Bayer-Übernahme von Monsanto

Bayer will Monsanto für 66 Milliarden Dollar schlucken. Derzeit werden die Kartellbehörden geschmiert beackert, bis Ende 2017 will Bayer grünes Licht haben.

Dieser Deal kann sich als schwere Bestrafung von Deutschland entpuppen. Denn in den USA wurde Glyphosat, Monsantos Aushängeschild, als krebserregend eingestuft und ein Gericht befasst sich außerdem mit der Manipulation von wissenschaftlichen Untersuchungen. Ein Beamter der US-Umweltschutzbehörde hat seriöse Studien, die sich mit Glyphosat befassen, „gekillt“ und sich in Mails und Telefonaten mit Monsanto damit gebrüstet, dass er dafür eine Medaille verdient habe.

Dass das Zeug von Monsanto gefährlich ist und dass Monsanto alle bekannten dreckigen Tricks benutzt, um das zu verschleiern, ist keine Überraschung. Im oben verlinkten Bericht von Bloomberg kann man sich einen ersten Eindruck von der Palette der Manipulationen machen, hier kann man sich richtig in den Fall und in offizielle Gerichtsdokumente reinwühlen, wenn man mehr will. Wichtig ist, dass das jetzt vor Gericht aufgedeckt wird und damit öffentlich wird. Das hat eine andere Qualität, als wenn Whistleblower oder investigative Journalisten davon berichten. Die beliebte Verschwörungstheoretiker-Keule wirkt nicht gegen ein US-Gericht.

Die US-Behörden haben also Monsanto beschützt, damit es sein Gift in der Welt ungestört verteilen durfte. Aber jetzt lassen die USA die Entblößung von Monsanto zu. Das Gericht bekam den Fall übrigens im Oktober 2016, also kurz vor Trumps Wahlsieg. Und seit 2017 setzt die Wirkung des Gerichtsverfahrens ein und die Presse berichtet unschöne Sachen über Monsanto.

Jemand hat Monsantos Niedergang beschlossen. Monsanto hat davon früh gewusst. Irgendwer hat beschlossen, Monsanto teuer an die Deutschen zu verkaufen. In der heutigen moralisch flexiblen westlichen Gesellschaft sagt man „clever“ dazu. Noch mal mächtig am Todgeweihten verdienen und Bayer einen riesigen, faulen Konzern ans Bein binden. An solchen cleveren Späßen kann der übernehmende Konzern auch verrecken. Insbesondere, wenn die US-Politik das so will. In diesem Fall wird noch dezent abgewartet bis zum Abschluss der Übernahme und dann wird die Scheiße erst richtig aufgekocht, vor Gericht und medial. Vielleicht wird auch nur gedroht mit dem Aufkochen der Scheiße, um Deutschland zu Zugeständnissen zu zwingen. Trump kann das gebrauchen. Deutschland und die USA sind im Wirtschaftskrieg, falls es jemand vergessen haben sollte.

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