Anarchie in den USA

Kann man die Ausschreitungen in den USA parteipolitischen Lagern zuordnen? Konkret: In Welchen Städten/Staaten sind größere Ausschreitungen zu verzeichnen? Welche Partei stellt dort jeweils die Regierung? Wo stellt sich die Lokalpolitik auf die Seite der Aktivisten und wo gegen diese auf?

Hat ein Presseorgan bereits eine Statistik oder Übersicht zu diesen sehr naheliegenden Fragen aufgestellt?

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28 Kommentare zu “Anarchie in den USA
  1. Sabine sagt:

    Black-Lives-Matter-Mitbegründerin: “… but our Goal is to get Trump out.”
    Patrisse Cullors sagte im CNN-Interview unverblümt, das Ziel von BLM sei es, Trumps Präsidentschaft sofort zu beenden, er müsse jetzt, nicht erst bei den Wahlen im November, weg.

    Über die finanziellen Verflechtungen zwischen BLM und den Dems hat Candace Owens (schwarze, ultra-konservative Trump-Unterstützerin) sehr viel zusammengetragen.
    https://twitter.com/realcandaceo?lang=de

    In Seattle regieren Dem-Politiker, die die “autonome Zone” ermöglicht haben und fördern. Nach den Schießereien am Wochenende macht die Bürgermeisterin jetzt einen Rückzieher.

    Minneapolis: Ilhan Omar

    New York: Cuomo, De Blasio

    • Sabine sagt:

      Bürgermeister von Minneapolis ist Jacob Frey von der DFL, die zu den Dems gehört.
      9 von den 12 Stadträten sind entschlossen, das Police Department auflösen.
      Seit 2014 gibt es in Minneapolis entsprechende Proteste von verschiedenen Organisationen.
      Zunächst wurde die Wut über soziale Mißstände auf “Defund the Police” umgelenkt und die Vision geschaffen, das bei der Polizei einzusparende Geld könne alle gesellschaftlichen Probleme lösen.
      Inzwischen geht es um mehr.

      Anscheinend soll Trump früher oder später dazu gebracht werden, den “Diktator, der auf die Bevölkerung schießen lässt” zu geben.

      BLM erhält gigantische Spendensummen insbesondere von Konzernen, die ihr Geschäft global ausrichten.
      Auch die Privatspenden erreichen enorme Tagesrekorde.
      Wenn man auf der Homepage von BLM auf “DONATE” klickt, kommt: “By proceeding with this transaction, you agree to ActBlue’s terms & conditions.”
      ActBlue ist laut Wikipedia den Dems angegliedert.

      Interview mit einer jungen Vollzeit-Aktivistin:
      https://www.startribune.com/kandace-montgomery-who-challenged-mayor-jacob-frey-has-pushed-for-police-defunding-for-years/571381872/?refresh=true

      • Analitik sagt:

        Dass die Demokraten ihre hauseigene Spendenplattform den Anarchos zur Verfügung stellen, ist natürlich besonders hübsch.

        • Sabine sagt:

          Könnte das nicht umgekehrt so sein, dass die Dems Spenden, die zur Unterstützung von BLM gemacht werden, für ihren eigenen Wahlkampf einsacken?

          Mal angenommen, ich hätte auf der BLM-Webseite eine Spende gemacht. Dann hätte ich die erst fertig ausführen müssen und dann erst irgendwo anders angeben können, was ich gern unterstüzen möchte.
          (soweit ich verstanden habe)
          Woher weiß ich, ob das Geld BLM wirklich zukommt oder z. B. im Wahlkampf der angeblichen BLM-Aktivistin Ilhan Omar landet?

          • Analitik sagt:

            “Könnte das nicht umgekehrt so sein, dass die Dems Spenden, die zur Unterstützung von BLM gemacht werden, für ihren eigenen Wahlkampf einsacken?”

            Erst heute habe ich gelesen, dass Bidens Spendeneinnahmen außerordentlich gut sprudeln…

            Aber was hat das “umgekehrt” damit zu tun?

  2. NTG sagt:

    es ist anzumerken das fast nur Dem Citys von den Polizei rückziehern betroffen sind. “Defund the Police” wurde meines Wissens in keiner Republikaner Stadt versucht. In allen Städten in denen der Bürgermeister oder Staatsanwalt versucht die Polizei zu verteufeln bricht dazu noch die “Blue flu” aus, dort melden sich massenweise Polizisten Krank. In Atlanta war teilweise nur noch einer von sechs Distriken überhaupt AKTIV, der Rest hatte gar keine Polizei mehr. Traurigerweise hatten ALLE Nachbardistrike die Notfallhilfe verweigert mit der Begründung das keine Hilfe kommen würde solange die Polizei bei ausübung ihrere Arbeit Angst haben müsste mit Mord angeklagt zu werden.

    Die leider besten quellen die ich soweit finden konnte:
    https://youtu.be/qTkwig9iCRw
    https://youtu.be/wmQZHrAZJpA

    Anhand derer kann man sich weiter arbeiten.

    Statistiken konnte ich bisweilen leider keine finden. Desweiteren würde ich diese, wenn überhaupt mit extremer Vorsicht geniessen. Der Schußwaffenvorfall in Seattle zeigt das die Medien extrem einseitig berichten. Das wird mit Statistiken nicht anders sein.

    Es ist generell sehr bezeichnend wie ich KEINE informationen ausserhalb der MSM finde über Google. Muss leider los arbeiten. werde heute abend nochmal weitersuchen.

    • Sabine sagt:

      Auch die Trucker sind von “Defund the Police” nicht begeistert.
      Wenn man Umfragen glaubt, wollen 79% von ihnen sich weigern, Lieferungen in Städte mit defundeter Polizei zu machen und entsprechende Einkommensverluste hinnehmen.

      Aber ich kann nicht glauben, dass die blumigen Pläne für eine Gesellschaft ohne Polizei ernst gemeint sind, und denke, es geht vor allem gegen Trumps Präsidentschaft.
      Falls er wiedergewählt wird, brauchen die Dems Gründe für Regime-Change ohne Ende.

      • NTG sagt:

        Ich hab bisher nur mist gefunden…ich muss mal echt recherchieren lernen. Ich war nicht mal in der Lage die Atlana attorney anklage des Polizisten zu finden obwohl diese eigentlich öffentlich einsehbar sein sollten. Ich versuchs morgen weiter.

        Ah joah die Trucker. Soweit ich das jetzt aus Podcasts extrahieren konnte kommunizieren die US Trucker hauptsächlich auf einer eigenen Platform und dort wurden Umfragen und Aussgen gesammelt. Allen sind noch die Bilder von 1992 im Kopf wo ein Trucker aus seinem LKW gezogen wurde und erschlagen wurde. Das soll übrigens auch schon wieder in Seattle passiert sein, dazu konnte ich aber soweit auch wieder nix finden. Heute bin ich echt unfähig irgendwas zu finden.

  3. Zombienation sagt:

    In diesem Artikel ist eine Übersichtskarte, wo die meißten Statues entfernt wurden, primär an der Ostküste.

    Inhaltliche Anmerkung:

    Bitte benutzen Sie den Begriff “Anarchie” nicht in dem, leider üblichen, falschen Kontext des willkürlichen Chaos. Anarchie bedeutet -Ordnung ohne Herrschaft- und hat garnix mit dem zu tun, was die Soropüppchen und AntiLinken darunter verstehen, das heißt Anomie.

  4. seppel sagt:

    Präsident Trump hat am Samstag, 20.06.2020 eine Wahlkampfveranstaltung resp. „Rally“ in Tulsa, Oklahoma abgehalten.

    President Trump holds rally in Tulsa, Oklahoma, amid coronavirus spread concern
    https://www.youtube.com/watch?v=niCxnEyG0SM

    Im Rahmen der Rede (ab Zeitstempel 02:23:00 und in Teilen auch schon davor) geht er auf die Situation in Seattle ein und der dort ausgerufenen „autonomen Zone“ Capitol Hill Autonomous Zone (CHAZ).

    Er wirft der demokratischen Bürgermeisterin Jenny Durkan Untätigkeit vor, sie lasse die Anarchos und Antifas einfach gewähren und die halbe Stadt abfackeln. Aber er mache ihr ein Angebot:
    Sie müssten es nur sagen und er würde jederzeit Hilfe schicken (in Form der im Redeverlauf zuvor mehrfach erwähnten Nationalgarde). Innerhalb einer Stunde sei das „Problem“ aus der Welt geschafft. Doch sofort im nächsten Satz relativiert Trump seine Offerte: Es sei für die Republikaner wahrscheinlich sogar besser, sich das Spektakel einfach aus der Entfernung anzuschauen.

    „But how about Seattle?

    So they take over a big chunk of a city called Seattle. I mean, we’re not talking about some little place. We’re talking about seattle. Have you ever been to Seattle?

    They took over a big chunk and the governor who is radical left, all of these places I talkabout are democrat, you know that, every one of them. Every one of them.

    And I have an offer out.

    I said any time you want we’ll come in and straighten it out. In one hour or less. Now I may be wrong, but it’s probably better for us to just watch that disaster.“

    Dazu sei gesagt, dass Durkan am Montag, 22.06 in einer Pressekonferenz die Auflösung der CHAZ angekündigt hat. Ob aus selbstständiger Einsicht oder aufgrund von Trumps provokantem „Hilfsangebot“, war hier nicht nachvollziehbar 😉

    Auch wenn die Qualitätsmedien es irgendwie „vergessen“ haben: Die Mehrheit der amerikanischen Bürger ist natürlich gegen die Anarchisten und an „Defund the police“ in keinster Weise interessiert. Man muss kein Hellseher sein, um zu erkennen, dass sich die Demokraten mit den Krawallen ein nicht unerhebliches Ei ins eigene Nest gelegt haben. Zumal die Antifas in großem Umfang auch kleine Ladenbesitzer in den schwarzen Communities ausgeplündert und ruiniert bzw. gleich ganz niedergebrannt haben.

    Es wird sich zeigen, ob BLM genügend schwarze Wähler für die Dems mobilisieren kann. Denn die schwarze amerikanische Unterschicht wählt ja ohnehin traditionell die Demokraten. Währenddessen würde niemand aus der schwarzen Mittelschicht diese Zustände gutheißen und sich seinen bescheidenen Wohlstand anzünden lassen.

    Die Masse der Amerikaner hat darüber hinaus reagiert, wie es ohnehin zu erwarten gewesen ist: Sie haben, in ganz konservativer Manier, landesweit die Waffengeschäfte gestürmt und für Rekordabsätze bei den klassischen Home Defense Guns gesorgt.

    Die US-Wahl wird auch dieses Jahr wieder großes Kino. Mal sehen, welche der beiden Oligarchien den Thron letztendlich besteigt. Aber es würde mich doch sehr wundern, wenn Trump es nicht ein weiteres Mal gelingen würde, sich die Krone aufzusetzen.

    • Analitik sagt:

      “Dazu sei gesagt, dass Durkan am Montag, 22.06 in einer Pressekonferenz die Auflösung der CHAZ angekündigt hat. Ob aus selbstständiger Einsicht oder aufgrund von Trumps provokantem „Hilfsangebot“, war hier nicht nachvollziehbar”

      Die Provokation der Demokraten zielte darauf ab, dass Trump mittels Nationalgarde die Aufstände plattwalzen lässt und die Demokraten ihn dafür als Dämon, der die Armee gegen die eigene Bevölkerung schickt, diffamieren könnten (plus die Option, einen weiteren Schritt in Richtung echten Bürgerkrieg zu unternehmen). In diese Falle ist Trump nicht reingelaufen, also müssen die Demokraten den Zirkus selbst unter Kontrolle bringen, denn so wie es derzeit läuft, spielt es natürlich Trump in die Hände. Nicht umsonst hat er offen gesagt, dass es für ihn besser sei, das Schauspiel einfach zu beobachten und nichts zu tun.

  5. Analitik sagt:

    Bitte Fragestellung beachten. Sie ist ziemlich konkret und nicht zufällig. Andere Aspekte können gern woanders diskutiert werden.

    • Garst sagt:

      Die Berichterstattung über diese Vorgänge ist international ausschließlich auf Effekt und Wirkung ausgelegt. Tatsächliche Informationen, Vergleiche und Auswertungen sind mir persönl. nirgends aufgefallen. Information ist noch weniger als beim globalen Husten Bestandteil der Inszenierung. Auch die bis vor kurzem eher Trump-treuen FOX Nachrichten wenden gerade auf Gegenkurs.

      Trump ist anscheinend gut genug beraten worden, sich zurückzuhalten und auf seine Stärken zu konzentrieren. Damit kann er aber im Moment kein volles präsidiales Spektrum anbieten, was ganz sicher seine Wählerbasis reduziert. Auch er selbst spricht so etwas wie eine musterbezogene Auswertung der Geschehnisse nicht an. Man muß davon ausgehen, daß trotz aller Hierarchie viele seiner Dienste und Behörden vor der Verweigerung stehen.

      Ich möchte Sie gerne darauf hinweisen, daß m.E. große Szenarien angedacht waren. Mehrere Generäle haben schwülstige, inhaltsleere Briefe an den POTUS geschrieben, die einer angekündigten Befehlsverweigerung nahekamen (nach dem gelungenen Erstversuch mit dem Flugzeugträgerkapitän), der Verteidigungsminister hat dem Präsidenten vor der Presse offen widersprochen (bezügl. des Einsatzes der Armee), und die Biden-Kampagne hat erklärt, das Militär werde Trump aus dem weißen Haus abführen (das “bei Wahlniederlage” hat man nur der Form halber noch dahintergestellt).

      Insofern, und bezüglich der Fragestellung: eine auch nur halbwegs analytische Berichterstattung fehlt nicht zufällig. Dieses Versagen bedeutet für mich einen weiteren Schritt nach unten auf der Kellertreppe, hinein ins ewige Dunkel. Der Satz von Trump in seinem Wahlkampfauftritt in Tulsa, Oklahoma: “Die Demokraten wollen die Menschen bestrafen, die in die Kirche gehen. Nicht jedoch die, die eine Kirche anzünden.” sollte zu denken geben.

      Die globale Berichterstattung und deren weitgehende Gleichschaltung überwiegen daher m.M.n. den eventuell lokalen Effekt der Aufstände, Plünderungen, Bilderstürme und Verbarrikadierungen. Das Internetportal “China News” berichtet seit neuestem unverhohlen im Sinne demokratischer “Talking points” über die USA. Die Politiker der republikanischen Partei in Washington stehen nicht ausreichend hinter Trump, und sind zu großen Teilen sowieso kompromittiert. Eventuell konservative Bürgermeister werden gegen diese Angriffe nicht ausreichen. Eventuelle lokale Trennung und ruhigere Gegenden, wie durch die Frage insinuiert, wiegen das meiner Meinung nach nicht auf.

      In jedem Falle beste Grüße an die Runde hier.

  6. Hausfrau sagt:

    mit “blm riots in cities” bekomme ich eine mit heißer Nadel zusammengestrickte Wikipedia-Seite: https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_George_Floyd_protests_in_the_United_States
    Die zählt angeblich “Proteste mit über 100 Teilnehmern”, wodurch das ganze “flächendeckend” aussieht. Es sind aber völlig unterschiedliche Qualitäten, die da thematisch zusammengezogen werden, von 11 Tagen bürgerkriegsartiger Dauerrandale in Seattle bis zur von Polizei und Nationalgarde schnell auseinandergebrachten 100-Leute-Demo oder gar der 125-Leute-Lichterkette in Wyoming, die man normalerweise gar nicht bemerkt hätte.

  7. Hausfrau sagt:

    Hier ist eine Liste der Gouverneure mit Parteien:
    https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_United_States_governors
    Ich habe beides kursorisch durchgelesen und verglichen; mein Eindruck bis jetzt ist, daß die republikanischen Governors meist etwas früher eingeschritten sind (Pfefferspray, Nationalgarde), aber keine genau der Parteilinie analoge Qualität zu sehen ist. Es scheint die ländlichen Staaten zu geben, wo es einen Tag eine Lichterkette gibt, und die Städte, in denen krawalliert wird. Und dann gibt es noch Louisiana, das zwar einen demokratischen Governor hat, wo es aber anscheinend selbst in den Städten nicht zu Krawall gekommen ist.

  8. Sabine sagt:

    Miami hat einen republikanischen Bürgermeister und nach einer weitgehend friedlichen Demo eine Nacht Plünderungen, brennende Autos, usw. gehabt.
    Anscheinend haben Politik und Polizei dort auf Deeskalation ohne Toleranz für Straftaten gesetzt. Es wurde vermittelt, dass alle Täter gefunden werden, und die Polizei zeigte sich zurückhaltend, aber auch durchsetzungsfähig.
    Von Anfang an wurde die Parole ausgegeben, dass die Provokateure von außen kommen und später verhaftete das FBI u. a. Gruppen eingereister und laut eigener Aussage von Unbekannten für Gewaltstiftung bezahlter Lateinamerikaner.
    Interessant finde ich, dass die Polizei am nächsten Morgen symbolträchtig Trümmer und abgebrannte Autos wegräumte, damit ihr Anblick die Atmosphäre nicht prägte.

    • Hausfrau sagt:

      Das ist richtig, die Bürgermeister der Städte spielen wohl eine stärkere Rolle als die Gouverneure (vielleicht mit Ausnahme von “Hauptstädten”). Die allermeisten Bürgermeister der größeren Städte sind Demokraten, wenige Republikaner:
      https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_mayors_of_the_50_largest_cities_in_the_United_States
      Der bekannteste Randaleort war ja Seattle/Washington, mit demokratischem Bürgermeister und Gouverneur. –
      Die Polizei in Miami scheint recht umsichtig gehandelt haben, um den Schaden zu begrenzen. –
      Man fand im Netz z.T. auch Videos, in denen Schwarze schwarzgekleidete Weiße vom Fenstereinschlagen abzuhalten versuchten.

  9. Sabine sagt:

    Liste der Städte mit Ausgangssperren:
    https://www.businessinsider.com/us-states-response-george-floyd-protests-curfews-national-guard-2020-6?r=DE&IR=T
    Karte:
    https://abcnews.go.com/US/locations-george-floyd-protests-curfews-national-guard-deployments/story?id=70997568

    Bei der Frage “In welchen Städten/Staaten sind größere Ausschreitungen zu verzeichnen? Welche Partei stellt dort jeweils die Regierung?” ist die Antwort vorhersehbar, besagt aber wenig, weil die großen Städte fast alle von Dems regiert werden.
    Wenn auch in den konservativen Kleinstädten auf dem Land The Great BLM-Protests ausgebrochen wären, hätte man das der Öffentlichkeit nicht als authentisch verkaufen können, das Anreisen der Aktivisten wäre aufgefallen, usw.
    In San Diego hingegen, der größten Stadt mit Rep-Regierung, gab es heftige Riots mit Brandstiftung, Plünderung, usw. und auch in Jacksonville, der zweitgrößten Stadt mit Rep-Regierung, fehlten die Riots nicht.

    Bei der Frage “Wo stellt sich die Lokalpolitik auf die Seite der Aktivisten und wo gegen diese auf?” denke ich, dass dabei die Gründe berücksichtigt werden müssten, was schwierig ist.
    Auch bei Rep-Politikern gab es Love&Peace für die Protests, die Verkündung, Anklagen gegen die Verhafteten fallen zu lassen, Kneeling-Fotoshooting im Polizeipräsidium und Zusage von Polizeireformen.
    Es kann kluge Strategie sein, die Protests zu umschmeicheln und öffentlich nur die Anstifter der Riots als Feinde zu definieren.
    Es kann aus verschiedenen Gründen auch klüger sein, in einen Riot nicht sofort Polizei und Nationalgarde reinzuschicken.
    In Miami (Rep-Bürgermeister) sollen stattdessen Undercover-Leute losgeschickt worden sein, um die Anstifter zu identifizieren.

    Anscheinend hat Bill Barr der Schreckliche die speziell ausgebildeten Federal Riot Teams nur nach Miami und später D. C. geschickt.
    War es Taktik, die wesentlich gravierenderen Events in Minneapolis und anderen Dem-regierten Städten zuzulassen und nur Rep-Mayors zu helfen, oder fehlte rechtliche Kompetenz, gegen den Willen eines Mayors vor Ort einzugreifen?
    Soweit ich es mitbekommen habe, sind es die Bürgermeister und City Counsils, die die ad-hoc-Entscheidungen vor Ort gefällt haben, auch über das Tun und Lassen der vom Governor geschickten Nationalgarde.

  10. Sabine sagt:

    Zur Frage “Wo stellt sich die Lokalpolitik auf die Seite der Aktivisten und wo gegen diese auf?”
    waren mir Bedenken, die ich am Samstag geschrieben habe, gekommen.
    Deshalb habe ich überlegt, ob klare Resultate durch Fragen nach konkretem Handeln bezüglich der Polizei erreicht werden könnten, z. B.:

    Wo haben Mayors/City Councils “Defund the Police” tatsächlich vor?
    Wo bauen sie das Personal der Polizei ab (z. B. hiring freeze)?
    Wo haben Mayors die Polizeiführung verändert?
    Wo haben Stadtregierungen Gesetze beschlossen oder vor, durch die Polizeiarbeit eingeschränkt wird?

    Alle Punkte treffen auf Seattle zu, wo BLM usw. seit Jahren das großes Thema ist, obwohl dort nur 7,9% der Bevölkerung Afro-Amerikaner sind (Stand 2010).
    Die Dem-Bürgermeisterin hat 2018 eine 26-Jährige zum Chief of Police ernannt, die sich kürzlich natürlich leichter überrumpeln ließ als jemand mit mehr Erfahrung.

    Auf den ersten Blick scheinen bisher 15 Stadtregierungen “Defund” vorzuhaben (alle Dem).
    Von der in San Diego wurde es aufgrund der Riots auch behauptet, doch die dortige Rep-Regierung beschloß stattdessen “Increase” mit nur einer Gegenstimme, die von einem Dem-Ratsmitglied kam.
    https://www.bloomberg.com/news/articles/2020-06-09/the-cities-taking-up-calls-to-defund-the-police
    https://www.thetrace.org/2020/06/defund-the-police-city-mayors-budgets/
    https://eu.usatoday.com/story/news/nation/2020/06/09/san-diego-police-budget-defund-calls/5330547002/

    • Sabine sagt:

      In Seattle hat Bürgermeisterin Durkan die “Autonome Zone” von der Polizei* auflösen lassen, NACHDEM Durkan sich als in ihrer persönlichen Sicherheit bedroht bezeichnete, weil eine total friedliche Demo zu Durkans 7-Millionen-Dollar-Privatanwesen gezogen war, um 50% Etat-Kürzung für die Polizei zu fordern.
      Durkan klagte speziell City-Council-Mitglied Sawant an, durch Beteiligung an dieser Demo die Sicherheitsbedürfnisse von Durkan und ihrer Familie missachtet zu haben (es ist wohl Whatsaboutism, auf die 6 Schießereien mit 2 Toten im friedlichen CHOP hinzuweisen).

      Das Muster, auch Dem-Mayors an ihrem Privatwohnsitz zu “konfrontieren”, wenn sie sich Forderungen nach “Defund the Police” widersetzen, zeigte sich schon z. B. in Minneapolis und St Louis.
      In NYC hingegen lagern Demonstranten seit einiger Zeit vor dem Amtssitz von Mayor De Blasio, weil er nur eine Kürzung des Polizei-Etats von 1 Milliarde beschlossen hat.

      *Die junge afro-amerikanische Polizeichefin Seattles hat inzwischen betont, dass sie mit dem Rückzug der Polizei aus dem Präsidium in den besetzten Zone nicht einverstanden gewesen war. Nun gibt Durkan ihrem Council Member Sawant die Schuld dafür, die Protestler zur Besetzung des Polizeipräsidiums aufgewiegelt zu haben.

  11. Sabine sagt:

    CHOP-Aktivisten sagten, sie wollen nicht aufgeben, sondern ihr Projekt woanders fortführen, und nannten dazu Portland.

    Dort ist die Polizei-Chefin zurückgetreten, als nach 10 Riot-Nächten in Folge die Dems den Entwurf einer Polizeireform zur Strafbarmachung von Polizisten bei “any misconduct” vorlegten.
    BLM Portland legte ihrerseits eine Forderungsliste* vor, darin enthalten:
    5) Retroactively decriminalize all drug and prostitution related offenses
    6) Amend the state constitution to allow the expungement of criminal records
    Die Forderung nach Ernennung eines Afro-Amerikaners zum neuen Polizei-Chef hat Portlands Dem-Bürgermeister bereits erfüllt.
    Der schwarze Bevölkerungsanteil beträgt in Portland 6,3%.

    Auch in Richmond wurde der Polizei-Chef während der Floyd-Riots wegen seiner Reform-Unwilligkeit abgesetzt. Doch der reformfreudigere Interimschef musste nach 10 Tagen zurücktreten, um einem noch reformfreudigeren Polizeichef Platz zu machen, der z. B. will, dass jemand, der den Einsatz von Tränengas entscheidet, für alle Folgen verantwortlich ist.

    Mir scheint der Blick auf das Verhalten von Lokalpolitikern gegenüber der Polizeiführung und -arbeit wichtig für den Fall, dass Trump die Wahl gewinnt und dann Teile der Jugend zu “anti-faschistischem” Aufstand inspiriert werden.

    Die Floyd-Protests sind zwar abgeklungen, aber sie haben Wirkung, z. B. zählt das Demokratie-Prinzip, Mehrheitsentscheidungen zu akzeptieren, irgendwie nicht mehr. Stattdessen ist das Gegenteil zur Pflicht erhoben worden.
    – Aktivisten betonen stets, sie müssen ihre Forderungen mit illegalen Mitteln durchsetzen, wenn sie nicht sofort erfüllt werden
    – Polizisten müssen sich gut überlegen, ob sie bei Gesetzesbrüchen eingreifen
    – Bürgermeister und Polizei-Chefs müssen jederzeit damit rechnen, mit irgendwas beschuldigt und zum Rücktritt gezwungen zu werden
    – Einzelpersonen müssen mit Psychoterror und Existenzvernichtung rechnen (s. Welle von Kündigungen und Rücktritten)
    – Außenstehende müssen für all das Partei ergreifen, denn schon wer schweigt, ist schuldig, “white silence is violence”

    In Portland zeigt sich deutlich, dass BLM nur Vorwand ist. Die BLM-Gruppen sind dort aufgrund des geringen schwarzen Bevölkerungsanteils vermutlich winzig, aber sie arbeiten mit Fridays-for-Future (und vermutlich viele andere Gruppierungen) zusammen, was sich auch in der Forderungsliste wiederspiegelt.

    * https://www.facebook.com/BLMPORTLANDME/photos/a.112652343804867/116229863447115/?type=3&theater

    • Sabine sagt:

      In Portland gibt es weiterhin Nacht für Nacht auf Ausschreitungen ausgerichtete Proteste, bei denen einige hundert überwiegend Weiße die Polizei mit Brandstiftung, Molotow-Cocktails, Steinschleudern usw. herausfordern.
      Der schwarze Polizeichef betont, dass er den Einsatz von Tränengas trotz des neuen diesen einschränkenden Gesetzes befürwortet, weil es sich um Riots handelt.
      Dagegen haben einige Dems anscheinend erneut Klage eingereicht.
      Dazu sagte der Polizeichef, dass bereits viele Polizisten verletzt worden sind und eine Polizeidienststelle erst verbarrikadiert und dann angezündet wurde, während sich darin Leute befanden.

      https://twitter.com/portlandpolice?lang=de

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