Maidanversuch in Moskau 2012

2012 gab es in Russland einen Maidanversuch. Den Zombies im Westen wird es als Protest verkauft. Der Höhepunkt wird so beschrieben:

Am Tag vor der Amtseinführung am 6. Mai 2012 fanden zwei bewilligte Kundgebungen in Moskau statt, die unter der Losung „Wir lassen den Hochstapler nicht in den Kreml“ stand. Es versammelten sich Zehntausende Demonstranten; allerdings wurden zahlreiche Teilnehmer nicht zum Versammlungsplatz – dem Bolotnaja-Platz in Moskau – gelassen. In der Folge kam es zu – wahrscheinlich von regime-treuen Provokateuren inszenierten – Ausschreitungen der OMON-Sondereinheiten, nachdem einzelne „Demonstranten“ versucht hatten, das Großaufgebot der OMON, die den Zugang zur Großen Steinernen Brücke verbarrikadierten, um keine Demonstranten in die Nähe des Kremls zu lassen, anzugreifen.

Die russischen Geheimdienste haben nicht gepennt und zu diesen „Protesten“ derart viele Beweise gesammelt, dass sie bis heute verdaut werden. Zu den Vorfällen gibt es eine aktuelle Reportage im russischen Fernsehen. Falls Sie des russischen mächtig sind, genießen Sie es. Hier fasse ich zusammen, worum es geht.

Im Vorfeld der Proteste wurde ein Treffen eines georgischen Polittechnokraten mit russischen Linken verdeckt auf Video aufgezeichnet. Des Georgiers Traum: Russen gegen Russen kämpfen sehen. Seine Mission: Russlands Linke und Nazis im Protest zu vereinen. Sein Ziel: Linke Aktivisten zu kaufen, sie in Ausbildungslagern auf die Eskalation von Massenveranstaltungen vorzubereiten, die Aktivisten schlussendlich einzusetzen, wenn die Zeit gekommen ist.

Das Video vom Treffen wurde längst veröffentlicht und hat in Russland nicht nur zur Aufklärung der Öffentlichkeit beigetragen, sondern auch zu Anklagen geführt, die zu Schuldsprüchen geführt haben. Angeklagt und verurteilt wurden aber nur die kleinen Fische, die Fußsoldaten. Während der Prozesse wurden sie von ihren Herren fallen gelassen. Sie sind enttäuscht, wütend. Sie sind bereit offen zu sprechen. Einer der Verurteilten tut das in der Reportage.

Dazu werden Tweets und Forenbeiträge zitiert, die das Bild vervollständigen. Besonders schön sind die Lügen befragter Aktivisten vor der Kamera, die durch anschließend gezeigte Dokumente entlarvt werden. Es geht im wesentlichen um die Bezahlung russischer Aktivisten durch US-Fonds.

Schauen wir, wie Wikipedia Ihnen in den Kopf scheißt. Die Demonstranten wurden nicht zum Bolotnaja-Platz gelassen, steht da. Lüge. Die Demonstranten sind auf Anweisung von Nawalny von ihrer Route zum Bolotnaja-Platz abgewichen, um eine Straße zu sperren. Der Ort der Eskalation wurde in liberalen Kreisen im Vorfeld sehr genau eingegrenzt. Da wird was passieren, die Liberalen wussten es. Manche blieben der Veranstaltung gänzlich fern, mit der offenherzigen Begründung, dass eine Eskalation geplant sei und man sich da lieber fernhalten wolle.

Regime-treue Provokateure… Lüge. Die Provokateure waren für Dollars gekauft, es ist auf Video festgehalten. Organisiert von georgischen Mittelsmännern, die schon an der Rosen-Revolution in Georgien mitgewirkt haben.

Das Großaufgebot des OMON hatte übrigens den Befehl, einem kritischen Druck der Demonstranten nachzugeben (für diesen Fall war eine Pufferzone eingeplant) – was sie auch taten – damit es nicht zu Toten und Verletzten kommt. Ausschreitungen der OMON-Einheiten? Lüge. Polizisten wurden an diesem Tag angegriffen, auch mit Schlagwaffen; es gab verletzte Polizisten. Alles ist auf Video aufgezeichnet und steht der Öffentlichkeit zur Verfügung – aber nicht in Ihren westlichen Qualitätsmedien. Es gab verhaftete Provokateure. Manche von ihnen singen jetzt.

Weiter steht in der Wikipedia:

Seit dem 7. Mai marschierten hunderte Personen nächtelang durch Moskau, oft verfolgt von OMON-Einheiten. Zeitweise ließen sie sich auf dem Platz Staraja ploschtschad (Alter Platz) in Kitai-Gorod nieder und übernachteten dort auf Campingmatratzen in Schlafsäcken. Nach einiger Zeit gesellten sich auch Alexei Nawalni und Sergei Udalzow zu den Protestlern.

Wie aus dem Maidan-Lehrbuch von Gene Sharp. Und Nawalny ist auch dabei.

Das brisanteste an all dem ist der Versuch, russische extreme Linke und Rechte zu verbünden und sie an die Liberalen anzuheften. Vereint im Protest. Das ist den USA gut gelungen, wie man auch in der Ukraine-Krise beobachten kann. Da die russischen Liberalen inzwischen jeglichen Rückhalt in der Bevölkerung verloren haben, versuchen die USA, russische „Patrioten“ zur neuen Führungsgruppe der fünften Kolonne zu formen. Soweit ich das beurteilen kann, schieben russische Geheimdienste diesen Versuchen derzeit recht effektiv den Riegel vor.

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4 Kommentare zu “Maidanversuch in Moskau 2012
  1. Jannis sagt:

    Seit einiger Zeit suche ich gern Ihre Seite auf, denn mir gefällt, wie Sie dem Namen „Analitik“ alle Ehre machen. Es wundert mich ein wenig die geringe Kommentar-Resonanz, aber das kann man auch positiv sehen: so entsteht wenigstens kein Tummelplatz für Trolle, die zu allem eine Meinung, aber von nichts eine Ahnung haben!

    Jedenfalls danke für Ihre Arbeit!

    Jannis

  2. FarEast sagt:

    Das Netz ist ein großer Kramladen voll mit unwichtigem ablenkenden Schnackes. Manchmal dauert es sehr lange, die kleinen Kostbarkeiten zu finden. Durch die Vernetzung zieht es dann andere Interessierte an. Ich finde das auch alles sehr spannend.