Im Krieg ist alles politisch

Im Krieg ist alles politisch. Auch Sport und Kunst. Was den Sport angeht, wird hier im Blog beispielhaft die groß angelegte Anti-FIFA-Kampagne begleitet, bei der es darum geht, Russland die WM 2018 zu entreißen. Das ist nicht die einzige Front gegen Russland im Sport, aber hier geht es nicht um Vollständigkeit, sondern um Veranschaulichung.

Jetzt haben wir einen anschaulichen Fall aus dem Kunstbereich. Die Ukraine gewinnt den Eurovision Song Contest (ESC). Der Publikumsfavorit aus Russland wurde von der Jury so schlecht bewertet, dass ihm nur Platz drei in der Gesamtwertung blieb.

„Es ist auch ein politischer Sieg“, schreibt SPON gleich im Anreißer. Und später im Text: „Ja, die Entscheidung für Jamala ist eine politische.“ und „Doch in so aufgeheizten Zeiten in Europa kann der ESC unmöglich unpolitisch sein“. Es wird gar nicht verhohlen, dass wir Kunst für politische Zwecke instrumentalisieren.

Schaut man sich die Zuschauerabstimmung an, kann man auf den Gedanken kommen, dass auch beim Publikum politische Hintergedanken mit im Spiel waren: 361 Punkte für Russland, 323 für die Ukraine. Polen mit 222 Punkten auf Platz drei ist bereits abgeschlagen. Haben die Teilnehmer aus Russland und Ukraine alle anderen künstlerisch so überragt? Oder hat auch das Volk mitbekommen, dass es im Krieg ist, und seine Stimme dazu abgegeben?

Wir sind im Krieg. Auch Sie sind im Krieg. Der Krieg ist überall. Niemand wird ihm entkommen.

PS: Dass man im Krieg zwischen US-Hegemonie und Multipolarität die Hauptfront symbolisch zwischen Russland und Ukraine zieht, ist sehr geschickt gemacht vom Westen. Der ESC ist unsere Veranstaltung und wir können mit ihr entsprechend inszenieren, was wir wollen. Auch in Kunst verpackte politische Verblödung.

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Nachtrag, 16.05.2016:

Die Ukraine hat bereits um Geld für die Durchführung des ESC 2017 „gebeten“. In Anführungsstrichen, weil es in Wirklichkeit Erpressung ist, gegen die sich die EU momentan nicht wehren kann. Das Gas für die Ukraine bezahlt die EU inzwischen zu 100%. Den ESC in Kiew wird sie auch bezahlen. Zu Recht natürlich. Die EU hat den Sieg der Ukraine bestellt, sie darf daher die Austragung des nächsten ESC finanzieren.

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5 Kommentare zu “Im Krieg ist alles politisch
  1. alex sagt:

    Geschickt gemacht vom Westen ? Na ja wer sich täglich die Volksverblödungsmedien reinzieht, kennt eben nur die Welt der Volksverblödungsmedien, dazu kommt noch eine Portion Gehirnverkleinerung, das nur noch imstande ist, die lebenswichtigen Vitalitätsfunktionen zu erhalten und nicht mehr richtig unterscheiden können von Recht und Unrecht,schon haben wir die Deppen, die gebraucht werden für Kriege.

  2. kein Plan sagt:

    Hehe,ich schau mir solche Höhepunkte der kapitalistischen Unkultur nicht an,mir steht eher der Sinn nach Konzerten wie in Palmyra.
    Kultur an einem Ort der kurzfristig der Barbarei der westlichen Welt ausgesetzt war.
    Die Obamas,Merkels,Hollandes,Sauds,Erdogans dieser Welt sind die gleichen Leberfresser Kopfabschneider Hurensöhne wie die IS Angehörigen und gehören abgeurteilt und in den Steinbruch.

    Aber natürlich habe ich mir die Bewertungen der einzelnen Darbietungen angeschaut,auf Russian Insider und durchaus bemerkt das die Herzen der Bevölkerung einiger Länder für Russland schlägt und die Kriegstreiber zwang ganz offen zu manipulieren.
    Verloren haben die o.g Leberfresser,Menschenhasser und deren Lügenmedien.
    Für uns alle ein guter Tag!
    Eine Tragödie für die Lügenmedien die deren Absturz in die Bedeutungslosigkeit noch beschleunigen wird.

    Danke analitik

  3. kein Plan sagt:

    Hier mal die >Bewertungen:
    I’m now just quoting some hints of the differences in judgement of the public (left) and of the juries (riht):
    Russia’s points from:
    Armenia p: 12 j:2
    Austria: p: 5 j: 0
    Belgium: p: 6 j: 0
    Czech R.: p: 10 j:0
    Estonia: p:12 j:0
    Macedonia: p 8 j:0
    Finnland: p 8 j: 0
    Georgia: p: 8 j:0
    Germany: p:12 j:0
    Hungary: p: 12 j: 0
    Ireland: p: 8 j:0
    Israel: p: 10 j:0
    Italy p:8 j: 0
    Poland: p:8 j:0
    Serbia: p: 12 j: 1
    Slowenia: p:10 j: 0
    Ukraine: p: 12 j:0
    UK: p 7 j:0

    Von der Ukrainischen Bevölkerung bekam Russland 12 Stimmen LOL

  4. Hans aus Olb sagt:

    Ob das wirklich so geschickt war, ist noch nicht sicher…

    Bei der Pfingstwanderung war der ESC kurz Thema. „Ukraine hat gewonnen… war aber *Mache*…“ sagte einer lapidar mit einem Grinsen.
    Selbst dem politisch sehr wenig Interessiertem fällt bei solchen Gelegenheiten auf, dass solches Spektakel für politische Zwecke benutzt wird und Kunst bzw. Kultur nachrangig ist.

    Im Prinzip manifestiert sich auch in solchen Veranstaltungen, das wir uns von wirklich demokratischen Prozessen immer weiter entfernen, wie Politik sich vom *Volkswillen* entfernt.

    Es ist an sich nur eine (weitere) Offenbarung, wie *verlaust* unser politisches System mittlerweile ist. Schön, dass man das so plakativ darstellt, damit auch der Letzte das begreift, so ist meine Meinung.