In der Kürze liegt die Würze (17) – Russlands Exporte

Im Jahr 2016 hat Russland Waffen im Wert von 15,3 Milliarden Dollar exportiert. Und im gleichen Zeitraum Nahrungsmittel und Landwirtschaftserzeugnisse im Wert von 17,1 Milliarden Dollar.

Quelle.

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Der richtige Begriff…

Im letzten Beitrag hat dieser Ausschnitt für Diskussionsfreude gesorgt:

Dazu möchte ich lediglich anmerken, dass, wenn hier im Blog von „Globalisten“ die Rede ist, genau diese Art von Eliten gemeint sind, die Globalisierung als Westernisierung verstanden haben. Und Westernesierung bedeutet hierbei nicht bloß die Verbreitung von Hollywood-Gülle bis in die letzte Ecke des Globus, sondern eine Kolonisierung der Welt durch den Westen. Davon abzugrenzen ist die Globalisierung als Prozess der fortschreitenden Verzahnung von einzelnen Kulturen und Wirtschaftsräumen. „Globalisten“ ist kein besonder guter Begriff, um die Elitengruppe zu bezeichnen, die ich damit meine. Ich suche noch nach einem besseren, präziseren Begriff.

Also los, entfachen wir einen Gehirnsturm. Manche Leser haben ihre Kommentare bereits unter diesem Beitrag untergebracht (irgendwo ganz unten). Ich greife die Vorschläge hier auf und wir können die Diskussion hier weiterführen.

Gesucht ist also ein besserer Begriff als „Globalisten“.

Einer der Vorschläge war „Imperialisten“. Das mag dem westlichen Bürger passend erscheinen, denn der westliche Bürger orientiert sich am westlichen Imperialismus. Imperialismus kennt aber verschiedene Gesichter. Beim westlichen Raubtier-Imperialismus werden Kolonien des Imperiums brutal ausgebeutet. Großbritanien tat es unverhohlen. Die USA verhüllen die gnadenlose Ausbeutung in kunstvolle PR und da heißt die Ausbeutung „Verbreitung von Freiheit, Demokratie und Menschenrechten“. Kennzeichnend ist aber in beiden Fällen der angelsächsische Rassismus, der Völker in Klassen einteilt und es gutheißt, „niedere“ Völker auszubeuten, da diese nicht aus vollwertigen Menschen bestehen. Dieser Rassismus ist noch heute tief verankert im Westen und drückt sich im Alltag unmissverständlich aus, gern mit Ironie maskiert. Unterstützend ist die westliche Kultur von Individualismus geprägt – wer erfolgreich ist, ist es natürlich nur wegen seines Könnens und Willens und wer in Armut und Elend leben muss, ist ausschließlich selber schuld daran. Auf dieser geistigen Haltung aufbauend lässt sich ruhigen Gewissens andere Völker ausbeuten. Wir exportieren unseren Giftmüll nach Afrika, fischen fremde Gewässer leer und entziehen der dort lebenden Bevölkerung sprichtwörtlich die Nahrungsgrundlage, wir lassen überall auf der Welt Menschen (auch Kinder) unter unwürdigen Arbeitsbedingungen für einen unverschämten Hungerlohn arbeiten, damit wir uns den maßlosen Konsum leisten können, den wir uns im Westen leisten können. Das ist westlicher Raubtier-Imperialismus. Sehr viele leiden, damit es sich einige wenige besonders gut gehen lassen können.

Imperialismus geht aber auch anders. George Friedman als Russlands Feind (und damit des Wohlwollens unverdächtig) hat über den russischen Imperialismus geschrieben, dass er gescheitert ist, weil die Zentralgewalt mehr Geld in den Aufbau ihrer Peripherie gesteckt hat, als sie dort rausgeholt hat. Es ist tatsächlich so, dass das imperiale Moskau in allen angeschlossenen Gebieten Infrastruktur, Schulen, Krankenhäuser, Universitäten, Industrie, Kultureinrichtungen und alles andere aufgebaut hat, was vielerorts vorher nicht da war. Russischer Imperialismus atmet einen ganz anderen Geist als der westliche Imperialismus. Und so haben schon immer die Völker und Staaten an Russlands Peripherie (und auch darüber hinaus) eigeninitiativ bei Moskau Schutz gesucht. Das ist lukrativ, weil russischer Imperialismus nicht ausbeutet, die angeschlossenen Gebiete in Selbstverwaltung belässt und lediglich die Außenpolitik dem Zentrum unterstellt wird. Zu Russland laufen die Vasallen selbst hin, wenn Russland stark ist (was dieser Jahre live beobachtet werden kann). Russland als Herr ist viel angenehmer als ein westlicher Herr. Der Westen muss sich seine Kolonien mit Gewalt nehmen, denn was der Westen für seine Kolonien im Angebot hat, würden die freiwillig nicht auf sich nehmen.

Jetzt ist ein halber Vortrag über Imperien draus geworden… und wir sind noch gar nicht darauf eingegangen, dass Imperien auch verbinden und welche positiven Effekte daraus resultieren. Kurzum, Imperium als Begriff und Konzept ist nicht so eindeutig negativ, wie die Haltung und das Vorgehen der „Globalisten“. Wir brauchen einen Begriff, der die moralischen Eigenheiten und die Ziele der bezeichneten Elitengruppe transportiert, aber dabei nicht auf andere Konzepte und Begriffe abfärbt. Wir dürfen weder Imperialismus noch Globalismus negativ belegen, denn beide Konzepte bergen viel Positives in sich, das wir uns emotional nicht verbauen dürfen.

Ein weiterer Vorschlag war Weltoligarchie. Weltoligarchie, Globaloligarchie, Weltoligarchen. Darüber lohnt sich nachzudenken.

Globalfaschisten, ein weiterer Vorschlag, ist auch gar nicht schlecht, aber emotional sehr aufgeladen. Auch über diesen Vorschlag lohnt sich nachzudenken.

Und zum Abschluss ein Zitat aus dem Kommentar von Zeloten:

Über einen Namen habe wir auch oft nachgedacht. Und fast scheint es dass irgendwo da draussen in/aus der Kunst eine passende Bezeichnung herumschwirrt.

So wie wir es sehen.
Sie schleichen sich immer von hinten an.
Sie manipulieren mit den Ziel der Unterwerfung.
Sie nutzen dabei ALLE sich bietenden Möglichkeiten.
Sie agieren eiskalt, lieben es zu opfern, generieren daraus Lust.
Ihre Ontologie kennt keine Sünden aber zwanghaft radikale Möglichkeiten.
Sie werden und können nicht geliebt werden.

Eine treffende Beschreibung der Elitengruppe, von der die Rede ist. Das gilt es in einem Wort auszudrücken.

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Botschaften vom Valdai-Forum

Einige Botschaften von der langen und sehr sehens-/lesenswerten Valdai-Sitzung mit Putins Beteiligung (russisch, englisch). Alle Übersetzungen von mir.

Putin in seiner Rede:

Ein offnes Gespräch ist längst überfällig, ein Gespräch mit Beteiligung nicht nur einer Gruppe von Auserwählten, angeblich der würdigsten und fortschrittlichsten, sondern mit Beteiligung der gesamten Weltgemeinschaft. Mit Vertretern verschiedener Kontinente, kultur-historischer Traditionen, wirtschafts-politischer Systeme. In einer sich ändernden Welt müssen wir flexibel und offen sein, fähig zu einer schnellen und präzisen Reaktion. Verantwortung vor der Zukunft ist das, was uns vereinen sollte, insbesondere in Zeiten wie jetzt, wo sich wirklich alles und gleichzeitig verändert.

Die Menschheit war noch nie so mächtig wie jetzt, hatte noch nie so viel Einfluss auf die Natur, den Raum, die Kommunikationen und das eigene Sein. Aber diese Macht ist breit gestreut und findet sich bei Staaten, Konzernen, öffentlichen und religiösen Gemeinschaften und sogar bei einzelnen Personen. Es ist klar, dass sehr viel schwere, kleinschrittige Arbeit nötig sein wird, um all diese Elemente in eine einzige, effektive, steuerbare Architektur zu überführen. Ich möchte betonen: Russland ist bereit, sich an dieser Arbeit zu beteiligen, mit allen interessierten Partnern.

In unseren Augen muss die UNO mit ihrer universellen Legitimität weiter das Zentrum des internationalen Systems bleiben, und unser aller Aufgabe besteht darin, ihre Autorität und Effektivität zu erhöhen. Die UNO hat heute keine Alternative. (….)

Reformen sind nötig, die Vervollkommnung des Systems UNO ist nötig, aber die Reformen können nur schrittweise ablaufen, evolutionär, und natürlich müssen sie unterstützt werden von einer breiten Mehrheit der Mitglieder innerhalb der Organisation selbst.

Meine Anmerkungen dazu:

  • Amüsant ist der besondere Gruß an Rothschild („Macht der Menschheit liegt teilweise bei einzelnen Personen“).
  • Während sich viele politisch interessierte Menschen auf Details in der Ukraine oder sonstwo fokussieren, blickt Putin weit in die Zukunft und beschäftigt sich mit der Frage der Weltregierung („verteilte Macht in eine, effektive und steuerbare Einheit überführen“). Aus systemischer Sicht ist eine Weltregierung unvermeidlich. Schön zu sehen, dass clintonoide New-World-Order-Architekten nicht die einzigen sind, die sich damit beschäftigen. Wer sich dem Thema nicht widmet, verspielt seine Chance zur Mitwirkung.
  • Zur Basis der Weltregierung erklärt Putin die UNO. Er fordert Reformen der UNO, aber „evolutionär“ (so wie er Russland aus der Versenkung geholt hat, ganz ohne Revolutionen) und im Sinne der Mehrheit. Zum Verständnis, das ist das Gegenteil von den NWO-Plänen, deren Vertreter in den letzten Jahren und Jahrzehnten sehr aktiv an der UNO gerüttelt haben.

Afghanistans Ex-Präsident Karzai in seiner Rede:

Heute bin ich einer der größten Kritiker der US-Politik in Afghanistan. Nicht, weil ich ein Kritiker des Westens bin, in Wirklichkeit bin ich ein überzeugter Demokrat, habe eine westliche Bildung und mag die westliche Kultur. Aber ich bin gegen ihre Politik, weil sie nicht erfolgreich ist und weil sie zu einer Masse von Problemen und zu zunehmendem Extremismus, Radikalismus und Terrorismus führt.

Ich bin gegen die US-Politik, weil unter ihrer Beobachtung und unter ihrer vollen Kontrolle unseres Luftraumes, unserer Soldaten durch diese Supermacht, der IS in Afghanistan aufgetaucht ist. Wie konnte dieses Auftauchen möglich sein, 14-15 Jahre nachdem die USA hier waren, mit all ihren Ressourcen und ihrem Geld? Warum gibt es heute keine internationale Kooperation mit den USA in Afghanistan, so wie früher? (….)

Zweifellos erleben wir heute ein Spiel des Extremismus, deshalb stellen sich viele in Afghanistan und in anderen Ländern die Frage: Extremismus und Terrorismus – sind sie ein Werkzeug und ein Vorwand, wie der geschätzte Präsident bereits sagte, oder kämpfen wir wirklich gegen Extremismus? Oder tun wir nur so, als ob wir mit Extremismus kämpfen? Oder verteidigen wir unsere Interessen um jeden Preis?

Ich bin dieser Frage im Laufe vieler Jahre oft begegnet, bei Diskussionen mit Kollegen. Heute will ich folgendes sagen.

Herr Präsident! Meine Damen und Herren! In Afghanistan herrscht großes Leid, gerade heute sind fast 50 unserer Soldaten gefallen, gestern waren es 70, in den letzten zwei Tagen verloren wir etwa 300 Menschen, die sehr jung waren und Familien hatten. Der einzige Weg nach vorn ist dieser – die USA müssen beginnen, in Afghanistan neue Bedingungen der Zusammenarbeit mit unserem Volk zu akzeptieren.

Zweitens. Die USA müssen in Afghanistan beginnen, erneut mit unseren Nachbarn und mit den Supermächten zusammen zu arbeiten – das sind in erster Linie China, Russland, Indien – mit Hilfe von zentralen, verständlichen, transparenten Zielen. Dies berücksichtigend, muss die Weltgemeinschaft den afghanischen Mechanismus zur Lösung der bestehenden Probleme unterstützen. (….)

Ich hoffe, da hier der Präsident Russlands anwesend ist, und wir erwarten viel von unserem Freund, historischen Verbündeten und Nachbarn, dass Russland aktiver mit den USA und dem Westen in der afghanischen Frage zusammenarbeiten wird, und uns die helfende Hand reicht, damit wir unsere eigenen Mechanismen zur Lösung der bestehenden Probleme aufbauen können.

Bitte, schickt eure Unternehmen und Investoren nach Afghanistan, wir sind nah bei euch, deshalb brauchen wir eure Unternehmen sehr.

Anmerkungen dazu:

  • Karzai gibt ein Beispiel dafür, wie politische Marionetten das Lager wechseln, wenn der alte Herr abstürzt und neue Herren auftauchen. So ist das Spiel der Macht.
  • Karzai beschuldigt die USA der Verbreitung des IS, des Terrorismus und des Extremismus in Afghanistan. Ich weiss nicht, wie sehr die Leser dieses Blogs aus anderen Quellen mitbekommen, wie offen und massiv Russland inzwischen die USA des Einsatzes von Terroristen beschuldigt und das mit Belegen untermauert. Jetzt schließen sich bereits Russlands Vasallen-Bewerber an. Die Wahrheit ist noch viel härter – und wir haben gute Chancen, bald noch mehr davon zu hören.
  • Karzai stellt den USA Forderungen, sagt, was die USA tun müssen. Gut, er ist nicht mehr Präsident, kann jetzt theoretisch quatschen, was er will. Er ist aber auch kein dahergelaufener „Experte“, seine Kontakte zu afghanischen Eliten sind noch sehr frisch und sein Wort keinesfalls bedeutungslos.

Asle Toje, als Vertreter des Westens in der Runde, sagte unter anderem:

Im Westen waren viele der Ansicht, dass die Globalisierung eine Westernisierung ist, und sie waren unangenehm überrascht, dass andere Faktoren Elemente der westlichen Globalisierung genommen haben, diese genutzt und für sich adaptiert haben und das auch noch sehr erfolgreich gemacht haben.

Dazu möchte ich lediglich anmerken, dass, wenn hier im Blog von „Globalisten“ die Rede ist, genau diese Art von Eliten gemeint sind, die Globalisierung als Westernisierung verstanden haben. Und Westernesierung bedeutet hierbei nicht bloß die Verbreitung von Hollywood-Gülle bis in die letzte Ecke des Globus, sondern eine Kolonisierung der Welt durch den Westen. Davon abzugrenzen ist die Globalisierung als Prozess der fortschreitenden Verzahnung von einzelnen Kulturen und Wirtschaftsräumen. „Globalisten“ ist kein besonder guter Begriff, um die Elitengruppe zu bezeichnen, die ich damit meine. Ich suche noch nach einem besseren, präziseren Begriff.

Zum Schluss noch die Antwort von Putin auf die Frage, wie sehr Russland beunruhigt ist von der erhöhten NATO-Präsenz in Russlands Nähe:

Wir analysieren das, schauen uns das genau an. Jeder Schritt ist uns bekannt und verständlich. (…) Es beunruhigt uns nicht. Sollen sie so trainieren. Alles unter Kontrolle.

So viel zur Bedeutung der aufgestockten NATO-Truppen in Osteuropa, insbesondere auch der deutschen Truppen. Was zählt, sind die neuen Raketenstellungen der USA in Osteuropa, das hatte Putin in seiner Rede auch betont. Aber zusätzliche US-Panzer in Polen und ein paar Tausend deutsche Soldaten im Baltikum und dergleichen mehr ist belanglos. Deutschlands Motiv ist meiner Meinung nach, den USA formell den eifrigen Einsatz gegen Russland vorzugaukeln. Das funktioniert auch. In der Sache wirkungslos, aber formell ist alles wasserdicht.

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In der Kürze liegt die Würze (16) – Die großen Fehler

Auf dem Valdai-Forum sagte Sabina Fischer zu Putin, dass bei Beziehungsproblemen immer Fehler auf beiden Seiten vorliegen. Welche Fehler würde Putin bei Russland sehen und was müsse geschehen mit Blick auf die zukünftige Entwicklung der Beziehungen zwischen Russland und dem Westen?

Putins Antwort (Übersetzung von mir):

Unser größter Fehler in den Beziehungen zum Westen ist, dass wir euch zu sehr vertraut haben. Und euer größter Fehler besteht darin, dass ihr dieses Vertrauen als Schwäche empfunden und dieses Vertrauen missbraucht habt. Man muss zurücklassen, was geschehen ist, muss diese Seite umblättern und weitergehen, wobei wir unsere Beziehungen auf gegenseitigem Respekt aufbauen und einander wie gleichwertige Partner behandeln.

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Vertreter der deutschen Wirtschaft verkünden Putin die deutsche Außenpolitik

Putin hat sich in Sotschi mit Vertretern der deutschen Wirtschaft getroffen (russisch, englisch). Einen bemerkenswerten Ausschnitt aus dem Grußwort von Wolfgang Büchele möchte ich übersetzen:

Dieses mal treffen wir uns in sehr interessanten Zeiten: In Russland werden im kommenden Frühling Präsidentschaftswahlen abgehalten, in Deutschland wurde gerade erst ein neuer Bundestag gewählt und es formiert sich die neue Regierung. Und natürlich stellen wir uns alle die Frage, was das für unsere zukünftigen Beziehungen bedeutet.

Wenn wir auf die vergangenen Jahre zurückschauen, dann hat die Politik eine sehr große Rolle in der Entwicklung der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen unseren beiden Staaten gespielt. Neben der Kanzlerin haben auch die sozialdemokratischen Außenminister den politischen Dialog mit Russland unterstützt. In dieser Hinsicht zeichnen sich Änderungen ab, die zu politischen Änderungen führen können [hier geht bei der Rückübersetzung aus dem russischen möglicherweise der Sinn der Aussage flöten].

Allerdings stellen Umfragen immer wieder eines fest: Die überwiegende Mehrheit der Deutschen zweifelt nicht im Geringsten an, dass wir freundschaftliche Beziehungen zu Russland brauchen und dass wir alles mögliche tun müssen, um eine Stagnation unserer Beziehungen zu überwinden, oder besser gesagt, zu vermeiden.

Dieser Wunsch wird natürlich auch eine Orientierung für die neue Bundesregierung werden. Wir, der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft, sind tief davon überzeugt.

Bücheler verkündet die kommende deutsche Russland-Politik, als sei er selbst deutscher Außenminister. „Dieser Wunsch [nach freundschaftlichen Beziehungen zu Russland] wird natürlich auch eine Orientierung für die neue Bundesregierung werden.“

Nicht umsonst heißt es in meinen Quellenhinweisen zu Putins Portal:

Hier erfährt man vom mächtigsten Mann der Welt aus erster Hand, wohin die Reise in Russland und in der Welt gehen wird.

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Stalin vs. Lenin und den großen Rest

Ist Ihnen eigentlich schon aufgefallen, dass Stalin der einzige sowjetische Kommunist ist, der im Westen so richtig verteufelt wird? Stalin ist das Böse schlechthin, gleichsam mit Hitler.

Kein Lenin, kein Trotzki, kein Breschnew oder Chruschtschow oder sonst jemand aus der frühen oder späten Sowjetzeit wird verteufelt. Obwohl zum Beispiel Leute wie Lenin und Trotzki die Sowjetherrschaft begründet und errichtet haben.

Warum hat es in den Augen des Westens niemand außer Stalin verdient, verteufelt zu werden?

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Saudi-Arabien schert aus

Der saudische König höchstselbst hat sich auf eine lange Reise begeben, um dem neuen Zaren des Nahen Ostens persönlich die Aufwartung zu machen. Am Donnerstag, den 5. Oktober fanden die Gespräche mit Putin statt, keine zwei Tage später wurde der Palast des Königs in Saudi-Arabien von einem 28-jährigen Saudi beschossen, zwei Wachleute starben.

Gewiss nur ein Zufall.

Denn noch am Donnerstag verkündete das saudische Fernsehen, dass Saudi-Arabien Russlands S-400 Luftabwehrsysteme erwirbt, worauf die USA einen Tag später mit der Genehmigung des Verkaufs ihrer eigenen Luftabwehrsysteme Thaad an Saudi-Arabien hektisch reagierten. Der S-400-Deal wurde inzwischen auch von russischer Seite bestätigt.

Luftabwehrsyteme sind ein strategisches Gut, das man sich garantiert nicht vom potentiellen Feind erwirbt. Die Tatsache, dass die Türkei (als NATO-Mitglied!) und nun auch Saudi-Arabien moderne russische Luftabwehrsysteme einkaufen, ist ein weiterer dicker Marker aus der Kategorie „An den Taten soll man sie erkennen“.

Die panikartige Reaktion der USA kann ich nur als Geschenk zu Putins Geburtstag deuten. Diese Blamage wäre überhaupt nicht nötig gewesen. Das Witzige ist, dass Trumps Feinde dieses Geschenk nicht monieren können, weil formell alles in Ordnung ist.

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Nachtrag, 10.10.2017:

Saudi-Arabien reduziert im November den Ölexport um eine halbe Million Barrel täglich, ungeachtet einer starken Nachfrage. Schnell volltanken!

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Der Kampf um Venezuela

Aus Trumps Rede vor der UN konnte man folgendes entnehmen:

Trump poltert besonders stark gegen Iran und Nordkorea, spielt ihnen aber in Wirklichkeit zu. Die eurasischen Schauplätze schenkt er also her – genau das bewirkt sein „dummes“ Verhalten. Venezuela will er dagegen mit Demokratie bescheren. Offenbar gibt es bezüglich Südamerika keinen Deal mit Putin – dort wird ernsthaft gekämpft. Das macht Sinn. Den eigenen Hinterhof wollen die USA nicht verschenken und kämpfen noch darum.

Die russische Antwort? Am 4. Oktober wurde Venezuelas Präsident Maduro von Putin in Moskau empfangen. Im Rahmen des von Russland organisierten Forums „Russian Energy Week“. Politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit standen auf der Tagesordnung des Treffens der beiden Präsidenten.

Putin sagte unter anderem:

Ich freue mich sehr über die Möglichkeit, mit Ihnen heute sowohl über fragen politischen Charakters als auch über Fragen zur Entwicklung unseres Handels und unserer wirtschaftlichen Beziehungen zu sprechen.

Übersetzung von mir. Unter „Fragen politischen Charakters“ verbirgt sich natürlich Zusammenarbeit gegen den venezolanischen Maidan.

Maduro sagte unter anderem:

Für uns ist es sehr wichtig, dass wir ständig in Kontakt stehen und analysieren, was in unseren bilateralen Beziehungen passiert. Und wir sind Ihnen sehr dankbar für die politische und diplomatische Unterstützung, die Sie uns in den schwierigsten Momenten, die unser Land durchlebte, geleistet haben. Wir sind dabei, die Schwierigkeiten langsam zu lösen.

(….) Wir sind Ihnen sehr dankbar für die Verträge über Getreidelieferungen, das hat uns sehr geholfen, in erster Linie in sozialer Hinsicht.

Übersetzung von mir.

Tja, während die USA Venezuela mit allen verfügbaren Mitteln ins Chaos stürzen, rettet Russland Venezuela sprichwörtlich vor dem Hungertod und ermöglicht damit, dass die sozialen Spannungen nicht unter die volle Kontrolle der USA gelangen.

Dass Maduro in Moskau von Putin warm empfangen wird und an einem wichtigen internationalen Wirtschaftsforum teilnimmt, zeigt uns, dass Venezuela nicht isoliert ist und dass es keinesfalls den USA zum Fraß überlassen worden ist. Wenn Venezuela von Putin abgeschrieben worden wäre, gäbe es keinen Grund, es auf solche Foren einzuladen und Maduro persönlich und formell im Kreml zu empfangen.

Die Vertreter der „alternativen Medien“, die wiederholt und mit Nachdruck davon schwadronieren, dass Putin Venezuela abgeschrieben hat, geben ihre Ängste (oder Träume, je nach Vertreter…) für die Wirklichkeit aus – und machen sich damit, gewollt oder ungewollt, zu Schreiberlingen der Matrix. Dabei gilt wie immer: An den Taten soll man sie erkennen. Die Taten Russlands gegenüber Venezuela sind eindeutig. Der Kampf um Venezuela und Südamerika geht weiter.

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Arm ab

Trump hat es wieder getan. Er hat noch einen Fangarm der globalistischen US-Krake abgeschlagen. Die von Obama mit großer Mühe nach Kuba eingeschleusten Diplomaten werden wieder abgezogen. Weil sie von mysteriöschen Schallwaffen krank gemacht werden… Trump hat Sinn für Humor.

Diplomaten im Auslandsdienst sind offiziell akkreditierte Geheimdienstagenten. Als die Schweden sich vor ein oder zwei Jahren eschauffierten, dass von Russlands Diplomaten in Schweden etwa die Hälfte Geheimdienstarbeit verrichten, antworteten russische Medien süffisant: „Wofür bezahlen wir eigentlich die andere Hälfte?“

Nachdem Trump die US-Diplomaten in Russland radikal ausgedünnt hat und damit das Agenturnetz in Russland seiner wichtigsten Koordinationseinheit beraubt hat, ist nun Kuba an der Reihe. Sogar die deutsche Zombiepresse verheimlicht nicht, dass die offizielle Begründung Murks ist – die Schallwaffen, die in Frage kämen, verursachen ganz andere Symptome als die angegebenen. Aber sie wäre nicht die Zombiepresse, wenn sie eine Gelegenheit ausschlagen würde, den Bürgern in den Kopf zu kacken:

Wahrscheinlicher ist aber, dass Umwelteinflüsse eine Rolle spielen. Sogenannte ototoxische Stoffe etwa haben einen giftigen Effekt auf das Innenohr. (…) Zu solchen ohrgiftigen Mitteln gehören einige Antibiotika aber auch Lösungsmittel und Schwermetalle.

Na klar! Antibiotika sind es gewesen. Sogar Spon-Journalisten wissen es, nur die dämlichen Amis, deren Geheimdienste seit einem Jahr nach der Ursache der mysteriösen Diplomaten-Krankheit suchen, haben keinen einzigen Arzt, der mit Antibiotika-Nebenwirkungen vertraut ist.

Das Offensichtliche darf man natürlich nicht aussprechen. Trump haut der Krake noch einen Arm ab. Fleißiger Mann.

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Diskussion Wahlergebnisse

Merkel verliert Stimmen, bleibt aber obenauf.

Der SPD-Messias hat versagt.

Der FDP-Messias wurde mit Erfolg in den Bundestag geworben.

Die AfD hat ihren Zweck erfüllt und die Protestwähler an sich gezogen.

Die Mitte schrumpft, die Randparteien erhalten Zulauf. Ein Marker für die steigende Unzufriedenheit in der Gesellschaft, für die geopolitische Krisenzeit, für die Unfähigkeit der Politik der Mitte, mit den Herausforderungen der Zeit klar zu kommen.

Vernünftigerweise läuft alles auf die große Koalition hinaus. Die SPD ziert sich offiziell, aber vielleicht nur, um einen Ministerposten mehr auszuhandeln.

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