Es gibt keine von Geheimdiensten unabhängigen Terrorakte

Aus aktuellem Anlass. Alle Terroristen und alle Terrorakte gehen auf das Konto von Geheimdiensten. Es gibt praktisch keine „freien“, „unabhängigen“ Terroristen, die eigeninitiativ und von den Geheimdiensten unbemerkt handeln. Sie sind alle geheimdienstlich gesteuert.

Um zu erkennen, wer hinter einem Terrorakt steht, muss man schauen, wer davon profitiert und wer davon zu profitieren versucht.

Der jüngste Terrorakt in Manchester fand zwei Wochen vor einer Parlamentswahl statt. Jemand versucht die Stimmung in eine bestimmte Richtung zu lenken.

Der Attentäter war den Behörden seit Jahren bekannt. Glaubensbrüder und Verwandte haben die Behörden auf seine extremistischen Einstellungen, seine Radikalisierung und seine Bewunderung für den IS mehrfach hingewiesen. Seit 2001 führt der Westen offiziell einen Krieg gegen Terror. Unzählige Bürgerüberwachungsmaßnahmen wurden und werden damit legitimiert, dass man eben solche Täter entdeckt und unschädlich macht. Nach über 15 Jahren „Kampf gegen den Terror“ muss man eine gewisse Routine und Professionalität annehmen. Dass die Behörden einen Extremisten trotz mehrfacher unzweideutiger Warnungen zufällig ignorieren, sollte inzwischen auch den gutgläubigsten Menschen verdächtig erscheinen.

Der Täter war bekannt, aber man hat ihn gewähren lassen. Man hat ihn mindestens gewähren lassen. Die Täter gewähren zu lassen ist die „sanfteste“ Kontrollmaßnahme der Geheimdienste. Sie besteht im Nichteinschreiten. Im Fall von Manchester ist es mal wieder (nicht zum ersten mal) so offensichtlich, dass es sich nicht verheimlichen lässt.

Die tatsächliche Kontrolle reicht aber viel tiefer. Selbstmordattentäter können gekauft werden, indem man ihnen anbietet, ihre Familien in der Heimat fürstlich zu versorgen. Und manche „Selbstmordattentäter“ sind gar keine. Man nehme einen jungen Mann, den man regelmäßig mit Botengängen beauftrage. Bring diese Tasche dahin. Hol ein Packet von dort ab. Der junge Mann kann jeden Dollar gebrauchen und es ist ein einfacher Job. Irgendwann explodiert die Tasche des Boten und schon hat die Welt einen „Selbstmordattentäter“, der selbst genauso Opfer des geheimdienstlichen Anschlags geworden ist wie alle anderen. So einfach kann das gehen, so verdammt einfach. Und nach oben sind den Kontrollmaßnahmen keine Grenzen gesetzt.

Nachtrag, 28. Mai 2017:

Der 22-jährige Täter hat am 22. May ein Geschenk für Theresa May gemacht, indem er bei einem Anschlag 22 Menschen in den Tod riss. Die Uhrzeit 22:22 Uhr hat er nicht ganz einhalten können, aber er war nah dran.

Sicherheit und Terrorabwehr wurden umgehend zum Wahlkampfthema. Und siehe da:

Die Labour-Partei hat laut einer aktuellen Umfrage deutlich aufgeholt. Von 24 Prozentpunkten im April schrumpfte der Abstand zwischen Mays Konservativen und Corbyns Labour-Partei laut einer YouGov-Befragung auf nur noch fünf Prozentpunkte (43:38).

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