Putins Spiel mit Deutschland und der EU

Nachdem Trump der EU im Allgemeinen und Merkel im Besonderen nur unangenehme Botschaften gesendet hat, inklusive dem Gerede vom weiteren EU-Zerfall, schaltet sich nun Putin aktiv ins Spiel ein.

Marine Le Pen hat sich in Moskau mit Putin getroffen. Dazu einige lose Gedanken:

  • Das ist das erste Treffen der beiden. Putin hat es bisher geschafft, Le Pen auszuweichen. In den Medien wird sie seit Jahren quasi als Vertraute Putins dargestellt.
  • Le Pen ist EU-Gegnerin. Putins Treffen mit ihr zeigt, dass Russland mit einem weiteren Auseinanderbröckeln der EU mindestens einverstanden ist.
  • Merkel wird unter Druck gesetzt. Sie hat sich für eine einige EU ausgesprochen, Putin trifft sich kurz darauf mit der großen EU-Gegnerin Le Pen. Falls Putin Merkel unterstützen sollte, treibt er den Preis dafür in die Höhe.
  • Ein anderes Szenario ist, dass Putin an einem Zerfall der EU interessiert ist (die EU hat Russland mehr als genug Gründe dafür geliefert) und Merkels klares Bekenntnis zur EU unmittelbar kontert.
  • Noch ein Szenario ist, dass auch dieses Treffen Teil eines großen Schauspiels ist. Demonstrativer Druck auf die EU seitens der USA und Russlands, legitimiert Merkel im Prinzip zu weitreichenden EU-Reformen. Oder hilft, die Pro-EUler zu konsolidieren.

Merkels Besuch in Moskau am 2. Mai wird vermutlich richtungsweisend. Für Sie als Bürger ist jetzt die beste Zeit, um Post ans Kanzleramt oder die von Ihnen gewählten Volksvertreter zu schicken. Mit welchen Vorschlägen auch immer. Jetzt ist die Zeit des maximalen Chaos, in der, bildlich gesprochen, ein Flügelschlag von einem Schmetterling den Lauf der Welt verändern kann. Verschiedene politische Parteien und Geheimdienste schicken übrigens systematisch „Bürgerbriefe“ an die Politik und „Leserbriefe“ an die Medien. Das tun sie nicht aus Langeweile, sondern weil sie wissen, dass es wirkt.

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