Die Pläne der EU mit der Ukraine

Aus der Sicht der EU war die Ukraine ein lukrativer Markt, der im Rahmen der EU-Expansion erobert werden wollte. Vorbereitungen dazu liefen schon seit langem. Deutschland übernahm eine Führungsrolle. Die CDU-nahe Konrad-Adenauer-Stiftung formte aus Vitali Klitschko einen Politiker und baute ihm in der Ukraine seine Partei “Udar” (“Schlag”) auf. Klitschko wurde als Präsidentschaftskandidat vorbereitet.

Parallel gründeten die Klitschko-Brüder die “Klitschko Management Group (KMG)”, eine Consulting-Firma. Vor der Überarbeitung ihrer Homepage zu einer nichtssagenden Seite hieß es dort noch:

Die Vision:
Die Klitschkos gewannen den Westen für sich, nun soll ihre Agentur für SIE den Osten gewinnen.
Der Osten befindet sich in einer Phase des Umbruchs und der Entwicklung. Die Orientierung am Westen geht in allen Bereichen voran. Die Länder öffnen sich, wodurch sich neue Potentiale für Unternehmen aus dem Westen ergeben. Um diese Potentiale zu erkennen und abzuschöpfen, ist die Klitschko Management Group ein erfahrener und zuverlässiger Partner. Davai!

Auf der alten Seite fand sich außerdem eine PDF-Datei für interessierte Kunden, in der unter anderem zu lesen war:

Die bürokratischen Auflagen, Abläufe und Besonderheiten sind in jedem Land anders und für Außenstehende häufig missverständlich und nicht nachvollziehbar. Nicht selten scheitern Expansionen deshalb bereits von Anfang an. Die Klitschko Management Group ist vor Ort und mit Abläufen bei Behörden und Ämtern vertraut. Die KMG kann Lösungen erarbeiten und besorgt die nötigen Genehmigungen bei den Behörden.

Quelle (das Internet vergisst nicht…)

Klitschko, der auf dem Maidan gegen Korruption protestiert hat, bewarb sich also auf den Posten des Präsidenten und versprach mittels seiner eigenen Consulting-Firma ausländischen Investoren eine profitreiche Expansion in die Ukraine ohne bürokratische Belästigungen – für die nötigen Genehmigungen würde seine Firma sorgen.

Für die EU war die Ukraine eine weitere Kolonie, die den Expansionshunger der Wirtschaft stillen sollte. Und die EU glaubte zurecht, dass US-Konzerne ebenfalls am Raubzug der Ukraine interessiert waren. Der Plan der EU bestand darin, eine eigene Marionette in der Ukraine aufzustellen, um den heimischen Konzernen einen Vorsprung vor der Konkurrenz zu sichern.

Die EU hat unterschätzt, mit welchen Einsätzen das Spiel gespielt wurde, in das sie sich eingemischt hatte. Die USA ließen die gutgläubigen europäischen Vasallen mitspielen, solange es ihren eigenen Plänen nicht zuwider lief. Etwa bis zum Sturz von Janukowitsch verliefen die Pläne parallel. Der Februar 2014 war der EU allerdings schon zu heiß, sie favorisierte einen weniger blutigen Machtwechsel. Die Pläne drifteten endgültig auseinander, als Klitschko sich nach dem Putsch allen Ernstes als Präsidentschaftskandidat bewarb und damit die Pläne der USA störte.

“Fuck the EU”, sagten die USA, schoben Klitschko aufs Abstellgleis (wo er bis heute steht) und installierten die eigenen Marionetten Jazenjuk, Turchinow und Poroschenko auf die wichtigen Posten. Auf alle drei hat die EU keinen Einfluss. Noch viel schwerwiegender ist, dass die EU keine Kontrolle über irgendwelche militärischen Strukturen in der Ukraine hat. Im Bürgerkrieg zählen die Waffen und die EU hat keine Trümpfe in diesem Spiel.

Im Gegensatz zu den USA hatte die EU auch keinen Plan B. Sie musste hilflos zuschauen, wie sich zwei Weltmächte in den Kampf stürzten und sie selbst in diesem Kampf zwischen die Fronten geriet, wo sie zunehmend aufgerieben wird. Die EU ist in hohem Maße abhängig sowohl von den USA als auch von Russland, gerät immer stärker unter Druck und wurde im Verlauf des Konflikts immer mehr vom handelnden Subjekt zum Objekt degradiert.

Die Ukraine ist heute das blutige Schlachtfeld. Im Ukraine-Konflikt geht es aber längst um die EU selbst. Die USA gewinnen, wenn ein neuer Eiserner Vorhang zwischen EU und Russland gezogen wird und die EU unter dem TTIP-Schirm endgültig und unentrinnbar an die USA gefesselt wird. Russland und China gewinnen, wenn die EU in die neue Achse Peking-Moskau-Berlin integriert wird und damit ein gigantischer eurasischer Wirtschaftsraum entsteht.

Und die Pläne der EU? Überleben.

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