Die Nazis in der Ukraine stellen sich vor

Eine Gruppe aus dem Regiment Asow, „Misanthropic Division“ stellt sich vor (russisch, englisch, schauen Sie allein schon wegen der Fotos rein). Asow ist eine Einheit des ukrainischen Innenministeriums. Das ukrainische Innenministerium hat einfach alle Nazieinheiten aufgenommen, die sich während und nach dem Maidan gebildet haben. Erleben Sie ukrainische Staatsdiener, in Klammern sind meine Kommentare.
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Die Mitglieder von Misanthropic Division sehen sich als weiße Europäer, als Nationalsozialisten und weiße Rassisten. Unter ihnen sind Russen, Ukrainer, Kroaten and andere Vertreter weißer Nationen. Sie verfügen über zehn regionale Gemeinschaften in ganz Europa und in Nordamerika, darunter in Russland, Ukraine, Deutschland, Italien, Schweiz, Krotatien.

Die Gruppe formte sich Ende Oktober 2013. Unter der Führung einer radikalen Nazi-Organisation kämpften die Mitglieder gegen die Berkut-Einheiten, bereits ab dem 1. Dezember 2013. (Wenn Sie westliche Medien konsumieren, verbinden Sie diesen Zeitraum mit friedlichen Studentenprotesten…)

In Charkow und Odessa kämpfte Misanthropic Division gegen den Antimaidan. Explizit wird auf die Erschießung von zwei Leuten in Charkow am 15. März 2014 hingewiesen. Dann ging die Gruppe in den Donbass, schloss sich dort verschiedenen Gruppierungen an, bis sie in Asow landete, deren Teil sie weiterhin ist. Derzeit sind 50 Mitglieder an der Front nahe Mariupol.

Sie distanzieren sich vom Rechten Sektor, zu dem sie nie in Beziehung standen. Sie achten die einfachen Jungs dort, finden den Rechten Sektor ansonsten verräterisch, weil er mit Juden kollaboriert und Tschetschenen in den eigenen Reihen hat (die nicht weiß sind).

Sie fühlen sich keiner Partei zugehörig und haben keine politischen Ambitionen. Sie kämpfen für ihren Traum von der großen Zukunft der Rasse und sind dafür bereit, sich jeder Partei anzuschließen für die Zeitdauer, wo die Interessen übereinstimmen. Ihr größter Feind ist russischer Neobolschewismus. Dagegen verbünden sie sich auch mit dem Teufel.

Die Tschetschenen und die russophoben Krim-Tataren auf der Seite der ukrainischen Nazis betrachten sie als Fremde, welche sie tolerieren, weil sie derzeit größere Sorgen haben. In ihrer Ukraine gibt es für diese nicht-weißen Gruppen langfristig keinen Platz.

Nazis und Faschisten in den Reihen von LDVR halten sie für Romantiker mit Brei im Kopf. Deren Prozentsatz sei aber sehr niedrig.

Der Kreml ist erklärter Feind. (Deshalb werden sie vom Westen gehegt und gepflegt, auch unter Beteiligung deutscher Staatsmedien.)

Was passiert nach dem Krieg, wenn radikale Elemente wie sie unerwünscht sein werden? Die Staatsanwälte und das gesamte Rechtssystem müsse gesäubert werden. Bis zum Kriegsende wollen sie sich zu einer eigenständigen professionellen Kampfeinheit entwickeln (Asow ist also nur Zwischenstation). Sie hoffen, dass im Kriegsverlauf Leute an die Macht kommen, die ihnen gegenüber loyal eingestellt sind.

Wie gehen sie damit um, dass ihre Ansichten nicht mehrheitsfähig sind? Das verstehen sie sehr wohl und gerade deshalb hegen sie auch gar keine politischen Ambitionen. Die Unterstützung der breiten Massen brauchen sie nicht. Es reicht, wenn man sie bei ihren Tätigkeiten nicht behindert. Eine aktive aggressive Minderheit werde immer stärker sein als eine passive ungeeinte Herde. Die Geschichte hat ihnen eine Chance gegeben und in den Flammen des Krieges werden sie so viele Feinde töten wie nur möglich. Es gibt nichts zu verbergen, sie sind sich für Blutvergießen nicht zu schade. Gleichzeitig merken sie durchaus, dass die Leute, die politisch ihre Linie vertreten, bei den letzten Wahlen Erfolg gehabt haben. Sie machen sich keine Illusionen über die Dauerhaftigkeit dieses Zuspruchs, aber in Extremsituationen sehen selbst die Wähler, wer gutes tut. Für die Mitglieder von Misanthropic Division ist Nationalsozialismus nicht einfach eine Theorie, es ist ihr Glaube, eine unwiderlegbare Wahrheit. Entweder werden sie siegen oder sie sterben – aber dabei nehmen sie möglichst viele Feinde mit ins Grab.
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So weit die Selbstdarstellung. Das ist eine Gruppe von vielen, mit ihrer eigenen ideologischen Note, fixiert auf die weiße Rasse. Andere Nazis in der Ukraine sind auf ukrainischen Nationalismus fixiert, auf Hitler, auf sonst was. Der gemeinsame Nenner ist groß genug und alle sind sie vereint in ihrer Radikalität.

Von der wahren Kriegsfront haben speziell diese Helden nicht viel gesehen. Sie beklagen explizit nur einen toten Kameraden. Sie „verteidigen“ Mariupol, eine Stadt, die während des ganzen Krieges keine nennenswerten Kampfhandlungen gesehen hat. Als die DVR-Truppen im Spätsommer 2014 auf Mariupol zumarschierten, flüchtete Asow panisch aus der Stadt. Das Regiment kehrte zurück, als die Gefahr vorüber war (die DVR hatte nicht genug Truppen, um Mariupol zu halten und nahm die völlig unverteidigte Stadt deshalb gar nicht erst ein). Inzwischen sitzt Asow wieder „auf gepackten Koffern“, wie einer ihrer Kämpfer im Interview ausplauderte. Sie erwarten einen Großangriff der LDVR-Armee.

Die wahre Aufgabe der Nazi-Bataillone ist die Einschüchterung der Bevölkerung. Sie sind am ehesten mit Hitlers SA zu vergleichen, eine radikale Hilfspolizei jenseits des Gesetzes und der Moral. Terror, Raub, Folter, feindliche Übernahme und Kontrolle von lokalen Unternehmen – das ist ihr täglich Brot. Das ist viel ungefährlicher und profitabler, als sich echt in den Krieg zu stürzen. In der Öffentlichkeitsarbeit macht das aber keinen besonders heroischen Eindruck, deshalb werden die Akzente anders gesetzt.

Ihre Herren aus den USA wechseln aus strategischen Gründen den Kurs und sind seit über einem halben Jahr dabei, die ukrainische politische Landschaft etwas gemäßigter zu gestalten und ihr das Image eines verhandlungsfähigen Staates zu verpassen. Die radikalsten Elemente werden daher geopfert, mit großem Tamtam übrigens, der bis in die internationalen westlichen Medien hineinreicht. Sie haben vielleicht schon den ein oder anderen Artikel über ukrainische Nazis mitbekommen. Das ist Teil der US-Kampagne zur Umformung der ukrainischen Politiklandschaft. Die unkontrollierbaren Radikalen werden medienwirksam gesäubert. Die hier präsentierte Gruppe ist ein heißer Kandidat für diesen Schachzug. Die anderen Radikalen, die einen feineren Riecher für die Zeichen der Zeit haben, werden ihre Lautstärke reduzieren und in Ruhe weiter arbeiten können – auf einem niedrigeren Intensitätslevel.

Im Moment gibt es in unseren Medien hin und wieder Artikel in der Art von: „Oh mein Gott, schaut! Nazis in der Ukraine!“
Achten Sie in naher Zukunft auf folgenden Tenor: „Ja guut, es gab hier und da ein paar Nazis, aber schaun’se, wie konsequent sie beseitigt wurden!“

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