Flüchtlings-Theater

In der EU wird um Flüchtlinge gepokert. Ein Schiff voller Flüchtlinge versucht sie irgendwo loszuwerden und die europäische Presse verfolgt gebannt jeden Paddelschlag. Italien und Frankreich zerstreiten sich darüber, versöhnen sich dann wieder. Parallel entfesselt Deutschland ein Flüchtlings-Regierungskrise-Theater (manche glauben, dass Merkel wieder einmal entthront wird – jetzt endlich wirklich), das sich im Kern darauf reduziert, die EU unter Druck zu setzen mit der Drohung, dass Deutschland sonst eine eigene Regelung trifft und die Hälfte der staubgesaugten Flüchtlinge wieder dahin zurückschickt, wo sie zuerst EU-Boden betreten haben. Naja, oder so ähnlich. Die Quälitätspresse emotionalisiert qualitativ hochwertig, damit niemand kapiert, worum es eigentlich geht, wenn gleich mehrere Flüchtlings-Theaterstücke in der EU parallel aufgeführt werden.

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