Operation Impeachment

Die Gemüter kochen wieder hoch. Das Weiße Haus (!) hat ein Gesprächsprotokoll von Trump und Selensky veröffentlicht (die vollständige Lektüre sei jedem empfohlen – nicht weil es so spannend ist, sondern weil es eine so seltene Gelegenheit ist). Die Demokraten wittern die Chance auf ein Amtsenthebungsverfahren gegen Trump.

Ich behaupte, das ist ein Köder, den Trump ganz bewusst in den Demokraten-Sumpf auswirft. Und wenn die anbeißen, hängen sie an Trumps Angel und sind selbst schuld.

Schauen Sie, ein eröffnetes Verfahren ist kein gewonnenes Verfahren. Es sind sich auch alle im Klaren darüber, dass das Verfahren nicht gewonnen wird, weil die Entscheidung beim Senat liegt, das Senat aber in Trumps Hand ist. Das Risiko, das Trump eingeht, ist also überschaubar. Was haben wir dagegen auf der Haben-Seite?

Wenn die Demokraten das Amtsenthebungsverfahren eröffnen, wird das zwangsläufig zu ihrem Wahlkampfthema, bzw. wird es ihren Wahlkampf überschatten. Genau das will Trump, denn genau das ist schlecht für die Demokraten. Das Herumhacken auf dem Präsidenten ist Destruktivität pur. Um Wähler zu überzeugen, braucht man eine positive Agenda. Eine solche zeichnet sich ohnehin nicht ab. Wenn dann noch das Amtsenthebungsverfahren gegen Trump hinzukommt, sind die Demokraten darauf festgenagelt, sich emotional an dieser Gülle abzuarbeiten. Bäääh.

Derweil hat Trump sehr wohl eine konstruktive Agenda. Konkurrenten plätten, die Industrie zurück in die USA holen, Wirtschaftsverträge aufkündigen, um bessere für die USA auszuhandeln. Das mag alles noch so wild erscheinen, aber da stecken ganz konkrete nationale US-Interessen drin.

Die Demokraten dagegen laufen Gefahr, ihre Interessen offen auf Rache zu reduzieren. Bäääh. Trump treibt sie in diese Falle. Nachdem die Demokraten und die mit ihnen verbündete Presse sich drei Jahre lang rituell am möglichen Amtsenthebungsverfahren aufgegeilt haben, wird es schwer, der Falle zu entgehen.

Das schlimmste für die Demokraten wäre ein doppelter Boden bei dieser Affäre. Während sie nämlich seit drei Jahren über Russlands Einmischung in den US-Wahlkampf 2016 schwadronieren, aber keine Beweise finden konnten, hat die Welt bisher ignoriert, dass die Ukraine sich in den US-Wahlkampf 2016 auf Clintons Seite einmischte. Wenn die Ukraine jetzt im Zusammenhang mit US-internen Konflikten ins Rampenlicht gezogen wird, könnte die Rolle der Ukraine im US-Wahlkampf 2016 durchaus zum Thema werden, und dann kann der Schuss für die Demokraten auch doppelt nach hinten losgehen.

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Nachtrag, 01. Oktober 2019:

Sie versuchen MICH zu stoppen, weil ich für EUCH kämpfe!

https://twitter.com/realDonaldTrump/status/1178055467987275776

Trump im Wahlkampfmodus. Die Ukraine und Bidens Einmischung dort (von Biden selbst vor laufender Kamera stolz vorgetragen!) wird zu einem Angelpunkt für Trumps Kampagne:

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