Der Kampf um Venezuela

Aus Trumps Rede vor der UN konnte man folgendes entnehmen:

Trump poltert besonders stark gegen Iran und Nordkorea, spielt ihnen aber in Wirklichkeit zu. Die eurasischen Schauplätze schenkt er also her – genau das bewirkt sein „dummes“ Verhalten. Venezuela will er dagegen mit Demokratie bescheren. Offenbar gibt es bezüglich Südamerika keinen Deal mit Putin – dort wird ernsthaft gekämpft. Das macht Sinn. Den eigenen Hinterhof wollen die USA nicht verschenken und kämpfen noch darum.

Die russische Antwort? Am 4. Oktober wurde Venezuelas Präsident Maduro von Putin in Moskau empfangen. Im Rahmen des von Russland organisierten Forums „Russian Energy Week“. Politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit standen auf der Tagesordnung des Treffens der beiden Präsidenten.

Putin sagte unter anderem:

Ich freue mich sehr über die Möglichkeit, mit Ihnen heute sowohl über fragen politischen Charakters als auch über Fragen zur Entwicklung unseres Handels und unserer wirtschaftlichen Beziehungen zu sprechen.

Übersetzung von mir. Unter „Fragen politischen Charakters“ verbirgt sich natürlich Zusammenarbeit gegen den venezolanischen Maidan.

Maduro sagte unter anderem:

Für uns ist es sehr wichtig, dass wir ständig in Kontakt stehen und analysieren, was in unseren bilateralen Beziehungen passiert. Und wir sind Ihnen sehr dankbar für die politische und diplomatische Unterstützung, die Sie uns in den schwierigsten Momenten, die unser Land durchlebte, geleistet haben. Wir sind dabei, die Schwierigkeiten langsam zu lösen.

(….) Wir sind Ihnen sehr dankbar für die Verträge über Getreidelieferungen, das hat uns sehr geholfen, in erster Linie in sozialer Hinsicht.

Übersetzung von mir.

Tja, während die USA Venezuela mit allen verfügbaren Mitteln ins Chaos stürzen, rettet Russland Venezuela sprichwörtlich vor dem Hungertod und ermöglicht damit, dass die sozialen Spannungen nicht unter die volle Kontrolle der USA gelangen.

Dass Maduro in Moskau von Putin warm empfangen wird und an einem wichtigen internationalen Wirtschaftsforum teilnimmt, zeigt uns, dass Venezuela nicht isoliert ist und dass es keinesfalls den USA zum Fraß überlassen worden ist. Wenn Venezuela von Putin abgeschrieben worden wäre, gäbe es keinen Grund, es auf solche Foren einzuladen und Maduro persönlich und formell im Kreml zu empfangen.

Die Vertreter der „alternativen Medien“, die wiederholt und mit Nachdruck davon schwadronieren, dass Putin Venezuela abgeschrieben hat, geben ihre Ängste (oder Träume, je nach Vertreter…) für die Wirklichkeit aus – und machen sich damit, gewollt oder ungewollt, zu Schreiberlingen der Matrix. Dabei gilt wie immer: An den Taten soll man sie erkennen. Die Taten Russlands gegenüber Venezuela sind eindeutig. Der Kampf um Venezuela und Südamerika geht weiter.

Veröffentlicht in Analysen Getagged mit: , , , , ,