Rochade in der SPD

Gabriel hat überraschend auf die Kanzlerkandidatur verzichtet. Er übernimmt das Außenministerium von Steinmeier und Schulz wird Kanzlerkandidat.

Die mutigen Gedankenspiele von vor einem Monat bekommen einen Strich durch die Rechnung. Und Norbert Häring ist mit seiner Prognose bezüglich Schulz‘ Rolle im Wahlkampf wieder voll im Rennen. (Hier geht es direkt zum vollen Artikel von Häring.)

Zumindest über Steinmeier gibt es keine offenen Fragen. Er hat gegen Russland gehetzt und auch gegen Trump. Auch in seiner Abschiedsrede hat er noch mal gegen Trump nachgetreten. Die Flucht in das sichere „höchste“ Amt der Bundesrepublik macht es möglicht. Für die Real(außen)politik der niedrigen Ämter ist Steinmeier nicht mehr zu gebrauchen. Während sich Russland und USA einander annähern, sollte man keinen Außenminister haben, der schon beiden ins Wohnzimmer gedüngt hat.

Gabriel sagt in seiner Antrittsrede ein paar interessante Dinge:

Ich habe mich in den Wochen nach der Wahl Donald Trumps gefragt, was hätte die Welt wohl über Deutschland und Europa gesagt, wenn wir dieses Freihandelsabkommen mit Kanada nicht geschafft hätten. Und wie unglaubwürdig wären heute unsere Rufe nach einem Stopp des Protektionismus.

CETA als Werkzeug, um die EU gegen die USA positionieren zu können? Schaut her, wir wollen, aber ihr (USA) wollt nicht! Was für ein Theater. Aber genau solche großen Steine des Anstoßes braucht es, um die größte denkbare Kehrtwende der EU-Politik zu begründen. Die USA werden zu Protektionisten und die EU lechzt nach Freihandelsabkommen, die ihr von den USA verwehrt werden. China, Russland, Neue Seidenstraßen – wir kommen!

Ich glaube, wir sind gerade Zeitzeugen einer Neuvermessung der Welt.

Das nur so nebenbei. Vielleicht gibt es immer noch Menschen, die das nicht glauben wollen. Inzwischen schreiben es aber nicht nur die Think-Tank Strategen, sondern posaunt es auch die Politik laut in die Welt hinaus. Die Zombies werden langsam auch darüber in Kenntnis gesetzt, dass die Weltordnung sich gerade verändert.

Die Grundpfeiler deutscher Außenpolitik jedenfalls sind heute wichtiger denn je: Europa, – und so schwer es manchem fallen mag- Transatlantische Partnerschaft, Multilateralismus.

So schwer es manchem fallen mag? In Bezug auf die transatlantische Orientierung Europas? Wem und seit wann fällt das schwer in Deutschland? Welche Elitenkreise meint Gabriel damit? Er sagt es nicht, aber diese Kreise existieren.

Außenpolitik ist heute internationale Politik im Horizont einer gerechteren und stabileren Globalisierung, die weniger Verlierer und mehr Gewinner braucht. Nur wenn wir nachhaltig globale Gerechtigkeit stärken werden wir auch mehr Sicherheit bekommen.

Gabriel sagt damit, dass wir sehr für die multipolare Weltordnung sind.

Dafür haben wir etwas anzubieten: Europa. Auch wenn es heute selbst in schwierigem Zustand ist, bleibt Europa das größte Zivilisationsprojekt des 20. Jahrhunderts.

Das war ungeschickt… Wir sind längst im 21. Jahrhundert, aber Gabriel hat beim Preisen Europas den Rückblick auf das vergangene Jahrhundert im Angebot.

In diesem Jahr geht es in Europa ums Ganze.

Jupp.

Und auch die enge transatlantische Partnerschaft ist Leitlinie deutscher Außenpolitik. Und was immer aus den USA für Töne zu uns herüber schallen: Für uns muss es eine Orientierung bleiben!

(….)Aber wir werden auch selbstbewusst die Räume nutzen müssen, die möglicherweise durch eine Abkehr der Vereinigten Staaten von der internationalen Kooperation und im internationalen Handel neu entstehen. Die Partnerschaft mit China auf eine neue und faire Grundlage zu stellen, den Asean-Staaten nach der Kündigung des Handelsabkommens TPP Europa und Deutschland als Alternative anzubieten und auch die deutsch-indischen Regierungskonsultationen und das G 20 Treffen zu nutzen, um unser Land und auch Europa als weiterhin faire aber auch als selbstbewusste Partner anzubieten. Das öffnet uns solche Räume, die wir entschlossen und entschieden betreten und nutzen sollten.

Der hervorgehobene Abschnitt hat es stark in sich und spricht für sich, mit jedem Satz, jedem Teilsatz und jedem Wort. China, Asien, wir kooommen!

Gibt es irgendwo im Internet die volle Antrittsrede von Schulz zu lesen?

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64 Kommentare zu “Rochade in der SPD
  1. email sagt:

    https://www.spd.de/fileadmin/Dokumente/Reden/20170129_Rede_Schulz.pdf

    Rede von Martin Schulz
    bei der
    Vorst
    ellung des SPD

    Kanzlerkanddiaten
    am 29.
    Januar
    2017

  2. Marco Schulz sagt:

    Ich kanns gar nicht glauben, dass sie auf einmal „fair“ mit China handeln wollen. Ist das jetzt eine freudsche Fehleistung über ihre politischen Ziele von gestern?

    Sie waren ja so geil aufs TTIP, trotz heftiger eigener Bedenken. Vielleicht auch weil es als Waffe taugen sollte gegen chinesischen und russischem Außenhandel.

    (Ich habe da eine Grafik im Hinterkopf, die ich leider grad nicht wiederfinde, wo da ein paar Zahlen standen welche vermuteten Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum verschiedener Staaten dargestellt wurden. Und ups na sowas der Vorteil der einen ist der Nachteil der anderen.)

    Mein erster Gedanke war, dass dieses Gerede über die Annäherung an den Feind eine bloße Drohung sein könnte? Aber es wird keiner im Ernst annehmen, dass sich die Politik der USA in annehmbarer Zeit ändert. Und die Symbolfiguren der gestrigen deutschen Politik werden bereits ausgetauscht, wie es immer der Fall ist, wenn man sich neu orientiert.

  3. leo sagt:

    „…Außenpolitik ist heute internationale Politik im Horizont einer gerechteren und stabileren Globalisierung, die weniger Verlierer und mehr Gewinner braucht. Nur wenn wir nachhaltig globale Gerechtigkeit stärken werden wir auch mehr Sicherheit bekommen.

    Gabriel sagt damit, dass wir sehr für die multipolare Weltordnung sind…“

    Ich möchte Ihnen so gerne glauben, aber, so wie ich das verstehe, sagt Gabriel damit erstmal nur, dass ER für eine multipolare Weltordnung ist. Die Zuversicht, dass der von Ihnen angedachte Kurswechsel der deutschen Politik auch tatsächlich eintreten würde, wäre größer, wenn Gabriel der deutsche Politiker wäre, der den Kurs der deutschen Politik bestimmt oder entscheidend mitbestimmt. Das konnte ich bisher so nicht erkennen. Oder schätze ich den Einfluss Gabriels auf die deutsche Politik da falsch ein, und wenn ja, womit begründen Sie das?

    • Analitik sagt:

      „(…) wenn Gabriel der deutsche Politiker wäre, der den Kurs der deutschen Politik bestimmt oder entscheidend mitbestimmt.“

      Für Ihren Glauben sollte das keinen Unterschied machen. Wenn Gabriel nicht selbst bestimmen kann, dann sagt er auch nichts selbstbestimmtes, sondern das, was von oben verordnet wurde.

  4. Ein Sheeple sagt:

    Ich hatte ehrlicherweise erwartet das sie mehr für Schulz werben. Nicht das Gabriel so hinterrücks abserviert würde.

    Und leider meint er bei den „Gewinnern“ nur andere Eliten nicht einfache Menschen.

    • Analitik sagt:

      Ich wollte Schulz‘ Rede lesen und schauen, was er für Signale sendet, habe aber mit Google die Rede nicht gefunden. Also konnte ich zu Schulz nichts schreiben. Inzwischen haben mir Leser den Link zur Rede gereicht. Wenn es da etwas interessantes gibt, schreibe ich vielleicht etwas dazu. Ob es zu Werbug reicht…? 🙂

      • Ein Sheeple sagt:

        Nein Analytik, sie haben mich falsch verstanden. ^^
        Mit „sie“ meinte ich die SPD, nicht sie als Einzelperson.
        Ich glaube mir sicher zu sein das keiner von uns beiden hier einen Transatlantiker als BK haben will.

  5. Marcus Müller sagt:

    Danke, wie immer exzellent analysiert! Ich weiß, Sie sind ein strenger Moderator, seien Sie ein bisschen nachsichtig mit mir. Mich beschäftigen einige Fragen, die ich hier gerne in den Ring werfen würde.

    Schulz: Klar, Steinmeier ist durch seine Äußerungen über Putin und Trump untragbar, aber warum Schulz, der die Menschen gegen die EU aufgebracht hat und von dem man den Eindruck hat, er verlässt das sinkende Schiff, um hier noch ein mächtiges Pöstchen als Vizekanzler zu ergattern? Trotz aller Propaganda in den Medien ist dies doch kein Hoffnungsträger. Die SPD wird noch höher verlieren.

    AfD: Ich denke immer wieder an die Bilder des ENF-Treffens in Koblenz. Alle nationalistischen Kräfte vereint, habe ich so von anderen Parteien europaweit noch nicht gesehen. Mir drängt sich der Gedanke auf, dass hier ein Netz über Europa geworfen wird, um eben eine neue „Europaordnung“ zu installieren. Wer finanziert diese Parteien? Wer sind die Gründungsmitglieder? Wie kam es zu dieser raschen Übereinstimmung? Was sind die Hintergründe des Treffens? Gerät Europa durch dieses neue Netz vom Regen in die Traufe?

    • Analitik sagt:

      Schulz ist für mich eine Unbekannte, ich kann zu ihm noch nichts sagen. Wenn Sie Ihre Behauptungen über Schulz irgendwie untermauern können, dann her damit.

      Zur AFD habe ich bereits geschrieben, dass das ein CDU-Projekt ist, ein Eisbrecher. Gegründet von CDU-Leuten. Steht offen in der Wikipedia.

      • ms. elly sagt:

        Schulz ist für viele „eine Unbekannte“ – hat er doch bisher nichts geleistet! Sein Aufstieg in der EU hat er lediglich seinen Berlusconi-Bashing zu verdanken! Vorher kannte ihn Niemand. In der EU wurde so ziemlich alles entsorgt, was man in D nicht haben wollte oder einige haben sich einen tollen Job – viel Geld durch wenig Arbeit – ausgesucht.
        Aus meiner Sicht ist Schulz weder besser noch beliebter als Gabriel, bei den Wählern könnte ich mir schon vorstellen, dass die SPD damit in Richtung 5 % -Hürde geht. Zumal Schulz als EU-Hardliner bekannt ist, der gerne gegen das Volk regiert!

        Was die AFD und deren „Kollegen“ in Europa angeht:
        * @Marcus Müller, ich würde davon ausgehen, dass die genau so finanziert werden wie das bei den Altparteien auch ist, falls da jemand Infos hat?
        Und offensichtlich sind die ja nicht so neu, man nimmt sie nun mehr wahr. Dass die sich treffen, finde ich jetzt nicht unbedingt befremdlich denn ihre Positionen sind doch offensichtlich übereinstimmend – gerade auch nach dem Wahlsieg von Trump ist zu sehen, dass es wohl weltweit auch andere Wahrnehmungen von „Liberal“ gibt, oder?
        Dass die eine andere EU wollen ist auch nicht neu – starke Nationalstaaten in dem Verbund EU. Ich kann daran nichts schlechtes finden – Voraussetzung ist dann aber, dass die EU ein tatsächliches Partner-Projekt der Gleichberechtigung der jeweiligen Nationen wird. Aus meiner Sicht wäre das auch für die EU wesentlich besser und erfolgreicher.
        @Analtik
        War es nicht schon immer so, dass Leute Parteien den Rücken gekehrt haben – ob aus persönlicher Enttäuschung oder weil sie sich selber anders entwickelt haben? Daraus zu machen, dass die AFD ein CDU-Projekt ist – hm…würde ich nicht so unterschreiben wollen, kann sein, muss aber nicht. Dass die deshalb in der Politik nicht „das Fahrrad neu erfinden“ wollen, ist auch klar. Auch die sind deutsch konditioniert und sozialisiert.
        Für mich ist nur Fakt, dass die SPD mit Schulz keine Wahl gewinnen wird – egal was getürkte Umfragen zeigen – und egal was er „für Reden“ hält, de glaubt doch niemand mehr. Man bräuchte doch nur seine bisherigen „Taten“ mit dieser Rede abzugleichen……

      • Na‘ ANALITIK, habe gerade bei Wikilügia festgestellt, das Douglas REEDs Hauptwerk „Der Streit um Zion“ im Prinzip rausgeflogen ist, als ein ‚Wolfgang Arnold‘ auf Krisenfrei die Muselmanischen Invasoren begrüßte! Noch Fragen?
        RRD
        PS.: Mit dem Rauswurf des mir persönlich bekannten B. LUCKE, kommen nun im Tausch atomwaffenfähiger Großboote Myriaden von Mini-U-Booten ins Land! Noch Fragen?
        RRD

  6. kein Plan sagt:

    Dazu passt auch das die Hofschranzen zum ersten mal Poroschenko des Bruchs der Minsker Abkommen beschuldigten.
    Eine Annäherung an den Eurasischen Wirtschaftsraum wird es nötig machen sich von den Nazihorden in der Ukraine zu trennen,China und Russland werden das sicher als eine Bedingung stellen.
    Beiden Ländern sind Millarden an Investitionen abhanden gekommen die man zurück fordern wird.
    Eine große Gruppe Hofschranzen wurden hierbei verbrannt und werden wohl auf Kosten des Steuerzahlenden Teils der Bevölkerung eingemottet werden müssen.
    Vielleicht wird der Donbass sich bald friedlich entwickeln können,das zumindest wäre ein Erfolg.

    Im Großen und ganzen geht es um ökonomische Notwendigkeiten und den Drang der Kapitalistenklasse nach neuen Absatzmärkten(Wegfall von TTIPI,Importzölle durch die USA usw.),da haben die Hofschranzen den Geldsäcken Anternativen anzubieten und zu reagieren.
    Bei alle dem sollte eines trotzdem klar sein,Egal ob forcierte Kriegstreiberei oder Handelskrieg,beides wird auf Kosten der Lohnarbeiter,der Bevölkerung geführt.
    Es giebt keinen Gleichberechtigten,fairen Handel zwischen kapitalistischen Staaten,es giebt nur Konkurenz um Märkte,Rohstoffe, und Profite.Konkurenz die auf den Knochen der produktiv tätigen Teile der Bevölkerung ausgefochten werden.

    Ich Prognostiziere weiterhin fallendes Lohniveau und eine Zunahme der Verarmung breiter Teile der Bevölkerung.
    Ich sehe in dem allen keinerlei Emanzipatorischen Effekt für die Bevölkerung.Die einzigen die von alledem profitieren werden sind Konzerne,Banken und deren Eigetümer.
    Nur diese Gruppe,die Besitzer und deren Hofschranzen haben sich Quasi Emanzipiert indem sie den Status Quo der USA gezwungenermaßen über Bord werfen mussten.

  7. Andre Herrmann sagt:

    Ich denke die Rochade ist logisch und nachvollziehbar.

    Die spd kann 2017 nichts gewinnen in der BT Wahl und Gabriel wäre verbrannt.

    Insofern hat man Schulz genommen und dieser wird alles bedienen was definitiv nicht zum Wahlsieg hilft, d.h. er wird eine anti Russland Politik und anti usa Politik vertreten.

    Gabriel kann die Monate und vielleicht darüber hinaus noch nutzen als Außenminister um sein Image aufzubessern, denn Außenminister in Deutschland haben den Vorteil schon immer gehabt.

    2017 ist für die spd abgehakt, es geht um 2021 und da will Gabriel antreten.

    • Analitik sagt:

      „Insofern hat man Schulz genommen und dieser wird alles bedienen was definitiv nicht zum Wahlsieg hilft, d.h. er wird eine anti Russland Politik und anti usa Politik vertreten.“

      Meine Güte, Sie haben Phantasien…

      Begründen Sie, warum Schulz das machen wird. Begründen Sie gut, denn sonst stufe ich Ihre Behauptungen als Verblödungsversuch ein und behandle Ihre Kommentare in Zukunft entsprechend.

      • Tja ANALITIK, das muß ich meinem Magdeburger Bekannten/Kontrahenten (aus der BT-Wahlkampfzeit 2013 für die AfD )’Politicus‘ lassen, welcher auf Sieg für M. SCHULZ setzt, da seine Bundi-Erfahrung ihn lehrt. „Wenn der Wind sich dreht, müssen die Roten ran“! Noch Fragen
        RRD

  8. Sägemehl sagt:

    Einmal mehr bietet sich der Begriff der „Herausforderungen“ an. Die dazu da sind, zumindest was Deutschland betrifft, dass wir sie „meistern“. Mit w i r sind „unsere Menschen“ gemeint bzw „unsere Menschen da draußen“.

    Die Herausforderung besteht darin, dass wir nun nicht mehr nur Rußland isolieren, sondern zunehmend auch die „Populisten“ in den USA. Um der Klarheit willen: Gemeint sind natürlich die „Rechtspopulisten“. (Wer ist das, der gemeine und speziell der spezielle Rechtspopulist?)

    Im übrigen, Rußland gilt es weiter, mit „Sanktionen“ die Zähne zu zeigen. Das sind wir allein schon den unzähligen Flüchtlingen nach der Krimannexion schuldig, die seitdem herüber zu „unseren Werten“ strömen.

    Und allen um uns herum sei gesagt: Wir haben noch mehr Zähne in der Hand.

  9. Hausfrau sagt:

    Gibt es irgendwo im Internet die volle Antrittsrede von Schulz zu lesen?
    Ja, bei der SPD:
    https://www.spd.de/fileadmin/Dokumente/Reden/20170129_Rede_Schulz.pdf

  10. Garfried sagt:

    Die Rede von Martin Schulz, wir warten gespannt auf ihre Analyse
    https://www.spd.de/fileadmin/Dokumente/Reden/20170129_Rede_Schulz.pdf

  11. Heinz Göd sagt:

    „China, Asien, wir kooommen!“
    Ja – leider dank unserer …..?….. Politiker mit Lybien und der Ukraine an den Füßen, somit nur hinkend.
    und mit einer Jugend-Arbeitslosigkeit von etwa 50% in der Süd-€U, somit mit lahmen Händen – und auch noch geschichtlich durch die Kolonialzeit belastet, z.B.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Kanonenbootpolitik
    Asien braucht die €U derzeit noch als Absatz-Markt, aber für Verhandlungen auf Augenhöhe hat sich die €U bereits selbst geschwächt.
    Politiker mit Format sehe ich auch weit und breit in der €U keinen einzigen.
    Wenn die €U-Politiker so weitermachen, dann wird die €U in einer asiatischen Union genau die Stellung einnehmen, die sie geographisch hat: ein unbedeutender Randzipfel.
    Deutschland bräuchte einen Politiker vom Format eines Bismarck, ist da einer zu sehen?

    • Tja (ät) Heinz Göd und so haben die Angelsachsen (sind ja eigentlich auch Deutsche) lt. Lügenpedia bzgl. ‚Kanonenbootpolitik‘ Deutschland doch glatt 18:16 geschlagen, mußte wohl mal wieder sein! Noch Fragen?

  12. Tja ANALITZIK, persönlich hätte ich gar nichts dagegen, wenn in der BRiD vs. EU nicht die Bolschewiken am Ruder wären, denn ob die TRUMP Auslassung vs. das Alternativangebot T4 im BT am 27.01.2017 was bringt, bezweifle ich akt. noch stark! Noch Fragen?
    MfG
    RRD

  13. C.J. sagt:

    Die Rede von Martin Schulz zur Nominierung des SPD-Kanzlerkandidaten zur Bundestagswahl 2017 am 29.01.2017 gibt es auf der Seite der SPD unter folgendem Link
    https://www.spd.de/aktuelles/detail/news/es-geht-ein-ruck-durch-das-ganze-land/29/01/2017/

  14. seppel sagt:

    Die Kandidaten-Rede von Schulz ist auf dem YouTube-Kanal der SPD abrufbar:

    https://www.youtube.com/watch?v=cpedtR6wAdA

    Eine schriftliche Version, die man nach entsprechenden Floskeln und Buzzwords durchsuchen kann, gibt es auf der Webseite der SPD:

    Rede von Martin Schulz zur Nominierung des SPD-Kanzlerkandidaten zur Bundestagswahl 2017 (PDF)

    https://www.spd.de/fileadmin/Dokumente/Reden/20170129_Rede_Schulz.pdf

    Die Rede von Gabriel liegt ebenfalls dort als Datei bereit:

    Rede des SPD-Parteivorsitzenden Sigmar Gabriel zur Nominierung des SPD-Kanzlerkandidaten zur Bundestagswahl 2017 (PDF)

    https://www.spd.de/fileadmin/Dokumente/Reden/20170129_Rede_Gabriel.pdf

    Vorwärts bzw. vorwaerts.de, dass Zentralorgan und Parteizeitung der SPD, verkündet direkt steile Zahlen:

    „200 Neueintritte währen der einstündigen Rede“

    http://www.vorwaerts.de/artikel/kandidaten-rede-diese-themen-setzt-martin-schulz-wahlkampf

    Dort sonst nur Auszüge und Zitate aus der Rede. Die Artikel unter der Tag-/Schlagwortsuche „Martin Schulz“ bieten ebenfalls diverse SPD-Einsichten:

    http://www.vorwaerts.de/schlagwort/martin-schulz

    Aber na gut, was will man von der eigenen Mitgliederzeitung auch anderes erwarten? Das ist natürlich viel heiße Luft und Eigenwerbung für den Wahlkampf.

    Ich bin gespannt, was der Schulz noch so alles raus haut, wenn er von seiner Atlantik-Brücke aus auf „das Pack“ © hinab schaut.

  15. Kaspar sagt:

    Hallo Analitik,
    geben Sie mal Strafzölle + China in die Suchmaschine ein. Man kann über Trump Vieles sagen aber mit Sicherheit nicht das er von Wirtschaft keine Ahnung hat. Beim Gabriell bin ich ir da nicht sicher.

  16. Hausfrau sagt:

    Hm… Steinmeier ging nicht mehr, so wie der herumgeholzt hat, das war allen klar. Ich schätze auch, das Gabriel nicht damit rechnet, gegen Merkel gewinnen zu können, und auf der anderen Seite ähnlich amorph ist wie Merkel. Sein „Pack!“ wird ihm weithin übelgenommen, insofern war er als Kandidat nicht so geeignet. Dem Internet entnehme ich hauptsächlich Häme über Schulz, mündlich habe ich aber von manchen auch schon gehört, daß sie ihn für einen Kandidaten mit Statur halten, anders als Gabriel.
    Soweit die Stimmung am Boden, die ich so mitbekomme.

  17. email sagt:

    Ich habe mir die Rede von Schulz durchgelesen. Etwas interessantes in Bezug auf die Außenpolitik konnte ich darin nicht finden.
    Wenn ich die SPD nicht kennen würde und naiv wäre, würde ich nach dieser Rede allerdings sofort die SPD wählen..hahaha.
    Interessanter fand ich die heutige Illner Sendung mit Altmeyer Trittin und anderen. Dort wurde genau der Schwenk nach China besprochen. Ich habe allerdings nicht alles komplett gesehen, sahs noch am PC und werde mir die Sendung nochmal online ansehen.

  18. Fischer Valentin sagt:

    Deutschland nimmt eine ähnliche Entwicklung wie Österreich, im Grunde will niemand Kanzler werden; „alea iacta est“ in der politischen Entwicklung, weder Seehofer noch Gabriel wollen es ausbaden, Schulz lässt sich drauf ein, ich wünsche ihm viel Glück!

    Horst Seehofer wäre ein Spitzenkandidat als Bundspräsident sofern er dieses Amt anstrebt, auch ihm kann man nur Erfolg wünschen, sehr sympathisch der Mann. Sein Zitat wird in die Politikgeschichte eingehen wenn er sagt: „Diejenigen, die entscheiden, sind nicht gewählt und diejenigen, die gewählt werden, haben nichts zu entscheiden.“ Gefällt mir.

  19. Gunvald Larsson sagt:

    Meine Anmerkung passt eigentlich auch wieder unter „Gleichgeschaltete Medien“, denn seitdem Martin Schulz zum Kanzlerkandidaten der SPD gekürt worden ist, muss ich mir tagtäglich während des Frühstücks im Radio (ÖRR) anhören, wie toll er ist, wie sehr er der SPD hilft, die seitdem Masseneintritte zu verbuchen hat, dass er u.a. auch „volkstümlich“ sei (nicht etwa populistisch) und vieles andere mehr.

    Da stellt sich mir doch die Frage danach, inwieweit diese Medienkampagne nicht bereits vorbereitet war und just in dem Moment, da Schulz nominiert worden ist, nur aktiviert werden brauchte. Das würde bedeuten, dass diejenigen, die Schulz als Kanzlerkandidaten wollten, auch die Hoheit über die Medien besitzen. Die großen Medienkonzerne sind nach meinem Wissen in der Hand der Transatlantiker, der ÖRR damit anscheinend auch.

    So wie es sich mir momentan darstellt, soll „der Bürger draußen im Lande“ auf einen Wechsel an der Regierungsspitze vorbereitet werden, indem ihm von nun an tagtäglich eingehämmert werden soll, wie toll doch Schulz sei und der neue Bundeskanzler nur Martin Schulz heißen könne (und dann selbstverständlich alles besser werde), damit das Wahlergebnis dann auch geglaubt werde. Ähnlich verfuhren die Medien während des Brexitwahlkampfs und während des US-Präsidentenwahlkampfs (Brexit ganz sicher nicht und Clinton ganz sicher US-Präsidentin). Sollte trotz aller medialer Vorbereitung Schulz keine Mehrheit erlangen, haben halt die Russen manipuliert.

    Oder ist alles ganz anders und Merkel zieht im Geheimen die Fäden, um die SPD engültig zu ruinieren?

  20. email sagt:

    Ich habe mir die Illner Sendung aufgenommen und jetzt noch einmal angesehen. Alles was Analitik herausgearbeitet hat kann man in dieser Sendung sehen. Man sieht den Stand der Überlegungen im Kanzleramt. Ich empfehle jeden der hier mit diskutiert sich die Sendung anzusehen. Wiederholung heute um 16:30 auf Phönix.
    Es ist fazinierend zu sehen wie an der Propaganda der letzten Wochen vordergründig festgehalten wird und doch ein vorsichtiges Umdenken festgestellt werden kann.

  21. Fischer Valentin sagt:

    Ja, es ist tatsächlich so wie in den beiden Beiträgen oberhalb beschrieben.

    Aus den Gesichtern der Kandidaten und Journalisten ist das Schauspiel abzulesen, einfach den Ton beim zweiten Mal zugucken abschalten https://www.zdf.de/politik/maybrit-illner/Schulz-SPD-Kanzlerkandidat-Linke-Mehrheit-gegen-Merkel-maybrit-illner-vom-26-Januar-2017-100.html und man sieht, niemand am Rednertisch spricht aus sich heraus, alles wurde vorgegeben. Professioneller Journalistentalk mit Politikern ist in westlich- demokratischen Ländern fast gleich.

    Aus meiner sehr bescheidenen „politischen Zeit“ und internen kennenlernen Abgeordneter sowie Landesmediengrößen, deren Intendanten weiß ich, dass von vornherein entscheidendes abgemacht wird, genauso Beschimpfungen, Scheinwidersprüche politischer Parteien, deren Spitzenkandidaten im Wahlkampf als „lebendige Demokratie …“.

    Bereits lange vor dem Regierungsantritt, also jetzt in der „heißen Phase“ werden, dem oder den Kandidaten für die Wahl geheime Schriftstücke mit Maßnahmen unterbreitet, wie Steuererhöhungen, soziale Einschränkungen, Sicherheits- Polizeigesetze, Zuwanderungsquoten oder Lohnkürzungen u.v.a. die so oder so garantiert auf die Wähler anschließend zukommen, egal wer Kanzler wird (Kennedy hielt sich als Präsident nicht ans abgemachte Protokoll vor seiner Wahl, endete tödlich für ihn).

    Die Frage lautet also „Wollen Sie?“ (Schauspielen) der einzige der bislang „Ja“ sagte war Martin Schulz, er muss es dann ausbaden, ändern kann er nichts. Im Umkehrschluss bedeutet das, wenn Persönlichkeiten wie Sigmar Gabriel oder Horst Seehofer im Grunde ablehnen >es nicht tragen wollen< was kommt auf Europa zu? – denn Deutschland ist schließlich die Nummer 1 in der EU. „Deutschland soll führen“, meint der scheidende US-Präsident Obama http://lostineu.eu/wie-deutschland-fuehrt/ – und wenn Martin Schulz sich das antut kann man ihn nur unterstützen. Einen Schwenk zur SPD finde ich von der Basis her gut.

  22. Rose sagt:

    Guten Tag
    Zum Thema hab ich bei den Nachdenkseiten den folgenden Link gefunden:https://www.baks.bund.de/de/newsletter/archive/view/956
    Für mich ein Zeichen,dass sich in den Machtstrukturen ein Umdenken breitmacht.Die Wirtschaft hat das meiner Einschätzung nach schon länger im Focus.Zumindest lassen das vertrauliche Informationen aus diesen Kreisen vermuten…
    Zum EU-Gipfel in Malta muss nicht mehr viel gesagt werden.Eine „EU der zwei Geschwindigkeiten“ ist so gut wie sicher.Das heisst, eine Kern-EU(De,Fr,Benelux),die in wesentlichen Bereichen enger zusammen arbeitet und eine Rest EU,die nur am „Binnenmarkt“interessiert ist…

  23. Strukturdenker sagt:

    Zu Schulz:

    Seit Kanzlerkandidatur fast täglich ein – postiver – Artikel zu Schulz in dem Atlantiker-Medien. Über Merkel Berichte zum Tagesgeschäft neutral oder eher sogar kritisch. Mir scheint, die transatlantischen Interessenträger bauen hier einen neuen Statthalter auf. Sogar auf den Titelseiten des BR ist seit Tagen die – SPD – vertreten (http://www.br.de/index.html) – und das neutral (!) berichtet.

    Zu Trump:

    Nachdem man Donald zwei Wochen sich austoben ließ, scheint die politische Klasse der USA ernst zu machen und den Präsidenten unter Kontrolle zu bringen. Es scheint auch, daß die konkurrierenden Eliten auf einen Kompromiß zusteuern nach dem Motto: Trump-Eliten Innen- und Wirtschaftsbereich, Atlantiker Außen-/Internationale Politik.

    Das mein momentaner Eindruck zum aktuellen Geschehen. Auf jeden Fall höchst spannend, da JETZT die Weichen für die nächsten Jahre gestellt werden.

    • Analitik sagt:

      „Nachdem man Donald zwei Wochen sich austoben ließ, scheint die politische Klasse der USA ernst zu machen und den Präsidenten unter Kontrolle zu bringen.“

      Was war das Austoben und woran erkennt man, dass Trump jetzt unter Kontrolle ist?

      „Es scheint auch, daß die konkurrierenden Eliten auf einen Kompromiß zusteuern nach dem Motto: Trump-Eliten Innen- und Wirtschaftsbereich, Atlantiker Außen-/Internationale Politik.“

      Woran erkennen Sie das?

      • Strukturdenker sagt:

        Wie gesagt, nur ein Eindruck.

        Bspw. leise Kritik am Siedlungsbau in Israel, relativ deutliche Worte in der UN gegenüber Russland bzgl. Krim, keine starken Deeskalationssignale nach Rußland (bspw. Truppenabzug oder zumindest Ankündigung dessen in Polen), Festhalten an NATO. Also, WENN hier eine Kursänderung gefahren wird, dann sehr sachte und im Hintergrund. Dafür wurde aber das von Trump vorgeschlagene Personal durchgewunken und die Hardcore-Transatlantiker aus dem Aussenministerium entfernt. Mit dem mir zur Verfügung stehenden Informationsmaterial läßt sich ein schneller aussenpolitischer Kurswechsel (noch) nicht erkennen, deswegen vermute ich einen politischen Kuhhandel.

        Austoben war, daß Donald seine dringensten Wahlversprechen (Mauer, Einreisestop, Ölpipelines, TPP, Gesundheitssystem) zumindest ansatzweise per Dekret einlösen durfte.

        Für Quellen/Argumentationen, die dies bestätigen oder einen anderen Sachverhalt nahelegen, wäre ich dankbar.

        • Analitik sagt:

          Damit haben Sie mich nicht überzeugt von Ihrem Eindruck.

          Was haben Trump oder sein innerer Zirkel wörtlich zur NATO gesagt?

    • Tja (ät) Strukturdenker, selbst bei mir ist Denken ein sich eher selten einstellender Zustand, doch mit dem unabweisbaren Vorteil es anhand veritabler Strukturen auf Kommando hin zu starten! Wo sind bei Ihnen Struktur vs. Funktion jenseits intellektueller Spielerein verifiziert?
      RRD

  24. ped43z sagt:

    Laut gedacht, also nur Denkanstöße:

    1. TTIP wurde vor allem von Vertretern der großen europäischen Konzerne voran getrieben. Das Feindbild böse USA wurde nur aufgebaut, um die Europäer als Opfer da stehen zu lassen. Aber so wie in Nordamerika gibt es auch in Europa Eliten, zum großen Teil sind sie auch mit ersteren vernetzt. Wie sonst kann Bayer den Versuch wagen, solch einen Riesen wie Monsanto zu schlucken? Der Widerstand gegen TTIP in Europa hat den Protektionisten in den USA in die Karten gespielt. Protektionisten sind sie nämlich alle, die in den USA wie die in Europa. Die Lobpreisung freier Märkte soll nämlich immer nur in eine Richtung gehen. CETA ist somit ideal für die USA und sagen wir mal suboptimal für Europa, vorne weg Deutschland.

    2. Die EU geht nicht erst seit Trumps Aufwartung Jahr für Jahr selbstbewusster vor. Freihandelsverträge mit fast einem Dutzend afrikanischen Staaten sind deutlicher Beleg und zeigen auch klar die Konkurrenz zur US-Wirtschaft, die sich in der Politik widerspiegelt. Ich glaube, dass unterschätzt auch Norbert Häring ein wenig in seinen hochkarätigen Beiträgen.

    3. Die militärischen Aktivitäten Deutschlands sind auf Ebene der EU längst größer als auf Ebene der NATO – und zwar vor allem dort wo es um handfeste Interessen geht und nicht nur um symbolische atlantische Treuebekundungen. Ich bin mir sicher, dass man dafür die USA nicht um Erlaubnis gebeten hat. Die Amerikaner versuchen die Europäer noch immer über ihre überbordenden transatlantischen Netzwerke zu kontrollieren, aber die Machtverhältnisse in Mittel- und Westeuropa verschieben sich bereits seit geraumer Zeit in Richtung EU.

    4. Es ist auch für mich die große Frage, inwieweit uns ein Kasperletheater für den nächsten Bundestagswahlkampf angeboten wird. Mit der Figur Schulz sehe ich das Bauernopfer für eine Koalition der alten CDU mit der neuen CDU. Geradezu aufreizend ist das Gebaren der Medien, die ihn als neuen Zukunftsträger preisen. In seiner Rede hat er übrigens auch gleich mal auf Urban eingedroschen, wo doch durchaus bekannt ist, wer primär die vielen Flüchtlinge zu verantworten hat. Zu offensichtlich wird das Thema AfD in den Medien breit getreten. Damit schnupft man unheimlich viele Protestwähler auf und kann die AfD „in Verantwortung nehmen“.

    5. Die SPD macht das, was sie schon vor 100 Jahren tat, sich opportunistisch an die Mächtigen schmiegen, um sich in ihrem Glanz ein wenig mit zu sonnen. Es könnte im Herbst auch ein Abgesang werden.

    Beste Grüße an alle, ped43z

    • ped43z sagt:

      Kleiner Nachtrag:

      Der Aufbau einer EU-Armee ist schon mehr als ein Jahrzehnt in Planung und wurde im Jahre 2009 im Vertrag von Lissabon festgeschrieben. Das bereits seit 1993 bestehende Eurokorps stimmt sich zwar auch mit der NATO ab, ist aber nichtdesto trotz von ihr völlig unabhängig.
      Die euphemistisch genannten Ausbildungs- und Trainingsprojekte in der zentralafrikanischen Republik und in Mali sind reine EU-Projekte und sichern „unseren“ freien Handel.

      Hier bin ich wieder an einem Punkt angelangt, an dem ich feststellen muss, dass diese Kriegseinsätze, denn nichts anderes sind sie, von der Bevölkerung widerstandslos hingenommen werden. Inzwischen träumt man schon von einem „Engagement“ in Libyen.
      Dazu gibt es schon FRONTEX, quasi die Grenztruppen der EU. Der Vergleich mit den DDR-Grenztruppen bietet sich an, denn damals wie heute werden verstärkt Grenzsicherungsmaßnahmen durchgeführt. Also Zäune werden hochgezogen, aber die Mauer zu Mexiko ist gaaaanz schlimm.
      Und dann gibt es noch Bestrebungen für eine EU-Polizei. Also die ordnungspolitischen Maßnahmen, sprich die Militarisierung der EU wird zielstrebig voran getrieben.
      Es kommt auf die Menschen an, ob die maßlosen Träume von einem EU-Superstaat Wirklichkeit werden.

      Beste Grüße, ped43

    • ped43z sagt:

      Wer sagt es denn; hier ein Nachtrag zu 4.:

      Der AfD-Bundesvorstand hat nun ein Parteiausschlussverfahren gegen Björn Höcke beschlossen.

      Die intern nie in Frage gestellte Einbettung der AfD in die bestehenden Machtverhältnisse wird nun auch öffentlich voran getrieben. All das ist zeitlich gut orchestriert, so dass das CDU-Derivat rechtzeitig Bundestags-wahlfähig ist. Damit kann die Agenda der vergangenen zwei Jahrzehnte nahtlos weiter geführt werden und ein Großteil der Protestwähler wird erfolgreich „heim ins Reich“ geholt. Und das war – aus meiner Sicht – von Anfang an das strategische Konzept für diese „Protest“-Partei; Unzufriedene einsammeln und wieder geordnet der Alternativlosigkeit zuführen.

      Beste Grüße, ped43z

  25. Frank23 sagt:

    Meine Theorie zu Bayer:
    Deutsche Konzerne wurde bislang immer von Seiten der USA zur Ader gelassen. Entweder schiebt ein Aaron Sommer mal eben 35 Mrd USD für ein Startup wie Voicestream (2 Mio Kunden, bei 270 Mio EW) über die Theke. Oder man lässt Mercedes-Benz mit einem abgehalterten US-Konzern fusionieren, wo man nach Abtrennung noch die US-Pensionslasten am Hals hat, oder man treibt mit VW diesen direkt in die Melkmaschine. (BMW ist noch offen, BASF auch).
    Bayer wird erstmal benutzt, wobei man derzeit noch nicht abschätzen kann wozu. Monsanto ist Imagemäßig am Ende, damit auch GVO. Man braucht ein neues Vehikel: die Care Company. Und auch muss das Böse (GVO) wieder ein deutsches Gesicht bekommen. Des weiteren weiß man noch gar nicht, wie es mit Glyphosat und deren Rückständen in Lebensmitteln weitergeht. Sollte ein Verbot kommen sind 90% der GVO Pflanzpatente von Monsanto praktisch wertlos, weil alle auf der Glyphosatanwendung beruhen. Somit hätte man sich eine Schrottfirma, mit Schrottimage gut bezahlen lassen
    – so oder so, für Bayer wird es nicht gut ausgehen.

    • Analitik sagt:

      Diese Übernahme von Bayer ist mir auch ein Rätsel. Vielleicht ist das der Preis, den Deutschland für etwas bezahlen muss, was öffentlich nicht ausgesprochen werden darf. So etwas ist gang und gäbe.

      • Garfried sagt:

        „So was ist gang und gäbe“
        Könnten sie das mit einem oder zwei konkreten Beispielen präzisieren, Analitik?

    • ped43z sagt:

      @Frank23

      Mitglieder des Bayer-Vorstandes kaufen jedenfalls seit Frühjahr 2016 Aktienpakete des eigenen Unternehmens in Millionenhöhe. Da fällt mir vor allem das Ehepaar(?) Baumann auf.
      Die letzten Aktienverkäufe aus Vorstandskreisen der Bayer AG liegen fast vier Jahre zurück und bei solchen Sachen handelt es sich – für mich – immer um legalisierte Insider-Geschäfte.
      https://www.bayer.de/de/meldepflichtige-wertpapiergeschaefte.aspx

      Daher glaube ich eher, dass man über die Fusion den Monsanto-Geschäften endgültig den Durchbruch in Europa zu verschaffen hofft. In der Ukraine hat Monsanto in den vergangenen Jahren massenhaft Land gekauft und damit sozusagen für Bayer vorgearbeitet.
      Wenn die Assoziierungsabkommen (wirtschaftlicher Bereich) der EU mit der Ukraine endgültig durch sind, brechen damit so ziemlich alle Dämme aus der Richtung.

      Schaut man sich die Anteilseigner von Bayer an, sieht man ja auch, dass gerade mal ein Fünftel aller Anteile in Deutschland gehalten werden, dagegen knapp 28 Prozent in den USA und Kanada und 19 Prozent in GB und Irland.
      http://www.investor.bayer.de/aktie/aktionaersstruktur/uebersicht/

      Wie in allen großen deutschen Konzernen sind Blackrock und Vanguard bei Bayer Mitbesitzer (über ihre Fonds die allerdings u.a. auch von deutschen Privatanlegern gefüttert werden).
      https://peds-ansichten.de/?s=Investmentfonds ;

      Die Aktienkäufe aus dem Bayer-Vorstand sind außerdem nicht nur Spekulation auf Gewinn sondern dienen auch der Erhaltung von Machtstrukturen.

      Beste Grüße, ped43

      • ped43z sagt:

        Nachtrag:

        Die Aktienkäufe aus dem Bayer-Vorstand sind außerdem nicht nur Spekulation auf Gewinn sondern dienen auch der Erhaltung von Machtstrukturen.

        Da im Hintergrund die riesigen Investmentfonds agieren, sind die Mehrheitsverhältnisse nie klar. Aber über verdeckte Aktienkäufe wäre auch durchaus der andere Weg möglich: Die Übernahme von Bayer durch Monsanto.
        Ob das eine oder das andere als sogenannte feindliche Übernahme zu bewerten ist, mag jeder selbst heraus finden.
        Auf jeden Fall halte ich das Zitierte auch unter diesem Aspekt für bemerkenswert. Zumal es ja Signalwirkung hat und so politisch die elf Prozent privater Anteilseigner von Bayer beeinflusst. Da findet auf jeden Fall ein komplexer Machtkampf statt und das erklärt vielleicht auch, das ständige Hochtreiben der Monsanto-Aktie.

        Beste Grüße, ped43z

      • Analitik sagt:

        Das ist eine interessante Erklärung.

        Was ist, wenn die Assoziations-Verträge mit der Ukraine nicht in trockene Tücher gebracht werden? Das ukrainische Oligarchat ist nicht blind, es sieht sehr genau, dass es von den USA und von der EU fallen gelassen wird. Die härtesten Faschisten in der Ukraine besinnen sich plötzlich öffentlich ihres russischen Herzens. Eine Flucht in Putins Arme (der bewiesen hat, dass er Deals mit Oligarchen einhält) wird zweifellos große Deals beinhalten, zu denen auch gehören kann, dass die ukrainische Schwarzerde nicht an Monsanto oder sonstwen verschenkt wird.

        • ped43z sagt:

          Natürlich bin ich jetzt auf einer bestimmten Spur und filtere die Informationen entsprechend.
          Also, die Niederländer haben sich in einem Referendum gegen das EU-Assoz.abk. mit der Ukraine ausgesprochen. Was mich fasziniert, sind die schwammigen Aussagen der Politiker und Medien zu diesem Referendum:

          „Das Assoziierungsabkommen selbst birgt für die Niederländer eigentlich keine Gefahr. Potenzial für den Export bietet allenfalls die ukrainische Landwirtschaft, aber genau in diesem Sektor hat die EU – trotz Freihandelsabkommens – strenge Quoten eingebaut“, so das Blatt.

          Das ist ein wichtiger Wirtschaftszweig der Niederländer. Und vielleicht geht es denen ja gar nicht um die Quoten. Dürfen sie den Garantien des transatlantisch verseuchten EU-Ratspräsidenten trauen? Blöd sind die nicht und sagen werden sie auch nicht alles.

          EU-Ratspräsident Donald Tusk habe seinerseits bereits versichert, dass die EU alles tun werde, um eine juristische Lösung zu finden, die es Rutte erlaube, den Vertrag zu ratifizieren, berichtet der Standard.

          Quelle: https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2016/07/01/niederlande-fordert-aenderungen-an-ukraine-abkommen-der-eu/
          Denkanstöße meinerseits, und auch nicht gründlich genug recherchiert. Aber hier gibt es doch noch genug kompetente Foristen, die sicher unterstützen können. 😉

          Herzliche Grüße an alle, ped43z

        • ped43z sagt:

          Einen hab ich noch – und ich zitiere mal Werner Rügemer:

          Gegenwärtig organisieren BlackRock & Co. die Übernahme des US-Agrarchemiekonzerns Monsanto durch den Chemiekonzern Bayer. Das ist deshalb besonders einfach, weil BlackRock und State Street und Sun Life [Vermögensverwalter bzw. Investmentfonds] Hauptaktionäre nicht nur bei Bayer sind, sondern gleichzeitig auch bei Monsanto. Abbau von Arbeitsplätzen, Auslagerung und Verkauf von Unternehmensteilen gehören zum Handwerkszeug. BlackRock, State Street und Sun Life wollen dabei nicht etwa die schädlichen Praktiken dieser beiden Agrar- und Giftkonzerne einschränken, sondern die damit verbundenen Gewinne weiter steigern.
          Zum Gewinn trägt auch bei, dass die Aktienpakete dieser Investoren über zwei Dutzend Finanzoasen verteilt sind. BlackRock selbst hat seinen operativen Hauptsitz in New York, seinen rechtlichen Sitz aber in der größten Unternehmens-Finanzoase der Welt, im US-Bundesstaat Delaware. BlackRock & Co. organisieren auch neue schwarze Löcher des internationalen Finanzsystems: In dark pools wird ein wachsender Teil der außerbörslichen Aktiengeschäfte und die gegenseitige Kreditvergabe von Unternehmen und Banken abgewickelt.

          aus: http://www.free21.org/die-neuen-maechtigen/
          Für mich bedeutet es, dass Rendite auf jeden Fall erwartet wird; unabhängig davon, ob der Coup von Monsanto gelingt. Dabei haben die in der Ukraine schon vor dem Maidan Fuß gefasst:
          https://netzfrauen.org/2013/12/12/agrar-monopoly-ukraine-monsanto-und-co-realisieren-grossprojekte/
          Die Leute sind so unglaublich ahnungslos; dabei kann jeder, der es möchte, an diese Informationen gelangen.
          Das Thema ist schon fast wieder einen Artikel wert …

          Beste Grüße, ped43z

          • Salander sagt:

            B. und M. gehören im Endeffekt einer Familie. So what… und der „Holländer“ hat deswegen das Schiff vorzeitig verlassen (müssen).

  26. Ein Sheeple sagt:

    Ein kleiner Nachtrag dazu:
    https://i.reddituploads.com/f0aab8047df74475b3662b53bb9ecb4c?fit=max&h=1536&w=1536&s=030365778828c65ded861ce2c336ae9c

    Im Januar sah das noch so aus:
    https://i0.wp.com/www.wahlumfrage.de/wp-content/uploads/2017/01/170103_INSA-Wahlumfrage-Bundestagswahl-2017.png

    *seufz* Davon ab das die Zahlen sooderso sehr fragwürdig sind, hyped es gerade die, die in der MSM Filterblase stecken.

    Da will sich wohl wer ein neues Mäntelchen umhängen.

    Schon bezeichnend: in Bananenrepubliken fälschen sie die Wahlen…in „westlichen Demokratien“ pumpen sie die Wähler solange mit Mist zu bis das Ergebnis stimmt…

    [Futurama]
    I don’t want to live on this Planet anymore.
    [/Futurama]

    • Analitik sagt:

      Naja, mit den Meinungsumfragen können Sie hier niemanden mehr erschrecken nach den heroischen Fehlleistungen der letzten Jahre. Bestelltes Zombiefutter, das sich nicht mal bestätigt.

  27. Salander sagt:

    http://cicero.de/berliner-republik/leitbild-der-friedrichebertstiftung-der-umbau-von-deutschland#comments-add

    So sieht die Zukunft mit dem Umfragekönig aus. Die Kommentare zu diesem futuristischen, linken Pamphlet a la Schorsch sprechen Bände…