.) die Reichen&Mächtigen beim Herauskriechen aus dem Bunker wahrscheinlich von der übriggeblieben Bevölkerung _nicht freundlich_ empfangen werden.
        d.) die Reichen&Mächtigen wahrscheinlich ihr ganzes oberirdisches Vermögen durch den Krieg verloren haben –
        In der Villa haben sich andere eingenistet, die Yacht wurde von anderen gekapert, das Bankkonto wertlos bzw. die Bank gibt es nicht mehr, die Aktien wertlos …
        Es gibt also für die Reichen&Mächtigen nichts zu gewinnen, aber viel zu verlieren:
        Daher können wir mit an Sicherheit grenzende Wahrscheinlichkeit einen Atomkrieg ausschließen.

      • Heinz Göd sagt:

        @Analitik (Teil2)
        „… eben weil die Wirtschaft lahmt und sich auch nicht mehr wesentlich erholen wird.“
        Ja, da sind wir uns einig.
        Aber ich meine, da noch ein Problem zu sehen.
        Der Kapitalismus ist ein instabiles System, weil
        a.) er ohne Wachstum(=Zunahme) nicht funktioniert,
        das ist theoretisch untersucht von Binswanger, Creutz, Kremer
        und wurde bis jetzt durch die Praxis bestätigt.
        b.) durch die übertriebene Arbeitsteilung die meisten Menschen einen Gelderwerb-Arbeitsplatz brauchen, um überleben zu können; wenn da die Wirtschaft längere Zeit klemmt, gehen viele Arbeitsplätze verloren, dadurch kommen viele Menschen in Existenznot und werden entweder trübsinnig oder ‚radikal‘.
        Wegen dieser Eigenheiten verläuft ein kapitalistisches System zykloid, also Aufstieg-Scheitel-Abstieg-Reset-Aufstieg-….
        Im WirtschaftsVerlauf Deutschlands
        http://www.members.aon.at/goedheinz/GOD_Deutsch/Archiv/Wirtschaft/WirtDatD.jpg
        könnte mensch bei etwa 1975 einen Scheitel hineinlesen, und ‚von nun an gings bergab'(nach Hildegard Knef) mit der LohnEntwicklung bzw. bergauf mit Arbeitslosigkeit, Staatschulden und den Geldvermögen.
        Der Reset ist überfällig. Der bisherige Reset war (meistens?) Krieg, bei dem sich die Reichen&Mächtigen noch mehr bereichert haben – der letzte war 1939, wo es den Angelsachsen und anderen Mächten dahinter gelungen ist, tragischerweise den Deutschen den ’schwarzen Peter‘ zuzuschieben. Das geht nicht mehr und die Reichen&Mächtigen suchen nach anderen Möglichkeiten, bis jetzt haben wir da:
        a.) kleine Kriege ‚a la Syria‘ mit entsprechenden Flüchtlings-Strömen …
        b.) Der IWF schlägt eine Teilenteignung der Sparer vor. Aufstände sind schon eingeplant und das Gegenmittel, die Eurogendfor , steht schon bereit.
        c.) Bevölkerungsgruppen gegeneinander zu hetzen – also Bürgerkrieg -,
        in den U$A gehts wegen der privaten Bewaffnung leicht, ‚Jade Helm‘ sieht nach diesbezüglicher Übung aus;
        in Deutschland gibt es auch schon Blogs mit Ideen in diese Richtung…
        Es könnte also noch recht turbulent werden.
        Dass sich die derzeitigen und noch kommenden Probleme innerhalb der Kapitalismus lösen lassen, das bezweifle ich.
        Die Zeit ist überreif für ein neues Gesellschafts- und Wirtschafts-System,
        dazu gibt bereits Vorschläge
        Es ist allerdings schwierig, eine breite Diskussion anzuleiern.
        In einem Anfall von …?… habe ich 2014 eine EMail über die russische Botschaft an Präsident Putin geschickt; Antwort kam keine.
        Unlängst, also 2016, lese ich bei SputnikNews:
        https://de.sputniknews.com/wirtschaft/20160601/310284413/hektar-land-fernen-osten.html
        „Moskau: Ab sofort ein Hektar Land gratis für Bürger im Fernen Osten“
        Das geht meines Erachtens in die richtige Richtung.
        Das Handelblatt meint dazu:
        „Ob die Landvergabe einen Goldrausch ähnlich wie im 19. Jahrhundert in den USA auslöst, ist noch fraglich.“
        Dass ein ausreichend großes Grundstück einem Arbeitslosen ein Überleben in Würde ermöglicht, das ist offenbar ausserhalb des geistigen Horizonts eines Journalisten …
        Ja, Analitik, möglicherweise erleben wir neben den geopolitischen auch noch wirtschaftspolitische Geburtswehen.

      • tommmm sagt:

        Da bin ich nicht ganz deiner Meinung. Gerade wurde im Jemenkonflikt von General Dynamics wieder gut verdient. Ich denke das da pro Tomahawk etwas Geld in der Firmenkasse hängenbleibt. Also werden Kriege nicht immer nur geführt werden um Land zu erobern (So wie in klassischen Kriegen) sondern einfach nur mal um etwas Umsatz für die Finanz- und Rüstungsindutrie zu generieren)….ich denke man kann es auch gut an den ganzen Veruntreuungen sehen ( etwas Afganistan: “ 30 Millione Dollar verschwunden“ oder so…und das nicht nur einmal.)
        Wie das angegriffene Land hinterher aussieht ist egal, z.B. Lybien. Am „Aufbau“ kann man wieder verdienen und gelder verschwinden lassen. Die Karawane zieht weiter, zum nächsten Land….das gleiche Spiel beginnt von Vorne, bis sie in 30-40 Jahren mal wieder in Lybien sind und erneut „ernten“.

        Die nächsten großen Ernten sind dann die Handelsabkommen, die auch mit militärischer Gewalt durchgedrückt werden, zur Not eben über stellvertreter Kriege….
        Die Profit aus den Weltkriegen sind dagegen Peanuts.

        • Heinz Göd sagt:

          @tommmm

          „Also werden Kriege nicht immer nur geführt werden um Land zu erobern (So wie in klassischen Kriegen) sondern einfach nur mal um etwas Umsatz für die Finanz- und Rüstungsindutrie zu generieren)“
          Ja, volle Zustimmung.
          Viele kleine Kriege sind durchaus im Interesse der Reichen&Mächtigen und auch der kapitalistischen Industrie.
          Krieg bringt rasenden Verbrauch und ist daher _das_ Konjunktur-Programm für den Kapitalismus.
          ‚Krieg gegen den Terror‘ ist für die internationalen FinanzMächte ein todsicheres Geschäft, ohne das Risiko eines Atomkrieges.
          Die Waffenindustrie muss laufen, damit die dort Beschäftigten ihren Lebensunterhalt verdienen können.
          Der Staat kann für eine Zeitlang die produzierten Waffen beim eigenen Heer unterbringen und lagern. Wenn die Lager voll sind, dann muss er die Waffen irgendwie loswerden. Einfach verschrotten widerspricht der kapitalistischen Ideologie – also werden die überschüssigen Waffen verscherbelt. Und von Zeit zu Zeit ein Krieg angefacht, damit das alles kontinuierlich läuft.
          Das ist einer der vielen SystemFehler des derzeitigen Systems.
          Solange die Menschen nicht einsehen wollen, dass das derzeitige System untauglich ist, solange wird sich auch nichts zum Guten wenden.
          Einer meiner Berufskollegen sagte: „Solange es viele kleine Kriege gibt, gibt es keinen großen.“
          Analitik spricht von ‚Weltkrieg‘, ich von ‚Atomkrieg‘.

          • Hans Ludwig sagt:

            Das Problem ist, daß die Industrie der USA vor allem aus dem Militär-Industrie-Komplex besteht, mit einigen speziellen Bereichen der Grundstufe zu dessen Versorgung – da fast alle anderen Produktionen nach Asien vorlagert wurden.
            Andererseits bedeutet das im Gegenschluß, daß es für die amerikanischen Menschen nach einem Machtwechsel (abservieren der heutigen zionistischen „Eliten“ nach dem Zusammenbruch des Petro-Dollars) wieder jede Menge aufzubauen gibt an Fertigungen usw. – was doch deren Hauptstärke mal war – Unternehmungsgeist… 😉

  36. Toll analysiert und toll geschrieben. Dieser Artikel gibt mir einen leisen Hoffnungsschimmer, dass es nicht zur Eskalation kommen wird.

  37. GHW sagt:

    Sehr geehrter Analitik,

    bitte veröffentlichen Sie die heutigen 2 Kommentare meinerseits nicht, habe gerade durch Zufall gesehen, dass ich beim mobolen Lesen und Scrollen Teile ihrers wunderbaren Artikels gar nicht gelesen habe. Damit stimmt dann einiges meiner Aussagen nicht. Too bad! Lese heute abend nochmals alles in Ruhe.

    3x Danke trotzdem!
    GHW

  38. Jörg B. sagt:

    Vielen herzlichen Dank für diese brilliante, sachliche Analyse, die eigentlich in der Zeit/Süddeutsche/FAZ/Spiegel/heute/tagesschau/RTL/n-tv/& erscheinen müsste – im Mainstream.

    Werden wir leider nicht erleben! Daher verbreiten wir alle (kommentierenden) Leserinnen und Leser diesen hervorragenden Text über unsere Kanäle.

    Ich schlage noch vor, den Text an hintergrund.de zu geben, die auch ein (nicht so auflagenstarkes) Printmagazin herausgeben.

    Herzlichen Dank (und meine Lesezeichen wurden um ein Highlight reicher)

  39. Hans aus Olb sagt:

    Interessanter Artikel, unterhaltsam noch dazu. Schön.

    Möchte in diesem Zusammenhang auf einen Artikel im heutigen Handelsblatt verweisen, *Die verwirrte Weltmacht*. Der Autor Gabor Steingart kommt ebenso zum Schluss, dass der *König* bald *nackt* sein könnte. (in der Online Ausgabe des HB allerdings nur im Premium- Bereich lesbar)

    Er vertritt allerdings die Auffassung, dass der Niedergang der USA im Wesentlichen der eigenen, parteiübergreifenden Hybris geschuldet ist, die sich so zusammenfassen lässt, wie es Dick Cheney jüngst schrieb:

    „Unsere Kinder müssen wissen, dass sie Bürger der mächtigsten, besten und ehrenwertesten Nation in der geschichte der Menschheit sind, der außergewöhnlichen Nation.“

    Diese Denkweise scheint derzeit keinen Widerspruch zu dulden und aus diesem fehlenden Widerspruch resultiert das Dilemma: keinerlei Selbstreflektion des eigenen Tuns, in allen Bereichen.

    Steingart resümiert unter anderem dann:

    „Für Europa hat es keinen Sinn, einer strategisch derartig kurzatmigen Weltmacht hinterherzulaufen. Man sieht doch, wie Amerika schlafwandlerisch auf das Schild zusteuert, auf dem steht: Kein Ausweg.“

    Er kommt letztlich zu dem Schluß, dass nach der erwartbaren Wahl Hillary Clintons diese spätestens *am Tag nach der Amtseinführung einen Zaubertrank brauchen werde* (um die angehäuften Probleme zu lösen) oder, *falls dieser nicht bereitstehe*, die tatkräftige Unterstützung der Europäer, um nicht die gesamte westliche Politik scheitern zu lassen… (das assoziere ich mit *den Hegemon sanft fallen zu lassen*, wie es Analitik mal ausdrückte).

    Alles in allem viele ähnliche Gedanken, die das Bild doch runden.

    • e.macek sagt:

      Seit wann sind US Präsidenten bestrebt, Probleme zu lösen?
      Der letzte mir bekannte, der es anstrebte, war J.F Kennedy –
      sein Ende ist allen bekannt.
      Und wie auch immer die Geschichte weiter geht, sehe ich wenig Grund
      zu Optimismus, eher zu weltweitem Chaos.
      Und ob sie (die multipolaren Herrscher, mittlerweile friedlich vereint) dann nicht kommen, um die Wenigen übrig gebliebenen zu retten und endlich in eine friedliche Einheits-Welt-Gemeinschaft zu transformieren (zwingen)? Que sera, sera…

    • Tja Hans aus Olb, der altgediente Junge bereitet halt sein Altenteil a ‚la R. TICHY vor! Noch Fragen?

      • Rolf Böttger sagt:

        @ala Tichy????
        Sie sollten sich mal auf seinem Blog umschauen,da ist von Altenteil nichts zu spüren….! im Gegenteil!!

  40. Aarsupilani sagt:

    Vielen Dank für diesen herausragenden Artikel!
    Absolut Klasse!

  41. PWH sagt:

    Sicherlich leben wir zur Zeit in einer sehr instabilen politischen Großwetterlage, und wie wir aus der Meteorologie wissen, führt das zu Turbulenzen, die sich bestenfalls in starken Wärmegewittern und schlimmstenfalls in gewaltigen Wirbelstürmen äußern. Ohne Zweifel haben jetzt die „großen Jungs“ höchst selbst die Bühne des von Brzezinki geschriebenen Theaterstückes betreten, und es dämmert hier und da in den Köpfen der Komparsen, dass Ihre durch ständigen Missbrauch zionistischer Weltherrschaftsphantasien zuteil gewordenen und zur Bedeutungslosigkeit verkommenen Nebenrollen gänzlich in den Staub getreten werden. Mit welchen Mitteln gedenken Völker – und in dieser Hinsicht haben Deutschland und die USA tatsächliche Gemeinsamkeiten – denen längst Eier und Rückgrat abhanden gekommen sind, die selber bis auf ihre Hülle ausgesaugt worden sind, einen Krieg tatsächlich gewinnen zu können, der nicht zu gewinnen ist? Mit den Mitteln des Wahnsinns etwa, für eine Handvoll zionistischer Blutsauger, denen ihr Profit nicht hoch genug sein kann, um auf diesem Planeten endlich ihren vorerst letzten Tempel zu bauen?
    Ich persönlich möchte einmal stark bezweifeln, dass selbst die Hauptdarsteller in diesem Akt überhaupt wissen, was sich zur Zeit tatsächlich ereignet. Das ist auch schwer zu begreifen. Zuvor müsste man sich nämlich tatsächlich erheblich intensiver und unbelasteter mit der Deutschen Geschichte befasst haben. Dann könnte vielleicht die Welt genesen.

  42. sw sagt:

    Ja, ein wirklich guter Artikel. Gut zu lesen, sehr sachlich -trotz der Ironie.

  43. seppel sagt:

    Hätte ich einen Hut, ich würde ihn ziehen! Dieser Artikel ist absolut herausragend und deklassiert die „Qualitätsmedien“ regelrecht! Ein Meilenstein dieses Blogs.

    Solche spannenden wie kontroversen Gedankenansätze in einer Fernsehsendung / Talkshow sehen oder einer großen deutschen Tageszeitung zu lesen? – Völlig undenkbar!

    „Das ist hart. Und die ganze Welt schaut zu. Nicht die Welt der einfachen Bürger, die verpassen dieses grandiose Schauspiel dank ihrer Qualitätsmedien. Aber die Welt der Elite schaut gebannt zu.“

    Dieser Abschnitt ist es wert, ausgedruckt zu werden! Weite Teile Ihrer Abhandlung, die hier konzentriert auf den Punkt gebracht werden, entlarven die Massenmedien als das, was sie waren, heute sind und auch in Zukunft immer sein werden: Ein Macht- und Herrschaftsinstrument zur Verdummung der Menschen, um die Bevölkerungen so weit wie möglich weg von den zentralen Fragestellungen zu halten.
    Es gibt für die Macher hinter den Kulissen nichts schlimmeres, als mündige Bürger, die ihre Interessen tatsächlich wahrnehmen. Die jetzt anstehende „neue Aufklärung“ – die Medienrevolution des Internet – hat die Aufgabe, den Würgegriff der transatlantischen Kriegs- und Besatzungspresse zu lockern.

    Dazu fällt mir Prof. Dr. Rainer Mausfeld ein, der ein Gespräch mit KenFM geführt hat:
    https://www.youtube.com/watch?v=OwRNpeWj5Cs

    Übrigens ein absolut sensationelles Gespräch auf allerhöchstem Niveau! Pflichtprogramm für jeden mündigen Staatsbürger. Die mit Zwangsgebühren finanzierten öffentlich-rechtlichen Propagandasender werden derartigen intellektuelle Stimmen nicht zu Wort kommen lassen. Mausfeld stellt im Rahmen dieses Interviews die These auf:

    „Die Medien liefern den Eliten und dem Staat, daher kommt die große Verflechtung, den Rahmen für die Operationsweise der Eliten. Die Medien haben nicht die Funktion, die Wahrheit zu sagen. Das Wort „Lügenpresse“ ist ein gefährliches Wort, weil es schon wieder die Aufmerksamkeit in eine Richtung zieht, wo sie ziemlich schnell (wirkungslos) verdampft.

    Die öffentliche Diskussion um die „Lügenpresse“ ist also elementarer Bestandteil der staatlichen Eliten-Propaganda, um die Bürger erneut für dumm zu verkaufen. Der Begriff suggeriert nämlich, dass die Massenmedien (zumindest überwiegend) eben nicht lügen, sondern unparteiisch, ausgewogen und wahrhaftig berichten und informieren.

    Aber das tun sie gegenwärtig nicht und das haben sie auch zuvor noch nie getan. Sie liefern sprichwörtlich die in der Analyse beschriebene alternative Zombierealität, die auf der tatsächlichen Weltbühne gar nicht existiert. Eine untote Schimäre, die mittlerweile so gegenwärtig ist, dass sie von ihren Produzenten selbst geglaubt wird. Die Hofnarren und Gaukler der Elite schmoren regelrecht im eigenen Saft. Mittlerweile ist jedoch ein Ausmaß erreicht, dass diese Leute ihrer eigenen Propaganda auf den Leim gehen.

    Ich hoffe sehr, dass dieser grandiose Artikel die ihm gebührende Fortsetzung erhält. Je nachdem, wie weit die beiden Kontrahenten USA und Russland noch weiter die Eskalationsleiter empor klettern, könnte ein Blick hinter die Kulissen der transatlantischen Besatzungspresse (überlebens-)notwendig sein.

    Wir haben jetzt schon mehrere sehr sehr interessante Partien auf dem Schachbrett gesehen, die dieser Blog hervorragend ausgeleuchtet hat. Sei es die Interessen der Großmächte, die allgemeine Konfliktlage in der Ukraine und anderen vom Westen überfallenen Staaten, die allgegenwärtige Zombierealität der Medien oder die EU 2.0.
    Die nächste Runde der Partie steht garantiert und aller spätestens in knapp drei Wochen an: Wenn in den USA am 8. November die Karten (zumindest für die Zombie-Öffentlichkeit) neu gemischt werden. Das amerikanische Volk ist wahrlich nicht zu beneiden. Sie haben unter zwei schlechten Alternativen die Wahl zwischen Pest und Cholera.

    Aber das tut eigentlich nichts zur Sache. Wichtig ist nur, dass die Eliten anschließend vier Jahre lang ihre Ruhe vor dem „Pack“ haben und sich wieder anständig austoben können. Sollte es Clinton schaffen, nach der Krone zu greifen, muss Herr Lawrow noch einmal alle Register seines diplomatischen Geschicks ziehen. Wobei die Hoffnung wahrscheinlich geradezu naiv ist, dass Trump der weniger gefährliche Mann werden wird.

    Noch einmal meine Hochachtung. Danke für diesen Artikel.

  44. Bleibtgeheim sagt:

    Uneingeschränktes Kompliment.

  45. Argonautiker sagt:

    Im Grunde schließe ich mich dem allgemeinen Tenor an. Klasse Artikel.

    Wo ich mich nicht anschließe, ist diese durch Rußland gewonnene Schlacht als das Ende des Krieges anzusehen.

    Zur Aussage:
    „Das Pentagon gibt sich verbal härter als das Weiße Haus oder das Außenministerium. Aber es steckt nicht viel dahinter.“

    Hier könnten Sie sich täuschen, denn wie auch Sie erkannt haben, die USA sind nicht so homogen wie es scheint, auch in ihnen wirken Kräfte, vorwiegend finanzieller Natur, die diesen Krieg wollen, weil sie daran verdienen werden, und weil das Dollarsystem zu Ende ist, und zerstört werden muß, damit etwas neues installiert werden kann. Diese Kräfte werden sich nicht scheuen die Dinge weiter eskalieren zu lassen.

    Es gibt globalisierende Kräfte, welche die Welt in einem großen Krieg zusammenschmelzen lassen wollen. Und sie haben es eilig, denn sollte der Dollar vor dem Krieg zusammenbrechen, haben sie alles verloren, weil sie kein funktionierendes Werkzeug mehr haben, was zieht, mit dem sie Andere nach ihrem Willen manipulieren können.

    Bricht der Dollar zusammen bevor dieser Krieg nahezu entschieden ist, dann haben sie den Steuerknüppel verloren und der Ausgang ist ungewiss. Natürlich wird man bipolar investiert sein, also auch beim östlichen Gegner, China Rußland, aber ich schätze, daß diese Seite ungewisser ist. Die USA sind nicht die, die die unipolare Macht anstreben, die Monopolisten benutzen auch sie lediglich.

    Das derzeitige Wechseln der Seiten, siehe Türkei, und das Verhalten von Merkel, ist Kennzeichen dafür, wie kurz wir vor einem Krieg stehen, denn das ist die Taktik der hinter den Staaten wirkenden finanziellen Manipulatoren. Es wird alles daran gesetzt, daß die Staaten aus dem Gleichgewicht kommen. Das geschieht mittels Subvention und Sanktion. Zuckerbrot und Peitsche.

    Es handelt sich hüben wie drüben um ein Gezerre. Auch das Erdogan nun an Putins Seite bleibt, ist längst nicht gesagt. Und ob Putins offerte ihm dabei zu helfen einen Kurdenstaat zu verhindern, ethisch so richtig ist, wage ich mal zu bezweifeln. Zu mindest für die Kurden dürfte sich das nicht so gut ausgehen, und die hätten meines Erachtens einen eigenen Staat verdient, wie auch die Palästinenser, die Basken, und all die Anderen auch, die gerne nach eigenen Regeln leben möchten.

    Auch das Gleichnis von den USA als König, ist zwar ein schönes Bild, aber die wahren Könige sind die globalen Großkonzerne und die sind im Westen nicht in der Hand der Politik, im Osten jedoch teilweise schon, auch wenn man uns das als demokratisch unterjubeln will. Ich kenne sowohl China, wie auch Rußland ein wenig, weder in dem einen noch in dem Anderen Land sind oppositionelle Stimmen gerne gehört, auch wenn das in der Selbstdarstellung nach Außen meist anders vermittelt wird. Ob ich jetzt also darüber glücklich sein soll, wenn Putin einen Strike erlangt hat, wage ich mal zu bezweifeln. Und ob König Obama nun schwächelt, dürfte den Globalisten, die einen Krieg wollen, herzlich egal sein.

    Putin will vielleicht wirklich nur am Tisch der Macht einen Platz haben, und nicht, um in ihrem Bild zu bleiben, des Königs Platz einnehmen, das weis man aber nicht, sondern das ist nur Spekulation, aber er will auf jeden Fall, daß das System der Macht auf der Welt etabliert bleibt, und das tut den Menschen nur so lange gut, wie er für die jeweilige Macht ist. Siehe Kurden, denn die werden gerade ohne zögern von ihm geopfert. Putin jetzt so zu glorifizieren, und sein Freilassen von Wildpferden als echtes Gefühl zu werten, und nicht ebenfalls bloß als eine Propaganda, deutet auf mehr Sympathie hin, als eigentlich notwendig.

    Trotzdem Klasse Artikel. Die letzten 14 Tage jedoch als die entscheidenden zu sehen, halte ich in jeglicher Hinsicht für viel zu verfrüht. Es ist eine Wende eingetreten, denn es ist nun seitens Rußlands wesentlich aggressiver geworden.

    Dieser Kampf der hier tobt ist jedoch kein Kampf der Nationen gegeneinander, sondern die Globalisten sitzen in nahezu allen Ländern, angeführt durch die Zentralbanken, und wirken aus ihnen heraus, indem sie die natürlichen Feinde gegeneinander hetzen, deswegen ist es auch nur sekundär von Bedeutung ob ein nationaler König schwächelt, das wird die Welt nicht mehr befrieden. im Gegenteil sie wankt ein wenig mehr Richtung Konfrontationsausbruch.

    • Ach‘ (ät) Argonautiker, warum denn ‚typisch kosmopolitisch, sprich rumtreiberisch‘ in die Ferne schweifen (C. DICKENS:“ Man Gründe bestmöglichst einen Verein ‚Zur Versorgung Negers mit Taschentüchern‘), denn als Schottisch-Preußischer stehen mir die Reichsdeutschen erheblich näher! Noch Fragen?

      • rolf sagt:

        Man oh man(ät)…ihre Schwafelei kann einem manchmal ganz schön auf den Keks gehen…
        nun habe ich zwar keine Problem ihren Sprachschatz nachzuvollziehen, aber hier artet ihre Blödelei aus…
        schreiben Sie so das es auch der Normaldeutsche es versteht….ihre Bildung in allen Ehren…sie müssen früher große Probleme gehabt haben mit Akzeptanz…
        noch fragen???

    • rolf sagt:

      Nur ganz klein…Putin ist an keines Seite…nur an einer….und das ist Russland….
      Dieser Mann ist das Schwert des russisches Volkes und seiner Militärmacht….diese wächst ständig….
      alle andere ist nur Annahme….unbezwingbar und tödlich….

  46. navy sagt:

    Indonesien, Philipien, Indien, Pakistan, Ägypten, Irak, kaufen alle nur noch Russen Waffen, denn den US Schrott, oder gar denn Deutschen Flugzeug, Hubschrauber, Panzer Müll kauft niemand.

    Die NATO verliert ihre Waffen Absatz Gebiete, was ebenso eine Kathastophe ist für die NATO Kriegs Maschine

  47. Joachim Fisch sagt:

    Mein lieber Mann! Alexander!
    Ich bin dankbar für diese Analyse. Sie birgt auf jeden Fall Hoffnung.
    Obwohl – entschieden ist noch nichts, besonders im Hinblick auf die anstehende Wahl in den USA. Die politische und somit auch militärische Krise schwelt weiter.
    Dazu kommen der ökonomische und der ökologische Aspekt. Gewonnen haben „wir“, die lebenden Wesen, noch lange nicht.

  48. Lallajunge sagt:

    Eine hervorragende Analyse, allerdings könnten einige Details vielleicht auch etwas anders sein. Aber grundlegend getroffen und absolut entlarvend. Ein Pflichtbeitrag für alle denkenden Deutschen.

  49. Charlotte sagt:

    Seit dem 4.10. habe ich täglich hier vorbeigeschaut und mich gewundert,
    dass ’nichts weitergeht ‚ und nun
    DAS!
    Ich danke Ihnen, dass Sie sich eine solche Arbeit gemacht haben und auch mir, als politisch bis vor kurzer Zeit, komplett Blinde, ein großes Stück die Welt zu meinem Verständnis, erklärt haben!
    Obwohl ALLES offen ist, habe ich die Zukunft,
    DANK Ihnen, etwas hoffnungsvoller im Blick!
    Bitte mehr!
    Und Ihnen alles erdenklich Gute!

  50. Torsten sagt:

    Hervorragende Arbeit. Ein herzlichen Dank für „ein kleines Märchen“.

  51. ped43z sagt:

    Zuvor, danke nochmal Analitik, für diese tolle Analyse, die wertvolle Erkenntnisse vermittelt und trotzdem zur Diskussion anregt.
    Was mir beim Lesen Ihres Artikels endgültig klar geworden ist, das ist der unschätzbare Wert von Primärquellen. Das werde ich für mich zukünftig noch stärker berücksichtigen. Und wie wertvoll der Blick herauf ist:

    Was haben Politiker zu einem Thema gesagt und wie haben die Medien darüber berichtet.

    Über diesen Weg rückt die Analyse mehr an die Menschen heran, man erfährt wie sie ticken und kann aus ihren Verhaltensmustern erahnen, wie sie bestimmte Situationen für sich verarbeiten (werden). Man lernt die Komplexität des Systems hinter ihnen kennen und damit die Komplexität des Denkens der Vertreter, ihres Zwiespalts, ihrer Überforderung. Das für eine Analyse zu nutzen, haben Sie hier vorbildich – und zur Nachahmung empfohlen – demonstriert.

    Den Titel “Willkommen in der multipolaren Welt“ haben Sie elegant gewählt, sagt er doch nicht, dass es eine solche Welt zuvor nicht gab. Der Weg in diese Welt wurde genau zu jenem Zeitpunkt begonnen, als zur Jahrtausendwende die USA ihr Konzept der unipolaren Welt (Full Spetcrum Dominance) voll ausreizten. Sie haben mit der dazu gehörigen Politik den Druck auf die Welt erhöht, genau ihr selbst überhebendes, in Ignoranz und Arroganz verharrendes Weltbild nicht mehr als für die Welt Gültiges zuzulassen.

    So dramatisch die Kosten des Erhalts „Der einzigen Weltmacht“ für die Menschen waren, so wertvoll ist die glasklar daraus zu schließende Erkenntnis, dass „Die einzige Weltmacht“ im Sterben liegt. Nicht die USA, nicht ihre Menschen, aber ihr schräges Bild, das Gute per se zu sein und wie Gottvater über die Welt zu wachen.

    Im dialektischen Sinne sind die offen gelegten fatalen Fehler eines hegemonistischen Systems mehr als augenfällig. Das „Experiment“ hat ergeben, dass ein anderes System getestet werden muss. Nun stehen Herrscharen von Nutznießern dieses Systems mit ihrem Opportunismus, ihrer in Stein gemeißelten Ideologie, ihren Schwarz-Weiß-Bildern, vor der Herausforderung, das zu begreifen. Und dazu gehören nicht nur die „Großen“ der Welt, sondern auch wir. Das ist eine anspruchsvolle Aufgabe.

    Aus meiner Sicht kommt die mulitpolare Welt auf leisen Sohlen daher, was auch völlig verständlich ist, denn es ist – bisher und möge es so bleiben – ein friedlich kooperatives Konzept. Das macht um so mehr Mut, weil ja trotzdem in den Köpfen der Menschen die Matrix des Kapitalismus tief verankert ist.
    Wir brauchen also eine mulitpolare Welt dringend, um die Problem der Menschheit überhaupt angehen zu können. Und wir brauchen sie, um die Möglichkeit eines Änderns der Matrix zu ermöglichen.

    Insofern bin ich von den russischen Spitzenpolitikern schlicht fasziniert, sie sind ein Glücksfall für die Welt und gerade die westeuropäischen Eliten sollten sich langsam klar werden, dass es einen solchen Glücksfall vielleicht so schnell nicht wieder gibt. Man muss das ja alles auch im Kontext der wirtschatlichen und politischen Probleme sehen, die Russland im eigenen Land trotzdem hat.

    Ich liebe den Vergleich zwischen kooperativen Spielen und konkurrierenden Spielen. JEDES Spiel an sich kann auf beide Weisen praktiziert werden. Das teilweise Skurrile am aktuellen Politik-Spiel auf der Weltbühne ist das Erscheinen von Teilnehmern (des Spieles Politik) mit völlig qualitativ unterschiedlichen Herangehensweisen an Politik. Daher auch meine Ansicht, dass Begriffe wie „Kräftemessen“ oder „Eskalation“ oder „Machtpoker“ nicht so recht das abbilden, was wir seit ein paar Jahren erleben, warum?

    Die USA sehen Russland als Konkurrenten, übrigens sehen sie auch China als Konkurrenten, ja sogar Deutschland und Frankreich. Sie sehen alle als Konkurrenten. Sie betreiben das politische Spiel als ein konkurrierendes Spiel. Konkurrenz gebietet geradezu, dass es letztlich nur einen Sieger geben kann. Das ist nichts anderes, als das, was im Prinzip des Hegemonismus verankert ist. Auch Deutschlands Politik ist hegemonistisch, auch Frankreichs.

    Solch eine Politik ist aber natürlich pathologisch. Sie muss unehrlich sein, sie muss tricksen, hintertreiben. DE und FRA erkennen natürlich im Machtspiel ihrer (schwächere) Position und ordnen sich unter. Herrschen und Unterwerfen, ein pathologisches Prinzip. So funktioniert das Spiel. Alles was möglich ist, wird getan. Daher ist Moral und Ethik auch nur Werkzeug im Spiel, muss es sein. Derzeit prüfen die Westeuropäer ihre Rollen als Vasallen der USA. Meine Frage dazu: Ist das eine andere Politik?

    Und? Welches Spiel ist das Russlands? Russland ist nicht die auferstandene Verkörperung des Guten. Russland hat auf der geopolitischen Bühne nur einfach ideale Voraussetzungen, um ein kooperatives Politik-Spiel zu betreiben. Das Land hat alle Ressourcen, es hat die Menschen, es hat Technologien, Fläche. Dieses Land kann sich derzeit (und in naher und mittlerer Zukunft) selbst genügen. Es kann seine Probleme im Innern lösen und sein Kapitalismus kann im Innern noch eine ganze Weile expandieren – und na ja – vielleicht besinnen die Menschen sich ja so langsam auf was besseres, z.B. den Ersatz von wirtschaftlicher Konkurrenz als Gesellschaftsentwurf durch kooperatives Wirtschaftssystem.

    Denn das kooperative Spiel zeigen zunehmend Spitzenpolitiker Russlands, Chinas, des Iran (meine bescheidene Sicht). Deshalb nennt Russland die USA einen Partner. Es weist darauf hin, dass es Politik nur als kooperatives Spiel anerkennt und sagt:

    „Wir nehmen Verantwortung wahr, wir halten uns an das Völkerrecht, wir kommunizieren mit euch, wir halten uns an Vereinbarungen. Und als Partner die wir beide sind, gehen wir davon aus, dass ihr das auch tut! Wenn ihr es nicht tut, dann weisen wir alle darauf hin, aber wir leben hier nicht das Prinzip des So du mir, so ich dir. Es gibt für uns alle in dieser globalisierten Welt derzeit keinen besseren Weg als Kooperation, also gehen wir ihn. Aber wir sind nicht naiv. Wenn ihr uns angreift, werden wir uns zu wehren wissen. Auch diesbezüglich könnte ihr auf unsere Verlässlichkeit zählen. Versucht es nicht erst, ihr schiebt damit nur eure eigenen Probleme vor euch her, wir wissen das.“

    Das Credo: „So ist eben Politik“ – Betrügen, Intrigieren, Lügen, Hintergehen; es gilt nicht mehr. Denn es ist nur eine Form von Politik. Aber es gibt eben auch eine ehrliche, offene, kooperative, Vertrauen schenkende und Verantwortung wahr nehmende Politik. Eine solche Politik ist auch empathisch. Sie schenkt die Gabe des Verstehens. So interpretiere ich Russlands Politik der Gegenwart. Die Russen haben jeden, wirklich jeden Schritt, gerade in Bezug auf Syrien, mit dem Völkerrecht gekoppelt, mit der UN und dem Sicherheitsrat besprochen und sich akribisch an Vereinbarungen gehalten – und das immer und immer wieder nach draußen kommuniziert.

    Sie hätten die Möglichkeit eines Alleinganges in Syrien gehabt, das halte ich für sehr realistisch. DAS wäre die Eskalation gewesen. Erinnert sich der Leser an die Diskussionen in vielen Blogs, die sich lieber gestern als heute gewünscht hätten, dass die Russen es den Gegnern Syriens mal so richtig zeigen? Immer wieder wurde Russland, wenn es Waffenstillständen zustimmte, ja sie selbst vorantrieb, Schwäche vorgeworfen. Schwäche ja, aber nur im Kontext eines konkurrierenden Spieles!.

    Das ist eben die große Frage, ob es sinnvoll ist, Testosteron-geschwängert die eigenen Vorstellungen umszusetzen – und sich dabei gut zu fühlen. Oder eben mit Verstehen, Geduld und viel Arbeit einen echten Konsens, einen positiven Extrakt aus den verschiedenen Ausgangsvorstellungen zu gewinnen – und sich dann aber mit dem Anderen dauerhaft viel besser zu fassen.

    Zusammenfassend möchte ich sagen: Russland eskaliert gar nichts. Die Russen setzen konsequent ihre Politik fort und helfen damit der US-Politik ungemein. Alles was die Russen in den vergangenen Jahren gegenüber der „Einzigen Weltmacht“ zugesagt, versprochen haben, das haben sie eingehalten. Und das tun sie heute weiterhin, sie sind niemals wortbrüchig gewesen. Und die Hand, auf die schon so oft geschlagen wurde, sie bleibt ausgestreckt.

    Russlands Politik ist ein Glücksfall und ich wünsche uns allen, dass wir das Beste draus machen.

    Herzliche Grüße an alle, ped43z

    PS: Bsp. für konkurrierende Politik (Marke Schumpeter und das über konkurrierende Spiele betriebene Prinzip von Macht und Herrschaft, siehe hier
    https://peds-ansichten.de/2016/10/tuerkische-gratwanderungen-6/

  52. Wiebke sagt:

    Danke für diesen Artikel. Er macht mir Mut und Hoffnung

  53. Blechmann sagt:

    Eine Multipolare Welt, in dem Sinne, dass wie im Kalten Krieg, es zwei im wesentlichen gleichstarke Pole gibt, USA und Russland, sehe ich noch nicht. Russlands Verbündete: Jugoslawien, Ukraine, Syrien, werden von den USA hart bedrängt. Politisch und militärisch. Ein großer Erfolg für Putin, keine Frage, wenn er diese Angriff abwehren kann. Was ihm aber weder in der Ukraine noch in Syrien bisher abschließend gelungen ist. Es geht mühsam voran.

    Wichtig für die USA ist die großen Vasallen, die G7 Staaten, bei der Stange zu halten, und die stehen bisher treu zum König. Die G7, aka „der Westen“, erzeugen über die Hälfte des Welt-BSP, solange die das System USA wollen, wird auch ein Verlust Syriens und der Ukraine für die USA an der Machtbalance nicht viel ändern.

  54. Paleene sagt:

    Auch von mir den allerherzlichsten Dank für diesen Artikel und die Mühe, die es wohl gekostet hat, ihn zu schreiben! Bei der Lektüre haben sich einige „Knoten“ in meiner Gedankenwelt gelöst. 😉 Sehr gefreut habe ich mich auch über die wiederholten Erinnerungen daran, doch bitte Originalquellen zu lesen (fühlte mich ein wenig ertappt).

  55. Alberto Sarno sagt:

    Grundgütiger. Mit einem derart beeindruckenden Artikel, wie diesem, rechnete ich schon seit geraumer Zeit nicht mehr. Kurz gesagt: Eine Zusammenfassung der letzten geopolitischen Geschehnisse, auf qualitativ-diplomatischer Ebene, vor Allem nicht aus dem verzerrendem Blickwinkel der sog. „Qualitätsmedien“ und in einer, dem interessiertem Leser vorgetragenen Sprache, die ihn nicht als einen sog. „Zombie“ abqualifiziert. Meine Anerkennung unter Nennung meines vollen Namens.

  56. Helga Müller sagt:

    Danke an Russland und danke an seinen Außenminister Lawrow.
    Ich (wir) werde nie versuchen, den selbstgerechten Westen zu verstehen.
    Meine (unsere) Hoffnung ruht allein auf Russland

  57. vizero sagt:

    Bin zum 1. Mal hier, habe den Artikel mit einer gewissen Freude gelesen- ist alles sehr schlüssig.
    Aufgefallen ist mir nur ein kleiner Übersetzungsfehler bzw. Interpretationsfehler:
    Kirby sagt:
    I don’t have specific information on that particular event. I told you before, I tried to research that before coming out here. I don’t have any specifics. But that doesn’t eliminate the fact that in this week alone, since Monday, we know of at least two attacks on hospitals and that over the last two weeks almost 400 people have been killed.
    Kann sein, dass er da die Russen meint, aber er hat sie nicht erwähnt, was in dem Zusammenhang vielleicht auch nicht ganz unwichtig zu sein scheint.
    Ansonsten ein hervorragender Artikel.

    • Tja (ät)vizero, erinnert mich doch glatt an den 20-er Jahre Slapstick „Ein Schornsteinfeger fällt in den Schnee, bla, bla, bla…“ wo draus ein berühmter Talmudist neuzeitlich „Gerechtigkeit“ sublimiert! Noch Fragen?

  58. vizero sagt:

    Ergänzung: Hier wird das, was Professor Mausfeld (Warum schweigen die Lämmer) erzählt, wunderbar veranschaulicht.

  59. Hanno sagt:

    Etwas ist immer faul, wenn ein Artikel kritiklos hingenommen und über alle Maßen gelobt wird.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Best%C3%A4tigungsfehler

    „Ein Bestätigungsfehler (engl. confirmation bias) ist in der Kognitionspsychologie die Neigung, Informationen so auszuwählen, zu ermitteln und zu interpretieren, dass diese die eigenen Erwartungen erfüllen.“

    • Tja (ät) Hanno, selbst für den weltberühmten Psychiater RETHY ist seine Disziplin nur bedingt Wissenschaft zu nennen, von Psychologie zu schweigen und der „Lügenpedia“ zitiert: 6 sprich Sechs, setzen! Noch Fragen?

  60. Penryn sagt:

    Die Bundesschraube möchte sich für härtere Sanktionen gegen Rußland in der EU stark machen – den Beistand von Obomba hat sie, wird berichtet – siehe Sputnik News. Ich dachte, die EU hätte genügend eigenen Schaden mit diesen Sanktionen angerichtet. Will man die EU nun noch schneller vom Erdboden verschwinden lassen oder warum macht diese völlig inkompetente Person schon wieder solchen Unfug? Das Bild, was bei Sputnik News dazu als Aufmacher dient, paßt zu diesem Zombie.

    • kein Plan sagt:

      Jo,die Raute bildet zusammen mit dem Transatlantiker Özdemir die Fraktion Sanktionen und Kriegsgebrüll.
      Hintendrann hängen natürlich die ganzen Bundestags und Landtagsabgeordneten dieser Kriegspartein und Geifern feste mit.
      Am besten die begehen Selbstmord,aber irgendwie hören die nicht auf mich.
      Ich wäre froh wenn die Brut weg wäre und zwar komplett.
      Wir sind intelligent genug um Selbstbestimmt leben und arbeiten zu können,alle zusammen, ohne den ganzen Blut und Boden Wahn zum nutzen einiger weniger.

      • Analitik sagt:

        „Ich wäre froh wenn die Brut weg wäre und zwar komplett.“

        Für jeden Teilnehmer dieser „Brut“ nennen Sie bitte eine andere Person, die Sie für besser geeignet halten.

        Sonst wandern Sie auf den Spuren der ukrainischen Euromaidaner und anderer vom Teufel verführter Völker. Die Zauberformel „Unsere Regierung ist schlecht, also muss sie weg“ ist nämlich vom Teufel, denn sie klingt süß, klammert aber aus, was danach kommen soll. Danach kommt immer etwas noch schlechteres. Es sei denn, Sie haben konkret etwas besseres vorbereitet. Haben Sie das?

        • Ira sagt:

          „noch Schlechteres“ – geht das? Ist das wirklich noch steigerbar?

          • Analitik sagt:

            Es ist noch sehr weit steigerbar. Schauen Sie sich beispielhaft die Ukraine an, die angeblich so unerträglich war unter Janukowitsch. Unter der teuflischen Losung „Der Präsident muss weg!“ wurde er weggeputscht und alles wurde noch sehr sehr viel schlimmer.

            Und Deutschland ist einige Meilen bessergestellt als die Ukraine unter Janukowitsch. Das Potential nach unten ist in Deutschland rieeeeesig. Die Deutschen sind sich vielleicht nicht bewusst, wie gut sie es materiell haben, wie sicher es hier ist. Nun… wer zu dumm ist aus fremden Fehlern zu lernen, der lernt zwangsläufig aus eigenen Fehlern. Nur Mut!

            • Ira sagt:

              @ schlimmste Politik
              Ich rede von der verantwortungslosen Politik der EU-Regierungen, die jeden Irrsinn, der in Washington/ Brüssel ausgeheckt wird und die Sicherheit Europas / des Globus´ gefährdet, mitmacht, die Putschisten in der Ukraine etc. gehören genau zu dieser verantwortungslosen Mafia, deren „Spielchen“ wir satt haben!

              Natürlich geht es denen „gut“, zu deren Gunsten die Gelddruck-Schulden-Austeritäts-Politik läuft, aber das ist eine extrem kurzsichtige, bösartige und gefährliche Politik, wie sie schlimmer nicht geht, sie läuft nach Junckers Muster:

              „Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter – Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.“

              Und diese weltweit agierende, hinterhältige Mafia ist schlimm im absoluten Superlativ:
              in Jugoslawien oder der Ukraine war die deutsche Regierung willigst mit von der Partie – dort wurden brutal Fakten geschaffen, ebenso in Libyen, Afghanistan, Irak, Syrien, Mali, Somalia usw.

              • Analitik sagt:

                Und haben Sie dem Außenminister einen Brief geschrieben und ihn darauf aufmerksam gemacht, dass Sie mit dieser Außenpolitik nicht einverstanden sind?

            • Rolf Böttger sagt:

              Das dürfte wohl nun doch etwas zu kurz gesprungen sein…der Vergleich mit der Ukraine ist mMn total unpassend….auch wenn Namen nicht sofort parat sind, heisst das noch lange nicht das die BRD ins Chaos verfällt…im Gegenteil…das ist genau das Argument was ziehen soll um ja keine konsequenten Änderungen vornehmen zu können…ich bin vollkommen anderer Meinung…

        • RotterDamm sagt:

          @analitik
          In der polnischen Sprache gibt’s sogar ein bekanntes Sprichwort: Po zlym panie gorszy nastanie. Frei übersetzt: Nach dem schlechtem Herrn kommt einer der noch schlechter wird.
          Wie ich vermute, würden Sie auf Transformation der hiesigen Verhältnisse, statt revolutionieren Änderungen, setzen. Da Ihre Ansichten sehr überlegt/reif sind und ich sie sehr schätze, würde mich brennend interessieren welche Schritte würden Sie als notwendig und sinnvoll erachten. Selbstverständlich nehme ich an, dass Sie selbst gesellschafliche Veränderungen für notwendig halten.
          Herzlichst
          RotterDamm

          • Analitik sagt:

            Ich habe mal vorgeschlagen, dass die Menschen, denen nichts an der Regierung passt, der Regierung einen Brief schreiben und als ersten Schritt mal sagen, was ihnen nicht passt.

            Schon der Vorschlag dieses ersten, unfassbar einfachen Schrittes, ist auf empörten Widerstand gestoßen. 🙂

            Gesellschaftliche Veränderungen sind notwendig und es wird sie geben. Solange die einfachen deutschen Bürger sich aktiv dagegen wehren, die Veränderungen mitzugestalten, werden die Veränderungen von oben diktiert.

            Ich bleibe weiter beim gleichen einfachen Vorschlag. Wer unzufrieden ist, muss anfangen, diese Unzufriedenheit nach oben mitzuteilen. Das ist ein nicht ersetzbarer, nicht überspringbarer Schritt. Wenn man ihn macht, ergeben sich die nächsten Schritte fast von selbst. Man kann es kompliziert machen und sich große Pläne überlegen, aber am Ende kommt man nicht umhin, seine Unzufriedenheit mit dem bestehenden System nach oben mitzuteilen. Man kann nicht daran vorbei, wenn man von unten etwas verändern will.

            • kein Plan sagt:

              Zustimmung!

              Gegen Änderungen wehren sich nur jene die glauben etwas zu verlieren.
              Geld,Einkommen,Besitz,Macht über Besitz usw.
              70 Jahre Antikommunismus lassen ja bekanntlich selbst den Niedriglöhner noch glauben besser als der Hartz 4 Empfänger zu sein.
              Was fehlt ist politische und ökonomische Bildung.Es fehlt der Masse der Menschen schlicht das Wissen um alternativen.

            • Texmex sagt:

              Ich habe genau das getan, nicht an die polnische Juedin Anjela Kazmierczak-Jentsch alias Kasner-Merkel-Sauer alias IM Erika sondern an meinen ehemaligen Militaer- und Studienkollegen M.Roessler als Parlamentspraesi im Saechsischen Landtag. Reaktion :NULL

              • Analitik sagt:

                Sehr gut! Wenn er nicht reagiert, schreiben Sie ihm noch mal und fragen nach, was denn nun ist. Wenn er nicht reagiert, schalten Sie ein paar Freunde dazu, die auch schreiben. Aber nicht alle den gleichen Wortlaut, sonst ist es sinnlos.

                Und einem anderen Politiker können Sie auch noch schreiben.

                So läuft das. So und nicht anders. Was haben Sie erwartet? Dass Ihre erste Mail die Welt verändert? Nein, man muss der Politik beharrlich auf die Füße treten, damit sie sich bewegt.

                Es ist sehr schön, dass Sie den Anfang gemacht haben.

              • Landfrau sagt:

                Vielleicht beim Naheliegenden anfangen, den örtlichen Bürgermeistern/Gemeindevorstehern, …
                einen Brief schicken, 5 Briefe, 50 Briefe. Je mehr Menschen in der Gemeinde mitmachen,
                desto mehr Gedanken um sein Amt wird sich der BürgerMeister ggf. machen und in die Handlung gehen – oder die Menschen setzen ihn rigoros ab,
                wenn er kein Volksvertreter mehr ist und sein Amt zusammen mit den Gemeinderatsmitgliedern nicht wahrhaft ausfüllt.

        • kein Plan sagt:

          Ich sprach ja von Selbstverwaltung,Selbstbestimmten Leben und arbeiten oder?
          Ein langer Weg dahin mit Staatsgläubigen Untertanen die sich nach Führung sehnen.
          Ein Anfang wäre:
          Kommunalisierung und Demokratisierung von
          Energie-, Wasser- und Wohnungswesen, von
          Transport-, Kommunikations-
          und Lebensmittelversorgung;

          Kommunalisierung und Demokratisierung des B
          ildungswesens. Einheitliche polytechnische
          Bildung für Alle bis zum 18. Lebensjahr;

          Freiheit der Information, der Rede,
          der Versammlung und der Organisation;

          Abschaffung des Beamtentums;
          Trennung von Staat und Kirche. Abschaffung der Kirchensteuer;
          Sofortiger Abzug aller deut

          schen Soldaten aus dem Ausland. Austritt aus der Nato.

          Gleicher Lohn bei gleicher Arbeit;

          Mindestlohn in Höhe von 50% des Durchschnittslohns (derzeit 21,42 Euro);

          Abschaffung der Hartz-Gesetze. Arbeitslosen
          geld für die Dauer der Arbeitslosigkeit;

          Beschränkung der Nacht- und Schichtarbeit auf Be
          triebe, in denen sie aus technischen oder
          sozialen Gründen zwingend erforderlich ist. Üb
          er alle Abweichungen vom Normalarbeitstag
          entscheidet die Belegschaftsversammlung;

          Normalarbeitszeit 6 St
          unden an 5 Wochentagen;

          Rente mit 60;

          Öffentlichkeit aller betrieblichen
          Daten für Unternehmensangehörige;

          Streikfreiheit;

          Volle Selbstverwaltung der Sozialvers
          icherungen durch die Versicherten;

          Das wären schon mal einige Vorschläge,welche umgesetzt der Bevölkerung einiges an Selbstbestimmung zurückgeben würde.
          Natürlich nur ein Anfang.

          Der Staat ist das Machtinstrument der herrschenden Klasse und diese sind gewiss nicht wir.
          Wenn wir uns Macht zurückholen wollen,müssen wir wohl oder übel alles in Frage stellen und da bleibt innerhalb der kapitalistischen Verwertungslogik (Krieg ist ein Teil dieser) kein Platz für neues.
          Deine Vorschläge Personen an der Macht gegen bessere auszutauschen bewirken ohne eine Änderung der Ökonomischen- und Eigentumsverhältnisse gar nichts!

          Ich sehe keine Partei oder politische Person die o.g Forderungen durchsetzen kann oder will.
          Niemand von denen ist bereit die herrschenden Verhältnisse in Frage zu stelle,da alle den Verlust von Privilegien befürchten.
          Wenn die also reiherum Selbstmord begehen würden,wäre das keinerlei Verlust.

          • Analitik sagt:

            „Ich sehe keine Partei oder politische Person die o.g Forderungen durchsetzen kann oder will.“

            Wenn wir keine Kraft im Land haben, die bereit und gewillt ist, ein alternatives System zu implementieren, wozu dann das bestehende System zerstören? Das bestehende System funktioniert. Wenn wir es zerstören und niemand da ist, der etwas anderes aufbaut, wird es uns schlechter gehen. Das können Sie mir nicht mit unerfüllbaren Träumen schmackhaft machen, egal wie schön diese Träume sein mögen.

            Teile dessen, was Sie vorschlagen, lassen sich im heutigen System umsetzen. Damit sollte man anfangen. Ich frage mich zum Beispiel, warum niemand eine Versicherung gründet, die ihre Gewinne nicht an Auktionäre ausschüttet, sondern an die Versicherten. So eine Versicherung wäre günstiger als die bestehenden AG-Versicherungen, wäre also konkurrenzfähig.

            • Peter Pan sagt:

              Analitik
              ich stimme Ihnen zu, wir haben diese Kraft nicht die das bestehende System abschaffen könnte. Das heißt aber nicht, daß das bestehende System gut ist. Das Problem sind sie Stacheldrähte die durch die Köpfe der Bürger mittels der Medienhuren gezogen werden. Wir werden unwissend gehalten, wir leben in einer Matrix.

              • ped43z sagt:

                @Peter Pan

                Warum wollen Sie die Mühe machen, das System abzuschalten?
                Ist es nicht sinnvoller, die kostbaren Ressourcen für Umgestaltung (NICHT im Sinne kreativer Zerstörung) und Neuschöpfung zu verwenden?
                Ein System, dass nicht mehr gebraucht wird, wird auch nicht mehr betrieben, es wird nicht mehr versorgt und schaltet sich daher irgendwann selbst ab. Das Gute des abgeschalteten Systems kann selbstverständlich gern einer sinnvollen Weiterverwendung zugeführt werden…

                Herzliche Grüße, Ped

            • Alex Illi sagt:

              Hallo Analitik.

              In welchem Rahmen ist Ihrer Meinung nach „das System“ reformierbar, ohne zu den von Ihnen genannten dysfunktionalen Zustaenden zu fuehren bzw. es zu zerstoeren?
              „Das System“ ist mir so weit gefasst, dass mir daraus nicht deutlich wird, ob Sie ueberhaupt irgendein buergerliches Engagement zu dessen Aenderung wuenschen oder ob Sie z.B. Aenderungen im demokratischen Rahmen anstreben.

              • Analitik sagt:

                „In welchem Rahmen ist Ihrer Meinung nach „das System“ reformierbar, ohne zu den von Ihnen genannten dysfunktionalen Zustaenden zu fuehren bzw. es zu zerstoeren?“

                Unter System verstehe ich in diesem Zusammenhang das kapitalistische Wirtschaftssystem, in dem wir leben. In Deutschland ist es die Variante „soziale Marktwirtschaft“, also Kapitalismus mit staatlich erzwungener sozialer Verantwortung.

                Das mit der staatlich erzwungenen sozialen Verantwortung wird gerade ausgehöhlt, aber es ist noch sehr weit davon entfernt, abgebaut worden zu sein. Deutschland hat sich auf Kosten seiner EU-Nachbarn gut gehalten. Der Abstieg ist in der Süd-EU viel gravierender. Es ist in Deutschland so schwer, die Menschen für Veränderungen zu begeistern, weil es Deutschland noch sehr gut geht. Menschen mögen Veränderungen nicht. Veränderungen werden in der Regel erst durchgeführt, wenn es brennt und weh tut. Wir in Deutschland sind davon noch weit entfernt. Die Menschen sehen daher, in der Mehrzahl, gar nicht ein, etwas verändern zu müssen – im Großen und Ganzen läuft es doch ganz gut bis jetzt. Und dass dieser Erfolg eine fragwürdige ethisch-moralische Basis hat, kann man sich mit Hilfe der Qualitätsmedien und unseres Bildungssystems problemlos ausreden.

                Aber wenn wir uns dennoch Gedanken über Veränderungen machen wollen, empfehle ich einen Blick nach Russland. Russland wurde Anfang der 90er kapitalistisch und Russland ist bis heute Teil des kapitalistischen Systems geblieben. Russland hatte übrigens einen völlig entfesselten Raubtierkapitalismus – Deutschland kennt diese Barbarei gar nicht. Aber in nur 15 Jahren hat es Russland geschafft, den Raubtierkapitalismus zu bändigen, soziale Standards wiederherzustellen, eine ehemals gar nicht vorhandene Mittelschicht aufzubauen. Alles im Rahmen des kapitalistischen Systems, ohne Revolution. Und alles unter dem Druck und der Einflussnahme des Westens, der diesen Wiederherstellungsprozess nach allen Kräften behinderte. Veränderungen im Rahmen des kapitalistischen Systems sind also sehr wohl und sehr weitreichend möglich. Der Staatsapparat muss sich einfach zum Ziel setzen, die Interessen der Bürger zu vertreten und diese Interessen nicht einseitig den Interessen der multinationalen Konzerne und des Finanzsektors zu opfern. Wenn so ein Ziel ins Auge gefasst ist, hat der Staat alle Möglichkeiten, es umzusetzen. Auch aus einer viel schlechteren Lage heraus, als der, in der sich Deutschland heute befindet. Was hindert beispielsweise Deutschland daran, die schädliche Privatisierung von Infrastruktur zu stoppen? Nur der fehlende Wille, es zu tun. Was hindert Deutschland daran, ein Gesetz zu verabschieden, dass nur Staatsdiener Gesetze schreiben dürfen? Nichts. Aber unsere Gesetze werden von Anwaltskanzleien und Banken geschrieben. Was hindert Deutschland daran, ein Gesetz zu verabschieden, dass alle abgeschlossenen Verträge mit der Wirtschaft veröffentlicht werden müssen? Nichts. Düsseldorf hat gerade einen Vertrag mit den Veranstaltern der Tour de France abgeschlossen, der Vertrag ist geheim. Natürlich ist er geheim, die Menschen wären empört, wenn sie die Bedingungen kennen würden, zu denen sich die Stadt Düsseldorf … benutzen lässt. Was hindert Deutschland daran, seinen gewaltigen Staats-Propagandaapparat zu verwenden, um Missstände aufzudecken und deren Beseitigung gegen das Gekreische der Lobby-Medien öffentlich zu legitimieren? Nichts. Außer den feindlichen Agenten, die sich in Regierung, Medien und Wirtschaft großflächig eingenistet haben. Solange sich die Menschen von diesen Agenten verarschen lassen, sich ein plumpes schwarz-weiss-Bild einreden lassen und ihre Energie darauf verschwenden, Russland für alle Übel dieser Welt zu beschuldigen, statt im eigenen Haus aufzuräumen; solange üben die Menschen nicht den notwendigen konstruktiven Druck auf die Politik aus, solange sieben die Menschen nicht diejenigen Politiker aus, die zu wenig für die Interessen deutscher Bürger tun.

                Man muss das kapitalistische System gar nicht einreißen, um eine Vielzahl von Dämlichkeiten zu eliminieren. Damit sollte man anfangen. Das kapitalistische System wird sich bald überlebt haben, aber was heißt schon bald? 10, 20, 30 Jahre? Oder gar 50? Bis dahin sollte man nicht tatenlos verweilen und alles den Bach runtergehen lassen. Die Zeit für einen Systemwechsel ist noch nicht da, wir müssen mit dem arbeiten, was wir haben. Das geht auch.

              • Alex. Illi sagt:

                Danke,
                alles klar!

              • Hans Ludwig sagt:

                @ Analitik:
                „Der Staatsapparat muss sich einfach zum Ziel setzen, die Interessen der Bürger zu vertreten und diese Interessen nicht einseitig den Interessen der multinationalen Konzerne und des Finanzsektors zu opfern.“ –
                das geht aber wohl mit einer von den US-Besatzern hier im Lande installierten Verwaltungsorganisation, die einen Staat nur simuliert und an deren Spitze reine Marionetten stehen, die ihre Befehle direkt vom „Thron“ bekommen, nicht.
                Also wie jetzt?

              • Landfrau sagt:

                Das Beispiel Düsseldorf ist gut gewählt, Herr Geisel ist Radfahrer und Arm in Arm mit den Wirtschaftsunternehmen – doch WER zahlt das Spektakel?
                Die Großunternehmen sicherlich nicht, denn die wollen die Sahne abschöpfen –
                die Kosten (bei 2/3 davon ist noch garnicht geklärt woher das Geld kommen soll) tragen die kleinen Steuerzahler.

                „Das System“ verschwendet im Großen das Geld des gemeinen Menschen und hier könnte angesetzt werden. Die Steuergelder dürften nur zu 10% nach Berlin gehen für den Erhalt der Infrastrukturen Deutschlandweit,
                den Rest verwalten Regionen/Zusammenschlüsse direkt bei sich zuhause – Dörfer würden erblühen, Schulen wider Spaß machen, Kinder wieder auf tollen Spielplätzen rumtoben und die Alten drumherum im Park aus ihrem Leben erzählen, …

            • tommmm sagt:

              weil der Mensch nicht so weit ist. Er ist weitgehend ohne humanistische Bildung und, man muss es leider sagen, die Indoktrinierung hat gewirkt, er ist voll von Neid.

              Es wäre aber ein interessantes Experiment und man könnte es als dieses mal durchspielen.
              Wie würden Sie anfangen?
              Ich würde den Part des Staates spielen und Sie wären nach einem Jahr komplett ruiniert, auch privat, versteht sich, allein schon für die Frechheit das System anzugreifen und ein positives Beispiel zu geben. (Wie die utopischen Sozialisten)

              • Tja ANALITIK, gerade auch die von Ihnen angesprochenen Aspekte, vor allem bzgl. der Überlebensfähigkeit der DDR, führten mich, über zahlreiche Kinder- vs. Vorleser-geschichten, ein wenig konstruktivister Malerei vs. architekturbezogener Kunst, letztlich zu meiner 8-seitigen TdP, welche Sommer 1988 stand, wie die Blitzlösung vor der Tür!
                Noch einen Guten Tag
                RRD

            • SecurityScout sagt:

              100% Zustimmung!
              Es gibt kein perfektes System, ABER Wir ALLE, JEDER von Uns
              hat seine Pflicht SEIN bestes zu geben.

              HIER, JETZT, HEUTE!

      • Robert sagt:

        @Kein Plan

        Wer sagt denn, das die Aufrüstung letztlich den Amerikanern und dann zugunsten eines Krieges geschehen soll?
        Wer Politik 1:1 verstehen will, und dazu noch emotional interpretiert, ist wahrlich schlecht beraten.

        „…aber irgendwie hören die nicht auf mich.“
        Sie sagen es ja selbst…

        • Ira sagt:

          @ Robert
          Ich stimme nahezu in allen Punkten mit „Kein Plan“ überein und ich engagiere mich dafür, seit ich politisch denken kann, auf unterschiedliche Weise: Demos, Briefe an die Verantwortlichen, Gespräche im Beruf und privat, wo immer möglich etc.
          Auch ich kann oder muss, ohne deshalb zu resignieren, sagen: „Auf mich hört keiner“ und ich denke, Robert, das ist bei Ihnen nicht anders…

          Dass die NATO seit ihrer Gründung und mit ihrer unsinnigen und gefährlichen Erweiterung und besinnungslosen Aufrüstung, und auch die nahezu 1000 US-Stützpunkte rund um den Globus, dem militärisch-industriellen Komplex und dem Status der USA als „einzige Weltmacht“ dient, spricht mittlerweile nicht nur die russische Regierung offen aus, es sagen auch intelligente US-Amerikaner und überhaupt pfeifen es die Spatzen von den Dächern: Die Kosten tragen die Länder, in denen US-Stützpunkte sind, selbstverständlich mit, Nutzen haben sie bestimmt gar keinen davon, im Kriegsfall werden sie den immensen nachhaltigen Schaden haben.

          Institutionen wie die „Münchner Sicherheitskonferenz“ dient seit 1964 jährlich diesem unersättlichen Komplex und seiner Macht, ebenso viele andere Clubs, NGOs, Geheimdienste, Konzern-Medien, unerschöpflich tätige Lobbyisten in sämtlichen Lebensbereichen etc.
          Sie sind alle Teil einer weltweit funktionierenden Vernetzung im Interesse der „exklusiven“ unipolaren Weltmacht.

          Warum wurde die NATO nicht ebenfalls aufgelöst wie der Warschauer Pakt? Warum ziehen die USA nicht wie die Russen aus Deutschland ab? Warum haben die USA den Kalten Krieg kreiert und gar nie beendet? Warum überwacht die NSA die ganze Welt?
          Wenn Wikileaks Hillarys digitale Kommunikation veröffentlicht und der ganzen Welt damit kundtut, was für eine Kriegsverbrecherin sie ist, weiß die Welt damit auch, dass die NSA eine kriminelle Vereinigung ist, da sie ja diese Kommunikation kennen muss und also ganz offensichtlich diese Kriegsverbrechen mitträgt.

          • Rolf B. sagt:

            Sehr richtig…das Problem ist nur das die Jahrzehnte lange Gehirnwäsche, speziell in den alten BL einen Zustand erreicht hat, wo man sogar seine eigenen Totengräber mit Willkommen begrüßt. Das Gift der Grünen zur Zerschlagung Deutschlands hat sich epedemieartig ausgebreitet. Die Kenntnisse über Analverkehr sind wichtiger als die deutsche Sprache, Mathematik und Naturwissenschaften zu lehren.
            Nicht umsonst kommen die Proteste und der konkrete Widerstand aus Sachsen und den neuen BL.
            Dieser wird noch zunehmen. Ich glaube sogar, das Menschen die im Frieden und ohne Belästigungen im öffentlichen Raum leben wollen, dahin gehen wo sie denken noch Schutz zu genießen. Die AfD wird weiter Zulauf und Aufschwung erleben. Wer den Kindern in der Schule die Familie und die Familiengründung würdest und schlechtmacht hat in meinen Augen sämtliche Legitimation zu uns zu gehören verspielt.
            Diese Regierung bereitet systematisch die Zerschlagung der deutschen Nation vor ggflls. ist dies schon voll im Gange…leider….

            • Robert sagt:

              @Rolf B.

              „…Gift der Grünen… . … Kenntnisse über Analverkehr sind wichtiger als die deutsche Sprache, Mathematik und Naturwissenschaften zu lehren.“

              Sie sprechen mir aus der Seele!
              Das sind echte Kulturzerstörer.

              Soviel ich weiß hat die Rockefeller-Foundation viele theoretische Grundlagen zur individuellen Verwirrtheit gelegt und massiv gefördert.

              Prinzip 1: *Gib dem Einzelnen individuelle stärkende Argumente (Rechte), die gegenläufige Gruppendiskurse anheizen und in Summe zu Gruppenuneinigkeit und Verwirrtheit führen. Personelle Unterwanderung inbegriffen.“

              Prinzip 2: *Stärke Emotionalität in unkritischen Bereichen!*

              Hat jemand dazu ernsthafte Verweise?
              (Literatur, Wiss. Untersuchungen etc…)

              • Birgit sagt:

                Teile um zu herrschen! Zionisten haben Deutschland April 1933 den Krieg offiziell erklärt und die Weltjudenheit zum Boykott deutscher Produkte aufgerufen, und alles im Sinne des Vatikan! Die konnten es noch nie leiden, wenn Leute selbständig denken! Vatikan, City of London und Washington D.C. Sind die 3 souveränen Ministaaten, von denen die Welt im Sinne des babylonischen Talmuds unterjocht, ausgeplündert und so viel wie möglich gemordet wird. Einfach mal den extremen Bluteid der Jesuiten lesen!

  61. andy sagt:

    super artikel. wieso gibt es keine fb seite von euch?

    • Analitik sagt:

      Kann mit fb und dergleichen sozialen Medien nichts anfangen. fb ist zudem vom Teufel. Haben Sie „Matrix“ gesehen? fb versetzt die Menschen in genau so eine Matrix, wo sie in einer Scheinrealität leben und das nicht wahrnehmen.

    • ped43z sagt:

      @Robert

      Wissen Sie, das Facebook die gleichen Sponsoren hat und zur gleichen Zeit gegründet wurde wie Palantir?

      Einer der Sponsoren ist z.B. Peter Thiel, ein aus Deutschland ausgewanderter Multimilliardär. Er hat sowohl Facebook als auch Palantir mit gegründet. Peter Thiel ist auch Stammgast bei der Bilderberg-Konferenz.

      Was macht die Bilderberg-Konferenz in diesem Kontext so interessant? Dort sitzen Leute, die sich mit Verschlüsselungs-Technologien beschäftigen zusammen mit Leuten, die Software zum Ausspionieren sozialer Netzwerk entwickeln und die wiederum mit Leuten zusammen die soziale Netzwerke betreiben. Erkennen Sie das Problem? Hier mal ein kleiner Auszug:

      „[..] der gläserne Mensch – heruntergebrochen auf eine Funktion als Arbeitskraft und Konsument – genauso erstrebenswert, wie es für die von Kontrollwahn getriebenen Machteliten unerlässlich ist, jeden dieser Menschen als Verdächtigen anzusehen. Im Gegenzug aber die eigenen Ambitionen unsichtbar zu machen.
      Ist das der Grund, warum eine Firma wie die Kudelski Group, Spezialist für Verschlüsselung von Daten, Jahr für Jahr zu Besuch beim Bilderberg-Treffen ist? Andre Kudelski, Geschäftsführer des Konzerns ist ein weiteres Mitglied des Steering Committees. Durch die Besetzung von Schlüsselpositionen ist er exzellent vernetzt, sitzt er doch zudem im Vorstand des weltgrößten Nahrungsmittelkonzerns Nestle sowie des französischen Rüstungsunternehmens Dassault und ist auch noch Beiratsmitglied der Credit Suisse AG; einem der weltweit größten Unternehmen für Finanzdienstleistungen, alles Unternehmen, deren (private) Interessen er vertritt. Ob Andre Kudelski oder auch Alex Karp, Vorstandsvorsitzender von Palantir Technologies (ebenfalls Sicherheits-Software-Unternehmen), sich mit Keith B. Alexander ausgetauscht haben? Wer Keith B. Alexander ist? Geduld, wir kommen auf ihn zurück.
      Auf Alex Karp (Stammgast bei den Bilderbergern) und seine Firma möchte ich dann aber doch etwas näher eingehen. Seine Geschäftsidee zur Gründung von Palantir 2004 war die Nachverfolgung von Informationsflüssen im Internet, so die unverfängliche Beschreibung der deutschen Wikipedia. Man kann das aber auch griffiger benennen – die Firma entwickelt Überwachungs-Software; und zwar u.a. zur Überwachung sozialer Netzwerke. Von einem der damaligen Investoren war übrigens schon mal die Rede; erinnert sich der Leser noch an den u.a. mit Hedge Fonds reich gewordenen Peter Thiel? Thiel war dann auch Mitbegründer von Palantir. Und noch ein illustrer Investor lieferte Startkapital für die Firma: die Central Intelligence Agency (CIA)!
      Für Finanzierungen solcher Art verfügt die CIA über die unauffällige Investment-Gesellschaft In-Q-Tel. Und nun wird es heikel, denn die Kunden von Palantir sind, neben privaten Firmen (wie z.B. J.P.Morgan), solche Institutionen wie die CIA selbst, das Federal Bureau of Investigation (FBI; also die zentrale Bundessicherheitsbehörde der USA), die US-AirForce (Stichwort: Drohnenkrieg), das Special Operation Command (SOC) der US-Armee und – die National Security Agency (NSA). Diese Behörde ist, salopp gesagt, ein weltweit operierender Schnüffeldienst im Auftrag der US-Regierung. Was bei Palantir jedoch auch noch auffällt, ist eine simple Schwarz-Weiß-Ideologie, mit der eigenen Person auf Seiten der Guten, verbunden mit simplem egoistischem Gewinnstreben. Dafür spricht eine Aussage des Palantir-Direktors Shyam Sankar aus dem Jahr 2010: …“

      Wenn ich Ihnen jetzt noch erzähle, dass der deutsche Software-Gigant SAP die Datenbank für Palantir liefert …

      Weiteres hier: https://peds-ansichten.de/2016/05/stippvisiten-bei-den-bilderbergern-3/

      Wenn Sie also die Bequemlichkeit reduzieren möchten, mit dem Effekt, etwas für Ihre Freiheit getan zu haben, dann ist der Verzicht auf Facebook zumindest eine Überlegung wert. 😉

      Seien Sie herzlich gegrüßt; Ped

      • Robert sagt:

        @ped

        Danke für Ihre interessanten Ausführungen zu FB. Bin dort aus Ihren genannten Gründen nicht dabei (war auch nicht der Absender der Frage an Analitik). Wünschte mir aber global verschiedene Alternativen, und vor allem mitdenkende und weniger „verführte“ Mitbürger. (-:

      • Tesla sagt:

        @ped43z Das ist genau das Dilemma. Man kommt dagegen nicht an. Hier ist eine interessante Doku, die dazu passen könnte https://youtu.be/iqBVeSTlfsA

        Übrigens bin ich mir bei der Nutzung meines Computers sowie der Sozialen Netzwerke immer ziemlich bewust, dass nicht nur die Technik schon so ausgereift ist, dass man es könnte, sondern auch dass es passiert.

        Facebook sollte lediglich noch dazu genutzt werden, um andere Menschen aufzurütteln. Es tut auch gut, Gruppen oder Blogs mit Gleichgesinnten zu finden, die etwas bewegen möchten.

        Das hier ist übrigens ganz frisch
        http://www.golem.de/news/reform-beschlossen-bundestag-erlaubt-bnd-vollen-zugriff-auf-internetknoten-1610-123962.html

        • Tesla sagt:

          Übrigens bin ich tatsächlich über Facebook auf diesen Blog gestossen. Dort stossen Beiträge von Analitik auf sehr positive Resonanz.

          Oder glauben Sie, dass uns Google beim Fund solcher Schätze noch behilflich ist.

          https://youtu.be/l9Mqd0au9zA

  62. Tommmm sagt:

    Ich finde den Artikel gar nicht so schlecht, da er doch ziemlich schlüssig darlegt, was interessierte Menschen sowieso schon bemerkt haben, nämlich das sich im imperialistischen Lager eine Machtverschiebung abzeichnet.

  63. Rtpck sagt:

    Herausragender Artikel, „Reality beats Hollywood“ könnte man sagen … 😉 Auch wenn ich nicht alle Einschätzungen Ihrerseits teile, muss ich mich dem Grundtenor dennoch anschließen. Absolut erfrischend, so etwas mal schwarz auf weiß zu lesen; eine Leistung, die eigentlich die Pflicht eines jeden rechtschaffenen Journalisten sein sollte! Chapeau, chapeau Analitk, die Welt bleibt spannend!
    Hochachtungsvoll, Rtpck

  64. Ranma sagt:

    Gute Analyse und klasse geschrieben. Bisher habe ich mich immer beim Vineyardsaker informiert, aber seit einigen Tagen ist dessen Netzseite nicht mehr erreichbar. Habe schon befürchtet, mich fortan unter den Zombies einreihen zu müssen. Darum bin ich einerseits froh nun Analitik.de gefunden zu haben und andererseits besorgt, daß Analytik.de das gleiche Schicksal wie Vineyardsaker.de ereilen wird.

    Laut der Presse für die Zombies planen die USA einen großangelegten Cyberangriff auf Russland, weil russische Hacker angeblich die Wahlen in den USA manipulieren. Hat der König also doch noch etwas gefunden, um den Einsatz zu erhöhen?

    • Analitik sagt:

      „Laut der Presse für die Zombies planen die USA einen großangelegten Cyberangriff auf Russland, weil russische Hacker angeblich die Wahlen in den USA manipulieren. Hat der König also doch noch etwas gefunden, um den Einsatz zu erhöhen?“

      Dazu werde ich wohl einen eigenen Artikel schreiben. Ein schönes Beispiel für die Aufrechterhaltung der Zombierealität.

      • Tom sagt:

        Vielen Dank, darauf freue ich mich jetzt schon. Wäre es allenfalls möglich, obige Geschichte mit den neusten Entwicklungen so wöchentlich weiterzuschreiten, damit man das ganze jeweils besser einordnen kann? Im Moment passiert so viel auf beiden Seiten, ist schwer noch den ganzen Überblick zu behalten.. ganz herzlichen Dank schon mal.

  65. Robert sagt:

    @Ira

    Die notierten Ziele von Kein Plan stelle ich nicht als solche infrage. Und auch den Einsatz dafür nicht. Aber damit kann eine bestehende funktionierende Firma leicht in die Insolvenz geschickt werden. (Darauf wird nicht gehört).
    Was also auf einen Systemwechsel hinausläuft. Und hier wird dann interessant, wie er realistisch umgesetzt werden könnte.
    Bleiben 2 Möglichkeiten: Sich im bestehenden System klug für Reformen der sozialen Verhältnisse engagieren oder viel geistige Arbeit für ein besseres System leisten – möglich aber schwer realisierbar.
    Ich bin für realistische Reformen (dh. und auch für unemotionale Aufklärung). Ich bin nicht für blindes Fordern, „da werden Sie nicht gehört“, im schlimmsten Falle ausgelacht. (…Und wünschte mir persönlich eine wesentlich bessere Welt!)
    Was Deutschland und deutsche Interessen betrifft: Die Sachen sind wesentlich komplexer als Sie da schreiben. Darauf einzugehen würde meinen Zeitrahmen leider sprengen. Nur soviel: In der interessen-pulsierenden Politik wird niemals direkt gespielt. Da kommt es zu taktischen Bündnissen auf Zeit. Hier bei Analitik finden Sie darauf viele Antworten.

  66. Stupa sagt:

    Sehr gute Artikel, um die Verwirrung zu dem Thema wenigstens etwas aufzulösen. Danke.
    Der üble Plan der Weltmächte ist überall schon lange bekannt, bei den ´Ostmächten´ war ich mir da nicht ganz sicher. Der ‚Verrat war allumfassend, wurde aber erkannt. Erkennen heißt auch unschädlich machen. Ich bin mir sicher, dass es noch eine übergeordnete, eine Dritte Macht im Hintergrund gibt,die schließlich das Rennen entscheidet. Das heißt, es ist schon entschieden. Kein Übeltäter oder Mitläufer wird davonkommen. Diesmal nicht! Sie richten sich alle selber, wer nicht in die höhere Entwicklungszeitlinie aufsteigt, der bleibt zurück und fällt in immer dieselben Prüfungsfelder.

    Wie es danach weitergeht? Wo jeder hin will, so wird es sich für jeden einrichten. Viele wollen den Kaiser (supertoll)) und damit wählen sie sich automatisch wieder die alte Peitsche bis hin zur erneuten Leibeigeschaft (weniger toll!). Beides gehört zusammen, doch soweit denken die meisten nicht.

    Der einzig gangbare Weg kann zunächst der Weg der geistigen Freiheit sein aus der sich dann die künftigen Lebensumstände formen.
    Weil alle bisher bekannten Gesellschaftsformen gescheitert sind, kann sich alles nur lösen, wenn sich das Bewusstsein in den Völkern selber erhöht. Der Schlüssel ist das Erhöhen des Bewusstseins. Erst muss alles tierische Bewusstsein raus, die Horden fremder Kulturen müssen weg und die Drahtzieher des Elends und der Kriege sowieso, dann kann sich der Mensch frei entwickeln und wird damit integer genug sein, neue und gute Wege des Zusammenlebens und der Organsiation zu finden.
    Freiheit hat nichts mit Größenwahn und Liederlichkeit zu tun, sondern vor allem mit Weisheit und Selbstdisziplin. Darum müssen sich die Entwicklungwege der Wesen (menschlich oder tierisch) immer mal wieder trennen.
    Oder wie es heißt: Gott pflügt mit dem Teufel nie in einer Furche.
    Der Übergang aber bedarf der Führung und Mithilfe durch die Dritte Macht, die sich außerhalb des Spielfeldes befindet. Die Spieler selber werden nur hin und hergeschoben.Von der Dritten Macht (oder höher entwickelten Wesen) werden wir uns einiges abschauen können, denn wäre kosmische solches Chaos wie hier auf der Erde,gäbe es sicher gar kein materielles Leben mehr.

  67. Seiler sagt:

    Vielen Dank Herr Analitik für dieses sehr gelungenes Trauerstück,
    wie Sie bereits schrieben ist es leider nicht mehr als die Realität.

    Mein Wunsch wäre es, es ins russische zu übersertzen, ich würde es ja machen, allerdings kann ich nicht Kyrillisch schreiben.
    Ich lerne es aber gerade.

    MfG

  68. McPico sagt:

    .und ganz wichtig für mich nach dem Artikel… Trump DARF NICHT die Wahl gewinnen… ansonsten seh ich echt böses auf uns zukommen.

    Clinton ist zwar Scheiße für das amerikanische Volk… aber Trump wäre geopolitisch eine Katastrophe in diesen Zeiten!
    Sein Satz „Er will Amerika wieder groß machen!“ heißt nichts anderes als, wenn der König untergeht, dann gehen Alle mit ihm.

    • Analitik sagt:

      Quatsch. Trumpf hat vor zwei Tagen erst gesagt, dass er als erstes zu Putin fliegen würde, wenn er gewählt wird. Noch bevor er ins Weiße Haus einzieht.

      • Tesla sagt:

        @Analitik

        Mc Pico denkt leider dabei nicht global sondern national.

        • Hanno sagt:

          mc pico

          gewinnt trump, wird eben nichts böses passieren.

          sie wissen es doch und behaupten das gegenteil.
          das lese ich zwischen und aus ihren zeilen.

          was also (ver)suchen sie hier?

  69. kiez sagt:

    hinweise

    spent as much time. . . – genauso viel Zeit wie ( nicht mehr !)

    carrot – auch Anreiz / Belohnung

    die Übersetzungen sind nicht gut

  70. Albert sagt:

    Vielen Dank für diesen Bericht, daß geht runter wie Öl und hebt meine Stimmung ungemein, vielen Dank.

  71. Sir Matsche sagt:

    Genial, das beste was ich seit langem gelesen habe. Ich bin ja schon ganz gut in der Materie aber einiges mir doch auch noch klar geworden.

  72. Eardwulf sagt:

    Obwohl ich viele, sehr viele, Ereignisse kenne und einordnen kann, brauchte ich dennoch etwas mehr als zwei Stunden um den Text in Gänze mit den Augen und dem Verstand erfassen. Besonders gut gefiel mir die Analogie zum Feudalismus, spiegelt der Text doch zum Teil auch den Zustand unserer „Demokratien“ wieder.

    Gern mehr davon!

  73. Sven Korte sagt:

    Toller Beitrag, zwar viel zu lesen, aber sehr schön aufgeschlüsselt. Ich fürchte jedoch, der scheidende König wird lieber ein Blutbad anrichten, als sich von Thron schieben zu lassen…

  74. Rajo Identific sagt:


    Hallo Analitik,
    Hat großen Spaß gemacht, ihre Chronologie einer Zeitenwende zu lesen. Am Anfang dachte ich noch, da plaudert ein Sprößling der Eliten, ein schwarzes Schaf, aus dem Nähkästchen, vielleicht ein geschei(ter)ter Politiker, der, als er im Verlauf seiner Karriere auf Handlungsfelder vordrang, wo die Rechtsprechung, die Jurisprudenz nicht mehr hinreichte, wo also nicht Interessenvertretung in Rechtsstaaten gefragt ist, sondern zwischenstaatlich recht hat und bekommt, wer gewinnt, Machiavelli’s Der Fürst gelesen hat, denn das muss man dann lesen, wenn man kein Zombie (für die gelten die Gesetze) sein will.
    Das Vokabular „König“, „Vasallen“ usw. hatte mich darauf gebracht, aber gerade „Zombie“ ließ mich zweifeln. Ich vermute somit, dass Sie in Computerstrategiespielen (co-) sozialisiert wurden, in denen Könige, Vasallen und Zombies ihr Unwesen treiben, ich kenne das sehr gut, wir alle kennen das, nicht nur aus Strategiespielen (Monopoly..) und unzähligen Hollywood Filmen (Empire..) und Serien (Game of Thrones, Hause of Cards).
    Didaktisch sehr geschickt, dachte ich, sich Shakespearscher Kategorien zu bedienen, um den Niedergang des angelsächsischen Imperiums zu illustrieren. Die Nibelungen und Wagner sind wirklich was anderes, eine ganz andere Romantik. Aber ist diese kalte Sicht auf diese mafiösen Macht-Strukturen und ihre Lügengebäude wirklich angemessen? Man kann Ihren Artikel lesen und gleichzeitig vom Krieg fasziniert sein. Nichts ist spannender, ob und wann es Krieg geben wird. An der Stelle haben Sie das gleiche Geschäftsmodell wie die „Qualitätsmedien“. Das erste Opfer des Krieges ist bekanntlich die Wahrheit, wenigstens lügen Sie nicht. Sie klären auf. Wunderbar. Aber ist das nicht auch ein Roman, ein Hollywood Film, eine Erzählung, die Sie auftischen? Die Aufklärung, von Kant bis Watzlawik, hat erbracht, dass sich der Mensch aus der beliebig komplexen Realität, der er begegnet, und deren Teil er ist, wegen seiner Evolution und Sozialisation gerade das heraus konstruiert, was seinen aktuellen oder vermeintlichen Interessen dient. Die Wahrheit ist nicht nur das erste Opfer des Krieges, sie wird auch höchst vehement in Anspruch genommen. Bitte etwas bescheidener mit der sog. Wahrheit umgehen.
    Meine eigentliche Kritik geht aber in eine andere Richtung: mit dieser kalten Sicht sind Sie Teil des kriegerischen Systems, nicht die Lösung. Lesen Sie Machiavelli, um das zu verstehen. Wenn das Leben ein Kampf wäre – wie schrecklich.
    Aus Demütigung wird Feindseligkeit, und wenn keine stärkere Instanz für Gerechtigkeit sorgen kann, greift Selbstjustiz. Dabei hat man immer die Wahrheit gepachtet, wenn man die Feinde tötet, das ist immer Notwehr, denn der nicht getötete Feind würde ja sonst meine Leute umbringen bzw. abschlachten. Merke: der Feind schlachtet ab! Glauben Sie im Ernst an die kalte Vernunft der Eskalationsstrategen? Der Mensch im Krieg wird zum Psychopath, ohne Mitgefühl für das Leid der anderen, im Gegenteil, das Leid des Feindes verursacht ihm Lust, da sind sich alle Kriegsteilnehmer aller Zeiten gleich.
    Und glauben Sie im Ernst, dass diese Veranlagung des Menschen zum Krieg in einer multipolaren Welt leichter zu bändigen sei? PAX AMERICANA, das schlagende Argument der Atlantiker, nichts mehr wert?

    • Analitik sagt:

      So eine Kritik hatte ich noch nie. Danke!

      Das spannende an solchen Kritiken ist, dass der Kritiker Pläne und Absichten des Autors herausarbeitet, von denen der Autor gar nichts gewusst hat. 🙂

      „Aber ist diese kalte Sicht auf diese mafiösen Macht-Strukturen und ihre Lügengebäude wirklich angemessen?“

      In einer Analyse – ja, unbedingt. Eine Analyse ist dafür da, etwas zu verstehen. Dabei hilft es sehr, sich im ersten Schritt der Emotionen zu entledigen. Emotionalisierten Scheiß finden Sie in Ihren Qualitätsmedien täglich tonnenweise. Damit verstehen Sie aber überhaupt nichts, ganz im Gegenteil. Die Emotionen des Lesers werden gezielt genutzt, um den Leser zu verblöden.

      Zwischen kalter Analyse und moralischer Gutheißung liegen Welten.

      „Aber ist das nicht auch ein Roman, ein Hollywood Film, eine Erzählung, die Sie auftischen?“

      Nein. Machen Sie ein Experiment und sammeln Sie aus dem Artikel alle Märchen-Passagen. Jagen Sie den gesamten Text und die Märchenpassagen durch Word und lassen Sie die Wörter zählen. Berechnen Sie, wie viel Anteil die Märchenpassagen am Gesamtartikel ausmachen. Ich habe das nicht gemacht, ich weiss nicht, was dabei heraus kommt. Besonders viel wird es aber nicht sein. Die Märchen-Elemente sind als Ergänzung eingefügt, um die kalte, sehr ausführliche Analyse, dem Leser verständlicher zu machen. Wenn Sie den Text noch mal lesen, werden Sie feststellen, dass eine Märchen-Passage auf eine sachliche, ganz unmärchenhafte Passage folgt und die kalte Analyse noch mal in Märchen-Metaphern wiederholt. Das ist ein didaktisches Mittel. Der gleiche Sachverhalt wird als kalte Analyse und als Märchen gegenüber gestellt. Der Sachverhalt wird dadurch gleichzeitig dem Verstand und der Intuition zugänglich gemacht. Die parallele Märchenerzählung hilft, die Analyse-Bausteine im Kontext einzuordnen. Darum, und um nichts anderes, geht es dabei. Die Puzzlestücke müssen zu einem Bild zusammengefügt werden, und zwar so, dass der Leser das versteht.

      „Glauben Sie im Ernst an die kalte Vernunft der Eskalationsstrategen?“

      Das ist keine Sache des Glaubens. Das ist bekanntes Wissen. Es ist kein geheimes Wissen. Die kalten Strategen und ihre Beobachter (Biographen, Journalisten) verfassen Bücher und Aufsätze und vieles davon ist öffentlich.

      „Der Mensch im Krieg wird zum Psychopath, ohne Mitgefühl für das Leid der anderen“

      Das ist falsch. Der Mensch kann im Krieg zum Psychopathen werden, aber das ist keine zwingende Kausalität. Es gibt Gegenbeispiele wie Sand am Meer. Machen Sie sich mal Gedanken darüber, woher ihr Menschenbild stammt.

      „Und glauben Sie im Ernst, dass diese Veranlagung des Menschen zum Krieg in einer multipolaren Welt leichter zu bändigen sei?“

      Sie gehen von einer falschen Prämisse aus. Der Mensch hat keine Veranlagung zum Krieg. Die größte Zeit der Menschheitsgeschichte lebte der Mensch als Wildbeuter (Jäger und Sammler). Wildbeuter führen aber keine Kriege, das ist wissenschaftlich untersucht und belegt. Das steht im direkten Widerspruch zu Ihrem Weltbild. Wie lösen Sie den Widerspruch auf?

      • Eine völlig richtige Antwort – der Mensch muss nicht zum Psychopathen werden. Das könnte ich schon anhand meiner eigenen Biographie nachweisen, würde aber hier zu weit führen (ist aber auf meinem blog zu finden).
        Zum 2. Punkt: Sie bringen das Beispiel der Jäger und Sammler (das eigentlich umgekehrt ‚Sammler und Jäger‘ heißen müsste. Denn die Sammler waren die Frauen und die brachten den größten Teil des Essens nachhause, wie man festgestellt hat. Und das Gesellschaftssystem war das Patriarchat. Und zwischen diesem und dem Patriarchat lag eine lange Periode des Ackerbaus, der auch die Frauen erfunden wurde, folglich auch dem Matriarchat zugeordnet werden muss. Und der Zeitraum war auch länger als das Patriarchat. Das ist bislang nur eine kurze Paranthese der Weltgeschichte. Die Auflösung des Widerspruchs? Schauen Sie mal genau hin, wo und von wem die wunderbarsten Alternativen entwickelt werden. Bei den Indigenen Südamerikas, den Indigenen in Nordamerika die Standing Rock Sioux, in Indien die Adivasis etc. alles noch stark matriarchalisch geprägte Gesellschaften. Das genauer auszuführen, wäre vielleicht interessant.
        Drittens – ein ausgezeichneter Artikel.

      • Affe mit Waffe sagt:

        Er wird aufgelöst mit dem berühmten Spruch Schopenhauers:

        ‚Ein Mensch kann zwar tun, was er will, aber nicht wollen was er will‘.

        Richard Dawkins hat in einem Buch „Das egoistische Gen“ anschaulich dargestellt, warum bestimmte Kampfmechanismen (nicht Veranlagung zum Krieg) in der Natur gerade so ausgeprägt sein müssen, dass sie in einem optimalen Kosten-Nutzen-Verhältnis stehen. Tiere, die aus genetischen Gründen im Kampf mit Artgenossen auf Notwehr verzichten, sind Tieren mit anderen Genen unterlegen, d. h. die Gene sind unterlegen. Der Angreifer hat hier einen Vorteil, weil er das Futter bekommt, das dem wehrlosen Tier fehlt. Ebenso sind Tiere in der Evolution unterlegen, die auf einen Angriff hin einen Kampf bis zur Erschöpfung durchführen und der Energieaufwand nicht mehr in einem vorteilhaften Verhältnis zum umkämpften Objekt steht. Es sind bei Dawkins zahlreiche Beispiele genannt. Sie zeigen, dass die angemessenen und damit effektivsten Notwehr- und Strafmechanismen bereits in der Tierwelt angelegt sind, da zum Überleben absolut notwendig. Sie sind auch im Menschen tief verankert, da auch der Mensch durch seine Gene determiniert ist und nur gemäss der Umwelt leben kann, die ihn hervorgebracht hat wenn er auch der Illusion erliegt,er habe einen freien Willen, aber:

        „Das ist gerade so, als wenn das Wasser spräche: „Ich kann hohe Wellen schlagen (ja! nämlich im Meer und Sturm), ich kann reissend hinabeilen (ja! nämlich im Bette des Stroms), ich kann schäumend und sprudelnd hinunterstürzen (ja! nämlich im Wasserfall), ich kann frei als Strahl in die Luft steigen (ja! nämlich im Springbrunnen), ich kann endlich gar verkochen und verschwinden (ja! nämlich bei 80 Grad Wärme); tue jedoch von dem Allen nichts, sondern bleibe freiwillig, ruhig und klar im spiegelnden Teiche:“ Wie das Wasser jenes Alles nur dann kann, wann die bestimmenden Ursachen zum Einen oder zum Anderen eintreten; ebenso kann jener Mensch was er zu können wähnt, nicht anders, als unter der selben Bedingung. Bis die Ursachen eintreten, ist es ihm unmöglich: dann aber MUSS er es, so gut wie das Wasser, sobald es in die entsprechenden Umstände versetzt ist.“ (Arthur Schopenhauer, Schopenhauer, aus der „Preisschrift über die Freiheit des Willens“, 1839.

        Deshalb ist alles, wss der Mensch erschafft, also auch mafiöse Macht-Strukturen und ihre Lügengebäude, nichts anderes als das Spiegelbild seiner selbst, seiner Umwelt und seines Unwissens, was seine Stellung in der Schöpfung anbelangt. Die „Kriege“, die er führt, sind im Grunde nur der Ausdruck seiner inneren Unsicherheit und der Einsicht seiner hoffnungslosen Unterlegenheit gegenüber den Naturkräften, die er, im Gegensatz zu den Tieren, welche diese Getrenntheit nicht kennen, durch das Bewusstsein seines Ichs oder Egos erworben hat(den Verlust des Paradieses, um auch ein Märchen zu nennen). Um diesen Zustand zu überwinden, müsste der Mensch „erleuchtet“ werden, das heisst, sein Wille müsste in Harmonie mit dem Universum existieren, was wiederum bedeutet, dass er den Gesetzen (oder Usanzen) der Schöpfung gehorchen muss, um frei zu sein.

        • Analitik sagt:

          Das ist eine Erklärung, aber sie löst den Widerspruch nicht auf, denn diese Erklärung vereint die widersprüchlichen Aussagen nicht, sondern verneint eine davon.

          • Affe mit Waffe sagt:

            Der Hund ist der Natur gemäss ein Wolf und kann nichts anderes sein. Nur seine Liebe zum Hirten und sein Pflichtgefühl gegenüber seiner Herde machen aus einem gewissenlosen Mörder einen Beschützer.

      • Kaspar sagt:

        Hallo Analitik,

        „Wildbeuter führen aber keine Kriege, das ist wissenschaftlich untersucht und belegt.“

        Das war mir noch gar nicht bekannt. Könnten Sie dazu ein paar Quellenverweise zu diesen Studien veröffentlichen?

        • Analitik sagt:

          Jürg Helbling – Tribale Kriege: Konflikte in Gesellschaften ohne Zentralgewalt. Frankfurt: Campus Verlag.

          • Kaspar sagt:

            Vielen Dank,
            ich werde versuchen mir dieses Buch auszuleihen, denn der Preis übersteigt meine Schmerzgrenze.
            Nehmen Sie es mir bitte nicht krumm aber manchmal verstehe ich Sie nicht oder ich verstehe nicht warum Sie reagieren wie Sie reagieren.

            Sie schreiben: „Wildbeuter führen aber keine Kriege, das ist wissenschaftlich untersucht und belegt“.

            Hier nun das Vorwort zum Buch von Jörg Helbling: „Im Unterschied zu Kriegen zwischen Staaten und zu Bürgerkriegen werden tribale Kriege zwischen Dorfgemeinschaften ausgetragen, die noch nicht oder nicht mehr von einer staatlichen Zentralgewalt kontrolliert werden. Anhand von Beispielen unter anderem aus Neuguinea, Amazonien und Ostafrika untersucht Jürg Helbling die Verlaufsformen und Ursachen dieser Kriege. Wird Krieg durch angeborene Aggressivität des Menschen, durch kulturelle Faktoren oder durch Erziehung verursacht? Steckt die Konkurrenz um knappe Ressourcen dahinter oder werden Kriege von politisch ambitionierten Führern angezettelt? Helbling entwickelt eine alternative Theorie des tribalen Krieges, die von Theorien der internationalen Beziehungen und der Spieltheorie inspiriert ist.“

            Ich glaube nicht, das ich Ihnen den Unterschied zwischen dem Aufstellen einer alternativen Theorie und „wissenschaftlich belegt“ erklären muss. Meiner Ansicht nach haben Sie soetwas nicht nötig, die Hälfte hätte doch auch gereicht!
            Mein Weltbild war/ist das die Sioux Wildbeuter waren und keinesfalls friedliebend. Nein man darf sagen diese hatten sogar soetwas wie einen Kriegskult. Dieses Schema findet sich in vielen anderen indigenen Kulturen. Nichts desto trotz finde ich die Beschreibung des Buches sehr interessant, danke!

            • Analitik sagt:

              Lesen Sie doch erst mal das Buch. Tribale Kriege beziehen sich auf Nicht-Wildbeutergeellschaften. Die Sioux sind auch keine Wildbeuter. Nordamerika hatte die neolitische Revolution längst hinter sich, als die Europäer diesen Kontinent entdeckten.

              • Kaspar sagt:

                Bis jetzt konnte ich nur einige Ausschnitte aus dem Buch lesen da es bei uns nicht verfügbar ist. Dafür gibt es einige gute Lesebproben und Kommentare z.B, diese: „Er definiert „tribale Gesellschaften“ als regionale Bevölkerungen von Feldbauern, Viehzüchtern oder sesshaften Fischern, die in politisch autonomen Lokalgruppen (z. B. Dörfern) leben und zwischen denen Verwandtschafts-, Tausch- und Allianzbeziehungen bestehen.“
                Im Brockhaus steht steht unter Tribalismus: „engl. tribe= Stamm, stammesgebunde Politik.“ Demnach können auch Wild- und Feldbeuter in Form eines Stammes organisierte sein so z. B. die San in Afrika.
                Desweitern sind Wild- und Feldbeuter keine Phänomene der Jungsteinzeit. Für Europa mag das größtenteils zutreffen, allerdings lebten die Sami noch bis zum 17. Jahrhundert auf solche Weise bevor diese zur Rentierhaltung übergingen. Darüberhinaus existieren auch heute noch Stämme welche ihr Leben als Jäger und Sammler bestreiten. Weil die Ssu zum Größtenteil von der Jagd sowie nicht kultivierten Früchten lebten und mit ihren Tipis den wandernden Bisonherden folgten, würde ich auch sie zu dieser Gruppe zählen.
                Der Autor streitet gar nicht (soweit ich das bis jetzt lesen konnte) ab das es Kriege zwischen Wildbeutern gegeben hätte nur dann eben selten. Dem würde ich zustimmen.

                Was mich aber eigentlich gestört hat: „Sie gehen von einer falschen Prämisse aus. Der Mensch hat keine Veranlagung zum Krieg. Die größte Zeit der Menschheitsgeschichte lebte der Mensch als Wildbeuter (Jäger und Sammler). Wildbeuter führen aber keine Kriege, das ist wissenschaftlich untersucht und belegt. Das steht im direkten Widerspruch zu Ihrem Weltbild. Wie lösen Sie den Widerspruch auf?“
                Wie soll man eine Behauptung wiederlegen welche in sich nicht stimmt. Das ist ein Totschlagargument und völlig unnötig.
                Meine Meinung dazu ist das der Mensch genauso wenig eine Veranlagung zum Krieg hat wie eine sich vor den Rechner zu setzen und Kommentare zu schreiben. Allerdings hat er Veranlagungen welche ihn zu beidem befähigen. Was Krieg ist, ist schwer zu definieren. Die UNO ist sich da nicht einig. Manche sagen das Raubzüge keine Kriege sind. Das dürfte der Hauptgrund sein weshalb die USA für ihre illegalen Kriege nicht verurteilt werden ;-). Allerdings werden Bürgerkriege als solche bezeichnet und nicht als Überfälle. Selbst Terrorismus wird als Form des Krieges angesehen und militärisch beantwortet. Ob nun Plündern, Vergewaltigen und Brandschatzen kein Terrorismus ist das beantworte jeder für sich selbst. Nun ein ziemlich klischeehaftes Beispiel aus grauer Vorzeit. Ein räuberischer Stamm dringt in das Revier eher friedliebender Stämme ein. Da das Nahrungsangebot sehr knapp ist entschließt man sich die Konkurrenz zu überfallen um so das Überleben des eigenen Stammes zu sichern. Als kleinen Bonus nimmt man gleich noch die Weiber mit, um frisches Blut in die Linie zu bringen. Irgendwann wird es den „Friedliebenden“ zu bunt, sie verbünden sich und holen zum Gegenschlag aus. Spätestens jetzt würde ich von Krieg sprechen.

                Die eigentliche Frage war aber: „Und glauben Sie im Ernst, dass diese Veranlagung des Menschen zum Krieg in einer multipolaren Welt leichter zu bändigen sei?“ Um das zu beantworten möchte ich mal die prähistorische Zeit verlassen und mich der Historie zuwenden. Endlich mal Frieden war einer der Hauptargument vieler Stämme und Völker welche freiwillig dem römischen Empire beigetreten sind. Andererseits hat das römische Reich selbst viele Kriege geführt und es hat auch Kriege im römischen Reich gegeben. Das selbe gilt für das heilige römische Reich usw. .
                Deshalb glaube ich nicht das die Anzahl der Pole über Krieg und Frieden entscheidet. Eine funktionierende UNO könnte genauso gut (möglicherweise besser) die Funktion einer Weltpolizei erfüllen.

              • Hanno sagt:

                kaspar,

                sie verrennen sich da ‚intellektuell‘. denken sie sauber.

                zur vereinfachung:
                würden sie dem intuitiv zustimmen: der mensch ist *an sich* friedlich?

                dabei bedenken sie dass hier kein anführer „der zu den waffen ruft“ zwischengeschaltet ist.

                oder anders:
                neigen sie intuitiv selbst dazu konflikte kriegerisch zu lösen?

                das heisst dann:
                durch was werden konflikte eigentlich kriegerisch?

              • Kaspar sagt:

                Lieber Hanno,
                es gibt einen Unterschied zwischen Veranlagungen und Befähigungen. Ich gehöre auch gar nicht zu den Menschen die sich einreden, das alle Menschen gleich funktionieren. Ich bin fest davon überzeugt das die Veranlagungen, welche unterschiedliche Menschen zum Krieg befähigen können,
                sehr unterschiedlich sind. Allerdings scheint der Überlebenstrieb die meisten Lebewesen so zu ziemlich allen zu befähigen.
                Nein ich glaube nicht das der Mensch an sich friedlich ist. Ich glaube nämlich nicht das es den „Mensch an sich“ gibt, Gehen Sie mal für ein paar Jahre in ein Internat dann verstehen Sie mich besser. Es gab und gibt Menschen die sich selbst als das bezeichnen, was dem deutschen Wort Krieger entspricht. Dieses Wort leitet sich im Übrigen von dem Wort Krieg ab und ist keine Bezeichnung für friedliebende Menschen. Ich selbst bezeichne mich nicht als Krieger. Würde ich zu einem werden wenn man mich und meine Liebsten immer wieder bedroht oder verletzt??? Ich war noch nicht in der Situation.
                Nun mal zu Ihrer Fragenreihe, ich mach jetzt auch mal eine.

                Es ist vorgekommen das Menschen, aus purem Hunger und Überlebenswillen, ihre Artgenossen verspeist haben.

                Würden sie dem intuitiv zustimmen? Der Mensch ist ein Menschenfresser.
                Dabei bedenken sie dass dieser Mensch keinen Hunger leidet.

                oder anders: Neigen Sie intuitiv, beim aufsteigendem Hungergefühl, Ihre Artgenossen zu verspeisen??

                das heist dann:
                Wodurch werden Hungernde zu Menschenfressern? Noch wichtiger wäre aber, warum tun es manche trotzdem nicht?

      • Rajo Identific sagt:

        Wenn Gundula Gause im Tonfall einer lieben Gouvernante die Tagesschau als Märchen für Erwachsene moderiert, finde ich das unerträglich. Den Ausdruck „Emotionalisierter Scheiß“ finde ich hierfür passend. Es gibt aber einen Unterschied zwischen „emotionalisiertem Scheiß“ und Warmherzigkeit. Wenn Sie letzteres ebenfalls entsorgen, ist es wahrscheinlich, dass als Ergebnis Ihrer Analyse solche Sätze wie „der Zweck heiligt die Mittel“ oder „wer nicht für uns ist, ist gegen uns“ etc. herauskommen. Die kälteste Logik ist die der Kriegsteilnehmer.

        Ich sage nicht, dass Sie Märchen erzählen, sondern versuche deutlich zu machen, dass die Überzeugung, „da draußen“ gäbe es eine objektive Wahrheit, die unabhängig von unseren Wertesystemen und in der Sozialisation entwickelten Konzepten existiert, der man nachjagen, die man finden kann, gefährlich ist. Die sog. Wahrheit ist immer eine brachiale Vereinfachung, die, im darwinistischen Sinne, dem Überleben des Darwinisten dient. Wenn ich Ihnen etwas zart unterstellt habe, dann dies, dass Ihr Welt- und Menschenbild vom (angelsächsischen) Darwinismus gefärbt ist. Finden Sie es nicht erstaunlich, dass die „Wahrheiten“ der Kriegsteilnehmer sich verblüffend gleichend? „Der Feind schlachtet ab“ ist so ein Klassiker.

        Ich sage nicht, das jeder Mensch im Krieg zum Psychopath wird, sondern dass er stark dazu neigt. Im Kampf um Ressourcen neigt er dazu, den Gegner nicht mehr als Mensch, als gleichwertig anzusehen, dann müsste er ja Mitgefühl haben, sondern als Tier, als Ratte, als Ungeziefer, als Schädling, der unschädlich gemacht werden muss. Ich spreche von Revierdenken, von Freund/Feind-Denken. Wussten Sie, dass Schimpansen regelmäßig Krieg führen gegen rivalisierende Stämme? Ausgangspunkt sind in der Regel Grenzverletzungen. So ist das bei den Jägern und Sammlern auch. Paradoxerweise steckt in der Formulierung „schlachtet regelrecht ab“ gerade der Vorwurf an den Feind, er betrachte „unsere“ Leute als Schlachttiere. Er trete humanistische Werte mit Füßen, daher müsse man ihn unschädlich machen.

        Nun, ich rede von denen, die den Krieg, das Töten, ausführen. Die braucht man dazu, aber es geht zugegebenermaßen an Ihrem Text etwas vorbei; Sie reden von den Planern, den Strategen, die, weil sie gewinnen wollen, der Vernunft den Vorzug vor feindseligen Instinkten gäben. Ein Blick in die Geschichte der Menschheit lässt mir diese Verstellung als naiv erscheinen. Haben die Kissingers, Putins, Hitlers, deren brennender Ehrgeiz sie dazu trieb, Geschichte schreiben zu wollen, jemals etwas aus der Geschichte gelernt? Was bedeutet „Glaubwürdige Abschreckung“? Der Bogen, der immer wieder zum Äußersten gespannt wird, muss mal brechen. Und ist der Krieg einmal ausgebrochen, ist er nicht mehr zu stoppen, die Toten dürfen nicht umsonst gestoben sein, der Feind, das Böse, darf nicht siegen, also muss der Krieg unbedingt gewonnen werden, und wer gewinnt? Der schneller Menschlichkeit und Mitleid fahren lässt, schneller zu unbegrenztem Terror fähig ist, auf jede Rücksichtnahme, jeden Skrupel verzichtet. Die Kriegslogik ist die kälteste aller Logiken, sie mündet in den Ruf „Wollt Ihr den totalen Krieg“? Und endet in Hiroshima und Nagasaki.
        Analitik, mir graust vor Dir.
        Oder finden Sie die Atombombenabwürfe auf diese Großstätte etwa falsch? Das war reinste, kälteste Kriegslogik: durch die Kapitulation sollen angeblich 3 Millionen Menschen das Leben gerettet worden sein.

        • Analitik sagt:

          „Es gibt aber einen Unterschied zwischen „emotionalisiertem Scheiß“ und Warmherzigkeit.“

          Dieser Unterschied könnte nicht größer sein. Sie versuchen, mir subtil in die Schuhe zu schieben, dass ich diesen Unterschied nicht machen würde. Wir merken uns das für alle Fälle.

          „Ich sage nicht, dass Sie Märchen erzählen, sondern versuche deutlich zu machen, dass die Überzeugung, „da draußen“ gäbe es eine objektive Wahrheit, die unabhängig von unseren Wertesystemen und in der Sozialisation entwickelten Konzepten existiert, der man nachjagen, die man finden kann, gefährlich ist.“

          Es gibt da draußen eine Wahrheit. Sie in voller Gänze zu erfassen ist keinem Menschen möglich. Man kann sich der Wahrheit annähern. Dass Sie die Suche nach der Wahrheit als gefährlich bezeichnen, merken wir uns vorsichtshalber auch.

          „Wenn ich Ihnen etwas zart unterstellt habe, dann dies, dass Ihr Welt- und Menschenbild vom (angelsächsischen) Darwinismus gefärbt ist.“

          Wenn Sie mir schon Schlechtes unterstellen (zum widerholten mal, wir merken uns auch das), machen Sie sich die Mühe, das gut zu begründen.

          „Wussten Sie, dass Schimpansen regelmäßig Krieg führen gegen rivalisierende Stämme?“

          Definieren Sie Krieg. Der Schrott-Artikel von Wikipedia, den Sie sich zu Hilfe nehmen, vermischt auch fröhlich Mord, Gewalt und Krieg, als ob das alles das Gleiche wäre. Argumentieren Sie sauber, nicht mit so einem Mischmasch. Geben Sie sich mehr Mühe.

          „Haben die Kissingers, Putins, Hitlers, deren brennender Ehrgeiz sie dazu trieb, Geschichte schreiben zu wollen, jemals etwas aus der Geschichte gelernt? “

          Diesen Satz merken wir uns besonders. Kissinger, Putin und Hitler in einem Atemzug, das ist groß. http://analitik.de/2015/08/12/mehr-bbg-leckerlis-20701630/
          Weiterhin unterstellen Sie, ganz nebeläufig und als gesicherte Tatsache, dass alle drei vom Ehrgeiz getrieben wurden, Geschichte zu schreiben. Natürlich ohne Begründung.
          Und was soll die Sache mit dem Lernen aus der Geschichte? Diese steile These würde ich schon einem Abiturienten nicht durchgehen lassen, der sich für ein Geschichtsstudium bewirbt.

          „Und ist der Krieg einmal ausgebrochen, ist er nicht mehr zu stoppen, die Toten dürfen nicht umsonst gestoben sein, der Feind, das Böse, darf nicht siegen, also muss der Krieg unbedingt gewonnen werden, und wer gewinnt? Der schneller Menschlichkeit und Mitleid fahren lässt, schneller zu unbegrenztem Terror fähig ist, auf jede Rücksichtnahme, jeden Skrupel verzichtet.“

          Das ist nachweislich falsch. Studieren Sie, wie viele sowjetische Soldaten und Zivilisten Hitlerdeutschland getötet hat. Vergleichen Sie, wie viele deutsche Soldaten und Zivilisten von der Sowjetunion getötet wurden. Finden Sie heraus, wie groß der Prozentsatz gestorbener und getöteter sowjetischer Gefangener in deutschen Lagern war. Finden Sie heraus, wie dieser Prozentsatz für die deutschen Gefangenen in der Sowjetunion war. Reichen Sie uns die Zahlen nach.

          Wer hat gegen Ende des Zweiten Weltkrieges deutsche Städte aus der Luft dem Erdboden gleich gemacht? USA und GB, obwohl beide vergleichsweise sehr geringe eigene Verluste hatten. USA und GB haben dabei nicht nur militärisch relevante Ziele ins Visier genommen, sondern gezielt großflächig zivile Gebiete zerstört.

          Und wer hat auf solche unmenschlichen Bombardements verzichtet und sich stattdessen des mühsamen Stadtkampfes bedient? Es war die Sowjetunion, die unfassbare Grausamkeiten über sich ergehen lassen musste und nicht mit gleicher Münze heimgezahlt hat. Stadtkampf ist verlustreich für die angreifende Armee, schont aber die Zivilisten und die Stadt sehr stark im Vergleich zu flächendeckenden Luftangriffen. Die Sowjetunion hatte nach Ihrer Logik keinen Grund, das zu tun. Nach Ihrer Logik hätte die Sowjetunion ganz anders handeln müssen, als sie gehandelt hat. Ihre Theorie passt nicht zur Realität. Wenn Theorie und Realität nicht zusammen passen, ist die Theorie falsch.

          Sie propagieren hier quere Moralvorstellungen (Grausamkeit des Menschen, die durch nichts aufzuhalten ist), die Sie als Tatsache hinstellen. Wir merken uns auch das.

          „Analitik, mir graust vor Dir.“

          Danke, auch das merken wir uns.

          „Oder finden Sie die Atombombenabwürfe auf diese Großstätte etwa falsch? Das war reinste, kälteste Kriegslogik: durch die Kapitulation sollen angeblich 3 Millionen Menschen das Leben gerettet worden sein.“

          Wir merken uns auch hier, dass Sie mir mal wieder Schmutziges unterstellen wollen. Und dass Sie entweder unwissend sind oder gezielt desinformieren. Die Logik hinter diesen Verbrechen der USA war es, die Welt einzuschüchtern und den neuen Waffentyp auszuprobieren. Auf Japans Kaputulation hatte das keinerlei Einfluss. Das ist so sehr bekannt, dass es inzwischen schon in einer ARD-Doku berichtet wurde. Aber Sie verbreiten hier das US-Propagandamärchen, das da lautet, dass das Böse mehr Böses verhindert hat. Ja, so redet sich das Böse selbst schön. Schön, dass Sie hier sind. Wunderbare Gelegenheiten, Falschvorstellungen, die in den Köpfen der Menschen bis ins Unbewusste engepflanzt wurden, mal auseinander zu pflücken.

          Ihre erste Kritik war besser, subtiler. Im zweiten Versuch haben Sie nachgelassen und geben sich bedenkliche Blöße.

          • Rajo Identific sagt:

            Schon mal Danke, dass Sie sich meinen möglicherweise unqualifizierten Äußerungen derart ausführlich widmen. Ich muss wohl noch viel lernen. „Das merke ich mir“ möchte ich nicht als Drohung auffassen. Bin aber doch eingeschüchtert und froh, dass Sie nicht wissen wo ich wohne.

            Ihre Analysen der „Zombiescheiße“ finde ich übrigens großartig und sehr notwendig. Gestern war die Erde eine Scheibe, heute ist sie rund und morgen, wer weiß?

            • Analitik sagt:

              „Das merke ich mir“ möchte ich nicht als Drohung auffassen.

              Dagegen verwahre ich mich nicht weniger als Sie. Ihre subtile Unterstellung, dass ich Ihnen drohe (und der Verweis auf Ihren Wohnort impliziert sogar physische Gewalt), merken wir uns auch. Für eine mögliche Analyse.

        • FarEast sagt:

          》 Atombombenabwürfe auf diese Großstätte …… Das war reinste, kälteste Kriegslogik: durch die Kapitulation sollen angeblich 3 Millionen Menschen das Leben gerettet worden sein.

          Nein. Die Kapitulationsabsicht der Japaner hatten die Amerikaner bereits in der Tasche. Der letzte größere strittige Punkt war Institution des Kaisers, den die japanische Elite retten wollte, was von den Amerikanern jedoch abelehnt und bedingungslose Kapitulation gefordert wurde. Diese wurde lange genug hinausgezögert,um die Bomben werfen zu können. Eine kriegsentscheidende oder kapitulationsbeschleunigende Bedeutung hatten sie nicht. In diesem Krieg.

          • Texmex sagt:

            Es ging weiters darum zu verhindern, dass das japanische Raubgold in russische Harnde faellt. Siehe dazu den Faden im goldseiten-forum.de

  75. cyclist01 sagt:

    Die analytische Tiefe in Bezug auf die aktuell zu beobachtenden Schritte in der Weltpolitik ist durchaus beeindruckend, keine Frage.

    Was mir fehlt, ist der Bezug auf den ökonomischen Hintergründe der aktuellen ‚westlichen‘ Politik und deren direkte Verknüpfung mit dem, was 2008 geschah.
    Ist doch damals der westliche ‚Kapitalismus‘ wie wir ihn kannten – basierend auf dem Schneeballsystem immer neuer Verschuldungen in ‚Giral- Banken-Geld‘ , weitestgehend zusammengebrochen und alles, was wir heute sehen, ist lediglich der verzweifelte bzw- ‚trotzige‘ Versuch, dessen Leiche mittels künstlicher Beatmung irgendwie weiter am Leben zu halten, auch durch das Anfachen weltweiter Konflikte, um den amerkianischen Militärich-Industriellen Komplex künstlich zu beatmen.

    Das Schlimme daran ist, dass es im ‚Westen‘ seit 2008 jeglichen ernsthaften Versuches seitens der Eliten ermangelt hat, einen breiten und öffentlichen Diskurs über längerfristig funktionsfähige Modelle eines ‚kapitailstischen Weiter‘ (die müssten daran doch auch interessiert sein?????) zu führen, also einerseits einzugestehen, dass ein ‚Weiter so‘ schon aus mathematischer Sicht mittelfristig unmöglich ist und andererseits – um einen Absturz in ein unvorhersehbares Chaos durch ungesteuerte Krisensituationen zu vermeiden- d..h. letztendlich nicht mehr steuerbare Konflikte zu verhindern.

    Und hier muss man gerechterweise sagen, dass es sich um KEIN Problem irgendwelcher US-Eliten handelt (‚König‘), sondern um ein Problem des gesamten am Dollar aufgehängten Westens – denn alle, die so reich ‚im westlichen Giralgeld‘ sind, hängen doch da dran und sind Teil des ‚König‘ letztlich.
    Dies erklärt auch die seltsame Einmütigkeit zwischen den Washingtoner und Brüsseler Politik-Verkündern, sind diese Verkünder tatsächliche Vasallen des oben angedeuteten Königs namens ‚Geld-Adel‘, ohne wirkliche Macht, unabhängig ob wohnhaft in New-York oder Hamburg etwa (‚Vasallen‘ aus Hamburg etwa sind im übrigen die schärfsten Russenfresser weltweit).

    Meiner Meinung spielt auch das Wissen um die seit 2008 angebrochene spätkapitalistische Periode der finanzpolitische Instabilität des Westens in der russischen (und chinesischen) Politik keine kleine Rolle, evtl spielt Russland da auf Zeit etwa, während China seine immensen Dollarguthaben noch schnellstens irgendwie in reale Werte (Afrika etc) umsetzen möchte vor einem mit Sicherheit einsetzendem Dollar-Crash.

    Dann noch berücksichtigt, dass diese modernen ‚Könige‘, d.h. die $-Milliardäre, so unendlich mal mehr zu verlieren haben, als die ostdeutschen Reihenhausbewohner aus Wandlitz vor 26 Jahren, und zudem Zugriff noch auf unvollstellbare Waffenpotentiale (falls das Erpressungspotential aus den NSA-Archiven doch nicht mehr ausreichend sein sollte)– gepaart mit dem kompletten Fehlen von Moral und Ethik – kann dem hilflosen Beobachter dann doch schon mal Sorgenfalten auf der Stirn bereiten.

    • Eugen Wagner sagt:

      Danke, dass es noch andere Menschen gibt, die das grosse Ganze sehen. Tatsächlich werden wir keine grundlegende Änderung der Situation innerhalb dieses Geldsystems schaffen können.
      Allerdings zweifle ich daran, dass die Eliten dieses Problem richtig erkennen. Wenn ich Aussagen von hochrangigen ‚Starökonomen‘ höre, die Lichtjahre von der grundlogischen Realität entfernt sind – lediglich basierend auf Indoktrination falscher Modelle, kommen mir berechtigte Zweifel. Denn dies sind die Berater, auf die die Entscheider hören. Letztlich wird es wohl eine Reform von unten (auch Revolution genannt) brauchen, um endlich das in der Bibel prophezeite Paradies auf Erden zu erreichen. Ich trage meinen Teil dazu bei, indem ich über das Geldsystem informiere. Immer wieder schön anzusehen – die Gesichter, wenn ihnen klar wird, dass die Basis unserer Wirtschaft ein schnödes (wachstumshungriges, asoziales) Pyramidenspiel ist.

  76. Piscopo sagt:

    Gratulation und Chapeau für eine einzigartige Analyse, die Inhalt und Darstellung aktueller geopolitischer Abläufe zu einem intellektuellen Hochamt für mich zusammengefasst und mir einen Lichtschimmer in meinen ansonsten von deprimierenden Nachrichten geprägten Medien-Alltag geliefert haben (ja, obwohl ich mir den Müll der „Qualitätsmedien“ und das Reflektieren der uns präsentierten „Kinderwelten“ ziemlich konsequent abgewöhnt habe, bin ich immer noch per online in den alternativen Kanälen unterwegs, um im Drama nix zu versäumen, tatsächlich, auch da viel Unfug, manchmal aber eben auch Hervorragendes wie hier :))
    Ich liebe den hier ausgelebten Sprachmodus in Metaphern.
    Ähnliches erlebte ich v.a. mit den Abhandlungen von Michael Ende…
    Daher noch ein herzliches „Danke“ für dieses besondere Werk!

  77. Wiwahn sagt:

    Meinen herzlichsten Dank fuer diesen wunderbaren Artikel, sowas feines ist mir im Netz noch nicht unter die Finger geraten. Und gerade der Optimismus in der Analyse macht Hoffnung.
    Herausragend, danke!

  78. Peter*** sagt:

    Ich möchte mich den wertschätzenden Worten vieler Vorredner anschließen und meinem Dank an analitik Ausdruck verleihen. Sowohl ‚Willkommen in der multipolaren Welt‘ als auch „Syrien – Die Masken sind gefallen‘ halte ich für herausragende, zeitgeschichtliche Dokumente, auf die ich kürzlich aufmerksam gemacht wurde. Ich wünschte, es käme eine breite Diskussion dazu in Gang!

    Ich habe beide auf meinem FB-account gepostet und sehe immerhin ein wenig Resonanz. Seit ich vor etwa zwei Jahren meine Haltung zu Präsident Putin öffentlich gemacht habe („Ich bin kein Putin-Versteher – ich bin Putin-Unterstützer“), stelle ich zumindest eine immer größere Offenheit dafür fest, dass der vermeintlich Böse nicht immer der Böse und der vermeintlich Gute der Gute sein muss…

    Ich freue mich auf weitere Analysen und Thesen!

  79. Gunvald Larsson sagt:

    Was ist hiervon zu halten?

    https://www.youtube.com/watch?v=ov5kvWSz5LM
    [The Hilary Clinton Takeover of the United States – Steve Pieczenik]

    Nach dem Autoren, der, nach meinen Informationen, ein ehemaliger Regierungsangestellter unter verschiedenen Administrationen mit Verbindungen zu unterschiedlichen Diensten ist, findet derzeit in den USA ein Gegenputsch gegen einen versuchten Putsch der Clintons statt. Beteiligt an diesem Gegenputsch seien unkorrumpierte Teile verschiedener Geheimdienste, des Militärs und des FBI. Nach seinen Aussagen wurden Wikileaks die belastenden E-Mails durch diese Teile der Dienste zugespielt, womit die Vorwürfe an Russland vom Tisch wären.
    Sollte das den Tatsachen entsprechen, wären die US-Präsidentschaftswahlen geplatzt und turbulente Zeiten stünden ins Haus.

    Da ich die Quelle nciht verifizieren kann, wäre ich für eine Einschätzung dankbar.

    • Analitik sagt:

      Die USA sind in zwei Lager gespalten, die Radikalen und die Moderaten. Nicht zu verwechseln mit Gut und Böse und nicht zu verwechseln mit Demokraten und Republikanern. Der Riss geht durch Parteien und organisationen durch. Das radikale Lager glaubt, dass man die USA weiter ausbluten kann, um gewissen Personenkreisen Zugang zur Macht zu erhalten. Das moderate Lager glaubt, dass sich das nicht mehr lohnt und es besser ist, mit anderen globalen Akteuren zu verhandeln.

      Der Kampf dieser beiden Lager wird längst offen ausgetragen. Beispiele dafür wurden hier im Blog und in anderen Blogs vielfach aufgezeigt.

      • Gunvald Larsson sagt:

        Vielen Dank für die Antwort.

        Für die USA sehe ich wenig Hoffnung. Das Land ist weitgehend ausgeplündert und Volk und Kultur zerstört. Die USA sind von einem Parasiten befallen, um es einmal bildlich auszudrücken, der ihre Widerstandskraft komplett ausgehöhlt hat. Und ich fürchte, diese wird sich nie wieder regenerieren können.

        Als sich die Sowjetunion aus der Geschichte verabschiedete und dieses, damals zu meiner großen Überraschung, ohne großes Blutvergießen ablief, war mir bereits klar, dass der gleiche Fall für die USA nicht ähnlich zivilisiert und (beinahe) friedlich ablaufen werde. Letztes Jahr habe ich für die USA maximal noch fünf Jahre prognostiziert. Und ich fürchte, das wird ein Ende mit Schrecken.

        Putin hat vor einigen Jahre in einer Rede den Deutschen Hilfe bei der Wiedererlangung ihrer Souveränität angeboten, ohne dass ich mich an eine offizielle Reaktion darauf erinnern könnte. Später sagte er dann, dass Deutschland und Frankreich (sic!) ihre Freiheit selbst erkämpfen müssten. Leider liegen mir die Netzverweise auf beide Zitate nicht mehr vor, so dass ich ohne Gewähr aus dem Gedächtnis zitiert habe. Ebenfalls, und sehr zu meinem Bedauern, fehlt mir der Netzverweis für eine Aussage eines Putin-Beraters, der ca. 2014 die russische Strategie erläuterte:
        Russland werde nur agieren, wenn es wisse, dass es gewinnen werde. Russland werde niemals in Aktion treten, wenn der Ausgang ungewiss sei. Und die Zeit spiele auf der Seite Russlands, denn mit jedem Tage würden die USA schwächer und Russland stärker.

        Die Geschehnisse haben das bestätigt. Was ist aber nun das Ziel der russischen Strategie? Bereitet sie bewusst den Boden für die europäischen Staaten, das Joch der Fremdbestimmung abzuwerfen und die Souveränität zurückzuerlangen? Sind die Handlungen Russlands mit den betreffenden Regierungen Europas koordiniert? Und es ist zu bedenken, dass Russland den gleichen Parasiten wie die USA beherbergt (wie etliche andere Staaten auch), diesen aber derzeit unter Kontrolle(?) hat. Die Geschichte hat nur zu gut gezeigt, dass der Versuch, die Welt von diesem Parasiten zu befreien, zwingend erfolgreich sein muss, da er ansonsten mit der eigenen Vernichtung enden wird. Ein Gewährenlassen endet allerdings ebenso.

  80. Prince Benny Jr. sagt:

    Passend zu deiner Analyse ein Kommentar im Sezession Blog.
    http://sezession.de/c328639

  81. Ein besorgter Bürger sagt:

    Das ist das beste was ich seit rund 2 Jahren gelesen habe.
    Danke für diese hervorragende Analyse und auch Arbeit in diesem Artikel steckt!
    Und eins vor allem:
    Danke an die „Russische Förderation“!
    Dann müßen wir nur noch unseren eigenen Dreck wegräumen und ein neues System hier in Deutschland errichten ein System das man nicht mehr zerschlagen kann, ein System das auf Ehrlichkeit und Gerechtigkeit beruht, in dem keine Rentner in Mülleimern wühlen müßen um zu überleben,ein System in dem keine Kinder von Pseudobeamten den Eltern aus den Armen gerissen wird, ein System das eindeutig und unmißverständlich vom Volk geführt wird.

16 Pings/Trackbacks für "Willkommen in der multipolaren Welt"
  1. […] Stattdessen wird uns ein Paralleluniversum präsentiert, das uns von allen wesentlichen Vorgängen f… […]

  2. […] Ausgerechnet Deutschland veröffentlicht am 26. September ein Interview, in dem ein Al Nusra Kommand… […]

  3. […] zu lesen, viel spaß beim lesen und wie gesagt, es läuft alles nach Plan🙂 ) Veröffentlicht am 13. Oktober 2016 von Analitik — 167 Kommentare ↓ übernommen von: Willkommen in der multipolaren Welt – […]

  4. […] „Am 14. Oktober veröffentlichte die Propaganda­schau den Artikel „Des Imperators neue Kleider – Wie mediale Hofschranzen den Bürgern eine Scheinwelt vorgaukeln“. Darin nahm man Bezug auf eine spannende Veröffentlichung des Blog Analitik: „Willkommen in der multipolaren Welt“. […]

  5. […] Bei all der ausgebremsten Kraft stellt Mars ein Gegenwicht dar, und zwar ein sehr starkes: er steht im Quadrat zu Uranus. Er aktiviert damit noch einmal das Uranus-Pluto-Quadrat, das uns seit 2012 beschäftigt, und das langsam weicht. Erst kürzlich (kurz nach dem letzten Vollmond) hatte Mars den Pluto aktiviert. Jetzt übergibt er Uranus die Stafette.  Das alte Rumoren wird noch einmal aktiviert. Das Rumoren, das bei vielen umwälzende Lebensveränderungen mit sich gebracht hatte. Eine schwere Geburt, bei der man noch lange versucht hat, das Alte zu erhalten, und wenn es der Zustand der Schwangerschaft war (bildlich gesprochen natürlich). Lieber das Alte, aber Ungeliebte, als das Neue, Unbekannte. Das Neue wollte aber ganz dringend heraus. Das Rumoren, das geopolitisch eine massive Verschiebung der Kräfte bedeutete, und vermutlich der Beginn einer multipolaren Weltordnung, statt der alleinigen Vorherrschaft des Westens, geführt von den USA. […]

  6. […] ihn erst einmal links liegen. Ich hielt mich lieber an die Analyse von Alexander Berdnikow "Willkommen in der multipolaren Welt." Vielleicht, weil diese tröstlicher […]

  7. […] fing es langsam an, unter Bush setzte es sich fort, und unter Obama beschleunigte es sich noch. Ein Analytiker hat sogar schon ein Datum identifiziert, als es mit dem amerikanischen Imperium zu Ende gegangen […]

  8. […] Und diese Aussage wäre genau so wahr wie die der ZDF-Nachricht. Denn das ist Ihnen ja sicher auch aufgefallen. Es wurden ganz bestimmte Medien nicht eingeladen. „Nicht eingeladen“ ist übrigens auch nicht das Gleiche wie „ausgeschlossen“. Es gibt kein Anrecht darauf, eingeladen zu werden und damit schauen wir schon wieder ein wenig weiter hinter die Kulissen, denn für ganz bestimmte Medien gehörte es zum Selbstverständnis, immer eingeladen zu werden. Sie sehen sich als Teil der Politik, als unverbrüchlichen Teil des Hofstaates. […]

  9. […] Analysten – gewiss nicht der Mainstream – behaupten (Beispiele hier, hier, hier oder hier), dass sich gegenwärtig eine Multipolare Welt herausbilde, ja, dass dieser […]