Über Deportationen

Unter dem Vorwand des ESC wird politisiert und emotionalisiert. Gegen Russland. Das Thema Deportationen wird hochgenommen, böser Stalin, übel übel usw.

Eine Deportation ist zweifelsohne eine Tragödie für die Betroffenen. Aber wie das Thema in unseren Medien aufbereitet wird, ist ein leuchtendes Beispiel dafür, dass es nicht um Information geht, sondern um einseitige Diffamierung, um das Schüren von Emotionen, um das Schüren von Feindschaft.

Verleihen wir der Sache ein wenig Sachlichkeit.

Die Sowjetunion hat verschiedene Bevölkerungsgruppen im Laufe des Zweiten Weltkrieges deportiert. Die derzeit besungenen Krimtataren etwa. Oder Deutsche, von denen es in der Sowjetunion sehr viele gab. Warum macht man sowas? Weil Stalin so ultraböse ist, suggerieren unsere Medien. Diese Erklärung ist Scheiße für Zombiegehirne. In Wirklichkeit geht es darum, Personen und Bevölkerungsgruppen, bei denen eine hohe Wahrscheinlichkeit für verräterische Handlungen anzunehmen ist, im Falle eines Krieges von der Front zu entfernen.

Zunächst ein Gedankenspiel.

In Deutschland gibt es mehrere Millionen ethnische Türken. Ob sie die deutsche oder die türkische Staatsangehörigkeit haben, ist zweitrangig. Stellen wir uns vor, es kommt zum Krieg zwischen Deutschland und Türkei. Deutschland mobilisiert sein Volk für den Krieg, die Türkei das ihre. Die Situation ist für alle Türken in Deutschland eine Zerreißprobe. Sie sollen gegen das Land kämpfen, das ihre historische Heimat ist. Sie sollen gegen Menschen kämpfen, mit denen sie sprichwörtlich und kulturell verwandt sind.

Im allerbesten Fall steht ein deutscher Türke ideologisch voll auf deutscher Linie und kämpft mit vollem Einsatz für Deutschland. Wenn es nicht bestmöglich läuft, kämpft er mit, aber nur so halb, nicht mit der gewünschten Intensität und Inbrunst. Das ist schon schlimm genug, denn nicht nur ist er selbst ineffektiv, er zersetzt auch die Kampfmoral und die Geschlossenheit seiner Kameraden. Wenn es noch etwas schlechter läuft, wechselt der deutsche Türke im Kriegsverlauf die Seite. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist sehr viel höher als bei einem Deutschen. Beispielhaft sei nur ein Grund dafür genannt: Der Türke kann die türkische Kriegspropaganda sprachlich – und vor allem auch kulturell – verstehen und nachvollziehen. Und Kriegspropaganda betreiben im Krieg immer alle Seiten. So wie man einen Deutschen im Krieg gegen die Türkei einlullen kann, kann man das nicht mit einem Türken. Selbst ein zu Beginn deutschlandtreuer Türke kann jederzeit mit hoher Wahrscheinlichkeit aus den Reihen ausbrechen. Und wenn es noch schlimmer läuft, ist der deutsche Türke von Beginn an auf türkischer Seite. Im schlimmsten Fall gibt er sich dabei als deutschlandtreu aus und arbeitet als Spion oder Saboteur für die Türkei. An der Front sind das alles Horrorszenarien, vom allerersten Fall abgesehen.

Alle bösen Szenarien sind auch für einen einheimischen Deutschen möglich, allerdings mit viel geringerer Wahrscheinlichkeit. Wenn der Krieg losgeht, haben Sie nicht die Ressourcen, um Einzelfälle aufwendig zu prüfen. Ist dieser Türke deutschlandtreu? Und dieser? Ist er es noch immer nach einem Jahr Krieg? So viel Überwachung, wie zur Beantwortung dieser kriegswichtigen Fragen nötig wäre, können Sie sich gar nicht leisten. Deswegen schicken Sie an die Frontlinie gegen die Türkei selbstverständlich keine deutsche Türken hin. Sie bringen die Türken von der Front weg, wo diese keinen Schaden anrichten können. Natürlich alle, da Sie nicht prüfen können, welche als Verräter und Saboteure in Frage kommen. Wenn Sie gut im Organisieren sind, geben Sie den deportierten Leuten eine Arbeit, die schlecht für Sabotageakte geeignet ist, so dass Ihre Türken trotz allem noch für den deutschen Sieg dienlich sind.

So einfach ist das. Und jetzt vom Gedankenspiel zurück zur Realität.

Die Krimtataren sind Abkömmlinge des Osmanischen Reichs. Russen und Türken umkämpfen die Krim seit Jahrhunderten. Bis heute. Im Zweiten Weltkrieg hat die Türkei ihre Armee an der Grenze zur Sowjetunion zusammengezogen und war zum Angriff bereit. Das hat viele sowjetische Einheiten an dieser Front gebunden. Zum Krieg ist es an dieser Front nicht gekommen, aber die Vorbereitungen waren beiderseits getroffen. Die Krimtataren wurden deportiert aus den oben veranschaulichten Gründen. Aus den gleichen Gründen wurden nach dem deutschen Überfall alle Deutschen in der Sowjetunion deportiert. Weg von der Front und ins Hinterland.

Eine Deportation hat mehr oder minder tragische Folgen für die Betroffenen. Eine erzwungene Umsiedlung ist für sich genommen schon höchst unangenehm und mit vielen Problemen verbunden, die eine Umsiedlung grundsätzlich mit sich bringt. Die Einschränkung von Rechten, Zwangsarbeit, Repressionen usw. können erschweren hinzukommen, müssen aber nicht. Wie hat es damit ausgesehen im Falle etwa der Krimtataren? Lassen Sie sich von Ihren sachlichen, neutralen, tiefgründig recherchierenden Qualitätsmedien aufklären. Propagandamedien hingegen haben gar nicht das Ziel, darüber aufzuklären. Sie berichten diffus, emotional, mit wenigen Andeutungen. Deportation, Krim, Ukraine, Leid, Stalin, böse, Russland, Putin, Diktatur. Der Kreis der Assoziationen ist vorbestimmt. Zum ESC nennt man Ihnen den ersten Teil der Assoziationskette: Deportation, Krim, Ukraine, Leid, Stalin. Den Rest erledigt Ihr in den letzten Jahrzehnten und besonders in den letzten beiden Jahren wohltrainiertes Gehirn von alleine: Krim, Stalin, Putin, Russland, böse.

Das ist ein Automatismus, eingeübt durch Gehirnwäsche, der Sie sich kaum entziehen können. Jeden Tag können Sie beim Blick in die Zeitungen und Onlinemedien sehen, wie solche Automatismen in Ihrem Gehirn eingeübt werden. Das ist kein Zufall. Das ist von oben verordnet und genau so eingefordert.

Na gut, mit dem bösen Stalin ist ohnehin alles klar. Aber wenn Deportationen im Kriegsfall einen klaren Zweck haben, wie haben andere Länder das gehandhabt? Wir im Westen haben dieses Prinzip erfunden! Noch bevor Stalin überhaupt geboren wurde. Und wir im Westen haben dieses Prinzip auch als erste umgesetzt. Und seitdem immer wieder, im großen Maßstab.

Die USA etwa haben im Zweiten Weltkrieg über 100.000 Japaner und US-Bürger japanischer Abstammung in Internierungslager gesteckt. Warum? Weil die USA sich im Krieg gegen Japan befanden. Ja ja, wir verurteilen das natürlich. Schweigend. Wir machen das Thema nie in den Medien auf, reiten nicht täglich darauf herum in der Berichterstattung über die USA. Sowas meint Russland, wenn es von doppelten Standards spricht. Genau solche Dinge.

Veröffentlicht in Analysen Getagged mit: , ,
34 Kommentare zu “Über Deportationen
  1. sw sagt:

    ein paar Einwände

    Die Türkei band zwar ein paar sowjetische Verbände, die Anzahl war aber nicht nennenswert. Relevanter war da die Truppenabstellung gegenüber Japan. Beide Bindungen, auch zusammengenommen, hatten keinen relevanten Einfluß auf den Ausgang der Kämpfe gegen das 3.Reich, das gilt übrigens auch für die sibirischen Verbände im Herbst / Winter 41.

    Auf Seiten des deutschen Heeres kämpften sehr viele „sowjetische“ Völker.
    Von den Baltischen Ländern über Krimtartaren, Kalmyken, Tschetschen, Geogier, Turkestanier, Armenier, Azerbajdzaner etc. usw., zu Russen, Ukrainer
    Die kämpften teils in sogenannten „Legionen“ (=Infanterieverbände in Btl-Größe mit deutschem Rahmenpersonal), teils aber als sogenannte Hilfwillige (Hiwis) in deutschen Divisionen. Laut deutschen KSTAN (Kriegs- und Sollstärkennachweis für Material und Personal) konnten ab ca. Mitte 42 die deutschen Divisionen 10% der Personalstellen mit „Hiwis“ besetzen. Das waren zb. bei einer Infanteriedivision 1500-1700 Mann. Es gab allerdings auch mehrere deutsche Infanteriedivisionen welche sehr viel stärker mit „Hiwis“ besetzt waren, zb. die 162.InfDiv, dessen Reihen bestanden 1942 von 60-70% aus Angehörigen sow. Völker (hauptsächlich Russen).
    Historiker rechnen das etwa 1,5 bis 2 Millionen auf deutscher Seite kämpften. Die Motivationen waren sehr unterschiedlich. Von tatsächlichen Faschisten, über Gegner Stalins bis zu ehem. Soldaten welche einfach den Zuständen in den Kriegsgefangenenlagern entrinnen wollten.

    Die Krimtartaren halfen schließlich den deutschen Besatzern auf der Krim, sie stellten dazu Einheiten auf. Allerdings gibt auch dazu einen Hintergrund. Das sowjetische Regime unterdrückte alle religiösen Empfindungen, egal ob christlich-orthodox, moslemisch (Krimtartaren), buddistisch (Kalymyken) … . Das hatte aber folgenden Hintergrund.
    Die Krim hatte vor Juni 41 eine Gesamtbevölkerung von 710.000 Personen. Davon stellten die Krimtartaren mit (um die) 200.000 etwa ein Drittel der Bevölkerung.
    Allerdings, „Nach Schätzungen tartarischer Emigrationspolitiker sollen in der sowjetischen Zeit bis zum Jahre 1941 160.000 bis 170.000 Menschen, die Hälfte des krimtartarischen Volkes zugrunde gegangen sein“.

    Ich finde im übrigen die Reaktionen der Krimtartaren sehr verständlich, die Reaktion Stalins aber ebenso.

    • Analitik sagt:

      „Auf Seiten des deutschen Heeres kämpften sehr viele „sowjetische“ Völker.“

      In der Tat. Ihnen überließ man die schmutzigste Arbeit: Ausrottung von Juden, Polen, Weissrussen, Russen usw. Die Brutalität, mit der die „sowjetischen“ Völker in den Reihen von Wehrmacht und SS zu Werke gingen, hat zuweilen selbst die Deutschen erschrocken.

      Von der heißen Front hielten sich diese Helden aber vornehmlich weg. Sie waren gut genug, um Frauen, Kinder und Alte abzuschlachten. Heute stehen sie wieder hoch im Kurs, befördert wiederum vom Westen, speziell auch von Deutschland. Im Baltikum marschieren jährlich die Veteranen der SS-Divisionen in offiziellen Gedenkmärschen, unbemerkt von unserer Öffentlichkeit, gebilligt von unserer Politik. In der Ukraine wurden die Schlächter letztes Jahr per Gesetz zu Helden erklärt. Sie stehen ganz in der Tradition ihrer Großväter: zu feige, um gegen echte Soldaten zu kämpfen, aber groß darin, friedliche Bevölkerung zu terrorisieren. Wie sie selbst offen zugeben: http://analitik.de/2016/05/02/warum-haben-wir-die-wohngebiete-unserer-staedte-bombardiert/

      Zuletzt kann man erwähnen, dass auf der Seite Deutschlands im Zweiten Weltkrieg fast ganz Europa kämpfte. Sowohl militärisch als auch wirtschaftlich. Die nicht-deutschen Militärverbände kamen aber nicht primär an den entscheidenden Fronten zum Einsatz, sondern überwiegend im Hinterland, um die von Deutschland eroberten Gebiete militärisch zu verwalten.

      „Nach Schätzungen tartarischer Emigrationspolitiker sollen in der sowjetischen Zeit bis zum Jahre 1941 160.000 bis 170.000 Menschen, die Hälfte des krimtartarischen Volkes zugrunde gegangen sein“

      Das ist ja die neutralste Quelle, die man sich denken kann. Wenn es dazu keine weiteren Belege gibt als die Aussage eines Exilanten, ist es die übliche Verteufelung der Sowjetunion, die einer realen Grundlage entbehrt.

      • sw sagt:

        „Von der heißen Front hielten sich diese Helden aber vornehmlich weg“ – Auch das ist undifferenziert. A.) sollten laut OKW-Befehle (auf Intention Hitlers der wollte sich politisch nicht festlegen lassen)die erwähnten Hiwis innerhalb deutscher Einheiten nur bei rückwärtigen Einheiten verwendet werden und B.) die erwähnten „Legionen“ waren Kampftruppen und WURDEN in vorderster Front eingesetzt.

        tartarischer Emigrationspolitiker – ja, tatsächlich nicht wirklich neutral. Aber gibt es einen Zweifel daran das die Sowjetunion ein kriminelles Regime war und solche Handlungen tatsächlich durchführte?

        Ach ja und „Waffen-SS-Veteranen“ im Baltikum. Was ist hier die reale Geschichte? Die Sowjetunion marschierte 1940 in den baltischen Ländern ein, verhaftete und kerkerte einen Gutteil der Bevölkerung ein. Gab es Massenmorde? ja.
        Mit dem deutschen Angriff sahen die baltischen Völker ihre Chance wieder unabhängig zu werden (wobei Hitler dies nicht beabsichtigte) und darum bildeten sich Freiwilligenverbände welche mit dem deutschen Heer gegen die Rote Armee kämpfte. 1943 wurden ALLE Freiwilligenverbände der Waffen-SS zwangsweise unterstellt. Die Angehörigen wurden also zwangsweise in die Waffen-SS gepreßt. Waren dabei auch Faschisten? Sicherlich, aber bei weitem nicht alle. Und im übrigen, wie in 1939 sowjetisch besetzten Ost-Polen, in der Nord-westukraine und im Baltikum waren es oft Juden welche mit der Roten Armee und dem sow. Geheimdienst zusammenarbeiteten.

        • Analitik sagt:

          „Aber gibt es einen Zweifel daran das die Sowjetunion ein kriminelles Regime war und solche Handlungen tatsächlich durchführte?“

          Welche Handlungen meinen Sie? Selbst die Aussage des Exilanten (der nicht mal namentlich erwähnt ist…) besagt, dass x Menschen „zugrunde gegangen sind“. Das ist eine Aussage über ein Ergebnis, nicht über eine Handlung.

          Genau so wird propagandistische Verteufelung konstruiert. In Stalins Äre sind x Menschen „zugrunde gegangen“. Was heißt das? Krank geworden? Gestorben? Vertrieben? Nehmen wir an, gestorben ist gemeint. Woran sind sie gestorben? Natürlichen Todes? Wegen einer Naturkatastrophe? Krankheiten? Überbordernde Kriminalität? Hungersnot? Ausrottung? Ihr Exilant äußert sich überhaupt nicht dazu, Sie führen keine Statistik an. Nur die Suggestion, dass Stalin persönlich Schuld daran hat, durch irgendwelche aktiven „Handlungen“. Mit Verlaub, das ist Müll. Hier und heute, im schönen Deutschland, gehen täglich Menschen zugrunde. Und? Was heißt das? Dass Merkels kriminelles Regime „solche Handlungen“ durchführte?

          Solange Sie nicht mehr anführen können, gibt es ganz erhebliche Zweifel daran, dass die Sowjetunion ein kriminelles Regime war. Sie machen es sich zu einfach. Aber Sie bieten ein gutes Beispiel, wie westliche Propaganda funktioniert. Faktenbefreit auf bereits durch Propaganda gefestigte Assoziationen anspielend, um diese Aussoziationen zu erhalten und weiter zu verstärken.

          • sw sagt:

            Wie?

            Es gab während der Stalinära keine wiederholten Säuberungen? Es gab kein Aushungern der Schwarzerdegebiete um durch Veräußern der Erträge die Schwerindustrie aufbauen zu können?
            Alles nur Propaganda?

            • Analitik sagt:

              Was Sie hier gebracht haben, war nur Propaganda.

              Und Sie bieten weitere Einsichten in die Kunst der Propaganda. Neben dem bereits erwähnten Spiel mit Assoziationen kann man weiterhin konstatieren: Dekontextualisierung und Fokussierung ausschließlich auf das Negative.

              Säuberungen hat es gegeben. Sie blenden den Kontext aber aus, Ihnen geht es nur um die Gleichung Säuberungen = böse => Sowjetunion = kriminell.

              Joseph Davies, US-Botschafter in der Sowjetunion von 1936 bis 1938, in seinem Buch „Mission to Moskow“: „(…) I was asked to talk to the University Club and combined Wisconsin societies. It was just three days after Hitler had invided Russia. Someone in the audience asked: „What about Fifth Columnists in Russia?“ Off the anvil, I said: „There aren’t any – they shot them.““
              S. 179 hier: https://books.google.de/books?id=LYkVAwAAQBAJ&printsec=frontcover&hl=de&source=gbs_atb#v=onepage&q&f=false

              Mensch, kann es denn sein, dass die Säuberungen nicht aus purer Bosheit organisiert wurden, sondern aus der militärischen Notwendigkeit heraus? Genauso wie die Deportationen. Sind dabei Unschuldige zu Opfern geworden? Gewiss. Aber die dumpfe Unterstellung von Boshaftigkeit ist zu dumpf.

              „Aushungern der Schwarzerdegebiete“. Es gab kein Aushungern der Schwarzerdegebiete. Stalin brauchte im Wettrüsten Technologien und Europa wollte Gold als Zahlungsmittel nicht akzeptieren, so dass Stalin gezwungen war, mit Weizen zu bezahlen. Anfang der 30er war die gesamte Nordhalbkugel von Dürren betroffen. Die Sowjetunion hat große Anstrengungen unternommen, um die Hungersnot abzumildern. Die Armee wurde bei der Ernte eingesetzt und strategische Armeereserven wurden an die Hungernden verteilt. Darüber lesen Sie vermutlich nicht in Ihren Qualitätsmedien, das passt ja auch nicht ins westliche Weltbild.

              Was ist also der Kontext? Böser Stalin wollte sein Volk quälen, daher die Säuberungen, daher Nahrungsmittelknappheit?

              Wie wäre es damit: Hitler hat bereits in den 20ern in „Mein Kampf“ anschaulich dargelegt, was mit den Bürgern der Sowjetunion geschehen wird, wenn er an die Macht kommt. In der Sowjetunion hat man das natürlich gewusst und es ernst genommen. Später hat sich gezeigt, dass das die absolut richtige Entscheidung war. Hitler hat nicht nur Juden verbrannt, sondern auch Russen und alle anderen osteuropäischen und asiatischen Völker.

              Stalin hat seinem Volk viel abverlangt, um die Sowjetunion zu industrialisieren und das Land auf den kommenden, angekündigten, unausweichlichen Krieg vorzubereiten. Das Volk hat einen hohen Preis bezahlt, aber als Hitler kam, war die Sowjetunion stark genug, um den Krieg zu gewinnen. Ganz im Gegensatz zu Rest-Europa.

              Und was wäre die Alternative gewesen? Sich sattessen und nicht an morgen denken. Auf schmerzhafte Säuberungen verzichten und die Verräter im eigenen Land unangetastet lassen. Wie sich die Geschichte der Sowjetunion und all ihrer Völker in diesem Szenario entwikelt hätte, ist nicht schwer zu erkennen. Hitler überfällt die Sowjetunion, gewinnt auch, weil die Sowjetunion nicht vorbereitet ist. Und dann kommt das große Töten. Die Überlebenden sind Sklaven in den Diensten der Faschisten.

              Das wäre die Alternative zum bösen Stalin. Was wäre besser gewesen für die Sowjetunion? Dem heutigen Rechtsverständnis des Westens zu entsprechen und ausgerottet zu werden oder unter großen Entbehrungen und auch mit unschuldigen Opfern zu überleben und sich zu einer Weltmacht zu mausern, in der die Menschen über Generationen hinweg friedlich gelebt haben? Stalin hat entgegen debiler westlicher Propaganda nicht einfach sein Volk terrorisiert. Er hat hart durchgegriffen, um das Volk zu retten, und er hat das wirtschaftliche und ideologische Fundament gelegt, auf dem aller spätere Wohlstand sämtlicher Sowjetrepubliken aufgebaut ist. Bis heute.

              So kompliziert ist die Welt. Errungenschaften ud Leid können miteinander verbunden sein. Das eine gibt es manchmal nicht ohne das andere. Ihre rhetorischen Fragen aus der Propaganda-Kiste können Sie getrost wieder einpacken. Dafür gibt es in Deutschland genug andere Plattformen.

              Stalins harter Hand und dem Leid der sowjetischen Völker haben Sie übrigens zu verdanken, dass Sie Ihren Tag nicht mit „Heil Hitler!“ beginnen. Und dass Ihre Arbeit nicht darin besteht, Zwangsarbeiter mit der Peitsche anzutreiben.

              • sw sagt:

                >Ihnen geht es nur um die Gleichung Säuberungen = böse => Sowjetunion = kriminell.

                Quatsch mit Soße

                im übrigen bin ich gerne an anderen Darstellungen interessiert also behalten sie ihre schrägen Unterstellungen und Projektionen für sich.

              • tommmm sagt:

                „Aushungern der Schwarzerdegebiete“…..
                Das ist nun wirklich pure Propaganda. Und sogar ein nach „Holocaust“ klingendes Wort „Holodomor“ wurde dazu in den 90-ger Jahren extra geprägt….damit es so richtig böse und vorsätzlich klingt.
                Ich lese gerade Stalins Werke Teil 11 und 12 (1927-1929)handelt fast nur von der Problematik die Getreideernten zu erhöhen um der gewachsenen Bevölkerung und auch den gewachsenen Anforderungen gerecht zu werden. Ich denke daher, das die Folgen der Missernten und der Dürren, ohne Stalins Bemühungen die Erträge in den anderen Gebieten der Sowjetunion zu steigern wesenlich schlimmer geworden wären.

              • sw sagt:

                zum Rest

                1.) Säuberungen
                Interessant ist das sie den Narrativ Stalins übernehmen. Wenn man sich die Säuberungen innerhalb der Roten Armee ansieht wurden breite Schneißen in das Offizierskorps geschlagen, gerade die älteren / erfahreneren wurden hingerichtet, im mittleren O-Korps oft eingekerkert und gefoltert. Das hatte massive militärische Auswirkungen. Während die Rote Armee schon Mitte der 30er Jahre eine fertige sehr moderne Panzerkriegsdoktrin entwickelt hatte wurde diese mit den Säuberungen ad Akta gelegt. Die Lücken im Offizierskorps konnten bis weit in den Krieg qualitativ nicht ansatzweise geschlossen werden.
                Und letztlich – gibt es Beweise das die Vorwürfe. Meines Wissens – nein.
                Damit bricht ihre Argumentation zusammen. Es gab keine militärischen Notwendigkeiten.

                2.) „Aushungern der Schwarzerdegebiete“.
                Es gab keine Dürren welche Anfang der 30er Jahre die GESAMTE Nordhalbkugel trafen. Es gab in einigen Sowjetrepubliken Hungersnöte und es gab die Dürre im Mittleren Westen der USA. Sonst waren keine Länder betroffen.
                Ihre Argumentation beist sich. Entweder braucht die Sowjetunion Weizen als Zahlungsmittel, welcher dann aus der Bevölkerung herausgepresst werden muß ODER sie Sowjetunion unternimmt große Anstrengungen die Hungersnot abzumildern.
                Anfang der 30er Jahre gab noch keinen Rüstungswettlauf.

                Ein weiteres beliebtes Narrativ ist es alles auf Hitler zurückzuführen. So auch hier
                blöd allerdings die Dürre / Hungersnot in einigen Sowjetrepubliken fand 1932/33 statt. Wann ist Hitler wann an die Macht gekommen?

                Ähnlich übrigens die Argumentation warum die Sowjetunion den Deutsch-sowjetischer Nichtangriffspakt 1939 eingegangen ist, im Osten Polens einmarschiert ist. Er wollte sich auf den Krieg mit Hitler vorbereiten. Fakt ist nur das ohne diesen Vertrag auch kein deutscher Angriff auf Polen möglich gewesen wäre.
                Aber nicht nur das, für die „Verteidigung“ schafft man eine gemeinsame Grenze mit dem Feind. Deshalb schleift man auch den schon bestehenden Festungsgürtel an der ehem. polnisch-sowjetischen Grenze. Und einiges mehr.

                Ich könnte noch mehr schreiben. Das langweilt mich aber inzwischen eher.

                Nur eine Frage – Was halten sie von „Chruschtschows Lügen“ von Grover Furr? habs hier rumliegen, bin aber noch nicht zum lesen gekommen.

              • Peter Pan sagt:

                Noch zu bemerken wäre, daß viele Westukrainer deshalb verhungern mußten, weil sie Hitlers willfährigste Helfer und an Brutalität nicht zu übertreffen waren. Das es zu wenige waren sieht man leoder wieder heute.

                sw,
                du solltest für die Blöd Zeitung schreiben oder für die anderen westlichen Medienhuren. Den Dreck wollen wir hier nicht lesen. Und Analitik hat vollkommen recht, ohne die Sowjetunion gäbe es die von ihnen gepriesenen Völker nicht mehr die jetzt wieder Heil Hitler schreien…

              • raw sagt:

                Eine konstruktive, würdige Antwort! 🙂

              • Tja ANALITIK, mein Vater hatte sich als studierter Landwirt & gestandener Gutsinspektor gerade eine Wirtschaft gekauft – als Jüngster wurde er vor 39 eingezogen, 9. Mai 45 bewaffnet aus dem Kurlandkessel gen‘ Sibirien marschiert worden, Nov. 49 in Mecklenburg gelandet, äußerte sich, verständlicher Weise, ein einziges Mal zum Thema: “ Rudolf:‘ Stelle Dir vor: Wir würden heute am Ural stehen!“ Noch Fragen?
                PS.: Mein Vater gab nach einem fast nachtlangem Gespräch mit H. SAKOWSKI die konkrete Vorlage für „Daniel Druskat“! Noch Fragen?

              • Analitik sagt:

                „Interessant ist das sie den Narrativ Stalins übernehmen.“

                Nicht ohne Grund habe ich die Einschätzung eines US-Diplomaten zitiert, der genau in der Zeit der Säuberungen vor Ort war.

                Die Säuberungen hatten verschiedene Gründe, was man auch daran erkennt, dass sie nicht nur das Militär betrafen. Im Prinzip ging es darum, angesichts der äußeren Bedrohung konkurrierende Interessengruppen im Inneren der Sowjetunion zu beseitigen. Die Lektion aus dem Ersten Weltkrieg wurde gelernt.

                „Entweder braucht die Sowjetunion Weizen als Zahlungsmittel, welcher dann aus der Bevölkerung herausgepresst werden muß ODER sie Sowjetunion unternimmt große Anstrengungen die Hungersnot abzumildern.“

                Sie verfallen der entweder-oder-Dichotomie. Versuchen Sie es mit sowohl-als-auch. Die Welt ist nicht schwarz-weiss (entweder-oder).

                „Anfang der 30er Jahre gab noch keinen Rüstungswettlauf.“

                Anfang der 30er peitschte die Sowjetunion die Industrialisierung im Hochtempo voran. Ein neuer großer Krieg war nur eine Frage der Zeit und in Europa war man sich darüber bewusst. Wer hat nochmal gesagt, dass der Friedensvertrag von Versaille kein Kriegsende markiert, sondern nur eine Kriegspause?

                „Ein weiteres beliebtes Narrativ ist es alles auf Hitler zurückzuführen. So auch hier
                blöd allerdings die Dürre / Hungersnot in einigen Sowjetrepubliken fand 1932/33 statt. Wann ist Hitler wann an die Macht gekommen?“

                Hitler hat den Zeitgeist des extremen Nationalismus und Faschismus nicht erfunden. Er wurde vom längst vorhandenen Zeitgeist als passende Führungsfigur an die Spitze gehoben.

                „Ähnlich übrigens die Argumentation warum die Sowjetunion den Deutsch-sowjetischer Nichtangriffspakt 1939 eingegangen ist, (…)“

                Das ist eine ganz tolle eigene Geschichte, dazu wird es irgendwann einen eigenen Artikel geben. Mit dem Kontext, der hier im Westen konsequent totgeschwiegen wird (abgesehen vielleicht von historischen Facharbeiten, die von der Öffentlichkeit nicht wahrgenommen werden).

                „Was halten sie von „Chruschtschows Lügen“ von Grover Furr? habs hier rumliegen, bin aber noch nicht zum lesen gekommen.“

                Habe es nicht gelesen und kann dazu nichts sagen.

              • sw sagt:

                @Peter Pan

                Nur dämlich das die Hungernot u.a. in der Ukraine Anfang der 30er Jahre war und die Westukrainer Hitler erst in den 40er Jahren unterstützen konnten. Nur doof das nicht nur Westukrainer das Opfer waren sondern auch Ostukrainer. Aber diese, auch zeitliche, Widersprüche ist sicherlich leicht erklärbar. Also bitte, Peter Pan, erklär mal.

                Zitat:
                „Den Dreck wollen wir hier nicht lesen. “ Wer ist wir? Oder sprichst du schon für alle Leser bei Analitik?

                „Und Analitik hat vollkommen recht, ohne die Sowjetunion gäbe es die von ihnen gepriesenen Völker nicht mehr die jetzt wieder Heil Hitler schreien“ tatsächlich. Die Sowjetunion hat den absoluten Hauptanteil an der Zerschlagung des 3.Reichs getragen, da gibt keinen Zweifel.

                Allerdings frage ich mich einfach warum so viele Völkerschaften auf dem Boden der Sowjetunion versuchten sich aus diesem Staat herauszulösen. Du, Peter Pan, anscheinend nicht, dir sind die gängigen undifferenzierten eindimensionalen Sichtweisen augenscheinlich „Erklärungen“ genug, Sichtweisen wie – alle Unterstützer des 3.Reich sind samt und sondern Nazis gewesen.

            • Tja (ät) sw, die erste Säuberung der „Bolschewistischen Nomenklatura“ in der Ukraine fand durch die Einsetzung des originären Ukrainer CHRUSTSCHOW statt, dem SINOJEW, KAMENJEW etc. (die Originalnamen spare ich mir)folgten und was die Säuberungen, Hand in Hand mit dem Anfang der 90er verstorbenen KAGANOWITSCH, der späten 30er Jahre betrifft, empfehle ich Ihnen das statistische Standardwerk des Johannes Rogalla von BIEBERSTEIN! Noch Fragen?

        • Tja (ät) sw, galt eigentlich für die freiwillige moslemische SS-Waffendivision HANDSCHAR auch das Gardemaß für die zur Waffen-SS gezogenen Deutschen von 1,70 Meter?

  2. kein Plan sagt:

    @Analitik

    Ich hab den Artikel mit Freude gelesen!
    Möge er all jenen die Augen öffnen denen 70 Jahre strammer Antikommunismus das Hirn verdreht hat.
    Ein Stalinfreund bin ich deshalb bei leibe nicht,das hat aber andere Gründe.

  3. Johanniskraut sagt:

    ++EILMELDUNG++

    ++ Türkischer Einmarsch nach Syrien beschlossen ++

    Die folgenden Informationen sind Exklusiv von Hinter den Kulissen und wurden bisher von keiner anderen Stelle veröffentlicht oder bestätigt.

    Die Türkei und Saudi-Arabien haben laut den Informationen eines unserer zuverlässigen Kontakte einen Militäreinsatz in Syrien bereits beschlossen. Dieser soll noch im Mai begonnen werden. Derzeit zieht die Türkei etwa 20.000 Soldaten an der Grenze zusammen…

    Weiter auf:
    https://www.facebook.com/Hinter.d.Kulissen/posts/1032995273460997:0

  4. kein Plan sagt:

    @Johanniskraut

    Geh mal davon aus das das der Beginn des WK 3 sein kann.
    So blöde kann eigentlich keiner sein oder doch?

  5. Analitik sagt:

    Wegen Abwesenheit werden ab heute Nacht bis zum Wochenende keine Kommentare freigeschaltet. Nur zur Info.

  6. RotterDamm sagt:

    Ja, man sollte die Geschichte sachlich und kühlen Auges betrachten. Wenn’s geht. Meistens wird aber auf emotionaler Ebene „diskutiert“ und jede Seite hat ihre „absoluten “ Argumente. Historiker nicht ausgenommen. Je weiter zurück das Geschehene liegt, je leichter lässt sich jede beliebige These durchsetzen. Das schadet der zukünftigen, weil aktuell noch nicht möglich ist, Aufklärung massiv. Daher von großen Wert ist möglich neutrale, breite und gut fundierte Tatsachenermittlung.
    Hier ein Link zum Artikel, der nur einige von sehr vielen(!) Facetten belechtet:
    http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/59367
    Gruß
    RotterDamm

    • ped43z sagt:

      Danke für den wertvollen Link auf den Artikel.
      Die Fulltext-Artikel sind allerdings nach einer gewissen Zeit bei Foreign-Affairs nicht mehr frei verfügbar.

      Grüße
      ped43z

  7. Thomas Roth sagt:

    Analitik, Guten Tag. Wenn es Ihre Zeit erlaubt …. Ich bitte um Antwort.
    „In den USA sagten sie, dass die Sanktionen die russische Wirtschaft zerreißen würden. Jetzt haben sie mit solchen Behauptungen aufgehört. Die Inflation im Land stabilisierte sich, Reserven wachsen wieder an und der Kapitalabfluss ist stark abgeflaut“, sagte Siluanow. Als ich das las (18.05.16) war ich überrascht. Zum einen davon, dass die Russen das gut finden und zum zweiten, dass es keine respektable Person oder Organisation gibt, die das als versuchten Genozid einstufen. Der schwarze Verbrecher und Friedens-Nobelpreisträger darf ungestraft das russische 143-Mio-Volk ins Elend stürzen. Denn es dürfte unbestritten sein, dass der finanzielle Druck nur über Reserven und Lebensstandart aufgefangen wird. Welche Möglichkeiten gibt es, Ihrer Meinung nach, dagegen wirksamer vorzugehen?
    Punkt zwei: Hier geht meine Frage in Richtung der Nutzung der ehemaligen Sowjetrepubliken als Angriffspunkte. Speziell meine ich das Baltikum, für das man wohl eine Politik gefunden hat, die allerdings dazu führt, dass vom Baltikum nichts anderes übrig bleibt (Schätzungen sprechen von 3-5 Jahren), als das, was es schon vor der UdSSR-Zeit gab. Nette Natur und Gemüsegärten. Entzug aller Möglichkeiten, an RF zu verdienen. Wohin wird das (auch südlicher gemeint) führen? Grüsse ..

    • Analitik sagt:

      „Welche Möglichkeiten gibt es, Ihrer Meinung nach, dagegen wirksamer vorzugehen?“

      1. Man muss den Zombie-Glauben ablegen ( http://analitik.de/2016/05/06/in-der-kuerze-liegt-die-wuerze-2/ ) und anfangen, aktiv zu werden. Schweigen der Bevölkerung wird von der Politik als Billigung interpretiert. Solange wir schweigen, macht die Politik, was sie will. Solange wir Schafe sind, werden wir wie Schafe behandelt – Abführen zur Schlachtbank inklusive.

      2. Man muss nach neuen Lösungen suchen ( http://analitik.de/2015/08/24/entwicklung-weltbevoelkerung-folgen-gesellschaftliche-organisation-20713360/ ). Es reicht nicht zu schimpfen und zu meckern und zu erkennen, dass vieles schief läuft. Wir müssen auch eine positive Alternative finden (präzise: Alternative zum heutigen Kapitalismus). Die Zeit für Veränderungen ist da, wir müssen aktiv suchen. Und seriös. Und ausdauernd. Jahrzehnte harter Arbeit stehen vor uns. Die Politik hat übrigens keine Lösungen parat. Niemand hat eine Lösung, weil wir in eine völlig neue Situation hineinkommen. Je besser wir die Rahmenbedingungen verstehen, desto gezielter können wir nach Lösungen suchen. Und je intensiver wir nach Lösungen suchen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine möglichst gute dabei ist. Wir werden irgendeine Lösung finden, daran besteht kein Zweifel. Aber die Lösung könnte uns über einen blutigen 50-jährigen Weg zum Ziel führen oder über einen unblutigen 30-jährigen. Es liegt an uns.

      „Wohin wird das (auch südlicher gemeint) führen?“

      Das Baltikum (und seine südlichen Pendants) werden wie gehabt Satelliten irgendeiner Macht bleiben. Die Bevölkerung ist so klein, die wirtschaftliche Bedeutung so vernachlässigbar… Das Baltikum kann es sich nicht aussuchen, es fällt automatisch dem stärkeren Nachbar-Imperium zu, weil es wirtschaftlich nur so existieren kann.

      • Heinz Göd sagt:

        @Analitik

        „Wir müssen auch eine positive Alternative finden (präzise: Alternative zum heutigen Kapitalismus). Die Zeit für Veränderungen ist da, wir müssen aktiv suchen.“
        Ja, in der Tat, die Zeit ist überreif.
        Vorschläge für andere Gesellschafts- und Wirtschafts-Systeme sind usammengestellt auf
        http://members.aon.at/goedheinz/GOD_Deutsch/Zusammenarbeit/IQOAsD.html
        Falls da das ‚richtige‘ noch nicht dabei ist, so werden wir halt weitersuchen müssen…

        „Jahrzehnte harter Arbeit stehen vor uns.“
        Ja, ohne Zweifel.
        Leider haben die meisten Menschen derzeit zuviele Alltagssorgen und Stress am Arbeitsplatz,
        und sind daher zu erschöpft, um echte Alternativen zu erfinden oder zu unterstützen.

  8. Tja Werter ANALITIK vs. Kommentatoren, P.d.G. hat in Dresden und mit Sicherheit bis heute F.d.G. vs. BISMARK studiert und vor allem, aus den historisch gesehen durchaus nachvollziehbaren Verkürzungen STALINs gelernt! Noch Fragen?

  9. kein Plan sagt:

    @Thomas Roth

    Dieser Friedensnobelpreisträger beschließt gar nichts,das Kapital alles.
    Im Westen geht es um Profit um nichts anderes.Der Staatsapparat ist nur der verlängerte Arm der Kapitalistenklasse,das Militär logischerweise auch.
    Zur Freude dieser Klasse finanziert die Mehrheit der Bevölkerung ,malochend diese ganze tollwütige Bande.

    Den Kapitaleignern der westlichen Welt ist Not und Elend völlig egal,das der Russen erst recht.
    Es geht um folgendes:

    Die 800 Millionen Einwohner der G7 verbrauchen 40% aller verfügbarer Ressourcen
    Die Chinesen wollen einen höheren Lebensstandart und peilen den Verbrauch von 40% aller Ressourcen an(eher mehr,da 1.3 Millarden)
    Die Inder wollen einen höheren Lebensstandart und peilen den Verbrauch von 40$ aller Ressourcen an

    Die restlichen 3 Millarden sind noch nicht mal erwähnt.
    Es geht einfach um den Fortbestand des Systems der Ausbeutung über Lohnarbeit und Grund und Boden,es geht um die Fortsetzung der Ausbeutung über Besitz.
    Das dieses System immer schlechter funktioniert liegt in der Verwertungslogik selbst.
    Da man dies allerdings nicht wahrhaben will,handelt man nach dem Motto nach mir die Sintflut!
    Krieg ist ein profundes Mittel Profite zu generieren und die Endlösung sollte das nötig sein.

    Spätestens wenn deren Finanzsystem zusammenstürzt und das dauert nicht mehr lange,sollten wir über den Zustand des Diskutierens hinaus sein,denn dann ist Krieg deren einige verbleibende antwort!

    • Thomas Roth sagt:

      „Krieg ist die einzige verbleibende Antwort?“ Wirklich? Stellvertretend als Antwort und Kommentar:

      Anlässlich des Artikels von R.W.Ischtschenko über einen möglichen Krieg (https://cont.ws/post/271748)

      Der Artikel hat in der russischen Blogosphäre einen Sturm von Kommentaren ausgelöst. Inhaltlich geht es dabei mit viel Einsatz um die Frage: Stehen wir vor einem Nuklearkrieg oder nicht? Beispielhaft habe ich den Kommentar eines Blogers ausgewählt, der schon lange durch überlegte Beiträge auffällt und nicht denkt, dass es zu einem Nuklearkrieg kommt.

      Um die Chancen auf einen nuklearen Konflikt zwischen Russland und den USA tatsächlich zu bewerten, muss man nicht die Zahl der Raketen und Antiraketen akribisch zusammenrechnen und die Anflugzeiten und die Effektivität der Raketenabwehr gegenüberstellen. Es ist nicht notwendig, dabei mit spezialisierten militärtechnischen Kategorien zu operieren, weil sie ganz und gar nicht die Wahrscheinlichkeit eines Konfliktes bestimmen.

      Nichts ist mehr Grundlage der richtigen Antwort, als die Analyse der heutigen internationalen Lage.

      Und die beschreibt sich kurz und knapp so: es läuft der Kalte Krieg 2.0. Er läuft auf Hochtouren und noch viel ungenierter, als der erste, in der UdSSR-Zeit.

      Man kann die Panik und das bekloppt begeisterte Wehklagen der pickligen infantilen „Patrioten“ des pubertären Alters verstehen. Bei ihnen gibt es keine Gehirne. Sie sind immer bereit, zu kämpfen. Sie lassen ihren Hormonen freien Lauf.

      Aber es ist schwierig, die Erwachsenen zu verstehen, besonders die Menschen, die Zeugen waren der Ereignisse von fast 30-jähriger Dauer. Aber heute GIBT es in der Welt keine objektive Bedingungen für den Beginn eines groß angelegten Krieges, weil es heute in der Welt keine reale Bedrohung der Existenz einer der Weltmächte GIBT.
      Niemand ist im Begriff, die USA, Europa, China oder Japan anzugreifen. Es gibt nicht nur solche Länder, aber es gibt auch keine solchen Führer, die daran ernsthaft denken, außer den absoluten Außenseitern aus der Zahl der islamistischen oder ultranationalistischen Zellen. Und die sind zwar schon wirklich furchtbar und verbreiten Angst und Schrecken – aber sie haben keinen Zugang zur realen Politik.

      Es gibt eine alte Weißheit, die ist so alt wie die Welt: Der, der erklärt, laut und vor aller Ohren, dass er bereit ist, Sie zu töten, wird das NIEMALS machen. Es wird der machen, der sie niemals bedroht hat. Er wird Ihnen einfach in den Kopf schießen!

      Wie seltsam es auch scheint – aber diese Logik funktioniert auch in der Geopolitik.
      Der Erfolg eines beliebigen Krieges hing zu allen Zeiten von der Überraschung ab! Es ist völlig sinnlos, öffentlich und lange Zeit vorher, die aggressiven Pläne zu erklären und… Nichts zu machen.
      Das ermöglicht dem potentiellen Gegner, sich auf einen möglichen Schlag vorzubereiten und dadurch die Wucht der Antworthandlungen und den garantierten Schaden bei dem Aggressor zu vergrößern.
      Weder Amerika, noch Russland, noch China, noch Europa werden von pickligen Vollidioten geführt. Die pickligen Vollidioten sind die, die denken, dass die Welt von Vollidioten verwaltet wird.
      Deshalb gibt es nirgends in diesen Ländern Irrglauben bezüglich der unvermeidlichen Folgen des Angriffes auf das Land, das nicht nur über modernste Massenvernichtungswaffen verfügt, sondern auch über die modernsten Mitteln ihrer Zustellung.
      Weil ich berücksichtige, dass dieses Material neben den klugen Menschen auch von der unvermeidliche Zahl von Trotteln gelesen wird, erkläre ich noch einmal ganz deutlich:
      Welche Raketen in Russland auch immer gemeint sind, es sind genug da. Und in welchem Zustand sie sich auch befinden, es bleiben genug übrig, damit im Falle eines Antwortschlages auf dieser Erde weder Europa noch Amerika verbleiben und sich damit die Welt nach einem solchen Konflikt irreversibel verändert.
      Aber selbst wenn anstelle des ganzen Amerikas von der Erde nur irgendeine amerikanische Metropole zusammen mit Millionen Einwohnern verschwinden sollte, so sind das SCHON ausreichend Gründe, den Krieg nicht zu beginnen. Man muss die Logik des Westens verstehen. Für sie ist ein Sieg nötig! Aber NICHT für so einen hohen Preis! Wie stark man uns heute im Westen auch hasst, es wird niemand für die Vernichtung des verfluchten Russlands mit dem Preis für London, Paris oder besonders New York oder Washington bezahlen. Das ist ein unmäßiger Preis.

      Und jeder, der anders denkt – ob Laie und absoluter Dilettant oder Fachmann – der irrt.
      Aber es entsteht folgerichtig die Frage, warum setzt sich der Westen mit den Kräften der NATO so frech unweit der russischen Grenzen in Szene? Warum klingt die militaristische Rhetorik lauter und lauter und ertönen immer mehr absurde Anschuldigungen?

      Lassen Sie uns darüber nachdenken.
      Die Unordnung der Sowjetunion ist dem Westen in BILLIONEN Dollar zu Gute gekommen. Preis der unglaublichen Bemühungen war – mit Hilfe unserer eigenen blöden Tölpelei – das die Welt unter die Kontrolle eines Landes – der USA – gekommen ist. Es hat sich der Traum der Idioten erfüllt!
      Und von dem Zeitpunkt an wurde die Situation in Russland, das der natürliche Nachfolger der UdSSR wurde, sehr aufmerksam beobachtet.
      Die Ankunft Putins nach ganz kurzer Zeit hat dem Westen neue Tendenzen aufgezeigt: Russland begann, wieder aufzuleben.
      Der Autor dieser Zeilen ist kein Bewunderer Putins und des russischen feudalen Kapitalismus. Aber dabei muß ich ganz objektiv bleiben und anerkennen, dass Russland von 1996 nicht das Russland von 2013 ist. Wir wurden um ein vielfaches stärker.

      Und obwohl weder Putin, noch seine nächste Umgebung im Begriff sind, die UdSSR – nicht einmal in reduzierter Form – wieder herzustellen, die Tatsache der Erstarkung Russlands kann der Westen nicht verzeihen!
      Und der Westen wird ein Wiederbeleben der UdSSR aus der Asche nicht riskieren!
      Und genau deshalb wurden die Handlungen reaktiviert, die sich erfolgreich in den 70er und 80er Jahren gezeigt haben.

      Es sind buchstäblich dieselben:

      1. Die Unterstützung der Dissidenten in der Opposition;
      2. Die Irreführung der Massenmedien;
      3. Die Wirtschaftsblockade;
      4. Die Verstärkung der NATO.

      Gerade entwickelten sich in so einer Reihenfolge alle letzten Ereignisse.
      Erstens unterstützten sie die „liberale“ Opposition aktiv und haben einen groß angelegten Propagandafeldzug begonnen.
      Und – sie haben sich geirrt! Die arroganten Herren aus den amerikanischen und britischen analytischen Zentren konnten sich so gar nicht vorstellen, dass das Volk in Russland anders ist, dass bei vielen im Verstand und im historischen Gedächtnis erhalten geblieben ist, welche Ereignisse es im ersten Kalten Krieg gab. Sie haben das verlogene und verkäufliche Wesen der liberalen Opposition verstanden, genauso wie den Maßstab der zynischen Lügen des Westens.
      Und als die Herrn das endlich verstanden hatten sind sie zu anderen Handlungen übergegangen: Sie stellten die liberalen Meerkatzen zur Seite und zogen stärkere Überzeugungsmittel aus dem Hut:
      Sie haben zuerst den georgischen und später den ukrainischen Konflikt entzündet.
      Das Ziel der Operation war Russland in einen Krieg hineinzuziehen. Aber NICHT in einen WELTWEITEN! In einen solchen, der der russischen Wirtschaft einen möglichst starken Schaden zufügt. Der Krieg ist außerdem das ideale Mittel, das Land zu zerstören. Wer wenn nicht die USA sollten das genau wissen?

      Das georgische Schwindelgeschäft hat sich nicht gerechnet. Der Idiot Saakaschwili hat sein eigenes Land zerschlagen, hat die Territorien verloren, Georgien ausgeblutet und wurde letztendlich vom Posten geworfen.
      Die Hoffnungen der westlichen Strategen auf die Erneuerung (vor dem Hintergrund des russisch-georgischen Konfliktes) des altertümlichen russisch-tschetschenischen Krieges haben sich im Gegenteil bezüglich Tschetscheniens auch nicht gerechtfertigt. Dafür ist Ramsan im Westen in Ungnade gefallen.

      Man musste ein neues Schwindelgeschäft unter Berücksichtigung der vorigen Fehler erdenken. Und so kam die Ukraine ins Spiel, wo an die Macht, genauso wie auch in Georgien, die marginalsten und kompromittierten Kräfte gebracht wurden – mit nur einem Ziel, den Krieg zu entfachen und Russland zu zerstören.
      Der Plan war besser entwickelt. Russland ist in Zugzwang geraten. Die Krim befand sich urplötzlich in einer Situation, in der man sie ergreifen musste, das hat eine Welle von Wirtschaftssanktionen hervorgerufen, die im Voraus vorbereitet waren, weil man dieses Vorgehen sowohl in Washington wie auch in London erwartete.

      Und gerade eben begann die dritte Phase – das wirtschaftliche Atem abdrücken hat angefangen. Und damit sie maximal wirksam ist – hat man zu ihr noch den humanitären Druck addiert:
      Diese „Doping-Skandale“, „die Korruptionsaufdeckungen“, „die Eurovision“ und ähnliches, dienen nur dem einen Zweck, nämlich öffentliche Proteste in Russland, die gegen die Macht gerichtet sind, aktiver auszulösen.
      Aufrichtig gesagt, wäre der Sieg unseres lustigen Lasarews auf diesem „Wettbewerb“ ein viel beunruhigenderes Symptom, vergleichbar mit der plötzlichen Absage des Westens an die Ukraine, an die Sanktionen und eine plötzlich vorgetäuschte Freundschaftsanfrage. Das alles würde davon zeugen, dass man „dort“ etwas beabsichtigt hat und jetzt die Absichten hinter einem breiten Grinsen aus Leibeskräften verbergen will.
      Aber das ist nicht geschehen, Gott sei Dank. Die Gespanntheit in unseren Beziehungen bleibt erhalten und lässt uns nichts Neues befürchten.

      Diesem Ziel dienen auch die periodischen Erklärungen der NATO-Raufbolde über „die Aggression“ und die „russische Gefahr“. Das verstehen alle.

      Und endlich kommt die vierte Phase – die Unterbringung der Raketenabwehr in Osteuropa und der NATO in den Baltischen Ländern, nachdem sowohl dort, wie auch dort an die Macht genau solche politischen Gauner und Außenseiter, wie in Georgien und in der Ukraine – die Liebhaber des Gebäcks und der Konfitüre in der amerikanischen Verpackung – gebracht wurden, die die eigenen Länder und die eigenen Völker unter die russischen Raketen bringen gegen die Androhungen der Aufdeckung der alten Sünden und die beharrlichen Versprechen, in Miami auf dem eigenen Hof zu verrecken.

      Im Endeffekt haben wir damit den Komplex der Veranstaltungen des Westens zusammen getragen, dessen einziges Ziel der Ruin Russlands ist!
      Es ist nicht der Krieg, wie von der Propaganda überzeugte Menschen denken, sondern es ist das wirtschaftliche Erwürgen!
      Aber es wird dauern, bis sich die Situation bei uns der Situation des Endes der 80er Jahre in der UdSSR nähert.
      Deshalb liegen die schwierigsten Zeiten trotzdem noch vor uns. Alles fängt erst an.
      Aber auf die Kriege, mit denen uns diverse Analytiker und Experten periodisch erschrecken, muss man nicht warten. Sie werden nur dann beginnen, wenn bei der russischen Führung die Nerven durchgehen. Aber das wird sicher nicht geschehen, das hoffen wir wenigstens, und weder auf London noch auf Washington werden JARS fallen, obwohl jemand in diesen Städten es seit langem verdient.

      Der Text wurde von einem Bloger mit dem Namen Jechiedni Douglas geschrieben. Wer mehr über ihn wissen will … https://douglas.cont.ws/