USA bringen FIFA-Prozess ins Rollen

Die USA bringen einen saftigen FIFA-Prozess ins Rollen. Das Thema wird hier im Blog mitverfolgt, als konkretes Beispiel für hybride Kriegsführung. Der letzte Beitrag dazu im Blog ist schon etwas länger her und im Februar 2016 sahen die Ziele noch so aus:

Die USA wollen verhindern, dass die Fußball-WM 2018 in Russland stattfindet. Und wenn sie doch in Russland stattfindet, soll sie in möglichst schlechtem Licht erscheinen.

Dafür hat man auch die deutsche und die schweizer Staatsanwaltschaft schuften lassen.

Einige Monate später wurden die USA entthront und das Maximalziel der FIFA-Intrige rückte damit in kaum mehr relevante Wahrscheinlichkeitsbereiche. Aber miese Stimmung machen geht immer und so ist das Minimalziel weiterhin erreichbar. Wie wir sehen können, ist das Minimalziel auch nicht aus der To-Do-Liste der supranationalen Oligarchen gestrichen worden. Zum Ende des Jahres 2017 ist ein großer Prozess gegen die FIFA angestoßen worden. Das Timing ist perfekt und das Ziel bleibt die WM 2018. Gerichtsprozesse dieser Gewichtsklasse sind schwerfällig, bis zum Erreichen ihres Höhepunktes vergehen Monate. Wenn die Fußball-Scheiße im Sommer 2018 sprudelnd kochen soll, muss der juristische Herd schon jetzt eingeschaltet werden. Wir können uns auf ein weiteres politisiertes Sportgroßereignis freuen.

Eine spannende Frage ist, wie groß der langfristige Schaden für den europäischen Fußball sein wird. Die USA demontieren den Fußball aus politischen Gründen. Den USA geht Fußball aber auch am Allerwertesten vorbei, und selbst wenn er auf dem politischen Altar verreckt, ist es den USA herzlich egal. Den Europäern ist Fußball heilig. Dieser Sport durchdringt viele EU-Länder sehr tief und stellt ein echtes verbindendes Element nicht nur innerhalb, sondern auch zwischen den europäischen Völkern dar. Eine gelungene Fußball-Demontage ist für Europa keine Nebensächlichkeit, sondern ein echtes Problem. An sich müsste es Gegenwehr geben. Die Tatsache, dass Blatters Nachfolger sich nicht als Aufklärer im Sinne der US-Interessen entpuppt hat, kann gut und gerne Teil der Gegenwehr sein.

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Australiens Herrenwechsel

Vor einem Jahr, kurz nach Trumps Wahlerfolg und noch Monate vor seiner Vereidigung, hatte Australien bereits einen strategischen Schwenk verkündet:

Australiens Handelsminister hat am 17. November angekündigt, dass es mit TPP bergab geht und dass Australien sich deshalb das Angebot einer Freihandelszone mit China ansehen werde. Tschüss USA, hallo China. Australien hat TPP bereits unterschrieben und Australien war bis jetzt ein treuer Vasall. Wenn schon solche Staaten abspringen, was ist dann von anderen zu erwarten? Der König ist weg, rette sich wer kann. Es passiert vor unseren Augen, die US-Vasallen suchen sich neue Herren.

Hier ist ein Beispiel, wie sich so ein Herren-Wechsel im Alltag äußert:

Ein australischer Verlag liefert ein Buch über Einmischung chinesischer Stellen in Politik und Gesellschaft Australiens aus Furcht vor rechtlichen Schritten Pekings nicht aus.

Australien wurde einfach herübergereicht, wie ein Sklave. Man merkte das schon daran, dass es keinen Widerstand gab und dass die australische Ankündigung des Lagerwechsels schon lange vor Trumps Annulierung von TPP vollzogen wurde. Es gab keine australische Gegenwehr, weil die USA gar nicht versucht haben, Australien zu halten. Ein ganzer Kontinent wechselte den Besitzer. In solchen Zeiten leben wir gerade.

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Das wahre Gesicht der Grünen

Die Grünen haben einmal mehr ihre wahre Natur gezeigt. In den Sondierungsgesprächen haben sie zwei ihnen wichtige Themen erkennen lassen – die Abschaltung von Kohlekraftwerken und den Familiennachzug von Flüchtlingen. Man beachte die Reihenfolge. In der vorletzten Sondierungs-Woche haben sie die Kraftwerke-Karte auf den Tisch gelegt, sind umgekippt, wurden ausgelacht, bekamen ein Kompromissangebot und lehnten es ab. War wohl doch nicht so wichtig, das mit den Kraftwerken. In der letzten Sondierungs-Woche haben die Grünen dann groß die Familiennachzug-Karte ausgespielt. Das beste kommt zum Schluss. Und bei diesem Thema gehen die Grünen all-in, hier wollen sie ihren Willen durchsetzen, dafür opfern sie ihr anderes großes Thema.

Was den Grünen besonders am Herzen liegt, ist ausgerechnet das Thema mit dem derzeit größtmöglichen gesellschaftlichen Konfliktpotential.

An den Taten erkennt man sie.

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Nachtrag, 17.11.2017: Ein Leser hat auf eine weitere Tat der Grünen hingewiesen. Danke dafür.

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Polen bekommt den schwarzen Punkt

Polen zeigt der Welt, wie man die größtmögliche Dummheit begeht. Im blinden Vertrauen auf die Hilfe des bereits gestürzten Hegemons und gegen die Interessen des eigenen Staates und des eigenen Volkes keilt die polnische Regierung wild aus, sowohl gegen Deutschland als auch gegen Russland. Also gegen beide großen Nachbarn, die zugleich die Schlüsselspieler auf dem politischen Parkett Europas sind.

Stellen Sie sich vor, Sie sind ein ganz normaler kleiner Schulknilch und Sie sitzen gemütlich auf einer Bank und rechts und links von Ihnen sitzt jeweils ein großer, kräftiger Junge. Jeder dieser Jungs kann Ihnen die Fresse polieren, sie sind beide groß und stark. Auf dem anderen Ende des Schulhofs steht ein anderer großer Junge, der Sie dauernd auf dem Handy anruft und Ihnen sagt, dass die beiden Jungs neben Ihnen voll böse sind. Ob Sie wohl die Ehre hätten, sich zu verteidigen und den beiden großen Jungs in den Arsch zu treten? Der freundliche Junge vom anderen Ende des Schulhofs verspricht auch, Sie ganz dolle anzufeuern. Eine Gehirnwindung tief in Ihrem Unterbewussten flüstert Ihnen zu, dass Ihre beiden Nachbarn Sie gar nicht angreifen und der eine Ihnen sogar regelmäßig Geld zusteckt, einfach so. Die Gehirnwindung ist überdies der Meinung, dass eine proaktive Verteidigung, dann noch gleichzeitig gegen beide, unglücklich enden könnte. Und als drittes Argument steckt Ihnen die Gehirnwindung zu, dass alle Jungs auf dem Schulhof an ihre Plätze gekettet sind, so dass im Falle des Falles eine Flucht nicht möglich ist und Sie in jedem Fall zwischen den beiden Jungs sitzen bleiben werden.

Was tun Sie in dieser Situation? Wie jeder vernunftbegabte Mensch werfen Sie jeglichen Gedanken an freundschaftliche Beziehungen zu Ihren beiden Nachbarn konsequent beiseite, nicht wahr? Und Sie fangen an, abwechselnd den linken und den rechten Nachbarn zu beißen und zu treten. Die Jungs versuchen Sie zu ignorieren, denn sie haben besseres zu tun, sie machen Geschäfte miteinander und reichen sich Packete hin und her. Diese Ignoranz macht Sie noch zorniger und ihr Freund vom anderen Ende des Schulhofs, feuert Sie über den Teich hinweg an. Sie beißen stärker um sich und schlagen Ihren Nachbarn die Packete aus den Händen. Einer Ihrer Nachbarn schlägt Ihnen sanft auf den Hinterkopf. Sie verlangen dafür umgehend eine Entschädigung – vom anderen Nachbarn. Zugleich vergessen Sie nicht, weiter gegen beide zu treten.

Dies ist eine wahre Geschichte und sie kann nur ein Ende haben. Der Knilch zwischen den beiden großen Jungs wird auf die Fresse bekommen.

Die deutsche Verteidigungsministerin hat sich hervorgetan (dass es die Verteidigungsministerin war und nicht irgendein anderer Minister, ist von Bedeutung):

Von der Leyen hatte am Donnerstag bei „Maybrit Illner“ den „gesunden demokratischen Widerstand der jungen Generation in Polen“ gegen die Regierungspolitik gelobt und gefordert: „Die muss man unterstützen!“

Man könnte auch sagen, sie hat unverblümt eine farbige Revolution angedroht, vielleicht sogar versprochen.

Die polnische Regierung fand das gar nicht nett, hat den deutschen Militärattaché einbestellt und eine Entschuldigung verlangt.

Die Ministerin hat über ihren Sprecher ausrichten lassen:

„Meinen Äußerungen können Sie entnehmen, dass wir schon sehr erstaunt waren über die Aufregung, die in Polen entstanden ist.“

Entschuldigung verweigert.

Und auf einmal bemerkt die deutsche Presse polnische Nazi-Märsche in Warschau. Dabei hat die EU jahrzehntelang unter Beweis gestellt, dass sie sämtiche Nazi-Märsche und Faschisten-Verehrungen in ihren neuen Mitgliedsstaaten bravourös totschweigen kann. Jetzt heißt es:

Eigentlich sind es gewohnte Bilder: Schon seit Jahren marschieren Polens Rechte am 11. November, an dem der Wiedererlangung der Unabhängigkeit des polnischen Staates im Jahre 1918 gedacht wird, zu Zehntausenden im Land auf. Es sind jedes Mal martialische Aufzüge, häufig kommt es zu gewalttätigen Ausschreitungen. Die regierende Partei „Recht und Gerechtigkeit“ (PiS) und ihr Chef Jaroslaw Kaczynski stehen dem rechtsradikalen Mummenschanz traditionell eher wohlwollend gegenüber. Doch diesmal erhielten die Teilnehmer des Marsches so viel Zuspruch aus den Reihen des Regierungslagers wie selten zuvor.

Wie Sie sehen, weiss die EU sehr wohl bescheid über die Nazi-Auswüchse und es wird nicht einmal verheimlicht. Wie Sie wissen, ist Flexibilität ein wichtiger Bestandteil der westlichen Werte – auch moralische Flexibilität. Wir fördern Nazis, Faschisten und Terroristen, wann immer es uns passt und wo immer es uns passt. Wir tun dabei so, als ob es sie nicht gäbe, oder als ob wir das ganz furchtbar finden würden oder als ob wir mit allen Mitteln dagegen kämpfen würden – ganz, wie es uns passt. Im Moment ist es eben passend, es zu bemerken. Und weil es gerade gegen Polen geht, ist es ausnahmsweise nicht Putin, der die Rechtsradikalen in der EU gezüchtet und ins Feld geschickt hat. Stattdessen wird im Artikel mehrfach auf das Wohlwollen der polnischen Regierung gegenüber den Nazis gepocht. Das ist nicht neu, aber jetzt ist der Zeitpunkt, wo Polen medial zum Bösewicht aufgebaut wird.

Die Zeit bricht an, in der Polen ernten wird, was es in den letzten Jahren gesäht hat. Die EU hat ein formal-juristisches Verfahren eingeleitet, an dessen Ende Polen die Stimme in der EU verlieren könnte. Die wirklichen Strafen werden aber weit darüber hinaus gehen.

Polen hat den schwarzen Punkt bekommen.

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Die zukünftige EU-Armee – fünfte Ergebnisse

Das geht doch wahrlich flott. Nur ein Jahr ist seit der strategischen Grundsatzankündigung vergangen und ein Zwischenschritt auf dem Weg zur EU-Armee wird bereits medial gefeiert. „Europa wird erwachsen“… es darf sich jeder fragen, welcher Reifestufe Europa bisher entsprochen haben muss.

Durchlesen kann jeder selbst, hier wieder nur ein paar wenige Anmerkungen. Sehr interessant ist das hier:

Verteidigungsministerin von der Leyen erinnert zudem oft an die Ebola-Krise 2014, um die Ohnmacht der EU zu beschreiben. Damals habe man schnell entschlossen, etwas zu machen, dann aber brach Chaos aus, weil alle allein agierten. Die Deutschen bauten einen Spezial-Jet, die Belgier hatten schon einen, keiner sprach sich ab. Das Chaos, so das Fazit deutscher Militärs, sei am Ende nicht entstanden, weil die EU-Länder nicht kooperieren wollten, sondern weil sie es nicht konnten.

Hoppla! Der Artikel handelt vom Militär, von der Leyen ist Verteidigungsministerin. Ebola ist doch eine zufällig in Afrika ausgebrochene Krankheit, oder? Oder?! Warum hat sich dann das Militär entschlossen, schnell etwas zu machen? Haha. Herrlich. Wenn man etwas gegen eine Seuche machen will, ruft man üblicherweise nach den Ärzten, oder? Es sei denn, die Seuche kommt aus den Militärlabors. Wen haben übrigens damals die USA als Ersthilfe nach Afrika geschickt? Sie ahnen es, keine Ärzte, dafür aber mehrere Tausend Soldaten.

Dann möchte ich etwas zitieren, was uns hier im Blog nicht überrascht:

An der nötigen Mehrheit für den Start der Pesco-Zusammenarbeit gibt es kaum einen Zweifel. In insgesamt sechs Workshops in Paris, Berlin und Brüssel haben Deutsche und Franzosen das Projekt in den vergangenen Monaten allen anderen EU-Mitgliedern vorgestellt, daher kann sich eigentlich niemand überrumpelt fühlen.

Deutsche und Franzosen prügeln also die neue EU-Armee durch („Projekt allen anderen EU-Mitgliedern vorgestellt“). Und Widerstand ist zwecklos („niemand kann sich überrumpelt fühlen“). In solchen Bemerkungen und Formulierungen erkennt man den roten Faden von Schlüsselprojekten. Wenn Sie den roten Faden einmal in der Hand halten, sehen Sie viel klarer. In der täglichen Datenmüll-Flut erkennen Sie die relevanten Informationen und können diese vom Vernebelungsdreck unterscheiden. Und Sie wissen, was als nächsten kommen wird, wenn Sie den roten Faden erkannt haben.

Hier ist noch ein Beispiel dazu:

Doch was heißt Pesco jetzt? Zunächst bezeichnet der Begriff ganz neutral eine in den Europäischen Verträgen vorgegebene Möglichkeit für eine kleinere Gruppe von EU-Mitgliedern, in einem bestimmten Politikfeld stärker zusammenzuarbeiten als der Rest. Das geschieht nun erstmals bei der Verteidigungspolitk. Für den Startschuss muss eine qualifizierte Mehrheit der 28 EU-Staaten mit dem Vorschlag einverstanden sein, danach können die Pesco-Mitglieder innerhalb ihrer Vorhaben ohne den Rest entscheiden. Wer später mitmachen will, ist eingeladen.

Exakt so wurde es von Deutschland und Frankreich vor einem Jahr angekündigt. Beide Länder preschen vor und bilden innerhalb der EU eine Koalition der Willigen unter deutsch-französischer Herrschaft. In Russland nennt man diese Entwicklung „EU der zwei Geschwindigkeiten“. Meine Hypothese ist und bleibt, dass am Ende dieses Prozesses (nach vielen Jahren) ein Teil der EU abgehackt wird – verständlicherweise der abgehängte Teil.

Betreffs der EU-Armee wird die Werbetrommel nun offen und unverhohlen gerührt: „Am Ende wird eine europäische Armee stehen“, heißt es vom Wehrbeauftragten des Bundestags.

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Tolkien als Spiegel der angelsächsischen Welt

Es folgt die Übersetzung dieses gleichnamigen Beitrags von madezhik.

Das Jahr 2017 ist angebrochen, bald steht die Vereidigung des neuen US-Präsidenten an, und viele rätseln im Kaffesatz, wie sich die Einstellung der angelsächsischen Spitzeneliten gegenüber Russland verändern wird. Viele erwarten eine Entspannung. Seid beruhigt: Die Einstellung wird sich nicht verändern. Diese Einstellung ist eingewoben in den kulturellen Kode der angelsächsischen Welt.

Um den Kode kennen zu lernen, muss man keine besonderen Bücher lesen und keine besonderen Filme schauen. Viele uns liebgewordene Bücher sind voll von Details, die wir nicht bemerken. Für wen halten die Angelsachsen sich selbst? Wie denken sie? Wie handeln sie? Was ist von ihnen zu erwarten? All das erkennt man in den Detektiven, Romanen, Filmen.

Nehmen wir als Beispiel die bekannte Triloge „Herr der Ringe“ von John Ronald Reuel Tolkien. Wie soll man weitreichende Schlüsse aus Fantasy ziehen? Nun, uns interessiert nicht die Faktologie, sondern der nationale Charakter, der sich in den Details zeigt. Begeben wir uns auf die Jagd nach diesen Details.

Eine charakteristische Eigenheit der Mittelerde ist das „Blut“-Konzept. Es gibt gute Herkunft, die Nachfahren dieses Blutes sind ehrwürdig, klug, weise und herrschen zu Recht und mit Recht. Und es gibt schlechtes Blut, die Nachfahren dieser Zweige sind per Definition böse und man darf sie allein wegen ihrer Herkunft töten.

Was ist die Mittelerde? Das sind Ländereien, auf denen die „Freien Völker“ leben. Die Völker gehen ab und zu ein Bündnis ein. Das heißt auch „Bündnis der freien Menschen“. Die Entscheidung dieses Bündnisses heißt „Wille der freien Menschen“. Die Handlungen dieses Bündnisses sind per Definition gönnerhaft, gut und richtig, und nur böse Wesen können sich diesen Handlungen widersetzen. In unserer Welt und zu unserer Zeit wird dieses Konzept „Weltgemeinschaft“ genannt.

Was sind das für Völker? Gleicher unter den freien Völker sind natürlich die Elfen. Sie sind stark, geschickt, weise, schön, unsterblich. Sie schießen und schneiden alles, was sich bewegt. Sie mischen sich in alle Angelegenheiten ein. Weil sie es können. Weil sie es für richtig halten. Sie sind die Anführer der freien Völker. Wegen ihrer Herkunft. Wer daran zweifelt, ist ein Diener des Bösen und muss umgebracht werden. In unserer Welt sind die Elfen natürlich der angelsächsische Adel. Die Unsterblichkeit symbolisiert die Fortwährung der Adelsfamilien, auch wenn die Familienmitglieder sterblich sind.

Dann kommen die Zwerge. Sie sind weniger ehrwürdig, aber sie leben auch lange, haben ihren eigenen Adel (unzählige Zweige) und haben ein Monopol auf Förderung und Verkauf von Gold und Edelsteinen. Sie stehen in Konflikt mit allen, aber ihre Diense werden von allen Herrschern in Anspruch genommen. Sie leben abgeschottet und heimlich, was durch die Höhlen verdeutlicht wird. Sie akzeptieren den zweiten Platz hinter den Elfen, wenn auch ohne Enthusiasmus. Es ist wohl klar, wer das in unserer Welt ist.

Dann kommen die Menschen. In Tolkiens Welt sind Menschen recht sinnlose und nichtsnutzige Wesen ohne besondere Fähigkeiten, außer eines kleines Zweiges, der sich vor den Elfen verneigt. Dieser Zweig gilt als ehrbar, aber natürlich nur unter den Menschen. Elfen sind darüber amüsiert, die Zwerge ignorieren das einfach. Die Völker, die den Elfen dienen, übrigens unentgeltlich (eine charakteristische Eigenheit), sind die entwickelten Völker. Alle anderen verdienen keine Erwähnung.

Das sind die guten Völker? Und wer sind die Bösen? Das sind Goblins und Orks. Goblins wohnen in Höhlen und sind dem Grunde nach das Gleiche wie die Zwerge. Sie haben lediglich die falsche Herkunft. Deswegen ist ihr Leben furchtbar, ihre Gebräuche primitiv, und es ist gut, dass dieser Abschaum in Höhlen verborgen bleibt. Warum? Weil es Goblins sind. Die Orks können sowohl in den Bergen als auch in der Ebene leben. Orks sind falsche Elfen. Sie sind auch schrecklich, widerlich und böse per Definition. Goblins und Orks können getötet werden, ohne sich nach dem „Warum?“ zu fragen. Sie sind einfach das Böse. In unserer Welt haben viele Völker diesen Platz gehabt, von den Chinesen, Indianern, bis zu den Russen. Sie sind per Definition böse und man darf sie aufgrund ihrer Herkunft vernichten.

Der größte Bösewicht ist Sauron. Wer ist er? Er ist ein Diener Melkors. Wer ist Melkor? In unserer Welt steht er einem Engel am nächsten. Was hat er sich zuschulden kommen lassen? Er wollte nicht im gemeinsamen Chor mitsingen, wollte kein willenloses Werkzeug des Erschaffers sein. Deswegen wurde er zum Bösen erklärt und die anderen sind mit Krieg auf ihn gegangen. Diesen Moment halte ich für sehr charakteristisch für die angelsächsische Weltsicht: Du bist nur deswegen schuldig, weil du nicht mit allen anderen das Lied singen willst, welches man dir vorgibt, deswegen bist du das Böse und man kann mit dir alles machen, was man will, ohne sich weitere Fragen zu stellen. Die Parallelen zu unserer Welt und unserer Zeit sind offensichtlich.

In einem kurzen Abriss kann man nicht die ganze Trilogie durchpflügen. Aber ich möchte auf die Magier aufmerksam machen. Das sind gewisse Greise, die die Mittelerde durchstreifen, die über Macht und Wissen verfügen und die sich überall einmischen. In unserer Welt und unserer Zeit sind die Parallelen mehr als offensichtlich.

Wie kämpfen denn die „Freien Völker“ Mittelerdes? Erstens, sie töten die Orks überall, wo sie nur können, ohne dieses Verhalten zu reflektieren. Siehst du ein aisatisches Gesicht in ungewöhnlicher Kleidung, so sollst du es töten. Weil es so richtig ist. Zweitens, sie brechen zu den Grenzen Mordors auf, einem Land, das sie nicht kennen, ein Land, das von den falschen Völkern bevölkert ist, das von den falschen Herrschern regiert wird. Deswegen muss man sie alle töten und alles zerstören. Aber auch das Tötungsmittel selbst ist interessant! Während sie an der Grenze lärmen und die Aufmerksamkeit und Kräfte des dortigen Herrschers binden, schicken sie einen Trupp von Diversanten, der das Land von innen zerstören soll. Das fertige Szenario „farbiger Revolutionen“.

Wenn Sie ein angelsächsisches Buch lesen oder einen Film schauen, achten Sie mal auf solche Details. Es gibt sie in praktisch jedem Werk. Eine Zeitlang habe ich gedacht, dass es Propaganda ist, aber keine Propaganda dieser Welt kann alles kontrollieren. Diese Weltsicht ist in ihren kulturellen Code eingewoben: Das Wichtigste ist die Herkunft, dem Ehrbaren ist alles erlaubt, das Böse geht von niederer Herkunft aus und man kann es allein wegen seiner Herkunft vernichten. Und die Welt wird sauberer. Besonders gefährlich sind diejenigen, die sich weigern, im gemeinsamen Chor die verlangte Melodie einzustimmen. Oh ja.

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Sprachlich institutionalisierte Asozialität

Unter vielen anderen Anglizismen in der deutschen Sprache gibt es „clever“. Man sagt im deutschen, dass jemand etwas clever gemacht hat, wenn er die Regeln bricht oder sich zumindest in einer dunkelgrauen Zone bewegt, dabei aber formal nicht anfechtbar ist. Wenn Arjen Robben leicht an der Schulter berührt wird und daraufhin hoch und flach in die Luft springt, als ob er von einem Auto angefahren worden wäre, dann ist das nicht asozial – nein, das ist clever. Und das gilt es nicht mit einer gelben Karte zu bestrafen – nein, das gilt es mit einem Elfmeter zu belohnen. Und der Verteidiger, der Robben an der Schulter berührt hat, war nicht unschuldig, sondern ungeschickt.

Cleverness als formal nicht anfechtbare Asozialität. Man beachte, dass Cleverness absolut positiv ist. Der Arme verteidiger muss im Interview sich selbst für sein Ungeschick geißeln und Robben für dessen Cleverness loben. Während Robben nicht mehr tun muss, als auf die Berührung zu verweisen, um gerichtsfest zu beweisen, dass er nichts verwerfliches getan hat. Verkehrte Welt. Man beachte, dass die formale Unanfechtbarkeit integraler Bestandteil von Cleverness ist. Wenn Robben die gleiche Schwalbe macht, ohne dass er vom Finger des Verteidigers berührt wurde, ist er schon nicht mehr clever, sondern dreist. Die Asozialität der Cleverness muss im Kleid der formalen Korrektheit daherkommen.

Man könnte auch den deutschen Begriff „listig“ verwenden können, es wäre viel zutreffender, denn List hat etwas gemeines in sich. List ist unfair. Wenn man List einsetzt, hat man allen Grund, sich zu schämen. List ist der korrekte Begriff, aber in einer Kultur, die Asozialität fördern und gutheißen will, ist List nicht der passende Begriff. Deswegen ist ein Arjen Robben nicht listig, wenn er eine Schwalbe macht, sondern clever.

Das gewählte Beispiel Fußball ist wirklich nur ein Beispiel. Das Prinzip ist tatsächlich universell in der angelsächsischen Kultur. Wer sich einen trickreichen Steuerberater leistet, um formal-juristisch legal die Steuern nicht zahlen zu müssen, ist nicht ein Asozialer, sondern clever. Wer sogar so viel Geld hat, dass er die Bundesregierung davon überzeugt, Steuergesetze von privaten Anwaltskanzleien schreiben zu lassen und sich dann von diesen Kanzleien auf den Leib zugeschnittene Steuerlöcher schreiben lässt, ist kein Verbrecher am Staate, sondern clever. Wer Wahlversprechen macht, die er nicht zu erfüllen gedenkt, ist kein Lügner und Betrüger, sondern clever – er will ja möglichst viele Stimmen sammeln und alle lügen übertreiben ein wenig dafür und es gibt kein Gesetz, das zur Einhaltung der Wahlversprechen verpflichtet, nicht wahr? Und so ist es überall, die angelsächsische Gesellschaft ist durchzogen von dieser Vorstellungswelt.

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Sprachlich institutionalisierte Egoismus-Kultur

May I have…

Darf ich…

Can you…

Können Sie…

Die angelsächsische Kultur lässt „Ich“ groß schreiben. Ich, Ich, Ich! Das Gegenüber dagegen wird selbst in der förmlichen Anrede klein geschrieben: you.

Mir liegt keine Statistik zur Hand, aber üblicherweise wird es genau andersherum gehandhabt. Üblicherweise nimmt eine Kultur das „ich“ vornehm zurück und betont dessen Bedeutung nicht durch Großschreibung. Die Betonung des Ich ist auch nicht nötig, denn das Ego des Menschen wächst ohnehin ins Unendliche, wenn es nicht durch Kultur und Erziehung gezähmt wird. Den Respekt vor dem Gegenüber muss man dagegen erst erlernen, das ist nicht angeboren. Die meisten Kulturen helfen auch, und in der Schrift drückt sich das in der Großschreibung des förmlichen „Sie“ aus.

Subtile Hinweise auf die Kulturen.

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Skandal über sexuellen Missbrauch – Wer sind die Opfer?

Seit Wochen wird in den Medien ein gigantischer Skanal über sexuellen Missbrauch entfacht und am Leben gehalten. Urplötzlich und gleichzeitig erinnern sich unzählige Schauspielerinnen, wie sie von ihren Kollegen vor dreißig Jahren vergewaltigt, am Knie betatscht oder mit einem Anmachspruch beehrt wurden.

Das kann natürlich alles Zufall sein. Vielleicht aber auch nicht. Wenn wir nicht an Zufall glauben und ganz bösartig eine Kampagne vermuten, müssen wir natürlich auch annehmen, dass diese Kampagne konkrete Ziele hat. Die Ziele erkennen wir am sichersten an den Auswirkungen. Zu den Auswirkungen gehört, dass viele einflussreiche Leute unter die Räder gekommen sind. Wenn wir die Leute, die im Rahmen des Skandals unter Druck gesetzt werden, auflisten und uns ein wenig genauer anschauen – erkennen wir dann ein Muster? Gehören diese Leute vielleicht mehrheitlich einem Lager an? Das wäre spannend.

Ein sich aufdrängender Hintergedanke ist, dass dieser Skandal eine Operation im laufenden globalen hybriden Weltkrieg ist. In diesem Weltkrieg haben wir zwei Hauptlager – die transatlantischen Oligarchen auf der einen Seite und die Verfechter der multipolaren Welt auf der anderen Seite. Die größten Reizfiguren sind Clinton, Trump, Putin. Um also nicht völlig planlos drauflos zu recherchieren, könnte man konkret nach folgenden Dingen suchen:

  1. Wer ist im Rahmen des Skandals unter die Räder gekommen? (Auflistung)
  2. Wie haben sich die öffentlich Beschuldigten zu Clinton / Trump / Putin geäußert?
  3. Laufen uns im Rahmen der ersten beiden Fragen andere große Marker über den Weg, die eine klare Zugehörigkeit der Beschuldigten zu einem der beiden Hauptlager (Globalisten vs Multipolaristen) erkennen lassen?

Sachdienliche Hinweise zu den drei Fragen bitte in den Kommentaren notieren. Ich werde die Hinweise sammeln und im Beitrag auflisten – und bin sehr gespannt, wie weit wir mit derartiger Nutzung von Schwarmintelligenz kommen können.

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Laufend aktualisierte Liste:

  • Michael Fallon, britischer Verteidigungsminister, musste von seinem Posten zurücktreten. Einordnung?
  • Peter Pilz, Parteichef der neuen Grünen „Liste Peter Pilz“, gibt seinen Posten ab und nimmt sein Mandat im Nationalrat nicht an. Einordnung?
  • Kevin Spacey, unter Druck geraten. Clintoniode.
  • Harvey Weinstein, Produzent, Clintoniode („Doku“ gegen Trump, außerdem will Weinstein jetzt offen Politik machen).
  • Dustin Hoffman, unter Druck geraten, Clintonoide.
  • Ben Affleck, unter Druck geraten, Clintonoide.
  • James Toback, Produzent. Einordnung?
  • Mark Garnier, britischer Außenhandelsstaatssekretär, unter Druck geraten. Einordnung?
  • Terry Richardson, Fotograf, unter Druck geraten. Einordnung?
  • Brett Ratner, Regisseur, unter Druck geraten. Einordnung?
  • Roy Price, Amazon-Manager, Job verloren. Einordnung?
  • Howard Rubin, Manager in Soros‘ Diensten, wegen Vergewaltigung angeklagt.
  • Damian Green, Vizepremier in Großbritanien, unter Druck geraten. Einordnung?
  • Leon Wieseltier, Redakteur, unter Druck geraten, Clintoniode. Vorbildlich aufgearbeitet von Katharina.
  • Roman Polanski, Regisseur, angeklagt und unter Druck geraten. Einordnung?
  • Tariq Ramadan, Islamwissenschaftler und Verfechter einer Islamisierung Europas. Unter Druck geraten und seine Oxford-Professur verloren.
  • Carl Sargeant, walisischer Minister, ist tot aufgefunden worden, nachdem Missbrauchsvorwürfe gegen ihn laut wurden. Einordnung?
  • Mark McDonald, schottischer Jugend-Minister, zurückgetreten. Einordnung?
  • Charlie Sheen, unter Druck geraten. Trump-Unterstützer.
  • Louis C.K., Comedian, ist zurückgetreten und hat Aufträge verloren. Clintoniode. Danke an Strukturdenker (und auch an die anderen) für die Einordnung – das Niveau der Beteiligung steigt.
  • Steven Seagal, Schauspieler, Putin-Unterstützer.
  • Anthony Weiner, US-Demokrat, muss ins Gefängnis (Fall schon 2016 begonnen). Clintonoide.
  • George Bush Senior, unter Druck geraten.
  • Roy Moore, erzkonservativer republikanischer Senats-Kandidat, droht seine Kandidatur zu verlieren.
  • George Takei, Schauspieler, Anti-Trump, unter Druck geraten.
  • Richard Dreyfuss, Clintonoide (distanziert sich inzwischen schlauerweise), unter Druck geraten.
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Israels Problem mit Iran

Der israelische General Golan war vor kurzem in den USA, um die neue israelische Militärdoktrin mit den USA abzustimen. Golan ist damit beauftragt, diese Doktrin auszuformulieren. Iran soll als primäre Bedrohung reinkommen.

In his Washington Institute address, Golan said he understood, yet disagreed, with the priority that U.S. and European countries have placed on defeating ISIS, arguing instead that the real threat is and remains Iran.

Golan verstehe, dass USA und Europa der Vernichtung des IS eine hohe Priorität einräumen, stimme dem aber nicht zu, da die wahre Bedrohung der Iran sei.

“For decades, we’ve dealt with ISIS-style terrorism. I don’t say it’s not a problem. But we managed to live with that. … They are primitive and with relatively limited capabilities. Yes, they have their determination and they are dangerous,” he said. ”But when looking at the Iranian threat, it’s much more dangerous compared to the ISIS threat.

IS-Terrorismus sei ein Problem, aber damit könne Israel leben. Die sind primitiv und haben beschränkte Möglichkeiten. Dagegen sei die Bedrohung aus dem Iran viel gefährlicher im Vergleich zum IS.

Interessant. Was genau ist so gefährlich an Iran?

“They [Iran] are a higher form of civilization. They have nice, academic infrastructure, impressive industry, good scientists and many talented young people. They are very similar to us, and because they are similar to us they are much, much more dangerous. And we can’t cope with them alone.”

Übersetzung:

Sie [Iran] sind eine höhere Form der Zivilisation. Sie haben eine gute akademische Infrastruktur, eine beeindruckende Industrie, gute Wissenschaftler und viele talentierte junge Leute. Sie sind uns sehr ähnlich und weil sie uns ähnlich sind, sind sie viel viel gefährlicher. Und wir können ihnen nicht im Alleingang widerstehen.

Sehen Sie, was den Iran so böse macht? Eine gut ausgebaute Industrie, gute Wissenschaftler, talentierte junge Menschen. Das ist doch wirklich unverschämt!

Golan weiter:

“I’ve followed the Iranian mindset for many years. They think globally, from a historical perspective and in a very wide frame. They’ve had, up until now, three different empires. Why wouldn’t they have a fourth?”

Übersetzung:

Ich verfolge die iranische Denkweise seit vielen Jahren. Sie denken global, aus einer historischen Perspektive heraus und in großem Rahmen. Sie hatten bis jetzt drei Imperien. Warum sollten sie kein viertes haben?

Global zu denken und sich seiner Geschichte bewusst zu sein ist wohl ein Privileg, das nicht jedem Volk zusteht. Wo kämen wir denn hin?

Und nachdem die Bedrohungslage geklärt ist, wird noch das Ziel der US-Visite verdeutlicht:

“We can achieve decisive victory over Hezbollah, and we don’t need help from a single American soldier, but we cannot fight Iran alone,” he said. “I consider future cooperation with the U.S. much more important than anything we’ve had in the past.”

Hezbollah und andere Milizen an seinen Grenzen könne Israel selbst besiegen, nicht aber Iran. Die zukünftige Kooperation mit den USA sei viel bedeutender als die Kooperation vergangener Tage.

Die USA sollen auch weiterhin die große Keule spielen, die Israels Interessen im Nahen Osten durchknüppelt. Nun sollen die USA sogar für eine Zerstörung Irans im israelischen Interesse bürgen. Und wo versucht sich General Golan diese Bürgschaft einzuholen? Im Washington Institute for Near East Policy, einer Ausgründung der Israel-Lobby AIPEC.

Gewisse Leute wollen den Knall nicht wahrhaben.

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