Im letzten Sommer hat die Ukraine ein Gesetz beschlossen, das ihr für die Dauer eines Jahres erlaubte, Staatsschulden nicht zurück zu zahlen. Um nicht offen zu sagen, dass die Ukraine damit ihre Staatspleite verkündete, nannte man das „technischer Default“. Kurz darauf, im September 2015, hat die Ukraine Gebrauch von diesem Gesetz gemacht und die Rückzahlung privater Kredite gestoppt, um die Gläubiger zu einer Restrukturierung zu zwingen.
Naja, ist ja nur vorübergehend, bis sich die Wogen wieder glätten. Alles wird wieder gut.
Gestern hat die Rada eine Änderung des Gesetzes beschlossen und es unbefristet wirksam gemacht. „Unbefristeter technischer Default“ muss es jetzt wohl heißen. Oder in Normalsprache: Staatspleite ohne Aussicht auf Besserung.
Die Währungsreserven der Ukraine betragen, Stand 1. April 2016, 12,7 Milliarden Dollar. Das ist die Brutto-Reserve. 12 Milliarden davon darf die Ukraine aber nicht benutzen. Das IWF-Memorandum verbietet es. Diese 12 Milliarden sind reserviert für die Rückzahlungen von IWF-Krediten. Die Netto-Reserven, über die die Ukraine tatsächlich verfügen kann, betragen zum 1. April nach vorläufiger Berechnung 570 Millionen Dollar. Davon soll die Ukraine ihren Währungshandel bestreiten und die Staatsschulden zurückzahlen (außer die an den IWF) und all die anderen Dinge tun, die eine Zentralbank tun muss.
Allein um einen funktionierenden Währungshandel in der Ukraine zu ermöglichen, benötigt die Ukraine mindestens 15 Milliarden Dollar Netto-Reserven. Der IWF empfiehlt der Ukraine sogar 20-22 Milliarden Dollar.
Zum 1. Januar 2014, als noch der korrupte Tyrann herrschte, hatte die Ukraine 15,4 Milliarden Dollar Netto-Reserven.
13 Comments
SecurityScout
13. April 2016Nicht zu vergessen das Staats-Gold der Bürger der Ukraine welches in die USA abtransportiert wurde!!!
Analitik
13. April 2016Das wurde eingeschmolzen und von den USA an Deutschland „zurückgegeben“. Das Staats-Gold der Ukraine ist jetzt unseres. Das ist auch gerecht nach allem, was wir für die Ukraine getan haben.
Matthias
13. April 2016Hallo Analitik,
können Sie mir eine Quelle nennen, die diesen Vorgang etwas näher erläutert?
Vielen Dank.
Analitik
13. April 2016http://www.zerohedge.com/news/2014-11-18/ukraine-admits-its-gold-gone
Ukrainische Goldreserven, etwa 42 Tonnen, werden kurz nach dem Putsch fast vollständig in die USA ausgeflogen.
https://www.bullionstar.com/blogs/koos-jansen/federal-reserve-new-york-gold-withdrawal-numbers-2014-dont-match-dutch-german-repatriation-claims/
Bei der Goldrepatriierung von den USA nach Niederlande und Deutschland im Jahr 2014 passt die Bilanz nicht – um 30 Tonnen Gold.
http://norberthaering.de/de/newsblog2/27-german/news/214-sonderbare-goldrueckholung#weiterlesen
Deutschland bekommt 2014 85 Tonnen Gold aus den USA zurück. Die Barrenliste wird nicht veröffentlicht, 50 Tonnen werden als „Stichprobe“ neu eingeschmolzen.
alexander
13. April 2016Für die Ukraine habe ich nicht mehr viel übrig. Die “ Gier frisst Hirn “ EU-phorie zollt jetzt ihren Tribut !
Analitik
14. April 2016Wir von der EU haben diese Phorie doch mitbeszellt und mitbezahlt.
kein Plan
14. April 2016Ein echter failed state mitten in Europa,da können sich die Machthaber dort kräftig auf die Schulter klopfen.
Die Ukraine,Tummelplatz für Nazis aus aller Welt,für Söldner aus aller Herrgott Länder,für CIA Gestalten und Organhändler.
Die Landwirtschaftliche Basis komplett an westliche Konzerne verkloppt,die größten Schwarzerdegebiete der Welt in der Hand der Lebensmittelzocker.
Am besten man zieht einen Zaun drum und wartet bis die Bevölkerung die Verhältnisse wieder klarstellt.
Das mit dem Gold kannte ich noch nicht,Danke!
Analitik
14. April 2016„Ein echter failed state mitten in Europa,da können sich die Machthaber dort kräftig auf die Schulter klopfen.“
Wir können uns mit noch mehr Stolz auf die Schulter klopfen. Ohne unseren Willen und unser (Steuer-)Geld gäbe es keinen failed state in der Ukraine.
Tarantoga
14. April 2016Zu dem Gold, die Barren sind ja irgendwie zu ersetzen. Schlimmer finde ich das:
http://www.schweizmagazin.ch/nachrichten/ausland/18606-Ukraine-Amerikaner-schnappen-sich-das-Gold-der-Skythen.html
Das „Tafelsilber“ weg, ist theoretisch nicht zu bezhlen.
Gruß
Analitik
14. April 2016Aber sich selbst gleichzeitig von Hollywood als Retter von Kunstschätzen feiern lassen…
Ale
14. April 2016Tarantoga,
diese Info macht mich sprachlos. Ich war tief beeindruckt von der Skythengoldwanderausstellung. Habe sie 2009 in Budapest gesehen. Da es ein echtes „ukrainisches“ Erbe ja so nicht gibt: Was müssen das für … (Blindgänger) sein, diesen unersetzlichen Kulturschatz an Amerika zu verpfänden? Da ist der Auspruch des Moskauer Zentrumsleiters für jeden Ukrainer verständlich..
kein Plan
14. April 2016Wo stammt das Zitat her?
„Deswegen habe ich jetzt den Vorschlag gemacht, dass wir helfen in Form einer Förderung im ersten Jahr von einem Lohnkostenzuschuss in Höhe von drei Vierteln. Somit erhält der Arbeitgeber zwei Arbeitskräfte zum Preis von einem halben. Der Vorteil wäre, dass sich die beiden Gruppen, also Flüchtlinge und Arbeitslose, gegenseitig unterstützen würden, ein kultureller und gesellschaftlicher Austausch stattfindet und darüber Integration in den Arbeitsmarkt gelingen könnte.“
Ich hab vom Beginn an gesagt das außer Ökonomischen Interessen einiger weniger,keinerlei Interessen(auch nicht Humanitäre) den Massenhaften Zustrom von „Flüchtlingen“ begründen kann.
Da haben wir es schwarz auf weiß!!!!!
Klarissa
17. April 2016@ Kein Plan
Diese „Idee“ hatte der MdB Martin Pätzold, CDU
Guck hier:
http://de.sputniknews.com/wirtschaft/20160414/309210293/fluechtling-arbeitsloser-tandem.html