Saudi-Arabien schert aus

Der saudische König höchstselbst hat sich auf eine lange Reise begeben, um dem neuen Zaren des Nahen Ostens persönlich die Aufwartung zu machen. Am Donnerstag, den 5. Oktober fanden die Gespräche mit Putin statt, keine zwei Tage später wurde der Palast des Königs in Saudi-Arabien von einem 28-jährigen Saudi beschossen, zwei Wachleute starben.

Gewiss nur ein Zufall.

Denn noch am Donnerstag verkündete das saudische Fernsehen, dass Saudi-Arabien Russlands S-400 Luftabwehrsysteme erwirbt, worauf die USA einen Tag später mit der Genehmigung des Verkaufs ihrer eigenen Luftabwehrsysteme Thaad an Saudi-Arabien hektisch reagierten. Der S-400-Deal wurde inzwischen auch von russischer Seite bestätigt.

Luftabwehrsyteme sind ein strategisches Gut, das man sich garantiert nicht vom potentiellen Feind erwirbt. Die Tatsache, dass die Türkei (als NATO-Mitglied!) und nun auch Saudi-Arabien moderne russische Luftabwehrsysteme einkaufen, ist ein weiterer dicker Marker aus der Kategorie „An den Taten soll man sie erkennen“.

Die panikartige Reaktion der USA kann ich nur als Geschenk zu Putins Geburtstag deuten. Diese Blamage wäre überhaupt nicht nötig gewesen. Das Witzige ist, dass Trumps Feinde dieses Geschenk nicht monieren können, weil formell alles in Ordnung ist.

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Nachtrag, 10.10.2017:

Saudi-Arabien reduziert im November den Ölexport um eine halbe Million Barrel täglich, ungeachtet einer starken Nachfrage. Schnell volltanken!

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