Polen wird mobilisiert

Im Mai habe ich die überraschende Wahl von Andrzej Duda zu Polens neuem Präsident kommentiert:

Im Gegensatz zum Vorgänger Komorowski ist Duda nicht nur russlandfeindlich, er ist auch deutschlandfeindlich. Wer hat ein Interesse daran, eines der wichtigsten Brückenländer zwischen Deutschland und Russland gegenüber beiden feindlich aufzustellen? Und wer hat nicht nur ein Interesse daran, sondern auch die Mittel, einen politischen Nobody unvermittelt zu Polens Präsident zu machen?

EU, dein Ende kommt in Riesenschritten näher. Polen ist vorbereitet worden, jederzeit zu eskalieren, wenn Deutschland nicht nach einer bestimmten Pfeife tanzt.

Seitdem wird Polen weiter politisch mobilisiert. Inzwischen so offensichtlich, dass sogar deutsche Boulevardmedien Alarm schlagen. Duda hat ein Gesetz in Kraft gesetzt, welches das polnische Verfassungsgericht lahmlegt. Gegen offenen EU-Widerstand. Welche Art von Gesetzen plant die neue polnische Regierung, dass sie sich eine derartige Rückendeckung verschafft? Mit einer absoluten Mehrheit hat sie freie Hand.

Polens geopolitischer Rolle habe ich hier ausgeleuchtet. Das ist der Kontext, in dem sich die Tagespolitik verstehen lässt. Polen ist ein stark von den USA kontrollierter Vasall. Polens Zweck ist es, einen Keil zwischen Westeuropa (vor allem Deutschland) und Russland zu treiben. Und das witzige ist, dass die EU diese fünfte Kollone selbst bezahlt hat mit über hundert Milliarden Euro Aufbauhilfe.

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10 Kommentare zu “Polen wird mobilisiert
  1. Johanniskraut sagt:

    Hallo Analitik

    1) Du meinst, dass Polen ein stark reglementierter US Vasall ist? Könnte schon sein, aber wenn es so wäre, gäbe es dafür stichhaltige Belege. Hast Du welche? Weißt Du, wer die polnischen Medien kontrolliert? Ist Duda wirklich eine klassische US Marionette? Woran machst Du das fest? Ich habe nichts beobachtet, was darauf schließen ließe, bin aber auch kein Kenner der polnischen Politikszene.

    2) Als ich in den DWN Martin Schulzes panischen Aufschrei hörte, Polen drohe mit Duda der Staatsstreich, dachte ich automatisch: Weiter so Polen! Denn mir ist alles, was die EU und den Euro zu Fall bringt willkommen. Würdest Du diese Ansicht teilen?

    • Analitik sagt:

      1) „An ihren Taten sollt ihr sie erkennen.“ Über ihre Taten schreibe ich hin und wieder hier im Blog. Sie sind – welch Zufall – voll im Interesse der wichtigsten US-strategischen Ziele. Und komischerweise nicht im Ziele der EU. Und (langfristig) nicht mal im Ziele Polens. Wenn Duda öffentlich verkündet, dass Deutschland und Russland Polen aufteilen wollen und deshalb eine Gefahr seien, hetzt er sein Land gegen die beiden großen Nachbarn. Ist das in Polens, Deutschlands, Russlands oder EU-Interesse?

      2) Nein. Zu Fall bringen bedeutet die Zerstörung des alten ohne einen Ersatz parat zu haben. Das bedeutet Chaos und Krieg. Die EU ist, so wie sie ist, in der Sackgasse. Der Euro ist eine Pest und sollte wieder abgesetzt werden. Aber das sollte nicht passieren, indem man einfach den großen Hammer holt. Das sollte passieren, indem man eine Vision und einen Plan entwickelt, wie es stattdessen sein soll, und indem man diesen Plan schrittweise umsetzt und alte Strukturen Schritt für Schritt durch neue ersetzt. Russland macht es seit 16 Jahren vor.

      @Thomas Roth: Polen ist nicht bedeutungslos. Polen ist nicht bedeutend genug, um positive Impulse zu setzen, aber Polen ist gut genug, um Schaden anzurichten. Polen hat nichts zu melden, das stimmt. Aber auf wessen Kommando hört es? Werden Polens Befehlshaber den „Fresse halten“-Befehl der EU befolgen oder den „Fass“-Befehl aus Übersee? Über die Antwort muss man nicht spekulieren, Polen hat sie schon gegeben.

      • Johanniskraut sagt:

        „Zu Fall bringen bedeutet die Zerstörung des alten ohne einen Ersatz parat zu haben. Das bedeutet Chaos und Krieg.“

        Bedingt. Ich halte es für völlig unmöglich die europhäischen Staaten kriegerisch gegen einander zu hetzen, egal was man auch versuchen mag. Das wird nie wieder gehen. Krieg zwischen DE und F oder I? Unmöglich! Auch mit 1000 False Flags nicht!

        Chaos kann aber sehr wohl eintreten und diesen Preis bin ich persönlich bereit zu zahlen (ist nicht jedermans Sache, weiß ich & respektiere ich).
        Ein friedliches Ändern des Status Quo ist sicher die beste Lösung, aber eben m.E. nicht möglich! Denn erstens: das System verhindert jedes Aufkommen einer alternativen Idee im größeren Rahmen – und zweitens: Unsere Eliten sind Lernresistent und haben nicht unser Wohl sondern ihre uneigeschränklte Herrschaft über uns im Sinn. Somit ist ein an die Wand kanllen des Karrens eh unabwendbar. Und wenn man das beschleunigen kann, um so besser. Denn von Tag zu Tag verschlechtert sich die Ausgangssituation.

  2. Thomas Roth sagt:

    Also ehrlich gesagt, halte ich es für ziemlich bedeutungslos was in der polnischen Arschkrinne juckt. Schon zu meinen Studienzeiten in Moskau, und das ist lange her, war der pole der unbeliebteste Europäer, sowohl dort als auch zu Hause. Ihre Rolle passt doch eher zum nichtssagenden Rumänien oder zu dem schleimigen Bulgarien. Oder noch besser zum Baltikum. Diese Gruppe von Kläffern hatte noch nie in der europäischen Geschichte etwas zu melden. Und das ist heute nicht anders. Bei Bedarf gibt es ein knackiges Kommando: Fresse halten. Und dann schwimmen sie nach London. Geübt haben sie durch die Oder genug. Grüsse …

    • Munnie sagt:

      @Thomas Roth
      Ich stimme Ihnen zu, wenn sie das schlechte Ansehen der Polen bechreiben. Dieses hat aber einen Grund, der im 2. WK begründet liegt. Gucken Sie mal näher hin, welche Rolle Polen als Vasall Englands zur Auslösung des 2. WK gespielt hat. Nichtsdestotrotz wurde Polen genauso von UK verraten und verar….., wie Deutschland auch. Aber leider haben beide nichts daraus gelernt.

  3. Thomas Roth sagt:

    @Analitik Ich verstehe was Sie sagen. Erlauben Sie ein kurzes unter-den-Tisch-rutschen:
    1. Fass bedeutet Gefahr für Leib und leben – dafür sind die Herren viel zu feige. Bei den Damen weiß ich es nicht.
    2. Das elendige Denken der Herrschaften begann Jahrhunderte früher, Stichwort „Schlachtschitzen“. Das führe ich aber jetzt nicht aus.
    3. Vom Kampfgewicht her sind sie Fliegengewichtler. Wen wollen die denn erschrecken? Im Zuge eines mehrmonatigen Einsatzes konnte ich das Leben in einer Division der Wojska Polska in Oppeln erleben. Jetzt habe ich richtig Angst.
    4. Jetzt kommt unterstes Niveau. Sie sind dafür aber gut im polnischen Triathlon. Durch die Oder schwimmen, nach Berlin laufen und mit einem A6 zurückfahren.
    Merkt man eigentlich, dass mein Nachbar ein polnischer Professor an der TU Berlin ist? Den mag ich.

    • Analitik sagt:

      Zu 1) Das Leben der Herren ist nicht in Gefahr. Das Leben der Zombies ist wertlos. Die polnischen Eliten, die den Fass-Befehl an die Zombies weiterleiten werden, haben selbst nicht mehr zu befürchten, als ein gemütliches Exil in den USA.

      Zu 3) Sie messen Polen in militärischer Kategorie. Das ist nicht die Kategorie, auf die es ankommt. Polen ist ein politisches Problem. Und wenn es erst zu einem Krieg kommen muss, um dieses Problem zu lösen, ist das umso mehr ein Beweis dafür, dass Polen ein politisches Problem ist.

      Genau das wollen die USA: dass Eurasien so große innere Probleme bekommt, dass es diese nur mit Krieg lösen kann. Das fängt mit politischen Problemen an, mit polarisierenden politischen Haltungen, die keine Kompromisse zulassen.

      Polen ist nicht als Polen gefährlich. Polen ist gefährlich, weil es ein Werkzeug in den Händen eines wirklich großen und brutalen geopolitischen Spielers ist. Schauen Sie sich nur beispielhaft die Ukraine an, die mit Polen vergleichbar war. War sie gefährlich? Nein, wodurch denn? Und doch hat sie als Werkzeug und in Kombination mit anderen Werkzeugen zu einer Krise geführt, die fast den Eisernen Vorhang wieder zum Leben erweckt hätte. Polen hat die gleiche Mission wie die Ukraine.

  4. Reef Rider sagt:

    „Gibt es Krawall im nächsten Jahr, so ist Deutschland in einer verfluchten Lage“, schrieb Friedrich Engels am 23. Mai 1851 in einem privaten Brief seinem Freund Marx. „Außer Ungarn hätte Deutschland nur einen möglichen Bundesgenossen, Rußland – (…) Sonst kriegen wir eine guerre à mort mit unsern edlen Freunden nach allen vier Winden hin, und es ist sehr fraglich, wie diese Geschichte enden wird.“ Und dann folgen die oft zitierten Sätze über die polnische „Nation foutue“, die nie etwas anderes in der Geschichte getan habe, „… als tapfre krakeelsüchtige Dummheiten gespielt“.

    Nun sage mal einer, dies sei alles aus der Luft gegriffen. Das seltsame Gebaren der Polen in der internationalen Politik hat eine sehr lange Tradition! Die Hälfte meiner Familie ist polnisch: man kann Land & Leute, Kultur & Küche durchaus lieb gewinnen.

    Wovor ich mich echt grusele, das ist der übermächtige polnische Nationalismus, gepaart mit dem seltsamen Fehlen einer eigenständigen Außenpolitik. Wessen Handlanger zu sein ihre historische Mission auch sein mag – sie erfüllen sie mit Inbrunst. Oft waren es die einheimischen Hilfstruppen, die noch grausamer gegen die eigenen Leute auftraten als die Eroberer. Die Jungs in Washington sollten sich mal genauer ansehen, WER sich da auf Gedeih und Verderb (das „Gedeih“ können wir wohl weglassen)als Erfüllungsgehilfe profiliert.

    • Johanniskraut sagt:

      Hmmm…wenn als völkisches Charaktermerkmal die Grausamkeit der Kollaborationspolen gegenüber den restlichen Polen auffällt, dann ist dieses Volk geradzu auserkoren für eine Vasallerolle eines rücksichtslosen geopolitischen Spielers, wie diee usa, oder irre ich mich da?

  5. Thomas Roth sagt:

    Noch eine Sache kam mir heute in die Finger. Ischtschenko beschrieb die Entwicklung in den postsowjetischen Ländern nach dem Besuch von John Kerry in Moskau, der die Russen aus der Isolation auf den Thron hob. Damit entfällt für die Kleffer die Wahlmöglichkeit. Die USA respektieren, dass diese Gebiete zur Sicherheitssphäre der Russen zählen. Jetzt heißt es nicht mehr NATO oder Russen sondern nur noch oder Russen. Damit entfällt doch der letzte Schutzgrund für die Polen auch noch.