Westliche NGOs zielen auf russisches Bildungssystem

Bei einem Arbeitstreffen von Wladimir Putin mit Juri Tschichantschin, dem Chef der russischen Finanzaufsicht gab es unter anderem folgenden Wortwechsel:

Tschichantschin: Ich möchte noch ein paar Worte zu NGOs sagen. Wir beobachten weiterhin ausländische Finanzierung, und nicht alles ist für wohlmeinende Ziele bestimmt. Etwa 80 Milliarden [Rubel, umgerechnet über 1 Milliarde Euro] werden von uns nachverfolgt, wir versuchen zu verstehen…

Putin: 80 Milliarden stammen aus ausländischen Quellen?

Tschichantschin: Aus dem Ausland, ja. Von ausländischen Quellen, unter anderem von solchen, die unterschiedliche Grade von Destruktivität anstreben.

Wir arbeiten an jeder dieser Quellen eng mit dem FSB zusammen. Es gibt Richtungen und Branchen, für die das meiste Geld ausgestellt wird, das ist das Bildungssystem, d.h. Lehreinrichtungen und anderes.

Übersetzung von mir.

Die Summe ist beeindruckend, insbesondere wenn man bedenkt, dass es nur der bekannte und digital abgewickelte Teil der Zahlungen ist. Daneben gibt es unentdeckte digitale Zahlungskanäle sowie einen massiven klassischen Bargeldkanal.

Das wirklich Spannende ist aber nicht die Summe, sondern der Einsatzbereich dieser Summen. Bildung.

Das Bildungssystem ist der Hebel, auf den der Westen setzt, wenn es die Möglichkeit hat, in Russland destruktiv tätig zu werden. Wo immer Sie leben, hüten Sie Ihr Bildungssystem.

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USA bitteln bei Maduro

US-Außenminister Pompeo “appelierte” an Venezuelas Präsident Maduro, doch endlich die Brücke zu öffnen.

Erst erkennen die USA Juan Nawalny als Venezuelas Präsidenten an, dann schicken sie ihn nach Venezuela, um das venezolanische Militär abzuwerben, dann retten sie ihn nach misslungener Mission, dann schicken sie ihn als Opferlamm wieder rein, aber das Opfer wird nicht angenommen. Irgendwann während dieser ganzen Posse ziehen die Amis ihr Militär an der venezolanischen Grenze zusammen, bekommen aber heimlich auf die Fresse oder können aus irgendwelchen anderen nicht minder wichtigen Gründen nicht stürmen die Hilfslieferungen nicht über die Brücke tragen. An dieser Brücke kondensiert sich offenbar das Schicksal der USA.

Anstatt die große Brückenfrage mit dem legitimen Präsidenten Nawalny zu klären, wenden sich die USA bittend an einen Herrn Maduro, der laut US-Diplomatie inzwischen ein Niemand ist.

Einfach großartig.

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Sanktionen von Freunden

Putin auf dem Arctic Forum:

Санкции сегодня используются даже уже не как инструмент геополитической борьбы, а как элемент просто конкурентной борьбы в мире. Возьмите тот же «Северный поток – 2», наши американские друзья с ним борются.

Übersetzung:

Die Sanktionen werden heute nicht mal mehr als Mittel des geopolitischen Kampfes angewendet, sondern schlichtweg als Mittel des weltweiten Konkurrenzkampfes. Nehmen Sie zum Beispiel Nord Stream 2, unsere amerikanischen Freunde ringen dagegen an.

Übersetzung und Hervorhebung von mir.

Erinnern wir uns daran, dass Putin die Begriffe “Freunde” und “Partner” sehr bewusst verwendet (eins, zwei).

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Skandinavien zu Gast bei Putin

Im Rahmen des 5. International Arctic Forum sind die Häuptlinge von Finnland, Schweden und Norwegen nach Russland gereist und haben sich dort alle drei zu Einzelgesprächen mit Putin getroffen.

Kurze Anmerkungen:

  • Russland ist isoliert wie eh und je. Ich frage mich, ob es auf der Erde einen Staatsmann gibt, der in den letzten fünf Jahren mehr ausländische Staatsmänner empfangen hatte als Putin.
  • Skandinavien hat verstanden.
  • Die ganzen Dialoge über die Aufteilung der Arktis untereinander sind schön und gut, aber Tatsache ist, dass Russland in der Arktis viel Militär und viele Eisbrecher hat, während alle anderen von beidem wenig bis gar nichts in der Arktis haben. Das wird die Realität bestimmen, ungeachtet davon, zu welchen Ergebnissen die Dialoge kommen.
  • Putin beim Treffen mit dem schwedischen Premierminister: “Unsere Beziehungen entwickeln sich, allen Schwierigkeiten zum Trotz. Im letzten Jahr hat der Handel um mehr als 32 Prozent zugenommen. Etwa fünf Milliarden haben unsere schwedischen Freunde – das ist wirklich so, unsere schwedischen Freunde – in die russische Wirtschaft investiert. Ich sagte ‘Freunde’, aber er [der Übersetzer] übersetzt mit ‘Partner’. Ein echter Bandit. Denn wir betrachten alle unsere Investoren, alle schwedischen Unternehmen – mehr als 500 sind in Russland tätig – betrachten wir als Freunde.” Putin betont das nicht ohne Grund, und wir wissen schon längst, warum.
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GPS Spoofing

Die Spione von C4ADS haben einen Bericht über GPS-Spoofing veröffentlicht. Für die Normalsterblichen eine spannende Angelegenheit.

Der Bericht fokussiert sich auf Russland. Russland sei führend darin, GPS-Signale zu fälschen. Berichtet wird auch von dem Experiment einer US-Universität aus dem Jahr 2013, als ein Schiff mittels falscher GPS-Signale erfolgreich vom Kurs abgelenkt wurde, ohne dass irgendwelche Systeme auf dem Schiff Alarm geschlagen hätten.

Wir erinnern uns bei dieser Gelegenheit an die NATO-Kriegsschiffe, die von Öltankern aus dem Weg gerammt wurden.

Wir erinnern uns auch an GPS-gelenkte Tomahawks, von denen ein halbes Hundert auf Syrien abgeschossen wurden und dort präzise zwei verlassene Scheunen zerstörten.

Wir erinnern uns auch daran, wie eine US-Drohne im Iran zur Landung gezwungen wurde und wie Iran seitdem einen Sprung in der Entwicklung eigener Drohnen hingelegt hat.

Wir stellen fest, dass das alles schon ein alter Hut ist. Die Analysen werden öffentlich publiziert, angereichert mit Werbe-Videos des russischen Militärs, in denen die Technologie offen vorgeführt wird. Der aktuelle Stand der Technik ist schon weiter. Die neusten Errungenschaften werden im Geheimen angewendet und ebenso geheim ausspioniert und analysiert.

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Über dem Gesetz

Noch mal zum Thema Schüler-Demos, die gerade durchs Dorf getrieben werden. Das ganze Spiel hat eine sehr wichtige Facette – es bringt den Kindern bei, dass sie über dem Gesetz stehen, wenn sie “Aktivisten” sind. Sie könnten Freitag Nachmittag genauso gut auf die Straße gehen wie Freitag Vormittag, aber für die Organisatoren (und damit meine ich nicht das Greta-Gesicht, sondern die Leute, die sich mehrere Ebenen hinter ihr verstecken) ist es sehr wichtig, dass die Demos vormittags stattfinden. Damit wird ein Gesetzesverstoß provoziert (dessen sich die Schüler absolut bewusst sind) und der mediale Zirkus samt riesiger Lobhudelei, der dabei über die Kinder ergossen wird, sagt ihnen: “Du bist ein Aktivist, und als solcher darfst du das Gesetz missachten, denn deine Mission ist wichtiger”.

Das ist ein übler Virus für die Kinder. Das ist ein übler Virus für die Gesellschaft. Der Virus wird bewusst und planmäßig in die Gehirne installiert. Der Virus wird nicht zum Spaß installiert, sondern um das Betriebssystem Deutschland zu lähmen, wenn der Virus aktiviert wird.

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In der Kürze liegt die Würze (22) – OPEC entführt

Haben alle mitbekommen, dass Putin die OPEC, eines der globalpolitischen Machtinstrumente der USA, entführt hat? Die heißt jetzt OPEC+ und ist zu einem russischen Machtinstrument geworden.

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Die EU beginnt, für Syrien zu bezahlen

Wer den Krieg verliert, muss zahlen. So war es immer, so wird es immer sein.

Ende Oktober 2018 hat es in der Türkei ein Treffen zwischen Putin, Erdogan, Merkel und Macron gegeben, um das weitere Vorgehen in Syrien zu diskutieren. Nebenbei bemerkt war die Zusammensetzung äußerst interessant, denn dabei hat sich die EU mit Russland und der Türkei versammelt, aber ohne die USA. So vollzieht sich die transatlantische Scheidung und der Aufbau Eurasiens.

Bei der gemeinsamen Pressekonferenz sagte Putin unter anderem:

Wir haben heute ausgiebig die Fragen der humanitären Hilfe für die syrische Bevölkerung und der Förderung der Rückkehr syrischer Flüchtlinge in ihre Heimat diskutiert. Russland unternimmt vieles in dieser Richtung, aber um die Situation im Land radikal zu verbessern, um die größten sozialen Probleme zu beseitigen, um die Wirtschaft aufzubauen, bedarf es des gemeinsamen Einsatzes der Weltgemeinschaft. Im Übrigen haben wir bereits positive Erfahrungen mit solchen gemeinsamen Aktionen gehabt: Ich erinnere an die erfolgreich durchgeführte russisch-französische Operation zur Lieferung von humanitärer Hilfe nach Ost-Ghuta im Juli.

Wir haben heute viel darüber gesprochen und sind zu dem Schluss gekommen, dass das Verständnis von “humanitärer Hilfe” erweitert werden muss um die Lieferung von medizinischem Gerät, Medikamenten, die Wiederherstellung der Infrastruktur, der Wasserversorgung.

Wir haben unseren Partnern vorgeschlagen, die russische Initiative zur Einberufung einer internationalen Konferenz zur Frage der syrischen Flüchtlinge einzuberufen. Wir verstehen alles, was damit verbunden ist, verstehen die Probleme, aber wenn wir nicht gemeinsam vorgehen, werden wir auch keine Ergebnisse erreichen.

In der Syrischen Arabischen Republik sind die Bedingungen für die Aufnahme von 1,5 Millionen Menschen geschaffen worden und die Regierung Syriens hat feste Garantien gegeben bezüglich der Sicherheit und Nichtdeskriminierung aller, die in ihre Heimat zurückkehren wollen.

Übersetzung von mir.

Putin erklärt hier in höflich-diplomatischer Form, dass der Westen Syriens Wiederaufbau finanzieren muss. Konkret nennt er den Wiederaufbau der Infrastruktur, die Wasserversorgung, die Bereitstellung von medizinischem Gerät und Medikamenten.

Kein halbes Jahr später vermerkt die westliche Presse beschlossene Milliardenzusagen für Syrien. Nach einer Konferenz in Brüssel wurden fast 7 Milliarden Dollar für Syrien zugesagt.

Für Deutschland stockte Bundesentwicklungsminister Müller die bisher bereitgestellten 1,47 Milliarden Euro um weitere 1,44 Milliarden auf.

Früher gab es einen klar bestimmbaren Kriegsanfang, ein ebenso klar bestimmbares Kriegsende und einen Friedensvertrag mit festgelegten Reparationszahlungen.

Der Erste Hybride Weltkrieg jedoch wurde nicht offiziell erklärt. Sein genauer Anfang lässt sich nicht bestimmen, sein genaues Ende ebenso wenig. Einen Friedensvertrag wird es auch nicht geben, weil es offiziell keinen Krieg gegeben hat. Es gibt kein offizielles Papier, auf dem sich konkrete Reparationsleistungen der Verlierer festschrieben ließen. Aber es gibt Konferenzen, auf denen Mittel für “humanitäre Hilfe” und “Entwicklungshilfe” bewilligt werden. Das gesamte Kriegsgeschehen wird in der Öffentlichkeit verschleiert, aber die Grundgesetze des Krieges bleiben davon unberührt: Die Gewinner erhalten die Kontrolle über die umkämpften Gebiete, die Verlierer bezahlen.

Nachtrag, 18. März 2019: Hier sieht man die genauen Summen und Spender. Neben der Hilfe wurden etwa 20 Milliarden Dollar Kredit bewilligt. Insgesamt wurde die EU zum eindeutigen Hauptspender auserkoren. So ist das, wenn man kein eigenes Militär hat.

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Auf der Suche nach Kanonenfutter

Der Kater hatte einmal darauf hingewiesen, wozu Flashmobs, Demos und sonstige hippe Veranstaltungen gut sind. Das sind alles ideale Plattformen für Mitläufer. Man sieht wunderbar, wer sich für allen möglichen Scheiß begeistern lässt. Man schaut, wer von diesen begeisterungsfähigen und ideologisierbaren (jungen) Menschen besonders eifrig dabei ist und sein Mitläufertum besonders aktiv in den sozialen Netzwerken verbreitet. Und schon hat man eine Menge geltungssüchtige und zugleich anspruchslose potentielle Agenten, die für ein paar Likes in sozialen Netzwerken ziemlich viele dumme Sachen anstellen würden. Bei solchen verdeckten Bewerbungsveranstaltungen sucht man die Maidan-Aktivisten von morgen aus. Ohne eigene Initiative, leicht zu beistern, leicht zu führen, leicht zu verblenden, leicht zu Dummheiten hinzureißen, ohne Wertverlust, wenn sie unter die Räder geraten. Ideales Kanonenfutter.

Daran muss ich immer mehr denken, je größer der Zirkus um die Kinder-Umwelt-Demos wird.

Das ist kein Jugendwettbewerb, bei dem die Kinder ihre Kenntnisse und Kreativität unter Beweis stellen und sich anstrengen, um konkrete Lösungen für reale Umweltprobleme zu erarbeiten, wobei die Gewinner des Wettbewerbs ein Praktikum bei einem Branchenunternehmen bekommen. Nein, das ist es nicht. Bei dem, was wir sehen, ist kein Talent notwendig. Die Besten zeichnen sich durch kreativ gestaltete Plakate aus, aber der Umwelt helfen sie damit kein Stück weiter. Nichts wird erarbeitet. Keine klugen Mathematiker und Physiker von morgen werden gefunden. Es ist purer Zirkus, dessen großer Preis darin besteht, es für wenige Sekunden ins Fernsehen zu schaffen. Gesehen werden, ohne etwas geleistet zu haben, das ist der große Traum der heutigen Zeit. Geltungssucht ist ein klassischer Angelhacken, mit dem sich Geheimdienste seit jeher Idioten zum Erledigen von Drecksarbeit angeln.

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Zur Lage der EU

Woraus setzt sich die EU zusammen? Im Kern aus Deutschland und Frankreich. In der zweiten Reihe stehen Großbritannien, Italien und Spanien. Und dann kommen all die Zwerge. Im Osten der EU hat sich ein Haufen eingebürgerter Zwerge zur Visegrad-Gruppe versammelt und agiert offen gegen die westeuropäischen Kernstaaten.

Wie steht es um die großen Säulen der EU?

  • In Deutschland dankt die Kaiserin ab. Die Parteien der Mitte schmelzen dahin. Wer wird Merkel beerben? Wer kann Merkel beerben?
  • Frankreich ist in Chaos versunken. Gelbe Westen randallieren seit Monaten im Land. Macron kann sie nicht unter Kontrolle bringen und ist politisch gelähmt.
  • Großbritannien verabschiedet sich gerade komplett aus der EU. Diesen jahrelangen Prozess haben die Briten so geschickt organisiert, dass sie wie geschlagene Pudel im Regen dastehen. Selbst wenn sie jetzt einen Rückzieher machen und doch in der EU verbleiben, bleiben sie geschlagene Pudel. Ihre Verhandlungspositionen wären keinesfalls gut innerhalb der EU. Und all die Probleme, deretwegen Großbritannien aus der EU abhauen wollte, wären auch alle da.
  • Italien steckt in einer wirtschaftlichen und politischen Dauerkrise. An der Macht sind inzwischen Euroskeptiker. Wenn die hochverschuldeten Banken des ebenso hochverschuldeten italienischen Staates taumeln – und das ist kein weit hergeholtes Szenario – sind größte Kopfschmerzen nicht nur für Italien, sondern auch für die EU garantiert. Ganz nebenbei agiert die italienische Regierung offen gegen Frankreich und unterstützt die Gelbwesten.
  • Spanien steckt ebenfalls in einer wirtschaftlichen und politischen Dauerkrise. Katalanische Gelbwesten Separatisten rütteln am spanischen Staat als solchen. Von einer stabilen Regierung vermag niemand mehr zu träumen. Die letzte zusammengeschusterte Regierung hat sich gerade erst aufgelöst.

Die EU durchebt keine Blütezeit, um es vorsichtig auszudrücken. Und wenn man sich den Trümmerhaufen der Kernstaaten anschaut, ist nicht ganz klar, woher genau die Hoffnung und die Kraft für eine Kehrtwende kommen soll. Nur Deutschland ist noch nicht kaputt genug, um sich diese Rolle anzueignen – oder es zumindest zu versuchen.

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