Angriff auf Saudi-Arabien – tiefer graben

Über den Angriff auf Saudi-Arabien haben wir uns schon einige Gedanken gemacht. In den Kommentaren wurden weitere Versionen geäußert, so zum Beispiel der Hinweis auf die zeitliche Übereinstimmung mit der Wahl in Israel, wo Netanjahu große Schwierigkeiten mit seiner Partei hat und einen Grund für noch mehr Hetze gegen den Iran sicher gebrauchen kann.

Graben wir tiefer, indem wir uns ein paar markante Ereignisse rund um den Zeitpunkt des Angriffs anschauen, auf die der Angriff einen Einfluss hat.

Halten wir zunächst kurz fest, dass die Patriot Luftabwehrsysteme versagt haben. Erinnern wir uns daran, dass Europa keinen besseren Schutz hat als die Patriots – also völlig schutzlos ist, wie am Beispiel Saudi-Arabiens demonstriert wurde. Wenn man den Anschuldigungen der Presse folgen mag und entweder die Huthi-Rebellen oder den Iran für den Angreifer hält, ist es aus Sicht der europäischen Sicherheit umso schlimmer. Wenn der europäische Schutzschild schon gegen Huthis wirkungslos ist, was ist dann gegen einen ernsthaften Gegner wie Russland zu erwarten? Ohje…

Wie MilitaryTimes zu berichten weiss, sind die USA diesen Sommer wieder auf die Prinz-Sultan-Luftwaffenbasis südlich von Riad zurückgekehrt – und haben unter anderem Patriots mitgebracht. Von der Luftwaffenbasis bis zum angegriffenen Ölfeld in Khurais sind es etwa 130 Kilometer, wie jeder Interessierte beim Online-Kartendienst seines Vertrauens nachmessen kann. Und 130 Kilometer sind in Reichweite der Patriots. Die Amis hätten also zumindest etwas Konkretes mitbekommen müssen. Wir müssen uns keinen weiteren Spekulationen darüber hingeben, ob die Amis es mitbekommen wollten und wenn ja, ob sie überhaupt Interesse am Eingreifen gehabt haben usw. Das wäre sinnlose Spekulation und auch gar nicht von Belang. Wir halten einfach die Tatsache fest, dass frische US-Truppen mit frischen Patriots in Reichweite waren. Was folgt daraus? Alles mögliche und nichts. Die Amis könnten den Angriff ausgeführt oder inszeniert haben. Die Amis könnten dort sein, um ihre neuesten Patrios gegenüber den Huthis zu testen. Der Angriff könnte eine Demonstration für die Amis gewesen sein. Wir wissen es nicht. Wir notieren uns einfach den Zufall, dass die Amis mit frischen Truppen und Patriots vor Ort waren.

Ein anderer zeitlich übereinstimmender Aspekt sind die russisch-französischen Entwicklungen. Macron hat schon mehrfach öffentlich eine neue eurasische Sicherheitsarchitektur mit Einbezug Russlands gefordert. Am 27. August, wenige Tage nach einem Schlüsseltreffen mit Putin, hielt Macron eine epische Rede vor französischen Diplomaten. Die Rede wurde in der Qualitätspresse fleißig ignoriert und ich wäre dankbar für den Hinweis auf ein deutsches Transkript oder zumindest auf ausgiebige Zitate in der Presse. Jedenfalls hat Frankreich konkrete Verhandlungen mit Russland im Bereich der Sicherheitsarchitektur aufgenommen, im Format Außenministerium + Verteidigungsministerium. Für den 9. September wurde das erste Treffen anberaumt. Und am 14. September wird aller Welt demonstriert, was von der aktuellen Sicherheitsarchitektur Europas zu halten ist. Welchen Einfluss das auf die Verhandlungsposition der Europäer bedeutet, bedarf keiner Erläuterung. Die zeitliche Nähe bedeutet keine Kausalität, aber das eine Ereignis wirkt sich stark auf das andere Ereignis aus, und wenn es nur ein (un)glücklicher Zufall sein sollte, notieren wir ihn uns einfach, denn wir lieben Zufälle.

Die Angriffe auf saudisches Ölgut haben übrigens eine sehr viel größere Bedeutung im Kontext der neuen Sicherheitsarchitektur als im Kontext der globalen Ölpreise. Alle schauen auf die Ölpreise und versuchen um diesen Angelpunkt herum die Hypothesen über Täter und Nutzen aufzubauen. Das ist aber wirklich ein Klacks im Vergleich zu den tektonischen Veränderungen in militärischen Kraftverhältnissen und Sicherheitsarchitekturen, die sich derzeit anbahnen und vollziehen. Wer hier den Angelpunkt sucht, vermag sich Gedanken über ein Spiel auf viel höherer Ebene zu machen. Es geht dabei nicht darum, das Spiel auf der einen Ebene abzustreiten, weil man das Spiel auf einer anderen Ebene zu erkennen vermag. Gespielt wird auf allen Ebenen und die Spiele und Spieler sind dabei auch noch ebenenübergreifend verbunden und vernetzt. Bei dem gegebenen Umstand, dass die Presse zahlreiche wichtige Ebenen gezielt aus der Wahrnehmung der Menschen raushält, während sie andere, zumeist belanglose Ebenen penetrant in den Vordergrund rückt, ist es gar nicht verkehrt, wenn man den Blick eigenständig schweifen lassen kann.

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Nachtrag, 20.09.2019: Ausgiebige Zitate aus Macrons Rede vom 27. August gibt es hier (hier das Gleiche im PDF-Format). Besten dank an die Leser für die Links! Eine Übersetzung der Rede ins russische gibt es hier: 1, 2, 3, 4.

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Saudi Arabien brennt – wem nützt es?

Einige Leser rätseln darum, wer für den Angriff auf Saudi-Arabiens Ölanlagen verantwortlich ist. Gut, dass sich jemand eigene Gedanken darüber macht.

Offensichtlich führt der Angriff zu einem Anstieg des Ölpreises. Eine Leser-Hypothese besagt daher, dass es eine False Flag Operation der Saudis selbst sein könnte, denn sie bräuchten einen höheren Ölpreis, um mit ihrem Haushalt klar zu kommen.

Den Gedanken muss man zu Ende denken. Viele Länder und Haushalte profitieren von einem höheren Ölpreis. Man kann genauso gut die Iraner, Russland und die USA beschuldigen. Insbesondere die USA, deren Fracking-Industrie derzeit schwer leidet und wo sich eine ganz üble Entwicklung abzeichnet.

Halten wir an dem Motiv der Preissteigerung fest. Wir sehen, es gibt viele potentielle Interessenten. Für jeden von ihnen ist ein False Flag Angriff auf sich selbst aber nicht so geil. Der Preis geht nur dann stabil hoch, wenn die Produktion stabil eingeschränkt wird. Die eigene Produktion dramatisch zu senken, um die Preise zu erhöhen, ist kein gutes Geschäft. Alle Konkurrenten profitieren davon verlustfrei, während man selbst entweder sehr viel weniger profitiert, oder sogar Verluste einfährt. Mal ehrlich, wenn wir durch einen massiven Angriff auf Ölanlagen die Produktion von Öl und Ölprodukten dramatisch senken wollen, ist es viel naheliegender, einen Konkurrenten anzugreifen, anstatt sich selbst. Saudi Arabien könnte die Vereinigten Arabischen Emirate oder einen anderen kleinen Nachbar angreifen, statt sich selbst. Die USA können Saudi Arabien angreifen, anstelle sich selbst in die Luft zu sprengen.

Kleines Zwischenfazit: Preissteigerung als Motiv klingt plausibel, eine False Flag der Saudis allerdings nicht.

Zur Abwechslung ein anderer Gedanke. In den USA haben sich viele politische Größen sehr schnell ganz fest darauf geeinigt, dass Iran für den Angriff verantwortlich ist. Hmm. Vor anderthalb Jahren hat Trump John Bolton zu seinem Sicherheitsberater gemacht. Bolton, ein Falke, Globalist und offener Iran-Feind. Bolton hat Trump mehrfach vor die Haustür geschissen, indem er auf seinen Auslandsreisen offen das Gegenteil von Trumps Politik betrieb. Nach anderthalb Jahren hat Trump etwas gegen Bolton in die Hand bekommen, um ihn zum Rücktritt zu zwingen. Kaum ist es passiert, wird Saudi-Arabien angegriffen und die Schuld den Iranern zugeschrieben. Die Möglichkeiten zu neuen Manövern in der Iran-Politik, die sich Trump gerade erst eröffneten, werden ihm gleich wieder genommen.

Wir haben somit eine weitere Hypothese für die Hintergründe des Angriffs auf Saudi-Arabien. Die Globalisten (zu denen die mächtige israelische Lobby in den USA gehört) verlieren mit Bolton einen Schlusselposten im Weißen Haus. Der Angriff auf Saudi-Arabien, der in der Matrix sofort Iran angeheftet wird, könnte sowohl Rache als auch Prävention gegen einen Wechsel in der Nahost-Politik sein.

Und damit unsere Gedanken richtig schweifen können, brauchen wir eine dritte Hypothese. Hier ist sie: Der Angriff auf Saudi-Arabien zeigt überdeutlich, dass die Luftabwehrsysteme der USA, mit denen Saudi-Arabien ausgestattet ist, einen Scheißdreck wert sind. Und diese Demonstration ist eindeutig ein Geschenk für Russland.

So viele Profiteure auf so unterschiedlichen Ebenen.

PS: Nachdem es heute aus Deutschland hieß, dass die Beschränkung der Rüstungsexporte nach Saudi-Arabien aufgehoben werden sollte, weil Saudi-Arabien offensichtlich erhöhten Selbstverteidigungsbedarf hat, müssen wir die deutsche Rüstungsindustrie wohl auch als Drahtzieher des Angriffs in Betracht ziehen, hehe.

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Deutscher Wirtschaftsminister auf russischem Wirtschaftsforum

Aus einem Leserkommentar:

Wir sollten uns darüber informieren, was auf dem gerade stattfindenden 5.Östlichen Wirtschaftsforum in Wladiwostok zur Entwicklung des Fernen Ostens bis 2035 so alles vorgesehen ist. Über 4000 Vertreter aus Politik und Wirtschaft nehmen daran teil, z.B. aus Japan, China, Indien, GB, USA, Schweiz und Italien. Vielleicht könnte dort neben dem indischen Premier Modi in Zukunft auch bald ein neuer deutscher Kanzler sitzen?

Dazu drei Anmerkungen aus dem Ärmel geschüttelt:

  1. In Russland gibt es mehrere regelmäßige große Wirtschaftsforen, die internationalen Besuch von höchstem wirtschaftlichen und politischem Rang anlocken (St. Petersburg, Jekaterinburg, Wladiwostok). Geografisch hübsch verteilt über das riesige russische Reich. Die Wirtschaftsforen in St. Petersburg und Wladiwostok haben absolutes Weltformat und sind inzwischen bedeutender als das im Westen wesentlich bekanntere Wirtschaftsforum von Davos.
  2. Auf dem diesjährigen Wirtschaftsforum in St. Petersburg war Deutschland politisch von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier vertreten. Vielleicht wissen viele Deutsche gar nichts davon. Während die Hunde jaulen, zieht die Karawanne weiter. Deutschland ist schon jetzt gar nicht so weit entfernt davon, mit dem Kanzler auf einem großen russischen Wirtschaftsforum vertreten zu sein. Frankreichs Präsident Macron war bereits Gast auf dem Petersburger Wirtschaftsforum.
  3. Auf dem gerade laufenden Wirtschaftsforum in Wladiwostok wird wieder Großes eingetütet. Ich empfehle die gemeinsame Stellungnahme des russischen Präsidenten und des indischen Premierministers zur Lektüre. Beispielhaft sei Punkt 50 herausgegriffen: Russland wird sich weiter dafür einsetzen, dass Indien ständiges Mitglied im reformierten UN-Sicherheitsrat wird.
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Keine grüne Lunge

In Südamerika brennt es im Regenwald und die Presse schwadroniert hochemotional von der “grünen Lunge”, die unserem Planeten verloren geht. Wir werden alle ersticken, aaah!

Hat jemand darauf geachtet, wie gekonnt die Berichte konkrete Zahlen unterschlagen? Wie viel CO2 erzeugt und wie viel davon bindet der Regenwald? Wie viel O2 erzeugt und verbraucht der Regenwald? Welcher prozentuelle Anteil ist das bezogen auf die weltweite Produktion/Verbrauch von CO2 und O2? Von der “Lunge der Erde” erwartet man hohe Werte, nicht wahr? Warum verzichtet die Presse weitgehend auf konkrete Zahlen?

Weil die Presse entweder ahnungslos ist oder gezielt lügt. Der Regenwald ist nicht die grüne Lunge der Erde. Scheiß drauf, Hauptsache hemmungslos hysterische Schlagzeilen.

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Demokratie vs Queen

Boris Johnson hat seine Königin gebeten, das unliebsame Parlament in außergewöhnlich langen wochenlangen Urlaub zu schicken, damit es keine Gesetzesinitiativen gegen den harten Brexit anzetteln kann. Die Königin hat sich nicht lange bitten lassen und schnell zugestimmt.

Jetzt schäumt die ganze Welt. Oh, böser, undemokratischer Boris! Du bist ein Schandfleck auf der mustergültigen britischen Demokratie!

Der unverhohlene Widerspruch, der einem wie ein Löwe ins Gesicht springt, ist den Lesern dieses Blogs hoffentlich aufgefallen. Es ist die Königin, die entscheidet und mit ihrer Entscheidung das Parlament lahmlegt. Es ist die Königin, die die Freiheit hatte, das Parlament nicht zu lähmen. Johnson hat in dieser Frage keinerlei Befugnis, er darf einzig den Vorschlag unterbreiten.

Der Presse ist das egal. Es ist natürlich einzig Johnson, der die Demokratie zersetzt. Dabei müssten logischerweise alle über die Königin aufheulen. Was sagt uns das Verhalten der Presse über ihren Zustand aus? Die Presse hat entweder jegliche Scham verloren und hält ihre Kunden für vollendete Idioten, oder die Presse ist selbst zum vollendeten Idioten degradiert und glaubt selbst an die idiotischen Aufreger, die sie verbreitet.

Schauen Sie, was Spon seinen Lesern andreht:

Zumindest theoretisch hätte auch die Queen noch ein Wörtchen mitreden können – schließlich ist es formal ihre Aufgabe, das Parlament einzusetzen und wieder einzuberufen. Corbyn hat der Queen einen Brief geschrieben. Doch die Queen akzeptierte Johnsons Bitte – und stimmte der Aussetzung des Parlaments zu. Andernfalls hätte sie auch etwas getan, was kaum vorstellbar ist: aktiv Politik.

Die westliche Welt zerbröselt vor unseren Augen und mit ihr die westlichen Mythen über sich selbst. Die sinkende Titanik stellt sich schon hochkant, aber das Orchester spielt ungeniert weiter und behauptet stumpf, dass die Titanik ein geiles, unsinkbares Schiff ist.

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Trump nimmt Dänemark in die Mangel

Wie aus heiterem Himmel entwickelte sich in den letzten Wochen eine kleine Intrige zwischen den USA und Dänemark. Erst sickerte durch, dass Trump angeblich vorhabe, den Dänen Grönland abzukaufen. Dann bestätigte Trump selbst diese Idee.

Es hilft zu wissen, dass Grönland zwar zu Dänemark gehört, aber innenpolitisch autonom ist und Dänemark lediglich die Außenpolitik Grönlands kontrolliert. Weiterhin existiert in Grönland eine Separatisten-Bewegung, die auf Grönlands völlige Unabhängigkeit hinarbeitet. Weiterhin sollte man wissen, dass Grönland aus Sicht der USA eine militärisch wichtige Lage hat, um gegen Europa und Russland vorzugehen. Das half den USA im Zweiten Weltkrieg gegen Nazi-Deutschland, dann im Kalten Krieg gegen die Sowjetunion und später gegen Russland. US-Truppen sind seit dem Zweiten Weltkrieg in Grönland stationiert. Weiterhin hat Grönland guten Zugang zur Arktis, um deren Kontrolle gerade gerungen wird.

Was hätten die USA vom Kauf Grönlands? Zusätzlich zur militärischen Nutzung, die sie schon haben, den Zugang zur Arktis. Hinzu kommen Bodenschätze, deren Ausbeute sich mittel- und langfristig lohnen könnte.

Dänemark hat das Angebot erst mit Humor abwehren wollen, aber als Trump persönlich den Ernst der Absichten erklärte, zeigte sich Dänemark ernsthaft irritiert und blockte ab. Die dänische Premierministerin reiste nach Grönland, um die grönländische Regierung persönlich auf Treue abzuklopfen.

Spannend wurde es, als Trump eine in Kürze anstehende Reise nach Dänemark abgesagt hat. Wenn die Dänen nicht über den Verkauf von Grönland verhandeln wollen, sollen sie eben im eigenen Saft schmoren, so Trump sinngemäß.

Jetzt sollte man noch wissen, dass Dänemark das letzte Land ist, das noch keine Freigabe für den Bau von Nord Stream 2 in seinen Gewässern erteilt hat. Dänemark ist der letzte Strohhalm, an dem sich die Feinde von Nord Stream 2 festklammern.

Trump als angeblicher großer Feind von Nord Stream 2 sollte Dänemark unterstützen, oder? Jedenfalls sollte er Dänemark nicht aus dem Nichts heraus vor den Kopf stoßen und sogar ein bestehendes Treffen absagen, oder? Könnte man meinen, wenn man nicht genau hinschaut und nicht längst erkannt hat, welches Spiel Trump spielt.

Dänemark verzögert die Bauerlaubnis wegen angeblicher Umweltbedenken und gegen die Linie der EU und Deutschlands. Das macht Dänemark nicht ohne Unterstützung. Kein EU-Zwerg kann sich der offiziellen EU-Linie ohne mächtige äußere Unterstützung widersetzen. Die Balten und Polen verlassen sich in dieser Hinsicht auf die USA, Ungarn hat sich inzwischen Russlands Unterstützung zugesichert. Dänemark verlässt sich auf die USA, wenn es den Bau von Nord Stream 2 zu verzögern versucht.

Trump vergiftet die Beziehungen zu Dänemark mutwillig und aus einem lächerlichen, mutwillig herbeigezogenen Grund heraus. Ausgerechnet jetzt, wo Dänemark die Unterstützung der USA braucht, um der EU und Deutschland weiter zu trotzen.

Jetzt ist Dänemark auf sich gestellt. Weiter Steine in den deutschen Weg legen, während von der anderen Seite Trump Appetit auf Grönland angemeldet hat? Oder doch lieber wie alle anderen feststellen, dass Nord Stream 2 nur eine Erweiterung von Nord Stream ist und sämtliche Umweltfragen schon geklärt wurden? Wir werden es bald erfahren.

Während dieser Beitrag verfasst wurde, hat ein Leser in den Kommentaren auf diesen Beitrag der Welt verlinkt. Der Autor erkennt im Prinzip alles und arbeitet schön die direkte Unterstützung der USA für Dänemarks Blockade von Nord Stream 2 heraus. Nur weigert er sich, die ganze Angelegenheit konsequent zu Ende zu denken und erklärt sich die Affäre mit der Infantilität Trumps. Traurig, aber egal.

Die Spielregeln, nach denen Putin und Trump zusammenarbeiten, wurden hier erläutert. Dass Trumps Mission darin besteht, die USA als Imperium abzuwickeln und die globalistischen Fangarme abzuhacken, wird hier im Blog immer wieder betont. Dänemark ist nur ein kleiner Fisch unter den inzwischen zahlreichen globalistischen Opfern Trumps.

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Alexandria Ocasio-Cortez auf den Spuren der Simpsons

Basierend auf des Katers Analysen, der prophetischen Kraft der Simpsons und offensichtlicher Medienkampagnen, hier eine Prognose:

Trump bekommt die zweite Amtszeit. Auf Trump folgt Alexandria Ocasio-Cortez als Präsidentin der USA. Sie wird schon ausgiebig darauf vorbereitet. Im Herbst 2024 erreicht sie pünktlich das US-Präsidenten-Mindestalter von 35 Jahren.

Das Schicksal von Trumps Nachfolger ist im Simpsons-Ausschnitt im Wesentlichen dargelegt: Die USA sind pleite, sie betteln in aller Welt nach Geld, aber niemand leiht ihnen mehr etwas, d.h. niemand kauft mehr ihre Anleihen. Genau so wird es kommen, sagte der Kater schon Anfang 2017. Und ich füge hinzu, dass Ocasio-Cortez die Lisa Simpson sein wird.

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Warum von der Leyen?

Warum wurde Ursula von der Leyen zur EU-Kommissions-Präsidentin aufgestellt und gewählt?

Da wir wissen, dass seit 2016 jede Wahl von Russland manipuliert und entschieden wird, müssen wir einfach nach russischen Interessen Ausschau halten, um zu verstehen, warum von der Leyen als Kommissions-Präsidentin durchgepeitscht wurde.

Erstens war das zutiefst undemokratisch und damit eine Ohrfeige für 500 Millionen europäische Bürger. Das ist doch schon viel wert. Zwei Jahre lang wurde mit Spitzenkandidaten herumhantiert, Fernsehshows abgehalten, tonnenweise analoge und digitale Tinte in die beiden investiert, und dann – verarscht!

Zweitens ist von der Leyen bisher nicht als Politikerin mit Profil, Charakter und Schaffenskraft aufgefallen. Also genau die richtige Person für die Spitze der EU, damit die EU nicht aus der Krise rauskommt.

Drittens ist von der Leyen dank ihres Postens als Verteidigungsministerin Deutschlands bestens mit deutschen Generälen vernetzt. Und deutsche Stabsgeneräle – das wissen die wenigsten Deutschen dank ihrer Qualitätspresse – haben sich in den letzten Jahren regelmäßig mit den russischen Stabsgenerälen getroffen. Die EU steht in militärischer Hinsicht vor zwei Aufgaben: Eine EU-Armee als Ersatz für die NATO aufzubauen und diese neue Armee unter den strategischen Schutzschirm Russlands zu stellen. Ganz ohne Scherz: das sind die beiden Aufgaben, für die von der Leyen an die EU-Spitze gesetzt wird. Alles übrige Gelaber über Klimaschutz, Feminisierung der Männchen und Entfeminisierung der Weibchen, EU-Ausbreitungen usw. sind nur Blendgranaten.

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Schauspiel für den Westen

Die Presse ist wieder voll von Russland. Und es war so…

In Russland stehen Wahlen für das Moskauer Regionalparlament an. Nichts von russlandweiter oder gar geopolitischer Bedeutung. Moskau entwickelt sich seit vielen Jahren äußerst prächtig zu einer Musterstadt. Die Menschen sind zufrieden, die Opposition hat nichts in der Hand, mit dem sie Proteststimmung entfachen könnte. Die Opposition lässt sich einen wahnsinnig kreativen Trick einfallen oder vorgeben. Schritt 1: Die Kandidaten sammeln Unterschriften, um sich für die Wahl aufstellen zu lassen, und zwar so, dass die Unterschriftensammlung größtenteils ungültig ist. Zum Beispiel wird das Bezirk nicht eingetragen oder es beteiligen sich mehrere Personen an einer Vorlage. Es gibt halt formale Regeln, wie Unterschriften für eine Kandidatur einzusammeln sind und diese formalen Regeln werden massenweise verletzt, so dass die liberalen Kandidaten nicht zur Wahl zugelassen werden können – genau das ist ihr genialer Plan und die Vorbereitung für den nächsten Schritt. Schritt 2: Die liberalen Schmierblätter heulen auf – schaut, die böse Regierung lässt die gute Opposition gar nicht erst zu den Wahlen zu. Los Volk, versammel dich gegen die Diktatur, geh auf die Straße! Die Opposition ruft zu nicht genehmigten Demonstrationen auf. Hoffentlich ist den meisten bekannt, dass Demonstrationen überall in der Welt von den Behörden genehmigt werden müssen. Es gibt viele Gründe, warum eine Demo nicht genehmigt wird – man hat keinen Antrag gestellt, man hat einen Antrag mit Formfehlern gestellt, man hat kein Sicherheitskonzept vorgelegt, man hat ein Datum gewählt, bei dem die Sicherheitskräfte anderweitig gebunden sind, oder oder oder. Die Anführer der liberalen Opposition rufen die Menschen jedenfalls zu einer nicht genehmigten Demo auf, was verboten ist. Schritt 3: Damit lassen sich die Anführer für ein paar Tage oder Wochen einbuchten, um während der verbotenen Aktionen in Sicherheit zu sein. Ist das Konzept des “sakralen Opfers” jedem Leser ein Begriff? Die Drahtzieher der Unruhen befördern dabei Unbeteiligte oder Oppositionsanführer ins Jenseits und verkaufen das als Mord des bösartigen Regimes. Das hat dramaturgische Gründe, erlaubt der Westpresse wie einem tollwütigen Tier aus dem Maul zu schäumen und gibt den westlichen Politikern eine öffentliche Legitimierung in die Hand, um Druck aufzubauen, Rücktritte von Präsidenten oder freien Zugang zu Erdöl zu fordern, Sanktionen zu verhängen, Kriege zu beginnen usw. Boris Nemzow war das letzte große sakrale Opfer unter den russischen Liberalen. Die übrigen namhaften Figuren halten sich seitdem gern von Demonstrationen fern, indem sie sich pünktlich für ein paar Tage einbuchten lassen – das hat den angenehmen Nebeneffekt, dass man der verarschten Gefolgschaft glaubhaft vermitteln kann, warum Herr Nawalny selbst nie an den Demos teilnimmt, die er ausruft.

Die internationale Presse ist inzwischen voll in Fahrt. Russland macht Schlagzeilen. Großes Traram endet damit, dass sich in Moskau 3,5 Tausend Menschen versammeln und “Aktivisten” die Polizei provozieren. Schritt 4: Viele bestellte professionelle Fotografen knipsen viele hübsche Nahaufnahmen davon, wie die Polizei ein paar Hundert friedliche Randalierer abführt. Es erweist sich, dass zwei Drittel der Festgenommenen gar nicht aus Moskau stammen. Die liberale Opposition kann in ihrer Hochburg, der 15-Millionen-Stadt Moskau keine fünf Tausend Demonstranten mehr auftreiben und muss sich die wenigen Provokateure aus dem ganzen Land zusammenkratzen. Von dieser Erbärmlichkeit bekommt man im Westen wenig mit. Im Westen kursieren ein paar Nahaufnahmen von abgeführten Demonstraten und die Quälitätspresse erzählt, wie sich das arme russische Volk gegen die böse Diktatur auflehnt. Schritt 5: Dramatische Zuspitzung! Nawalny bekommt im Gefängnis Hautausschlag und seine Hausärztin, die ihn nicht untersucht hat, erzählt der bereit stehenden westlichen Presse, dass Nawalny wahrscheinlich vergiftet wurde. Einen Tag später wird bekannt, dass Nawalny ein harmloses Nesselfieber hat, aber in der Westpresse hat sich schon festgesetzt, dass Nawalny vergiftet wurde. Die Drehbuchautoren bemühen sich gar nicht um Kreativität und Abwechslung. Wann immer eine Regierung stört, vergiftet sie in der Westpresse jemanden. Über den Sinn oder Unsinn solcher Vergiftungen reflektiert die Presse lieber nicht.

Wenn man vergleicht, was in Russland tatsächlich passiert ist und was daraus im Westen aufgebläht wurde, kann man sich schwerlich des Eindrucks erwehren, dass die moskauer liberale Opposition, die bei den Wahlen ohnehin nicht ins Parlament reingekommen wäre, sich für eine erneute Show hat einspannen lassen. Die Eskalationsspirale wurde fachmännisch angekurbelt und die Westpresse hat sich gierig auf ein Nicht-Ereignis gestürzt. Die einzige vielleicht interessante Frage ist, wer das bestellt hat und wofür. So ein Zirkus wird nicht umsonst veranstaltet, das ist jedem klar, oder?

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Warum Boris Johnson?

Ein Teil der Welt steht wieder ungläubig da. Das altehrwürdige Großbritanien hat Boris Johnson als Premierminister bekommen. Der ungläubige Teil der Welt rätselt: wie konnte es nur dazu kommen?

Wir blättern sechs Wochen zurück und erinnern uns an die mehrtägige England-Reise von US-Präsident Trump, inklusive Staatsbankett bei der Queen. Damals ist uns Folgendes aufgefallen:

PS: Trump bietet den Briten ein großes Handelsabkommen mit den USA an – wenn die Briten sich von der EU befreien. Er drängt sie also zu einem No-Deal-Brexit und verspricht dafür US-Cookies.

Und jetzt fällt uns auf, dass der neue britische Premierminister sich nicht zuletzt dadurch auszeichnet, dass er einen Brexit um jeden Preis verspricht und ausdrücklich bereit ist, den No-Deal-Breaxit durchzuziehen.

Nun, wenn derart schmutzige Arbeit verrichtet werden soll, will sich die feine Gesellschaft nicht persönlich die Pfoten schmutzig machen. Sie schickt lieber einen Boris vor. Boris wird als Sündenbock schon zu Lebzeiten und später in den Geschichtsbüchern sämtliche Schuld für die Brexit-Entscheidung der feinen Gesellschaft auf sich laden.

Hoffentlich hat jeder die Aktivitäten eines Nigel Farage zumindest am Rande mitbekommen. Der feine Herr hat die Brexit-Maschine an vorderster Front angekurbelt und sich dezent zurückgezogen, als die Maschine angesprungen war. Als die Brexit-Maschine zwischendurch ernsthaft zu stocken schien, war Mr Farage wieder auf die Bühne getreten, zog sich aber erneut so bald wie möglich in den Hintergrund zurück.

Der jahrelange Eiertanz von May hat nichts eingebracht. Sie sollte einen Deal mit der EU aushandeln, der es Großbritanien erlaubt hätte, weiter an und in der EU zu verdienen, ohne sich den EU-Ketten auszusetzen. Die EU hat sich stur gestellt und den Briten nur einen miserablen Brexit-Deal angeboten. Die Queen hat nachgerechnet, mit Trump diskutiert und ist zu dem Schluss gekommen, dass es günstiger ist, komplett mit der EU zu brechen und sich ganz den USA auszuliefern. Weg mit May, her mit Johnson.

PS: Wer hat seit Jahren darauf hingewiesen, dass die Briten von der EU zu den USA überlaufen werden? Natürlich der sprechende Kater.

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