Warum haben wir keine Inflation?

Wenn die Notenbanken Geld drucken und es in Umlauf bringen und gleichzeitig die Wirtschaft nicht wächst, dann kommt es zur Inflation. Das gehört zu den einfachen Gesetzmäßigkeiten der Volkswirtschaft, die man auch als Laie nachvollziehen kann.

In den letzten Jahren geschehen allerdings sonderbare Dinge. Seit 2008 haben die USA inzwischen Billionen Dollar frisches Geld gedruckt (eine Billion sind 1000 Milliarden), aber haben Sie etwas von einer Inflation in den USA mitbekommen?

Die EU hat im März 2015 den Gelddrucker eingeschaltet und wirft monatlich 60 Milliarden Euro raus. 14 Monate geht das schon so, das sind bereits 840 Milliarden Euro! Bis September werden es knapp über eine Billion Euro werden. Unvorstellbar große Geldsummen, aber wo bleibt die Inflation? Wir haben keine, die den üblichen Rahmen sprengt.

Wie kommt das? Warum wirkt ein grundlegendes Gesetz der Wirtschaft nicht mehr? In dem oben verlinkten Papier wird Inflation genau einmal erwähnt, als es heißt, dass man die Wirkung der hemmungslosen Gelddruckerei auf die Inflation schwer abschätzen kann. Das war es schon? So viele Buchstaben und bunte Grafiken in dem Papier, aber eine absolut naheliegende und wichtige Fragestellung wird gar nicht angefasst?

Frage an alle: Warum haben wir keine Inflation, obwohl Geld wie verrückt geschaffen wird?

Eigene Gedanken dazu:

Das Geld geht nicht direkt in die Wirtschaft oder an die Verbraucher, sondern an die Banken. Die ausbleibende Inflation muss etwas mit der Vermittlerrolle der Banken zu tun haben.

  • Hypothese 1: Die Banken dürfen das Geld nicht an die Realwirtschaft weitergeben. Ein Deal verbietet es. Fragt sich dann, wozu das Geld gedruckt wird. Entweder, um die faulen Papiere der Banken abzudecken oder um weiteres Wachstum der Banken zu ermöglichen.
  • Hypothese 2: Die Banken wollen das Geld nicht an die Realwirtschaft abgeben. Das Geld wird gedruckt, um das strauchelnde Bankensystem zu retten und möglicherweise mit dem echten Wunsch (seitens der Politik), dass die Hilfe bis auf die Realwirtschaft durchgreift. Die Banken verwenden das Geld, um die faulen Papiere zu decken und können es daher nicht an die Realwirtschaft weitergeben. Den Rest des Geldes investieren die Banken lieber in neue faule Papiere, weil das kurzfristig mehr Gewinne verspricht, als eine Investition in die Realwirtschaft.

Meinungen? Andere Erklärungen?

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21 Kommentare zu “Warum haben wir keine Inflation?
    • Analitik sagt:

      Habe das gelesen und mir Gedanken darüber gemacht. Der Text erklärt das Grundproblem viel ausführlicher als meine Wenigkeit, verwendet auch viele Fachbegriffe, aber am Ende läuft es auch dort auf das hinaus:
      „Das Geld geht nicht direkt in die Wirtschaft oder an die Verbraucher, sondern an die Banken. Die ausbleibende Inflation muss etwas mit der Vermittlerrolle der Banken zu tun haben.“

      Zu meinen Hypothesen, warum die Banken das Zentralbankgeld nicht an die Wirtschaft weiterleiten, kommt aus den verlinkten Artikeln eine weitere dazu: Die Banken vergeben genau so viele Kredite, wie es kreditwürdige Kreditanfragen gibt. Und wenn die Wirtschaft nicht wächst und diejenigen, die Kredite haben wollen, nicht kreditwürdig sind, kann die Bank eben keine Kredite vergeben und damit kein Geld in die Wirtschaft pumpen.

      Das ist ein interessanter Gedanke, über den man nachdenken muss. Spontan fällt mir dazu ein, dass die Banken schon lange Kredite an kreditunwürdige Kreditnehmer vergeben. Die Finanzkrise von 2008 wurde genau dadurch befeuert.

      Nächster Gedanke: Die Wirtschaft hat sich im großen und ganzen ausgewachsen. Viel mehr geht (im Moment zumindest) nicht. Aber unserem Schneeball-Finanzsystem ist das wurscht, es braucht exponentielles Wachstum der Geldmenge, um alte Schulden mit neuen Schulden tilgen zu können. Das heißt, die Wirtschaft braucht gar kein Geld mehr, nur das Finanzsystem dürstet stark danach. Gut, geben wir es dem Finanzsystem. Kurzfristig ist das eine Lösung. Das Problem ist, dass der Kasino-Teil des Finanzsystems, der mit Realwirtschaft wenig zu tun hat, sich inzwischen verschmolzen hat mit dem Teil des Bankensystems, der die Realwirtschaft bedient. Es hat mal eine Trennung zwischen beidem gegeben, aber die wurde aufgehoben (genau rechtzeitig übrigens…). Ein politischer Fehler, jetzt kann man das Kasino nicht pleite gehen lassen. Dem Kasino muss man bescheinigen, sich geschickt in die Realwirtschaft eingeschmuggelt zu haben, so dass es jetzt mit Verweis auf „systemrelevant“ die Schultern zuckt und sagt: ihr müsst uns retten, oder ihr seid auch tot. Denn im Kasino sind nicht mehr nur Zocker mit ihren Privatvermögen Kunden, sondern ausnahmslos alle.

      Nächster Gedanke: Hoffentlich arbeitet die Politik daran, Kasino wieder vom seriösen Bankgeschäft zu trennen. Wenn das so wäre und die ganzen Quantitative Easing Programme dazu dienen, Zeit für diesen Prozess der Trennung zu gewinnen, wäre es toll.

      Nächster Gedanke: Wenn es nicht so ist und eine Trennung nicht vorgesehen ist, kann man sich fragen, was uns daran hindert, das hybride Finanzsystem (Verschmelzung von Kasino und Bank) einfach weiter mit so viel Geld zu versorgen, wie es haben will. Wenn aus der Realwirtschaft sowieso keine Nachfrage mehr kommt und wenn die Banken das ganze Geld, was sie bekommen, ohnehin nur für eigene virtuelle Finanzprodukte ausgeben können, sollen sie doch damit herumspielen? Schreiben wir ihnen nach und nach so viele zusätzliche Nullen auf ihre Konten, wie sie brauchen.

      Nächster Gedanke: Ha! Im Großen mag die Wirtschaft von der Menge des Zentralbankgeldes abgekoppelt sein, im Kleinen gibt es aber keine Schranke, die einen Transfer behindert. Die Ukraine braucht ein paar Milliarden Dollar, um dem Nazi-Regime Zeit für seine Festigung zu geben? Kein Problem! Die „demokratischen Aktivisten“ in Südamerika wollen viele grüne Scheine sehen, bevor sie die Hauptstadt ihres Landes in Schutt und Asche legen, Polizisten töten und die Regierung putschen? Kein Problem! Russland bietet einem Nachbarland 10 Milliarden (Kredit), um die Loyalität zu sichern? Kein Problem – wir bieten locker das dreifache! Das klingt doch nach einer win-win-Situation zwischen Politik und Finanzsystem. Und der kleine Mann muss sich dabei keine Sorgen machen, dass die Preise für seine Wurst demnächst dramatisch steigen. 🙂

      • ped43z sagt:

        Hallo Analitik,

        Buchgeld entsteht bei der Kreditvergabe von Banken durch eine Buchung (daher der Name), genauer gesagt eine Bilanzverlängerung (ohne hier weiter darauf einzugehen, sei erwähnt, dass Buchgeld auch durch die Einzahlung von Bargeld auf Konten und Transfers verschiedener Währungen entsteht). Das bedeutet ein Eintragen der Kreditsumme sowohl auf der Aktiv- als auch auf der Passivseite des Geschäftskontos der Bank. Damit erhöht sich die Menge an Buchgeld (die sogenannte Geldmenge M1) um den Kreditbetrag.

        siehe: http://peds-ansichten.de/2015/06/kredite-und-ihre-rolle-im-schuldgeldsystem

        Was will ich damit sagen: Am Anfang jeden Geldumlaufs steht Buchgeld. Geld, auch das was wir im Portmonee haben ist Kredit. Und nur mit Buch- und Bargeld kommt auch die Realwirtschaft und Otto Normalverbraucher in Kontakt.

        Das Zentralbankgeld, von dem Du sprichst, ist tatsächlich ausschließlich Geld der Banken und wird sichtbar auf den Konten der Privatbanken bei den Zentralbanken. Es zirkuliert in einem separaten Geldkreislauf, dem Interbanken-System.

        Führen Verkäufer und Käufer (im realen Geldkreislauf – also Kundenebene) die Konten, auf welche gebucht werden soll bei unterschiedlichen Banken, wird es etwas komplizierter. Was gleich bleibt, ist dass dem Girokonto des Verkäufers der vom Girokonto des Käufers abgebuchte Betrag gutgeschrieben wird. Spätestens aber jetzt wird offensichtlich, dass es sich bei Kreditgeld tatsächlich um Schuldgeld handelt, denn die Bank des Verkäufers ist vom Mittelzufluss an Buchgeld in ihren Büchern überhaupt nicht begeistert, sie vertraut diesem Geld nicht. Warum? Mit dem Zuwachs an Buchgeld auf den Sichtkonten ihrer Kunden vergrößert sich die Schuld der Bank auf echtes Geld – Bargeld!

        Ein Zuwachs an dinglichem Vermögen (z.B. durch Besicherung eines Kredits) oder zu erwartende Zinseinnamen gibt es aber bei solch einer Überweisung zwischen Giro-Konten nicht. Theoretisch könnte man nun einen Geldtransporter von Bank 1 zur Bank 2 schicken, um den Barwert der Überweisung zu übergeben, was man aber kaum tun wird. Weswegen die Bank folgerichtig dieses virtuelle Geld erst dann akzeptiert, wenn die Bank des Käufers (Kreditnutzers) Sicherheiten für das Kreditgeld hinterlegt. Das kann so weit gehen, dass die Bank der Transaktion nicht zustimmt!

        Wie aber soll man diesen komplexen Buchgeldverkehr erfassen, in dem tausende Giro-Konten bei hunderten Banken miteinander verrechnet werden müssen? Hier kommt daher ein neuer Kontentyp in´s Spiel – das Interbank-Kreditkonto. Eine Geschäftsbank hat bei jeder anderen Bank, auf deren Kundenkonten sie Buchgeld überweist, ein Interbank-Kreditkonto. Und umgekehrt hat jede andere Bank, die Überweisungen zu dieser Bank tätigt, ihrerseits bei dieser Bank ein Interbank-Kreditkonto.

        Neben den Girokonten für ihre Kunden besitzt jede Geschäftsbank bei im Prinzip jeder anderen Geschäftsbank ein Interbank-Kreditkonto und außerdem bei der Zentralbank ein Zentralbankkonto

        Ausführlicher siehe: http://peds-ansichten.de/2015/08/die-rolle-des-interbankensystems-fuer-das-kreditgeschaeft/

        Es ist tatsächlich so, dass sich die Banken auch gegenseitig Kredit – Interbankenkredite – geben. Vor der Finanzkrise haben sie das sogar in immensem Ausmaß gemacht, als Mittel einer sogenannten kooperativen Geldschöpfung, um auf der Kundenebene noch mehr Kredite schöpfen zu können. Was hat das nun mit dem Gebaren der Zentralbanken zu tun?

        Kreditbanken müssen auf ihrem Kreditkonto eine bestimmte Mindestreserve (an Zentralbankgeld!) vorweisen, damit sie Kredite, also Geld (Buchgeld!) schöpfen können. Und diese Konten der privaten Banken werden durch die Zentralbanken derzeit permanent aufgefüllt.

        Denn Zentralbanken machen auch nichts anderes als private Banken. Sie schöpfen Zentralbankgeld und verschulden sich gegen sich selbst. Klingt komisch, ist aber so. Buchungstechnisch wird das geschöpfte ZB-Geld den ZB-Konten der Privatbanken gutgeschrieben und auf diese Weise faule Kredite aufgekauft, z.B. Griechenland-Kredite. Auf diese Weise fließen den ZB-Konten 1,3 Billionen Euro zur Erhöhung derer Mindestreserve zu.

        siehe auch: http://peds-ansichten.de/2015/09/was-der-neoliberalismus-und-das-finanzsystem-mit-griechenland-zu-tun-hat/

        „Früher“ hat das eine Zentralbank gemacht, wenn sie z.B. Gold oder andere bewertbare Vermögen aufgekauft hat. Heute macht sie das einfach mit irgendwelchen Papieren. Letztlich ist es nur die Verbildlichung, dass Geld nichts wirklich Reales ist, außer in unserem Kopf, es ist Glauben…

        Auf jeden Fall sanieren sich auf diese Weise Privatbanken und können so neue Kredite schöpfen; an Staaten am Besten. Die helfen immer bei sogenannten „Kreditklemmen“. Aber auch das ist Wording, denn unsere Realwirtschaft produziert doch schon längst ein vielfaches des tatsächlichen Bedarfs. Soviel kann man gar nicht wegwerfen.

        Doch hinter den Banken stehen die Investment-Firmen (von Blackrock bis KKR), deren Anleger mit glänzenden Augen auf künftige Gewinne schielen. Das aber geht nur mit einer weiteren Erhöhung der Geldmenge – oder dem Raub fremden Vermögens. Und beides geschieht. Und dabei erhöht sich weiter fröhlich die einzuholende Zinsmenge… Damit ist die Mär, dass Zentralbanken unabhängige Hüter des Finanzsystems sind, nicht haltbar. Das war auch nie wirklich anders.

        Ich hoffe, dass das komplexe Geschehen (das sehr bewusst so gehalten wird; meine These) durch meine Erläuterungsversuche nicht noch komplexer wurde 🙂

        Herzliche Grüße an alle
        ped43z

      • ped43z sagt:

        „Nächster Gedanke: Wenn es nicht so ist und eine Trennung nicht vorgesehen ist, kann man sich fragen, was uns daran hindert, das hybride Finanzsystem (Verschmelzung von Kasino und Bank) einfach weiter mit so viel Geld zu versorgen, wie es haben will. Wenn aus der Realwirtschaft sowieso keine Nachfrage mehr kommt und wenn die Banken das ganze Geld, was sie bekommen, ohnehin nur für eigene virtuelle Finanzprodukte ausgeben können, sollen sie doch damit herumspielen? Schreiben wir ihnen nach und nach so viele zusätzliche Nullen auf ihre Konten, wie sie brauchen.

        Und genau das passiert jetzt. Das Problem ist nur: Die Probleme unserer Welt lassen sich leider nicht auf die Gier der Finanzjongleure reduzieren. Sie aber halten auf diese Weise eine Ideologie des Wachstums der Realwirtschaft trotzdem am Laufen. Denn es bleibt dabei, dass im Prinzip jede Investition über eine Kreditaufnahme läuft – und verzinst wird. Das Casino ist derzeit ein Ventil, um Druck im Kessel abzulassen. Nur steigt der Druck schneller an, als das Ventil sich aufbohren lässt.
        Wir dürfen nicht die Macht und das Ego aus dem Blick verlieren. Gerade die Pathologen brauchen Geld nur, um Macht auszuüben und dabei auf ihre ganz eigene Art glücklich zu sein. Sie benutzen die Gierigen und Egoisten für die eigenen Zwecke und haben ihre Freude am „Gestalten“.

        Herzliche Grüße
        ped43z

      • Hans aus Olb sagt:

        Ziemlich viele Gedanken… 😉

        Zentraler Punkt scheint zu sein: „Das heißt, die Wirtschaft braucht gar kein Geld mehr, nur das Finanzsystem dürstet stark danach.“

        Es scheint tatsächlich so. Investieren (in der Realwirtschaft) tue ich doch nur, wenn das Investment realistisch einen Gewinn verspricht. Im Unterschied zur *Finanzwirtschaft* kann ich als Unternehmer das Marktrisiko kaum *hedgen*, Investitionen in der Realwirtschaft brauchen eine Punktlandung.

        Es ist nun aber so, dass im Vorfeld der Krise 2008/2009 starke Investitionen in der Wirtschaft getätigt oder auf den Weg gebracht wurden. Diese Kapazitäten drängen nach wie vor auf den Markt, Folge sind nahezu durch die Bank gefallene Produktpreise, die weitere Investitionen immer unlukrativer bzw. risikovoller erscheinen lassen. Also beschränkt man sich schon aus Risikoerwägungen heraus auf Ersatzinvestition bzw. auf Investition aus Eigenmitteln.

        Hinzu kommt, dass es in den letzten Jahrzehnten keine wirklichen *Innovationen* gegeben hat, das meine ich jetzt im Sinne davon, dass völlig neuartige Produkte/ technologien entstanden wären, die ein völlig neues *Zeitalter* anbrechen lassen würde, wie am Anfang der Industrialisierung die Dampfmaschine. Ein neuer *Kontratiev- Zyklus* ist nicht in Sicht. Auch wenn wir jetzt Industrie 4.0 an die Wand schreiben, es ist nichts Neues; Vernetzung gibt es längst, es hat höchstens eine neue Quantität. Auch das Elektroauto ist kein neues Produkt, es ist an sich uralt.

        deshalb ja: „Die Wirtschaft hat sich im großen und ganzen ausgewachsen. Viel mehr geht (im Moment zumindest) nicht.“

        Und deshalb auch ein ja dazu, dass das zusätzliche Geld der Zentralbanken im Finanzsystem selbst zirkuliert, um dortige Schulden (vorerst) zu bedienen.

        Dennoch ist es nur eine Verschiebung des Gläubigers und die führt dazu, dass auch noch der Letzte, Allerletzte, der niemals mit dem Finanzkasino zu tun hatte, in dieses als Gläubiger eingebunden wird. Und das ist gewollt.
        Deshalb ist jede zusätzliche Null, die wir denen aufs Konto schreiben, eine Bürgschaft, die jedem von uns aufgebürdet wird und für die wir bezahlen werden, mit möglicherweise sämtlichem Besitz und sämtlicher auch zukünftiger Arbeitskraft. Dieses um so sicherer, je mehr Nullen wir denen zugestehen.

        Die Finanzbranche ist erfinderisch. Sie macht auch die Gesetze -lässt sie machen. Niemals hätte ich gedacht, wie man sich die DDR- Mark vergolden lassen könnte, es waren doch nur wertlose Alu- Chips einer nicht konvertierbaren Währung eines völlig andersgearteten Wirtschaftssystem?

        Aber die Schulden blieben bei deren Ende und Zins und Tilgung mussten in harter DM zurückgezahlt werden… und für deren evtl. Ausfall ließen sich die Banken Garantien vom Staat geben, also allen Steuerzahlern der BRD.

        Andere Währungsreformen gingen noch mit anderen Dingen einher.

        „Das klingt doch nach einer win-win-Situation zwischen Politik und Finanzsystem. Und der kleine Mann muss sich dabei keine Sorgen machen, dass die Preise für seine Wurst demnächst dramatisch steigen.“

        Vielleicht nicht für die Wurst und vorerst nicht für das Brot. Aber wenn ich sehe, was z. B. bei Bodenpreisen abgeht, dann wird und muss das durchschlagen. Splitterflächen bei uns wurden neulich von einer Treuhand- Nachfolgegesellschaft verkauft. Kein Bauland, kein Bau- Erwartungsland, nichtmal Acker sondern Magerwiese, Bodenwertzahlen um die 20, Hanglage. Die Käufer müssen 12 000€/ha oder mehr geboten haben. Soviel kann man mit diesem Stück Boden niemals verdienen. Nicht mit Bewirtschaftung, nicht mit Verpachtung. Und ne Goldmine ist auch nicht darunter.

        Vielleicht haben sich inflationäre Entwicklungen z. Z. nur verlagert in Sektoren, die der *gemeine Bürger* nicht so auf dem Schirm hat? Dahin, wo man diese Entwicklungen allgemein als *Blasen* bezeichnet? ist z. B. das derzeitige irrwitzige Übernahmeangebot für Monsanto nicht auch Ausdruck einer Blase, einer inflationären Entwicklung? (UPPS… hier sind wir doch in der Realwirtschaft angelangt…)

        Es ist letztlich egal, wo die Inflation stattfindet, ob nun rein innerhalb des Finanzsystems oder ihren Ausdruck in Spekulationsblasen findet. Ein Rücksetzer wird kommen müssen.

        Im besten Fall bleibt der Rücksetzer innerhalb des Finanzsystems, dann werden eben keine Nullen zugeschrieben, sondern gestrichen. Sowas gabs in der Geschichte schon, der Begriff *Jubeljahr* ist dafür geprägt worden. Schuldenerlass. 😉

        Ich glaube das aber eher nicht, denn das hieße für einige Nullenbesitzer *Enteignung*. Eher enteignet man erst alle anderen und schiebt den Nullenbesitzern deren Werte zu. Auf die *weiche Tour*, durch Gesetze, Steuern und *alternativloses* Handeln oder/und eben auf die harte Tour, durch Zerstörung von Sachwerten in der Realwirtschaft, was neue Schuldner generiert.

        • GHW sagt:

          Danke für den Kommentar Hans,
          sehe es mittlerweile ähnlich. Die Macht der Nullen wird konsequent in möglichst volle Einsen getauscht, die neuen Schuldentitel werden auf verschiedenste Weisen kreativ an die Wehrlosen (?) weitergereicht. Ein tägliches und zynisches Businessmodell unter Ausnutzung der geschaffenenem und entstandenen systemischen Zwänge.
          Sind wir wirklich so wehrlos?

        • ped43z sagt:

          @Hans aus Olb

          „Ziemlich viele Gedanken“
          Das kann ich nur geschmeidig zurück geben 😉

          „Es scheint tatsächlich so. Investieren (in der Realwirtschaft) tue ich doch nur, wenn das Investment realistisch einen Gewinn verspricht.“

          Völlig richtig. Nur gibt es da ein paar Probleme. Das ist zum Einen das Dogma vom Wachstum als Maßstab einer gesunden Wirtschaft. Dabei wird das Wachstum in Quantitäten von Geld messbar gemacht und allein diese Bemessung dient als Bewertungs-Maßstab. Das finde ich exakt eindimensional, wenn ich mir dazu die Komplexität des Lebens anschaue …

          Die ideologische Basis vom immer mehr zwingt die Akteure (insb. die des Finanzmarktes aber nicht nur) dazu, das in der Realität auszuleben. Eine Geisteskrankheit sozusagen, aber eben akzeptiert als besonders dynamisch, wettbewerbsfähig und fortschrittlich.

          Und zum Zweiten ist es usus, dass Investitionen vorfinanziert werden – durch Kreditaufnahme. Kreditklemme heutzutage heißt ja nicht, dass Kredite nicht mehr aufgenommen würden, das wird es schon. Nur, für die heiß gelaufene Finanzindustrie nicht ausreichend. Es geht eben nicht um reale Bedürfnisse. Wir haben ein ausgeklügeltes wie pervertiertes System, dass Erfolg nicht an wirklichen Bedürfnissen der Gesellschaft festmacht, sondern am Spiel ums Goldene Kalb, die Geldmaschine.

          Zum Zweiten kommt ein wichtiger Aspekt hinzu. Da Investitionen gesamtwirtschaftlich(!) immer vorfinanziert werden, eben durch Kredite, wächst auch und ursächlich über die Realwirtschaft die Geldmenge weiter an, denn es werden immerfort neue Zinsen generiert, die unausweichlich neue Kredite nachziehen (Zinsen sind halt kein Bestandteil des Schöpfungsaktes beim Kreditprozess). Die Verbriefung von Buchgeld kommt ja genau daher, dass die Realwirtschaft nicht mehr in der Lage war, das Spiel weiter zu führen (die Gier als akzeptierte Notwendigkeit im harten Wettbewerb zu befriedigen). Ein mathematisches Modell muss halt nicht für das reale Leben taugen.

          Würden wir das Casino auf Null setzen – und von mir aus auch alle nicht rückzahlbaren Schulden, was würde passieren?

          Das Spiel gänge einfach wieder von vorne los!

          Was ich damit sagen will?
          Das Spiel beginnt in den Köpfen. Nachhaltige systemische Veränderungen benötigen deshalb erstmal ein Aufwachen des Geistes. Das Rumschrauben am Finanzmarkt ist klassisches Bearbeiten eins Sekundärproblems bei Negieren des Primärproblems.

          Und fällt Ihnen was auf? Das Primärproblem findet in den Medien, überhaupt in der Gesellschaft und auch bei den Experten (man halte mir die Experten vom Leibe) praktisch nicht statt.

          Herzliche Grüße
          ped43z

      • Kaspar sagt:

        Hallo Analitik,
        im Grunde läuft es darauf hinaus, wie Sie es geschildert haben! Die Einen brauchen nichts mehr, die Anderen können keine Kredite aufnehmen. Das sich die Wirtschaft ausgewachsen hat kann man so sehen. Allerdings muß man auch zugeben das es in den unteren Einkommenschichten durchaus Bedarf gibt dafür aber kein Geld.
        Heiner Flassbeck versucht schon lang zu erklären warum der Monetarismus falsch ist. Schauen sie sich doch einfach seine Vorträge an ich fand die sehr gut. Das alles zu schreiben wäre ziemlich viel Arbeit.

  1. Tja ANALITIK, Unternehmer sind keine Idioten & Hausfrauen (deren Colossum ca. 20% dicker ist) beherrschen natürlicher Weise Doppelte Buchführung und dagegen hat die schlichte E- vs. Ü-Rechnung vs. schlichtester Kameralistik keine Chance! Noch Fragen?

  2. Comte de Lautreamont sagt:

    Grob skizziert: Solange der Dollar Weltreservewährung ist, ist alles in Butter, weil die weltweite Nachfrage und das Vertrauen in die Währung die Gelddruckerei rechtfertigt, da dritte Staaten das neue Geld gerne nachfragen (und später auch in usd zurückzahlen müssen). Sinkt die weltweite Nachfrage nach usd, sollte es sofort eine Hyperinflation in den USA geben. Genauso wird das neu geschaffene Geld der Eurozone nicht allein innerhalb der Eurozone bleiben. Das erklärt die fehlende Inflation natürlich nicht restlos, aber teilweise.

  3. Sascha sagt:

    Das Problem ist, dass die Superreichen (die sind es nunmal, die am leichtesten an Kredite rankommen) keineswegs mit dem Geld mehr Hamburger kaufen. Weswegen die Hamburgerpreise auch nicht steigen werden. Sie kaufen damit Immobilien oder Aktien oder sonstiges Eigentum, gerne auch ganz woanders.

  4. Peter Pan sagt:

    Wir haben eine Inflation, kauft mal ein Grundstück oder eine Wohnung in München. Oder mietet mal eine Wohnung in München.

    • leser sagt:

      Danke. Der erste richtige Gedanke.

      1. Zu unterscheiden ist zwischen den Konsumgüterpreisen (das ist das, was im mit der offiziellen Messung der Preisveränderung im Warenkorb gemessen wird) und den Vermögenspreisen (u.a Aktien, Renten, Immobilien).

      2. Preisveränderungen (Teuerung) sind nur die Folge der Geldmengenänderungen. Richtigerweise ist Inflation somit nicht Veränderung der Preise, sondern Veränderung der Geldmenge, http://www.roland-baader.de/inflation-der-papierene-selbstmord/ Und die Geldmenge steigt bei allen reinen Papierwährungen viel stärker als die Gütermenge. Folge ist die Zerstörung der Kaufkraft der Währungen und letztlich eine Währungskrise (Vertrauensverlust in die Papierwährungen).

      • ped43z sagt:

        @leser

        Richtigerweise ist Inflation somit nicht Veränderung der Preise, sondern Veränderung der Geldmenge

        Das ist falsch, es sei denn, man hat es neu definiert. Denn wir reden ja hier nicht von Naturgesetzen und Wissenschaft, wie es uns Leute wie von Mieses ( https://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_von_Mises ) weis machen wollen, sondern von willkürlichen Annahmen.
        Glauben Sie mir; bei Geld hängt alles vom Glauben ab. 😉

        Lassen Sie mich Ihre Anmerkungen mal weiterführen, verstehen Sie bitte also das Folgende nicht als Gegendarstellung.

        2. Preisveränderungen (Teuerung) sind nur die Folge der Geldmengenänderungen.

        Sind Sie sich da sicher? Stellen Sie sich einfach nur vor, eine Missernte würde uns heimsuchen. Was würde passieren? Aufgrund der von den Teilnehmern anerkannten Marktgesetze (die da etwas harmlos mit „Angebot und Nachfrage“ herüber kommen; das Credo ist aber gar nicht harmlos, es ist brutal und unwürdig; das nur am Rande) würden sofort die Getreidepreise hochgehen.

        Das würde einen Mangel an Geld hervor rufen – bei denen, die das Getreide benötigen. Und es würde einen Überfluss an Geld bei denen geben, die es verkaufen. Schwant Ihnen da etwas? Das ist schlichter Kapitalismus mit dem empathiefernen Ausnutzen eines Vorteils, bei der eine Umverteilung von Geld statt fand.

        In Folge dieser Situation könnte es natürlich zu einer Erhöhung der Geldmenge kommen, einfach weil die Käufer gestiegene Kosten über die Neuaufnahme von Krediten abfedern müssten. Dann kann(!) das u.U. zu einer Preisspirale führen. Eine Preisspirale, die – da können Experten sich auf Adam Smith bis Keynes berufen wie sie wollen, nicht kontrollierbar ist, solange der Mangel am Wirtschaftsgut latent besteht. Wenn, ja wenn die Menschen nicht in der Lage sind, aus der ihnen zugewiesenen Rolle des Marktteilnehmers auszubrechen und das Spiel zu verlassen.

        In diesem Zusammenhang noch ein kleines Beispiel. Stellen Sie sich vor:
        a) Sie sind Millionär (ist schwer vorstellbar, ich weiß), haben das auch noch bar bei sich und verlaufen sich in der Wüste.
        b) Sie sind bettelarm und verlaufen sich in der Wüste.
        c) Sie sind mittellos und verlaufen sich in der Wüste.

        Nun, das Wasser wird knapp, sehr knapp. Und das Glück des Zufalls will es, dass da ein fahrender Wasserverkäufer des Weges kommt. Stellen Sie sich nun zwei Möglichkeiten vor:

        1.Variante: Der Wasserverkäufer erkennt Ihren Reichtum und schröpft Sie ordentlich (Marktwirtschaft halt). Sie bröckeln zwar ganz schön wegen dessen Gier, sich einfach Ihr sauer verdientes Geld über die Notlage zu ergaunern. Aber immerhin, Ihr Durst ist gestillt.

        2.Variante: Der Wasserverkäufer erkennt, dass sie arm sind, nimmt Ihnen ab, was sie haben und Sie sind ab jetzt mittellos, aber immerhin nicht mehr durstig.

        3.Variante: Der Wasserverkäufer erkennt, dass sie mittellos sind und kann Ihnen deshalb leider kein Wasser verkaufen. Sie verdursten. Marktwirtschaft halt, so sind nun mal die Regeln.

        Wie finden Sie die Geschichte?
        Wir können ja mal ganz nüchtern feststellen, dass es eine Veränderung der Geldmenge weder bei Fall eins noch bei Fall zwei gegeben hat. Bei Fall eins und zwei wurde umverteilt. Der Preis änderte sich mit der Situation.
        Und bei Fall drei? Es kam kein Geschäft zustande aber marktkonform war es doch alle mal. Ja, Kapitalismus, insb. Marktradikalismus ist zynisch.

        Und das ist es, was jetzt in unserer Gesellschaft (Gott sei dank nicht nur) gelebt wird.

        Und wir reden hier über Inflation, Kreditklemmen, Geldmenge, Leitzinsen. Wir verlieren uns in technischen Details und vergessen das Wichtigste.
        Und das findet sich in weiteren drei Varianten.

        4.Variante: Der Wasserverkäufer erkennt zwar Ihren Reichtum, verlangt aber trotzdem nur den handelsüblichen Preis, weil er eben Ihre Notsituation versteht, diese nicht ausnutzt und als Mensch handelt.

        5.Variante: Der Wasserverkäufer erkennt Ihre Armut und verlangt einen symbolischen Preis, weil er eben Ihre Notsituation versteht, diese nicht ausnutzt und als Mensch handelt.

        6.Variante: Der Wasserverkäufer erkennt Ihre Mittellosigkeit, gibt Ihnen aber das Lebensnotwendige, weil er eben Ihre Notsituation versteht und als Mensch handelt.

        Das klingt so simpel, ist aber das fundamentale Problem der westlichen Gesellschaften, dass sich in unserem Denken nur in diesem einen Spiel (dem quantitativen Geldspiel des Kapitalismus) abbildet.

        Beste Grüße an Sie!
        ped43z

  5. StarkerTobak sagt:

    Eine gute Frage und ich habe mir darauf hin auch gleich mal ein paar Bilanzen angesehen. Dabei ist mir folgendes aufgefallen:
    Die EZB würde den Banken anscheinend liebend gerne viel Geld geben, aber die wollen es gar nicht. So hat das Refinanzierungsgeschäft der EZB abgenommen (Ende 2015 aber immer noch 555 Mrd. €, davon ca. 50 Mrd. € in Deutschland (was für D sehr wenig ist). Der größte Teil ist wohl irgendwo im Süden versickert.)
    Die Banken brauchen Draghis Geld auch gar nicht, weil die förmlich in Geld ersaufen. Das kommt ganz klassisch von den Sparern und die Banken wissen nicht wohin damit. Sie würden ja gerne Kredite vergeben, so wie es vorgesehen ist, aber können nicht.
    Warum ist jetzt die Frage.
    Das liegt meiner Ansicht nach an Basel II und nochmal verschlimmert an Basel III. Die waren von der Grundidee je ganz nett, aber man sieht jetzt ihre negativen Auswirkungen. Vor noch ca. 20 Jahren was es so (zumindest in Deutschland), dass die Zinsspreizung zwischen guten und schlechten Schuldner (also Schuldner mit niedrigen bzw. hohen Risiko) sehr gering war. Also auch ein schlechter Schuldner hat noch für einen annehmbaren Zins Geld von der Bank leihen können. Das ist mit Basel jetzt vorbei. Jeder bekommt seinen fairen Zins. Schlechte Schuldner hohe Zinsen gute Schuldner niedrige Zinsen.
    Das wäre noch in Ordnung, aber seit Basel III bekommen schlechte Schuldner nur noch sehr selten überhaupt einen Kredit. Die Banken müssen jetzt noch stärker auf die Risiken achten und können nicht mehr zu viele schlechte Schuldner haben. Man wollte damit das Bankensystem stabilisieren und einen Bankencrash vorsorgen. Wie schon gesagt, die Absichten waren gut, aber es hindert die Banken jetzt daran das Geld auf dem Sie sitzen als Kredite zu vergeben.
    Kurz und gut, dass schöne EZB-Geld kommt nur Tröpfchenweise in der Wirtschaft an und so kann es auch keinen Einfluss auf die Inflation nehmen.
    Aber vielleicht hat das alles auch sein gutes, sollten die Zinsen wieder steigen, werden die Banken sicher nicht auf allzu vielen schlechten Schulden sitzen. Eine Rettung wie damals bei der Commerzbank wird es wohl in Zukunft nicht mehr brauchen.
    Und noch als Anmerkung: Nachdem das mit der Bankenfinanzierung nicht funktioniert, wird das Geld direkt dem Staat gegeben. In der EZB-Bilanz von 2015 stehen da immerhin 800Mrd.€ drin. Ob das klappt bezweifle ich. Man sieht ja hier in Deutschland wie wenig der Staat investiert.
    Ich hoffe ich konnte meine Erkenntnisse verständlich formulieren.

    • ped43z sagt:

      @Starker Tobak

      „Die Banken brauchen Draghis Geld auch gar nicht, weil die förmlich in Geld ersaufen.“

      Banken, selbst die Größten, sind im Rahmen des Systems von einem ständigen Mittelzufluss abhängig. In der Regel sind das Zinsen. Da Banken ständig wachsen, steigt auch dieser Bedarf ständig. Es ist also nicht so, dass die Banken im Geld schwimmen (klingt komisch, ich weiß).

      Die Billionen der EZB fließen ja auch nicht auf die Geschäftsebene der Geschäftsbanken (GeBa) sondern auf deren Zentralbank-Konten (es gibt verschiedene Geldkreisläufe, ich hatte das w.o. schon mal kurz beschrieben). Damit werden faule oder notleidende Kredite von der EZB defacto aufgekauft (mit entspr. Verkürzung der Bilanz bei der GeBa) und durch die Buchung auf das Zentralbank-Konto der GeBa deren Mindestreserve erhöht. Damit hat die GeBa wieder einen ausreichenden Hebel, um neue Kredite auszureichen.

      „Das kommt ganz klassisch von den Sparern und die Banken wissen nicht wohin damit. Sie würden ja gerne Kredite vergeben, so wie es vorgesehen ist, aber können nicht. Warum ist jetzt die Frage.“

      Das Geld der Sparer hat für die Banken Bedeutung in Bezug auf eine ausreichend hohe Kernkapitalquote (vergleichbar mit Eigenkapitalquote). Daher sind Banken an langfristigen Einlagen interessiert, sie können gar nicht hoch genug sein! Je höher das Eigenkapital und die Mindestreserve, desto höher ist ihr Kredithebel. Für den Kreditprozess selbst aber spielt das Geld der Sparer absolut keine Rolle!
      Warum eigentlich sollen Banken immer mehr Kredite vergeben? Um ein weiteres Wirtschaftswachstum bis in alle Ewigkeit zu gewährleisten? Na dann, gute Nacht…

      Beste Grüße an Sie
      ped43z

  6. Tom sagt:

    Die 60 Mrd sind nicht mehr aktuell.
    Super Mario hat auf 80 erhöht
    Viel von diesem 60 Mrd ist an die Zentralbanken gegangen die davon Staatsanleihen erwarben.
    Seitdem Mario auf 80 Mrd erhöht hat sind auch Unternehmensanleihen im Visier.

    http://www.finanzen.net/nachricht/zinsen/EZB-Constancio-Negativzinsen-haben-viele-ihrer-Ziele-erreicht-4929507

    „Teil der EZB-Geldpolitik sind allerdings nicht nur negative Zinsen. Die Zentralbanken des Euroraums kaufen derzeit monatlich Wertpapiere für 80 Milliarden Euro, seit Mittwoch dieser Woche auch Unternehmensanleihen. Der größte Teil der Papiere sind jedoch Staatsanleihen, die die Zentralbanken der Euro-Länder auf eigenes Risiko erwerben.“

    Der große Unterschied zu früheren Szenarien ist das Experiment Minuszinspolitik und Derivate in einem unglaublichem Ausmaß völlig unkontrolliert und ungeregelt. Bei welcher Summe befindet sich das Weltweite Derivatevolumen.
    Und Derivate sind ein hervorragendes Instrument um zu manipulieren z.B. Edelmetalle, Rohstoffe, Währungen usw.
    Mit der Manipulation der Energiepreise hatten/haben wir eher eine Entwicklung in Richtung Deflation als Anzeichen von Inflation.
    Ausnahmen wie Immobilien die noch Ansatzweise die „Realität“ widerspiegeln sind dabei nur ein Hinweis auf den beginnenden Vertrauensverlust.
    Wo bleibt also die Inflation angesichts ungehemmter Gelddruckerei ist die Frage. €/$ naja im Verhältnis hat Mario da doch einiges „erreicht“ Verdeckt wird vieles durch manipulierte Rohölpreise zu Lasten der Währungen von Ölexportierenden Staaten. Die kommen Rohstoffarmen Ländern wie China, Deutschland usw. extrem Zugute genau wie dem Verbraucher. Auch hierbei dürften die Derivate eine zentrale Rolle spielen.
    Wir haben keine Inflation weil es Derivate gibt.
    Wir haben keine Deflation weil die USA ihr Gas und Öl nicht nach Europa pumpen kann.

  7. zeitzeuge sagt:

    Die Kommentare und Analysen hier sind sehr erbaulich! Dazu vielleicht noch ein kleines Gedankenspiel am Rande:
    Was könnte geschehen, wenn kein Mensch wegen Geldschulden in Haft genommen werden dürfte?

    Beste Grüße!

  8. Jak sagt:

    Vielen Dank an alle!

    Analitik, das sind 1:1 genau die Fragen und Gedanken, die ich auch im Kopf hatte und es ist schön, so viele aufschlussreiche und inhaltsreiche Kommentare dazu zu lesen!

    Nun meine Folgefrage:
    Warum verlangt die Zentralbank überhaupt Sicherheiten? Und was ist schlimm daran, dass die Zentralbanken jetzt auch unsichere Sicherheiten akzeptiert?

    (Im Folgenden rede ich etwas ungenau nur von „Geld“ – gemeint ist ZB-Geld)
    Traditionell war Geld immer mit einem Wert gesichert. Erst war es Gold, dann wurde es mit Gold gesichert, dann wurde es nur teilweise mit Gold gesichert, dann wurde es mit anderen Sicherheiten gesichert. Der Sinn dieser Sicherung war, dass, falls jemand den Schuldschein Geld zurückgeben und in „echte Werte“ zurückwandeln wollte, auch ein entsprechender Gegenwert vorhanden war.

    Nur: Zentralbanken verschulden sich gegenüber sich selbst. Wer soll denn da kommen und plötzlich von der Zentralbank seine Werte zurückhaben wollen? Das könnte doch nur die ZB selbst, oder? Von daher ist auch keine Sicherung notwendig.

    Übersehe ich hier etwas?

  9. Jak sagt:

    …nach weiterem Nachdenken:

    Ist es nicht so, dass die Giralbanken diejenigen sind, die ihre Werte von der ZB zurückholen könnten?

    Sprich die Giralbanken holen sich Geld von der ZB, um Giralgeld schöpfen zu können. Als Sicherheit hinterlegen sie selbst irgend etwas. Ist dann nicht das Schuldversprechen der ZB, dass das ZB-Geld jederzeit wieder zurückgetauscht werden kann, gegen etsprechend wertvolle Sicherheiten?

    Angenommen einige der ZB-Sicherheiten verlieren an Wert UND allen Giralbanken gleichzeitig fällt ein, dass sie ZB-Geld loswerden wollen. Dann kann es sein, dass die ZB nicht mehr genug Werte hat, um sie den Banken im Austausch dafür, dass diese ihr ZB-Geld einstampfen lassen, geben können.

    Ist das so richtig? Das würde nahelegen, dass die ZB ein Interesse daran hat, möglichst viel neues ZB Geld auszugeben, um neue Sicherheiten zu bekommen, damit sie nicht „zahlungsunfähig“ wird im Sinne von genug Werte hat, die sie Giralbanken zurückgeben kann.

    Das würde auch nahelegen, dass, wenn die ZB NICHT genug Werte hat, in erster Instanz die Giralbanken damit ein Problem haben. Meine erste Reaktion darauf war: na und? Aber ich nehme an, dass es unter Banken ein ziemlicher Aufschrei wäre, wenn die ZB ihr Schuldscheinversprechen nicht einhalten könnte, damit hätten dann die Banken ihren „Glauben“ an das ZB-Geld verloren und würden es womöglich noch weniger nachfragen.

    Falls das alles so stimmen sollte, was wäre die Konsequenz? Es gibt ja soweit ich weiß keine Alternative für die Giralbanken, oder können sie sich aussuchen, von welcher ZB sie Geld annehmen? Gibt es einen internationalen Interbanken-Handel von ZB-Geld verschiedener Couleur?

    Fragen über Fragen!