Marker aus der Ukraine

In der Ukraine wird ein radikaler politischer Richtungswechsel vorbereitet. Hier die Marker:

Ein US-Propagandablatt in der Ukraine berichtet über illegale Häftlinge des ukrainischen Geheimdienstes SBU, über Folter und Misshandlungen. „Kreml-Propaganda“ in einer US-geführten, patriotischer ukrainischer Zeitung? Das heißt, dass die USA einen Deal mit Moskau haben.

Ein anderes ukrainisches Medium berichtet über den Beschuss von Zivilisten in Gorlowka durch die ukrainische Armee im Jahr 2014. Wieder „Kreml-Propaganda“ der übelsten Art. Ein sehr emotionaler Artikel, in dem unter anderem bildlich der Tod einer jungen Frau und ihrer kleinen Tochter beschrieben wird.

Wir sehen mächtige Dolchstöße in die totale ukrainische Propagandaglocke. Von innen heraus, aus der Ukraine selbst. Auch von US-geführten Medien. Noch sind es nur Internet-Artikel, die keine Mehrheit erreichen. Ein langsamer Anfang. Das Ziel ist klar. Das Weltbild, das in den letzten zwei Jahren unter der ukrainischen Propagandaglocke etabliert wurde („wir sind Europäer; die EU kann es kaum abwarten, uns aufzunehmen; Russland will unsere freie Wahl verhindern und überzieht uns mit Krieg; alles, was über unsere Verbrechen berichtet wird, ist Kreml-Propaganda“ usw.), hat sich ausgelebt. Dieses Weltbild wird zerstört und dann durch ein anderes ersetzt werden. Durch was für eins?

Ein ukrainischer Politologe, der Poroschenkos Lager nahe steht, kündigt die Richtung an:

Der Westen hat seinen Höhepunkt überschritten. Es gibt ihn nicht mehr. Sie sind auf dem absteigenden Ast. Der Westen ist noch stark genug, deshalb ist es wichtig, dass die Politik des Westens, und vielleicht auch die Politik des Osten… Also, wir brauchen eine neue Politik des Ostens.

Ist es nicht so? Erdogan hat aus irgendwelchen Gründen einen Brief [an Putin] geschrieben. Weil er verstand, dass sein Sturz vorbereitet wurde. Und er bereitete sich darauf vor, schützte seine Rückseite. (…) Er ist diesen Weg gegangen und schauen Sie, ist ihm die Krone vom Kopf gefallen? Nein, ist sie nicht.

Das bedeutet, auch wir werden es so machen müssen. Oder es werden andere Leute an unserer Stelle machen. Das muss man verstehen. Die Welt verändert sich sehr schnell. Es ist wie bei einem Kaleidoskop, zack und ein anderes Bild ist da. Und dann werden die neuen Leute gezwungen sein, neue Außenpolitik zu betreiben. Sowohl westliche als auch östliche. (…)

Der Brexit und das Referendum in der Niederlande sind sehr wichtig, denn als wir uns den Westen als Stützsäule genommen haben… für das heutige Regime ist der Westen die Stützsäule, aber wenn der Westen lasch wird und auseinanderfällt und diffus wird, dann ist klar, dass die Stützsäule zu einem Sumpf wird.

Und eine andere Stützsäule haben wir nicht. Weder eine innere… Zu Russland? Übrigens, sie werden keine Zweivektorpolitik mehr annehmen, nur damit Sie es wissen. Vergessen Sie darüber. Entweder seid ihr UNSERE oder ihr steht abseits. So stellt man da jetzt die Frage und das ist eine sehr ernste Herausforderung.

Und diese Stützsäule, sie fehlt innen wie außen, verstehen Sie? Wo wollen Sie im Inneren eine Stützsäue finden? In der Wirtschaft, die fällt? In diesem Chaos? In der kognitiven Anarchie, die in der Gesellschaft vorherrscht? In diesem innerparlamentarischem Chaos? Wo finden Sie sie?

Hui. Noch ein Dolchstoß. Mitten ins falsche ukrainische Herz, das die Freunde aus dem Westen der Ukraine implantiert haben.

Was die Zweivektorpolitik bzw. ihre Unmöglichkeit angeht. Ich kann den Link nicht mehr finden, aber im Jahr 2014, als die Krise auf dem Höhepunkt war und die westliche russophobe Propaganda den Verstand auch bei Deutschen vollkommen vernebelte, brachten strategische Analysten, ich glaube aus den USA, einen sehr interessanten Artikel. Dort analysierten sie die Lage der Ukraine und die möglichen Entwicklungen. Sie kamen zu dem Schluss, dass die Ukraine unmöglich rein westlich werden konnte, wie es der Maidan und unsere Verblödungspresse propagierten. Als realitische Möglichkeiten wurden angegeben, dass die Ukraine entweder ein neutraler Staat wie Finnland wird oder ein Stat unter alleiniger Einflusssphäre Russlands. Das hinge vom Verhalten des Westens ab, schrieben die Analysten. Wenn der Westen Putins Angebot von 2014 zur Errichtung einer neutralen Ukraine annimmt, wird die Ukraine neutral. Wenn der Westen weiter versucht, die Ukraine russophob und rein westlich zu machen, wird die Ukraine komplett russisch. Die Autoren plädierten dafür, Putins Angebot anzunehmen, weil es langfristig besser für den Westen wäre. Tja. Die Politik hatte andere Berater. Und die dramatische Wende, die jetzt in der Ukraine eingeleitet wird, kommt nicht überraschend.

Michael Surabow, der russische Botschafter in Kiew seit 2010, wird ausgetauscht. Surabow war ein persönlicher Freund von Poroschenko und hat in der Ukraine alle russischen Interessen verkackt, als die USA den Putsch und die anschließende Züchtung von Nazis und Faschisten organisierten und die ukrainischen Beziehungen zu Russland auf allen Ebenen abbrachen oder feindlich gestalteten. An Surabows Stelle kommt Michael Babitsch, ein KGB/FSB-Geheimdienstler. Die Zeit des passiven Wartens ist vorbei, die Zeit für Veränderungen ist gekommen. Veränderungen, die schon sehr bald beginnen werden und die unter der Kontrolle von verlässlichen Leuten stattfinden sollen. Veränderungen, die in Deutschland auf wenig Interesse stoßen werden, weil sie nicht zu Russlands Schaden sein werden und weil der Krieg sich von der Ukraine und dem Nahen Osten und dem Norden Afrikas bis zu uns vorgearbeitet hat und wir jetzt genug mit uns selbst zu tun haben. Wen interessiert hier noch die Ukraine, wenn sie nicht als Rammbock gegen Russland missbraucht werden kann?

PS: Wie schlecht es um die ukrainische Zentralmacht bestellt ist, zeigt dieser Marker. Eine russische Telefonstreich-Sendung, die bei Politikern und Funktionären aus aller Welt anruft, sich unter falschem Namen (ebenfalls bedeutender Politiker und Funktionäre) vorstellt und den Gesprächspartnern Dinge entlockt, die nur in privaten Gesprächen geäußert werden. In der verlinkten Sendung waren es unter anderem der WADA-Chef, dem angeblich der ukrainische Sportminister einen Anruf abstattete, und der ukrainische Sportminister, den angeblich der WADA-Chef anrief. Als der angebliche WADA-Chef den echten ukrainischen Sportminister fragte, ob man bei der (angeblich) anstehenden Reise in die Ukraine ein paar Labore besuchen könne, antwortete der Sportminister, dass das geht. In Kiew. In Kiew könne man für die Sicherheit der ausländischen Delegation garantieren und da könnten entsprechend beliebige Laborbesuche eingeplant werden. Das heißt, jenseits der Hauptstadt hat Kiew nicht mehr genug Kontrolle, um ausländischen Gästen eine sichere Reise zu ermöglichen. Das ist Dezentralisierung auf ukrainisch.

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Rückzug

Die ehemaligen Yukos-Aktionäre haben ihre Anklage gegen Russland vor einem deutschen Gericht zurückgezogen.

Das heißt, von oben haben die Kläger das Signal bekommen, dass sie sich keine Hoffnungen machen sollen. Und das wiederum ist eine rein politische Entscheidung. Dass die Anklage aus juristischer Sicht Kuhscheiße ist, haben schon vorher absolut alle gewusst, aber es hinderte niemanden daran, diese Klagen gegen Russland abzuarbeiten. So wie in der Niederlande 2014, als Russland zur Zahlung von 50 Milliarden Dollar verurteilt wurde. 2016 entschied ein anderes niederländisches Gericht, dass der Fall gar nicht hätte bearbeitet werden dürfen, weil die Zuständigkeit dafür fehlt. Das Urteil wurde zurückgenommen.

Yukos hat als Waffe der USA gegen Russland ausgedient. Die Krieger schleichen sich vom Schlachtfeld davon.

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Jetzt wird es auch bei uns blutig

Die Zeit der sanften Warnungen (VW-Skandal) ist vorbei. Die Puppenspieler lassen Blut fließen. Jetzt auch in Deutschland. Das kommt nicht überraschend. Im April 2015, also vor über einem Jahr, hat yurasumy prognostiziert, dass die USA die EU direkt anzünden, wenn es nicht gelingt, die Brücke EU-Russland mittels der Ukraine-Krise einzustürzen. Es ist so weit. Wie gut sind die Deutschen darauf mental vorbereitet? Mal schauen, ob sie sich in emotionaler Angegriffenheit zu Dummheiten provozieren lassen oder doch kühlen Kopf bewahren und sinnvoll agieren.

Einige lose Beobachtungen zum Amoklauf/Terrorakt von München:

  • Am Abend des 22. Juli melden Zeugen drei verschiedene Personen mit Schusswaffen (sogar mit Langwaffen, wie später konkretisiert wird!). Am Morgen des 23. Juli geht die Polizei von einem Einzeltäter aus. Wo sind mindestens zwei weitere bewaffnete Personen hin? Vielleicht sind die Gehirne der Menschen so zu Brei zerschlagen, dass sie schon massenhaft Dinge sehen, die gar nicht da sind. Vielleicht will die Polizei die anderen entwischten Täter in Sicherheit wiegen und demonstriert deswegen die Einzeltäter-Geschichte. Vielleicht hat die Polozei sie irgendwo abgeknallt und will es der Öffentlichkeit nicht berichten. Der Widerspruch ist jedenfalls da. Zeugen sehen mehrere Täter mit Gewehren, die es am Ende nicht gegeben haben soll.
  • Die Deutschen Behörden zerreißen sich den Allerwertesten im Bemühen, die Tat als Amoklauf zu verkaufen. Genau wie die Tat von vor einigen Tagen, als bei Würzburg ein Jugendlicher mit der Axt mehrere Passagiere schwer verletzte. Sonst wird jeder Gewaltakt schnell als Terrorakt gebrandmarkt, aber hier und jetzt in Deutschland sehen wir massive und kollektive Bemühungen, den Begriff „Terror“ nicht in die Köpfe der Menschen eindringen zu lassen. Ein Versuch, die sanften deutschen Seelen gegen Panikattaken zu schützen? Gut so. Im Haus des Täters habe man Hinweise gefunden, dass er sich intensiv mit dem Thema „Amoklauf“ beschäftigt hat. Na dann ist ja alles klar.
  • CNN hat Zeugen aufgetrieben, die gesehen und gehört haben wollen, wie der Täter „Allahu Akbar!“ rief. Aus Übersee versucht man Panik zu schüren und die Ängste und Ressentiments, die in die Köpfe der Zombies durch jahrelange Propaganda einprogrammiert wurden, durch Code-Wörter zum Leben zu erwecken. Das Video, das vom Hochhaus aus den Täter auf dem Pakrhaus filmt. Wer kann verstehen, in welcher Sprache im Zimmer gesprochen wird und was gesagt wird?
  • Am 23. Juli um 12:52 wird gemeldet, dass Seehofer aus Respekt vor den Opfern und Angehörigen den Staatsempfang zu den Bayreuther Festspielen abgesagt hat. Nur drei Minuten später heißt es im gleichen Newsticker, dass der Christopher-Street-Day in Berlin gefeiert werde und es wird ein Teilnehmer zitiert: „Gerade in solchen Zeiten müssen wir Flagge zeigen“. Autsch. Die Homo-Szene sollte aufpassen. Die kurze SPON-Meldung ist sorgfältig konstruiert. Es ist nicht von „stattfinden“ die Rede, sondern von „feiern“. Und das wird in Zusammenhang gebracht mit „Flagge zeigen“. Und diese provozierende Konstruktion wird dadurch verstärkt, dass sie direkt mit Seehofers pietätsvollem Verhalten konstrastiert wird. Das muss kein unglücklicher Zufall sein. Insbesondere wenn man bedenkt, dass in letzter Zeit die islamistischen Attentäter sich plötzlich reihenweise als Homosexuelle herausstellen. Irgendwelche Eliten bereiten Homosexuelle als Zielscheibe vor. Alle anderen Bürger sollten übrigens aufpassen, dass sie ihre bewussten oder unbewussten Abneigungen gegen Homos nicht instrumentalisieren lassen. Jemand legt eine soziale Bombe. Nein, die soziale Bombe in Form einer aggressiven Schwulenbewegung wurde schon längst gelegt; jetzt ist die Zeit gekommen, sie zu zünden. Wenn wir keine Schafe sind, werden wir diese Bombe entschärfen. Das heißt jeder darf auf freiwilliger Basis Sex haben wie er will und mit wem er will – aber spezielle Vorlieben werden der Gesellschaft nicht täglich unter die Nase gerieben und nicht als neuer Maßstab für alle aufgezwungen.
  • Die „Amokläufe“ kommen pünktlich nach der deutsch-französischen Offenbarung, zu deren Lektüre ich Sie hier eingeladen hatte. Wenn Sie es noch nicht gelesen haben, lade ich Sie nochmals dazu ein. Damit Sie wissen, wofür Sie die kommenden Ängste und Einschränkungen in Ihrem Leben ausstehen müssen.
  • Politik und Behörden wirken deeskalierend. Das ist sehr gut. Das heißt, dass die deutschen Eliten den Kampf angenommen haben. Das gibt Hoffnung.
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Kinder auf US-Stützpunkten

Finden Sie den Fehler:

Laut „Wall Street Journal“ haben russische Kampfflugzeuge einen Stützpunkt der Amerikaner und Briten in Syrien beschossen. Mehrere Menschen kamen demnach ums Leben, darunter auch Kinder.

Quelle.

Die Propaganda-Hysterie durchbricht alle Rekorde. Was Ausdruck dafür ist, dass eine bestimmte Elite-Gruppe gerade sehr mächtig unter die Räder kommt und sich nicht anders zu helfen weiss, als mit solchen Geschichten. Diese Leute sind SEHR verzweifelt.

Ich dachte, der Tiefpunkt beim Präsentieren von Dummheit und Lügen sei 2014 schon erreicht worden. Ich habe mich getäuscht.

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Den Eliten über die Schulter schauen

Philip Breedloves gmail-Account wurde gehackt. Hier ein Bericht. Hier können Sie die Mails lesen.

Was soll ich sagen… Es ist interessant und enttäuschend. Interessant, weil man die Seilschaften und Konflikte erkennt. Da arbeiten Breedlove, Wesley Clark, Nuland, Phillip Karber und viele andere mehr geschlossen gegen Obama an und versuchen, die USA stärker in den Ukraine-Konflikt reinzuziehen. Man kann ihnen bei dieser Arbeit zuschauen. Wie sie Kontakte vermitteln, sich Informationen zuschustern, einander zuflüstern, was gutes Vorgehen wäre und was nicht. Interessant zu sehen, dass Mega-Militärstrategie-Experte Karber (der hier im Blog schon mal erwähnt wurde) und General Clark ganz banal als Spione im Donbass gearbeitet haben. Im Hinterland, an der Frontlinie und sogar jenseits der Front im Feindesland. Interessant zu lesen, was Spione so berichten an die NATO-Generalität. Interessant, die Namen vieler ukrainischer Politiker, Militärs, Journalisten und Aktivisten in den Mails wiederzuerkennen und zu sehen, wie sie sich den US-Herren andienen und anbiedern. Das alles ist sehr interessant.

Und enttäuschend ist es, weil diese Eliten, die Creme de la Creme, mit ganz normalem Wasser kochen. Mit Leitungswasser. Nur leicht gesalzen. Speziell von Karber hätte ich viel mehr erwartet. Dass er Breedlove regelmäßig mit Open-Source-Quellen zumüllt, ist schon ziemlich armselig. Eines solcher Open-Source-„Beweise“ hat es durch Karbers Hände bis zu einem US-Senator geschafft und für hysterische anti-russische Propaganda gesorgt, bevor sich herausstellte, dass es Photos von Georgien 2008 waren. Erbärmlich.

Dass die Leute sich gegenseitig NY-Times-Artikel und sonstige Links auf den üblichen Presse-Blödsinn herumschicken, und zwar ziemlich häufig, ist für mich erschreckend. Ich habe schon mal geschrieben, dass die Eliten öffentliche Kanäle für den Austausch nutzen. Aber dass die höchsten Eliten derart öffentliche Kanäle nutzen, erscheint fast surreal. Für ein bisschen mehr Romantik war ich schon aufgeschlossen. Aber die Eliten des Westens kochen echt so sehr im eigenen Saft, dass sie den Blödsinn selbst glauben, den sie für die Veballhornung der Massen produzieren. Karber, der große Stratege, der mehrere US- und eurpäische Regierungen auf höchster Ebene militärisch beraten hat. Karber, einer der besten Kenner Russlands. Karber, der Breedlove mit Einschätzungen über Russlands Vorbereitungen auf einen großen Kriegseinsatz in der Ukraine bombardierte. Karber, der sich verrechnet hat, trotz all der Informationen, die er persönlich an der Front und sogar hinter der Front eingesammelt hat und trotz seiner angeblich so ausgezeichneten Russland-Kenntnis.

Was kann man für Lehren daraus ziehen? Die bekannte Lehre, dass alle nur mit Wasser kochen. Wirklich alle. Wenn Sie es nicht glauben, vergewissern Sie sich selbst. Schauen Sie rein in die Emails. Die Eliten können keine Magie und besitzen keine Superkräfte. Klar, sie sind intelligent, zielstrebig, gut vernetzt. Aber sie sind stinknormale Menschen. Und wenn Breedlove einen Kollegen abblitzen lässt (es geht um nicht weniger als die Strategie der NATO gegen Russland!), weil er den 35. Hochzeitstag mit seiner Frau feiern muss, erlebt man als einfacher Mensch die Entzauberung der Eliten.

Von Karber, der sehr viel Zeit in der Ukraine verbracht hat und dort bei einer Weihnachtsfeier anwesend war, möchte ich abschließend folgendes Zitat über besagte Weihnachtsfeier anführen:

Like American Christmas Eve’s of the 1950s, before commercialism came in and Christ dropped out.

Tja. Was die russische Welt sich noch erhalten hat, findet Karber beneidenswert. Und er arbeitet wirklich hart dafür, es der russischen Welt zu nehmen. Ich bin zuversichtlich, dass er damit scheitern wird. Paradoxerweise tragen seine Bemühungen dazu bei, dass es scheitert (warum das so ist, steht hier). Und ich bin zuversichtlich, dass Karbers Enkel und Urenkel den Schatz, der in der russischen Welt noch erhalten ist, bald zurück in ihre eigene Heimat tragen werden, um selbst daran teil zu haben und sagen zu können: „Christ came in and commercialism dropped out“.

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Saubere Arbeit

Lastwagen des Attentäters von Nizza.

Beachten Sie, wie gekonnt die französischen Polizisten um den Fahrer herum schossen, als sie versuchten, den Attentäter aufzuhalten. Inkompetenz oder Verschwörung – die Gendarmerie darf es sich selbst aussuchen.

Interessantes Detail:

Der Anschlag passt zu zwei expliziten Aufforderungen des IS an seine Anhänger aus den vergangenen Monaten: Sie sollen Frankreich und die Franzosen angreifen;

Zum Puzzeln biete ich die folgenden beiden Artikel an:

Peitsche für Frankreich

USA – Irak – IS: Spuren verwischen

In Kombination und als Hintergrund zum neuesten Terrorakt ergeben diese Artikel ein Gesamtbild.

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Menschen, die auf ihre Smartphones starren

In diesen Tagen und Wochen erleben wir, wie Menschen, die auf ihre Smartphones starren, genau dahin gehen, wo kleine bunte Marker auf den Landkarten ihrer Smartphones es befehlen. Außerdem wird den Menschen, die auf ihre Smartphones starren, befohlen, wie schnell und wie weit sie gehen müssen, um die begehrten bunten Landmarken auf ihrem „Braaains!“-Konto verbuchen zu können.

Ist das nicht phantastisch? Wilde Science-Fiction Phantasien sind Realität geworden. Sie können eine Horde programmierbarer Zombies zu einer Demo schicken. Oder von einer Demo weg. Wohin auch immer Sie wollen! Setzen Sie einfach virtuelle bunte Marker auf die Landkarte.

Wenn Sie beim Geheimdienst arbeiten und für die Kontrolle der Menschenmassen zuständig sind, waren Sie möglicherweise an der Entwicklung dieser Menschensteuerung beteiligt. Wenn nicht, werden Sie jetzt sofort auf diesen Zug aufspringen.

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„Putin-Berater“ schlägt vergeblich Alarm

„Putin-Berater“ Sergej Karaganow meldet sich bei SPON zu Wort. Dass Russland das Baltikum anzugreifen drohe, ist „idiotisch“, meint Karaganow. Er warnt außerdem die NATO mit äußerst klaren Worten, keinen Krieg gegen Russland zu beginnen. Und er erklärt, dass der Westen kein Modell mehr für Russland bietet.

Wer ist dieser Karaganow und warum ist sein Wort von Bedeutung? Er mag „Kreml-Berater“ oder „Putin-Berater“ sein, das bedeutet nichts. Der Kreml im Allgemeinen und Putin im Speziellen lassen sich von allen Seiten beraten, auch von denen, deren Politik der Kreml nicht im geringsten zu befolgen gedenkt. So machen das kluge Leute und Organisationen: sie hören allen zu, auch den Feinden.

Und Karaganow gehört zu den Feinden. Seit 1998 ist Karaganow Mitglied der Trilateralen Kommision – eine mächtige Organisation des Westens, deren Ausrichtung per Definition antirussisch ist. Außerdem wirkte Karaganow zehn Jahre lang beim Council on Foreign Relations mit – einer der einflussreichsten US-Think Tanks, selbstverständlich auch anti-russisch bis ins Mark. Karaganow ist „unser Hurensohn“, wie die USA sich auszudrücken pflegen. Er selbst nennt sich „Europhiler“. Er vertritt denjenigen Teil der russischen Eliten, die Russlands Einordnung als Junior Partner in das US-Hegemoniesystem befürworten und anstreben. Deswegen hat Karaganow Zutritt zu den bedeutendsten Entscheider-Organisationen des Westens.

Und jetzt solche drastischen Worte von ihm. Das Gelaber des Westens schimpft er „idiotisch“. Die NATO warnt er vor einer Strafe Russlands. Und dem Westen spricht er die ehemals vorhandene Vorbildfunktion nunmehr ab. Karaganow schlägt Alarm. Er tut es schon lange, in verschiedensten Medien.

Karaganow versucht dem Westen einen Dienst zu erweisen. Er kennt Russland. Er weiss, wie der Westen Russland besiegen kann. Er sieht, dass der Westen diesen Weg verlassen hat und einen Weg nimmt, der alle Errungenschaften des Westens in der Unterwanderung Russlands zunichte macht. Karaganow schlägt Alarm.

Russland ist mit Waffengewalt nicht zu besiegen. Die Chance des Westens besteht in einer schleichenden „Demokratisierung“ Russlands. Was bedeutet Demokratisierung? Es bedeutet die Infiltration Russlands mit westlichen Agenten und westlichen Werten. Es bedeutet die Bindung russischer Eliten und russischer Gelder an westliche Offshores, um Russland erpressbar zu machen. Es bedeutet die Zersetzung und Ersetzung der russischen Kultur und der russischen Werte. Es bedeutet die Transformation des russischen politischen Systems hin zu einem ineffizienten, handlungsunfähigen System, wo die Macht auf verschiedene Gruppen gleich verteilt ist, damit die sich dauernd bekriegen und sich dabei doch niemand durchsetzen kann. Das alles braucht Zeit. Ein Vierteljahrhundert hat der Westen genau das gemacht. Russische Intellektuelle umgezüchtet, die russophoben unter ihnen mit Geld vollgepumpt; Russland mit westlichen Gütern und Kulturgütern überschwemmt; Russland politische „Demokratie“ beigebracht.

Der Welt schrieb Karaganow 2011:

Ziel ist die Bewusstseinsänderung der russischen Gesellschaft und der Eliten. Eine Modernisierung des Landes ist politisch und technisch unmöglich, ohne zuvor das Denken der Menschen zu verändern, ohne ein Verantwortungsgefühl für sich und das Land und ohne ein wenngleich bitteres Gefühl des Stolzes.

Das Russische muss in Russland sterben. Erst dann kann es die „Modernisierung“ geben. Gemeint ist damit die Kolonialisierung Russlands.

Putin arbeitet gegen all das an. Mit Erfolg, gewiss. Aber Karaganow als intelligenter Mensch weiss, dass der Westen darauf nicht mit offener Eskalation, sondern mit Geduld reagieren muss. Ein Putin lebt nicht ewig. In zehn, zwanzig, dreißig oder vierzig Jahren kommt jemand an die Macht, der das Entscheidende aus dem Auge verliert, der davon überzeugt ist, dass der Westen Russland Gutes will. Oder der die Überzeugung hat, dass es bequemer ist, sich unterzuordnen, statt ewig gegen einen mächtigen Feind zu kämpfen. Dann geht die Arbeit zur Aushöhlung Russlands wieder schneller voran, verlorenes Terrain wird wieder gut gemacht. Ja, das ist ein langer Weg, einer, der viel Geduld erfordert. Aber nur so geht es gegen Russland. Und der Westen kennt sich damit aus. Die Strategie zur Eindämmung Russlands ist seit bald einem Jahrhundert explizit formuliert und dient als Basis der westlichen Russland-Politik. In den letzten Jahrzehnten ist es auch gelungen, im Rahmen dieser Strategie die Fühler des Westens mitten nach Russland auszustrecken, mit tausenden Fangarmen aus NGOs, Beratern, Menschenrechtlern, Künstlern, Stipendiaten usw. Der Westen hat sich bis zur ehemals unzugänglichen russischen Kultur vorgearbeitet und hat schon damit begonnen, diese zu zersetzen. Mit einigem Erfolg, wenngleich noch viel Arbeit in dieser Richtung aussteht. Eine Generation ist einfach zu wenig, um eine Kultur zu zersetzen. Man muss die jungen Menschen „richtig“ programmieren und die alten Menschen, die „falsch“ programmiert sind, aussterben lassen.

All das, was der Westen in diese Richtung schon erreicht hat, verliert er jetzt. Weil er sich Russland offen als Feind präsentiert. Das ist der große strategische Fehler. Der Westen hätte sich Russland weiter als Freund präsentieren müssen, um die Zersetzungsarbeit im Inneren Russlands weiter zu führen. So lange, bis die russische Gesellschaft ihrer Widerstandskraft beraubt worden wäre. Dann hätte man die Masken fallen lassen können. Der Westen hat die Masken zu früh fallen gelassen. Deswegen schlägt Karaganow Alarm. Im jahrhundertelangen geopolitischen Krieg gegen Russland wirft sich der Westen gerade um Jahrzehnte zurück. Die Situation droht noch schlimmer als im Kalten Krieg zu werden. Damals galt der Westen der Sowjetunion in vielerlei Hinsicht als Vorbild. Die Sowjetbürger haben die Errungenschaften des Westens bewundert. Deswegen haben sie sich auch bereitwillig dem westlichen System geöffnet. Zuerst die Eliten, die den Zusammenbruch der Sowjetunion organisierten, dann die einfachen Menschen, die zwar im Gegensatz zu den Eliten keine Wahl hatten, aber die Wende doch mit reichlich Optimismus vollzogen und sich bei der Neuordnung Russlands stark am Westen orientierten. Der Westen hatte Vorbildfunktion.

In nur zwei Jahren hat der Westen seinen moralischen Kredit in Russland verspielt. Das ist das Furchtbarste für langfristig denkende Strategen wie Karaganow. Leute wie ihn hat man in die Think Tanks des Westens geholt, um über die Stimmung in Russland informiert zu werden. Um genau das nicht zuzulassen, was jetzt passiert ist. Haben Karaganow und andere russische Kollegen zu spät Alarm geschlagen? Haben die Strategen des Westens die Warnungen überhört? Nicht ernst genommen? Oder hatte der Westen keine Wahl mehr? Keine Kraft mehr, um noch drei Jahrzehnte gute Miene zum bösen Spiel zu machen?

Karaganows Interview kommt zum NATO-Summit, bei dem die Verlagerung zusätzlicher NATO-Truppen an die russische Grenze beschlossen wurde. Mit der wahrhaft idiotischen Begründung, dass Russland dort angeblich einfallen wolle. Solche Idiotie ist ein großer Dienst für Russland. Der Westen sägt damit noch tiefer in den strategischen Ast, auf dem es sitzt. Der Westen selbst macht Russland unabhängig vom Westen. Leute wie Karaganow, die langfristig auf eine Kolonialisierung Russlands hinarbeiten, packen sich verzweifelt an den Kopf.

Karaganow kritisiert die Vorgehensweise des Westens häufig. Aber nicht, weil er ein Putin-Freund ist. Sondern weil er ein Freund des Westens ist. Er spricht sich konsequent gegen eine Eskalation gegen Russland aus, weil er genau weiss, dass Russland mit Eskalation nicht zu bezwingen ist. Er versucht es seinen Freunden im Westen zu vermitteln. Vergeblich.

Ein Sahnehäubchen zum Schluss. Im Jahr 2009, ein Jahr nach der georgischen Provokation gegen Russland (und drumherum die Bemühungen, Georgien in die NATO zu bringen), schrieb Karaganow:

Ich hoffe, dass die in diesem Krieg getöteten Ossetiner, Russen und Georgier nicht als umsonst gefallen zählen werden, wenn Historiker den Angriff Georgiens auf Südossetien aufarbeiten werden. Die russischen Streitkräfte haben die georgische Armee zerstört, aber sie haben auch einen schweren Schlag gegen die Logik der NATO-Osterweiterung verpasst. Wenn die NATO-Erweiterung nicht abgebrochen wird, führt sie unweigerlich zu einem großen Krieg im Herzen Europas.

Aus diesem Artikel (Bezahlschranke), zitiert nach jim_garrison. Ein Kommentator fragte:

Wo ist wohl das Herz Europas, Karaganows Meinung nach?

Worauf jim_garrison antwortete:

In diesem Text zählen bei ihm Russland und USA zu Europa. Und irgendwas lässt mich denken, dass er das Herz dieser Region irgendwo in der Region der Ukraine verortet.

2009 war das. Der Stratege Karaganow sah das Unheil kommen und der Stratege jim_garrison konnte es verorten.

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Cameron verhilft der Demokratie zum Durchbruch

Die Kommentatoren des Blogs mögen sich an ihre Prognosen bezüglich Brexit erinnern und diese einer Prüfung unterziehen. Es ist etwas Bewegung in die Sache gekommen.

Cameron hat sich mit dem Rücktritt bis Oktober Zeit nehmen wollen. Warum? Weil er vor dem Abgang noch etwas wichtiges und zeitraubendes zu regeln hatte. Jetzt hat er seinen Abgang für Mittwoch dieser Woche verkündet. Warum? Weil er alles schneller geregelt hat, als es das worst-case-Szenario vorsah. Seine Nachfolgerkandidaten haben sich „überraschend“ einer nach dem anderen zurückgezogen, bis… nur noch eine Kandidatin übrig blieb. Das ist der demokratische Höhepunkt, wenn es bei einer Wahl genau einen Kandidaten gibt, der sich bei elitären Hinterzimmerabsprachen herausgeschält hat.

Die neue Premierministerin ist unter anderem deswegen qualifiziert:

Ein Zurück, ein zweites Referendum oder einen Widereinstieg in die EU wird es mit ihr nicht geben, das machte sie am Montag noch einmal deutlich: „Es wird keine Versuche geben, in der EU zu bleiben.“ Es komme darauf an, „eine neue Rolle für uns in der Welt zu finden“, sagte sie in einer kurzen Rede am Montagabend. „Brexit ist Brexit“, betonte sie.

Bei so einem Großprojekt überlässt man nichts dem Zufall oder einer Wahl.

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Finden Sie das entscheidende Detail

http://www.manager-magazin.de/politik/europa/slowenien-razzia-in-zentralbank-draghi-empoert-a-1101742.html

Was ist der spannende Teil an dieser Meldung?

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