Der nächste Maidan findet statt in…

Die USA reaktivieren im Februar den 78-jährigen pensionierten Richard Miles. Der erfahrene Diplomat wird als US-Botschafter nach Kirgistan geschickt. Miles war unter anderem Botschafter in Georgien von 2002 bis 2005 und organisierte dort die Rosen-Revolution, bei der Saakaschwili an die Macht kam. Saakaschwili wird inzwischen in Georgien per Haftbefehl gesucht und hat Unterschlupf in der Ukraine gefunden, wo er ein Sonderberater Poroschenkos ist.

Ebenfalls im Februar ist Victoria Nuland, die maßgeblich an der Organisation des Putsches in Kiew beteiligt war, auf einer Rundreise durch Aserbaidschan, Georgien und Armenien. Die offizielle Mitteilung macht gar keinen Hehl daraus, dass sie auch dort die für farbige Revolutionen typischen Aufgaben wahrnimmt: Treffen mit Oppositionellen, NGOs und jungen Leuten. Themen sind unter anderem Georgiens Integration in die westliche Einflusssphäre und der Karabach-Konflikt, von dem hier in Deutschland kaum jemand etwas weiss, der in der Region aber ein großes Pulverfass ist.

Washington will möglichst viel Chaos an Russlands Grenzen verursachen und damit Russlands integrative Bemühungen (OVKS , Eurasische Wirtschaftsunion) in Eurasien torpedieren. Die USA haben durch ihre Außenministerin eine destruktive Politik bezüglich der eurasischen Integration offen angekündigt, ihre Ziele sind kein Geheimnis. Die Methoden auch nicht.

In Kirgistan hat die US-Botschaft Ende März 150 Tonnen „diplomatische Ladung“ in Empfang genommen, überbracht von einer ukrainischen Airline aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Diplomatische Ladung bedeutet, dass Kirgistans Grenzpolizei keinerlei Kontrollen dieser Fracht vornehmen durfte. Die US-Botschaft hat auf Nachfrage keinen Kommentar abgeben wollen, um was es sich bei dieser Ladung handelt. In die Ukraine wuden im Jahr 2013 auch Dutzende Tonnen diplomatische Fracht von der NATO reingebracht, bevor es dort los ging.

Bischkek als Empfangsort ist möglicherweise nur ein Umschlagsplatz der US-Fracht. Ein besonders aussichtsreiches Ziel für die Destabilisierungsaktivitäten der USA ist das Ferghanatal, ein bevölkerungsreicher kultureller Schmelztiegel im Länderdreieck Usbekistan, Tadschikistan und Kirgistan. Diese Region ist reich an Problemen sozialer, kultureller, ethnischer und ökologischer Natur. Idealer Nährboden für die USA. Leicht anzuzünden und wenn es dort zündet, brennen gleich alle drei anliegenden Staaten.

Sechs politisch unstabile Staaten in zwei Brennpunktregionen in Russlands Nähe werden von den USA aktuell ins Visier genommen. Erfahrene Ritter der Apokalypse wurden in die Region geschickt, die Ausrüstung kam gleich hinterher. Alles ist vorbereitet für die nächste blutige Show.

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Ein Kommentar zu “Der nächste Maidan findet statt in…
  1. Johanniskraut sagt:

    Ahoi Analytik!

    Du machst Deinem Nick alle Ehre! Schönen Dank!